Die Fitness- und Gesundheitsbranche sieht sich vermehrt Kunden gegenüber, die unter gesundheitlichen Einschränkungen leiden. Ein Grund für dieses Phänomen ist der stetige Anstieg der chronisch-degenerativen Erkrankungen in Deutschland und anderen westlichen Industrienationen, die unter anderem auf einen akuten Bewegungsmangel und Übergewicht zurückzuführen sind.
Laut der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation zeigen die Ausgaben für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und zur Teilhabe am Arbeitsleben eine stetig steigende Tendenz. So wurden im Jahr 2011 für diesen Sektor durch die Sozialleistungsträger 29,6 Mrd. € - und somit knapp 800 Mio. € mehr als 2010 - ausgegeben. Es ergibt sich für das Jahr 2011 eine Steigerung der Ausgaben von rund 2,8% (Bundearbeitsgemeinschaft für Rehabilitation, 2013).
Deswegen ist es als Trainer von großer Bedeutung sich ein breites Spektrum an Wissen im Bereich des rehabilitativen Trainings anzueignen, um für jeden Kunden ein individuelles und effektives rehabilitatives Krafttrainingsprogramm erstellen zu können.
Die Planung und Durchführung des jeweiligen Programmes sollte nach Abschluss der medizinischen Heilbehandlung optimaler Weise in Absprache bzw. Zusammenarbeit mit dem behandelnden Orthopäden oder Physiotherapeuten des Kunden erfolgen.
Im Folgenden wird das rehabilitative Krafttraining nach einer Ruptur des vorderen Kreuzbandes behandelt, da diese zu den häufigsten Sportverletzungen gehört. In Deutschland wird jährlich mit ungefähr 35 000 vorderen Kreuzbandläsionen gerechnet – Das bedeutet eine jährliche Inzidenz von 45:100 000 Einwohner (Diemer, F. & Sutor, V., 2007, S. 267).
Inhaltsverzeichnis
1 DIAGNOSE / ANAMNESE
1.1 Allgemeine und biometrische Personendaten inklusive Bewertung
1.2 Spezifische Anamnesedaten
1.3 Funktionsdiagnostik
1.4 Bewertung der Diagnosedaten
2 ZIELSETZUNG / PROGNOSE
3 TRAININGSPLANUNG MAKROZYKLUS
3.1 Begründung Makrozyklusplanung
4 TRAININGSPLANUNG MESOZYKLUS
4.1 Begründung Mesozyklusplanung
5 LITERATURRECHERCHE
5.1 „Wirkung eines Trainings im offenen und geschlossenen kinetischen Systems nach vorderer Kreuzbandplastik“ von Nitzsche, N. & Schulz, H.
5.2 „Wirksamkeit des Steppertrainings als muskuläres Aufbautraining im geschlossenen System nach operativ versorgter vorderer Kreuzbandruptur“ von Hehl, G., Müller, E., M., Bair, K., Pokar, S. & Beck, A.
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines individuellen und effektiven rehabilitativen Krafttrainingsprogramms für eine Testperson nach einer operativ versorgten vorderen Kreuzbandruptur, um die muskuläre Stabilität und den sportlichen Leistungsstand wiederherzustellen.
- Diagnostik und Anamneseerhebung bei Knieverletzungen
- Strukturierung eines rehabilitativen Makro- und Mesozyklus-Trainingsplans
- Anwendung der ILB-Methode für progressives Krafttraining
- Vergleich wissenschaftlicher Studien zur Trainingseffektivität (offene vs. geschlossene kinetische Kette)
- Wundheilungsphasen und deren Berücksichtigung im Belastungsaufbau
Auszug aus dem Buch
1 Diagnose / Anamnese
In der Fitness- und Gesundheitsbranche kommt es vermehrt zu der Konfrontation mit Kunden, die unter gesundheitlichen Einschränkungen leiden. Ein Grund für dieses Phänomen ist der stetige Anstieg der chronisch-degenerativen Erkrankungen in Deutschland und anderen westlichen Industrienationen, die unter anderem auf einen akuten Bewegungsmangel und Übergewicht zurückzuführen sind (Schmidt, M., 2005, S.119).
Laut der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation zeigen die Ausgaben für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und zur Teilhabe am Arbeitsleben eine stetig steigende Tendenz. So wurden im Jahr 2011 für diesen Sektor durch die Sozialleistungsträger 29,6 Mrd. € - und somit knapp 800 Mio. € mehr als 2010 - ausgegeben. Somit ergibt sich für das Jahr 2011 eine Steigerung der Ausgaben von 2,8% (Bundearbeitsgemeinschaft für Rehabilitation, 2013).
Deswegen ist es als Trainer von großer Bedeutung sich ein breites Spektrum an Wissen im Bereich des rehabilitativen Trainings anzueignen, um für jeden Kunden ein individuelles und effektives rehabilitatives Krafttrainingsprogramm erstellen zu können. Die Planung und Durchführung des jeweiligen Programmes sollte nach Abschluss der medizinischen Heilbehandlung optimaler Weise in Absprache bzw. Zusammenarbeit mit dem behandelnden Orthopäden oder Physiotherapeuten des Kunden erfolgen.
Im Folgenden wird das rehabilitative Krafttraining nach einer Ruptur des vorderen Kreuzbandes behandelt, da diese zu den häufigsten Sportverletzungen gehört. In Deutschland wird jährlich mit ungefähr 35 000 vorderen Kreuzbandläsionen gerechnet – Das bedeutet eine jährliche Inzidenz von 45:100 000 Einwohner (Diemer, F. & Sutor, V., 2007, S. 267).
Zusammenfassung der Kapitel
1 DIAGNOSE / ANAMNESE: Erhebung der biometrischen Daten, spezifischen Anamnese und Durchführung einer Funktionsdiagnostik mittels Neutral-Null-Methode zur Bestimmung des Ausgangszustandes der Probandin.
2 ZIELSETZUNG / PROGNOSE: Definition von realistischen Haupt- und Teilzielen zur physischen Rehabilitation und Wiederherstellung der muskulären Leistungsfähigkeit.
3 TRAININGSPLANUNG MAKROZYKLUS: Langfristige Trainingsstruktur nach dem ILB-Modell, unterteilt in Phasen zur Kraftausdauer, Hypertrophie und Maximalkraft.
4 TRAININGSPLANUNG MESOZYKLUS: Konkrete Ausgestaltung eines Mesozyklus-Plans mit Übungsauswahl, Intensitätsvorgaben und Begründung der biomechanischen Wirksamkeit der gewählten Übungen.
5 LITERATURRECHERCHE: Wissenschaftliche Einordnung durch Analyse von zwei Studien zur Wirksamkeit verschiedener Trainingssysteme bei der Rehabilitation nach Kreuzbandplastik.
Schlüsselwörter
Vordere Kreuzbandruptur, Rehabilitation, Krafttraining, Makrozyklus, Mesozyklus, ILB-Methode, Funktionsdiagnostik, Hypertrophie, Kniegelenksstabilität, Sporttraumatologie, Biometrische Daten, Kinetische Kette, Neutral-Null-Methode, Trainingsplanung, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Erstellung eines rehabilitativen Krafttrainingsplans für eine Testperson nach einer vorderen Kreuzbandruptur.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die diagnostische Erfassung des Gesundheitszustands, die zielorientierte Trainingssteuerung sowie die wissenschaftliche Fundierung durch Literaturrecherche.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist der Ausgleich des Kraftdefizits der Beinextensoren und die Wiederherstellung der vollen Leistungsfähigkeit des operierten Beines.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Zur Trainingsplanung wird das ILB-Modell (Intensitäts-Leistungs-Bestimmung) eingesetzt, basierend auf dem Fünf-Phasenmodell für muskuläres Aufbautraining.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Ist-Analyse (Diagnose), die Zielsetzung, die langfristige und mittelfristige Trainingsplanung sowie die Recherche relevanter Studien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kniegelenksstabilität, Rehabilitation, Trainingsplanung, ILB-Methode und Kreuzbandplastik charakterisiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen offenem und geschlossenem kinetischen System wichtig?
Sie ist entscheidend für die Sicherheit und Effektivität der Übungen, da bestimmte Übungen (wie der Beinstrecker im offenen System) die operierte Struktur mechanisch stärker belasten können.
Welche Rolle spielt die Neutral-Null-Methode?
Sie dient als standardisiertes Verfahren zur objektiven Messung und Dokumentation des Bewegungsumfangs (Range of Motion) der betroffenen Gelenke.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2014, Rehabilitatives Krafttraining für eine Person mit spezifisch orthopädischem Beschwerdebild, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315599