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Die Messung von Systemrisiken im Finanzsystem. Theorie und Empirie

Title: Die Messung von Systemrisiken im Finanzsystem. Theorie und Empirie

Term Paper , 2016 , 35 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Firas Abusukhun (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Spätestens seit der globalen Banken- und Finanzkrise im Jahr 2007 hat sich der Bedarf nach einer effizienten makroprudenziellen Aufsicht deutlich verstärkt. Die Identifikation und Messung systemischer Risiken – die Grundlage eben dieser Aufsicht – soll die Stabilität des Finanzsystems unterstützen und das Übergreifen eines finanziellen Zusammenbruchs von einzelnen, systemrelevanten Finanzintermediären und -instituten auf den gesamten Finanzsektor verhindern. Bislang herrscht jedoch kein Konsens über die Eignung der einzelnen Systemrisikomaße für eine erfolgreiche Überwachung potenzieller Schwachstellen des Finanzsystems und hinsichtlich der Auslegung ihrer Indikatoren. Die Forschungsfrage, die in dieser wissenschaftlichen Arbeit beantwortet werden soll, ist, inwiefern sich die bekanntesten Systemrisikomaße eignen, potenzielle Risiken des Finanzsektors zu erkennen und zielgerichtet zu messen.

Die Festlegung auf ein bestimmtes Systemrisikomaß ist bisher nicht möglich. Die erfolgreiche Überwachung und Identifikation von Systemrisiken kann helfen, das Übergreifen einer Finanzmarktkrise auf die Realwirtschaft von vornherein zu verhindern. Die mit einer Finanzkrise einhergehende Verschuldung des Staates zum Zwecke der Rettung von Banken und zu Markteingriffen, führte im Jahr 2009 dazu, dass das BIP entwickelter Volkswirtschaften um -3,2% sank und große Output-Verluste auftraten.

Zunächst werden die Faktoren der Systemrelevanz näher betrachtet, um einen Ausblick auf den Erfassungsbereich einer makroprudenziellen Überwachung zu geben. Im Anschluss daran, werden die Risikomaße und den auf diesen aufbauenden, spezifischen Systemrisikomaße konzeptionell dargestellt und kritisch beurteilt. Dabei werden die Vor- und Nachteile aufgezeigt, die mit den einzelnen Maßen verbunden sind, sowie deren unterschiedlichen Herangehensweisen bei der Berechnung der Systemrisiken. Anschließend werden alternative Beurteilungsmöglichkeiten von Systemrelevanz dargestellt, die bei der Regulierung des Finanzmarktes berücksichtigt werden sollten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Regulierung systemischer Risiken

2.1 Makroprudenzielle Aufsicht

2.2 Systemische Risikotreiber

3 Konzeption und kritische Beurteilung von Systemrisikomaßen

3.1 Grundlegende Risikomaße

3.2 Maße zur Messung von Systemrisiken

3.2.1 CoVaR und ΔCoVaR

3.2.2 MES und SES

3.2.3 SRISK

3.2.4 Shapley Value

3.2.5 Marktbasierte vs. indikatorbasierte Messung

4 Alternative Beurteilung von Systemrelevanz

4.1 too-interconnected-to-fail

4.2 too-many-to-fail

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung bekannter Systemrisikomaße zur Identifikation und Quantifizierung potenzieller Risiken im Finanzsektor. Dabei wird analysiert, wie diese Maße zur Stabilität des Finanzsystems beitragen können und wo ihre konzeptionellen sowie praktischen Grenzen liegen.

  • Identifikation und Messung systemischer Risiken durch makroprudenzielle Aufsicht
  • Analyse systemischer Risikotreiber wie Größe, Verflechtung und Leverage
  • Vergleichende Darstellung und kritische Würdigung gängiger Systemrisikomaße (CoVaR, MES, SRISK, Shapley Value)
  • Abgrenzung marktbasierter Ansätze gegenüber indikatorbasierten Methoden
  • Evaluation alternativer Konzepte wie too-interconnected-to-fail und too-many-to-fail

Auszug aus dem Buch

3.2.3 SRISK

Das Systemrisikomaß SRISK stellt eine Erweiterung des MES dar und wurde von Acharya et al. (2012) konzipiert. Der SRISK bezieht neben den Marktpreisen auch Bilanzdaten der Unternehmen mit ein. Definitorisch ist der SRISK die Summe an Kapital, die ein Institut i aufbringen muss, um im Falle einer Krise die eigene Insolvenz abwenden zu können. Ähnlich dem SES, misst der SRISK also die Kapitalunterdeckung (Capital Shortfall) eines Instituts i im Falle einer Krise. Der SES bedient sich jedoch laut Brownlees und Engle (2015) lediglich struktureller Annahmen, die sich anhand einer bereits stattgefundenen Krise orientieren und damit keine zuverlässige Prognosefähigkeit aufweisen. Im Vergleich dazu soll der SRISK den Expected Capital Shortfall mithilfe von Marktdaten und Bilanzdaten (z.B. Leverage, Verbindlichkeiten) prognostisch simulieren.

Beim SRISK werden zunächst die Verluste ermittelt, die den Eigenkapitalgebern (Aktionären) im Falle einer Krise entstehen würden. Dies geschieht mithilfe einer Simulation über einen Zeitraum von sechs Monaten, in denen Volatilitäten und Korrelationen schwanken können. Wenn nun der breit gefasste Marktindex um mind. 40 % fällt, impliziert dies in der Simulation eine Krise. Die erwarteten Verluste des Eigenkapitalwerts bei Institut i in diesen Krisenszenarios werden als LRMES definiert (Long Run Marginal Expected Shortfall). Der SRISK lässt sich nun folgendermaßen ermitteln: SRISKi = k FKi – (1 – k)(1 – LRMESi) EKi.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gestiegenen Bedarf an makroprudenzieller Aufsicht seit der Finanzkrise 2007 und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Eignung von Systemrisikomaßen.

2 Regulierung systemischer Risiken: Dieses Kapitel erläutert die Ziele der makroprudenziellen Aufsicht sowie zentrale Risikotreiber wie die Größe, Verflechtung und das prozyklische Kreditvergabeverhalten von Finanzinstituten.

3 Konzeption und kritische Beurteilung von Systemrisikomaßen: Das Hauptkapitel stellt grundlegende Risikomaße sowie spezifische Verfahren wie CoVaR, MES, SRISK und Shapley Value detailliert dar und analysiert kritisch die Vor- und Nachteile sowie die marktbasierte Messmethodik.

4 Alternative Beurteilung von Systemrelevanz: Hier werden ergänzende Ansätze zur Systemrelevanz diskutiert, insbesondere die Risiken durch gegenseitige Verflechtungen (too-interconnected-to-fail) sowie das kollektive Scheitern kleinerer Institute (too-many-to-fail).

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, für eine effiziente Regulierung eine Vielzahl von Faktoren und Datenquellen ganzheitlich zu kombinieren.

Schlüsselwörter

Systemrisiko, Finanzmarktregulierung, Systemrelevanz, Makroprudenzielle Aufsicht, CoVaR, MES, SRISK, Shapley Value, too-big-to-fail, Kapitalunterdeckung, Finanzstabilität, Leverage, Interbankenmarkt, SIFI, Assetpreise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Identifikation und Messung von systemischen Risiken im Finanzsektor und bewertet kritisch verschiedene quantitative Messverfahren zur Bestimmung der Systemrelevanz von Banken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf den Treibern systemischer Risiken, den mathematischen Konzepten zur Risikomessung sowie der kritischen Diskussion zwischen marktbasierten und indikatorbasierten Ansätzen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwiefern die aktuell bekanntesten Systemrisikomaße geeignet sind, potenzielle Schwachstellen des Finanzsektors zu erkennen und zielgerichtet zu quantifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine konzeptionelle Analyse und kritische Beurteilung basierend auf finanzwirtschaftlicher Fachliteratur sowie die Vorstellung formaler Modelle zur Berechnung des Beitrags einzelner Institute zum Gesamtrisiko.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Definition grundlegender Risikomaße, der detaillierten Vorstellung spezifischer Instrumente wie CoVaR, MES, SRISK und Shapley Value sowie einer Gegenüberstellung von markt- und indikatorbasierten Regulierungsansätzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Systemrisiko, SIFI, makroprudenzielle Aufsicht, Kapitalunterdeckung und die verschiedenen spezifischen Messmaße wie CoVaR oder SRISK.

Wie unterscheidet sich der SRISK vom MES?

Der SRISK erweitert das MES-Konzept, indem er neben Marktdaten auch wichtige Bilanzdaten der Unternehmen, wie Verschuldungsgrad und Verbindlichkeiten, in die Berechnung der Kapitalunterdeckung einbezieht.

Was besagt das "too-many-to-fail"-Konzept?

Dieses Konzept beschreibt, dass sich auch kleine, einzeln nicht systemrelevante Banken zu einem Kollektiv zusammenschließen können, welches durch seine Größe und gemeinsame Risikofaktoren systemrelevante Ausmaße annimmt.

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Details

Title
Die Messung von Systemrisiken im Finanzsystem. Theorie und Empirie
College
University of Leipzig  (Institut für Handel und Banken)
Grade
1,3
Author
Firas Abusukhun (Author)
Publication Year
2016
Pages
35
Catalog Number
V315432
ISBN (eBook)
9783668164444
ISBN (Book)
9783668164451
Language
German
Tags
messung systemrisiken finanzsystem theorie empirie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Firas Abusukhun (Author), 2016, Die Messung von Systemrisiken im Finanzsystem. Theorie und Empirie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315432
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