Das Ziel der vorliegenden Master Thesis ist es, unterschiedliche Nutzungsvarianten von Büros zu betrachten und diese in Bezug auf mögliche Umsetzungserfolge hin zu analysieren. Der Autor wird dabei auf ausgewählte Beispiele der Privatwirtschaft eingehen und eine Anwendbarkeit kritisch hinterfragen. Facility Manager haben dieses Potential bereits erkannt und in Abstimmung mit der Unternehmensführung Flächennutzungskonzepte eingeführt, mit der Möglichkeit, nicht nur die Kosten zu reduzieren, sondern auch die Produktivität von Mitarbeitern zu steigern.
Im Jahr 2014 gab es 13,7 Millionen Büroangestellte in Deutschland. Dies macht einen Anteil von 32,8% an Gesamterwerbstätigen aus. Mit einer Bruttogrundfläche (BGF) von insgesamt 407 Mio. qm, einem Neubauvolumen von 1,8 Mio. qm pro Jahr und einer durchschnittlichen BGF pro Beschäftigten von 29,9 qm, zählt das Gewerbe mit Büroimmobilien zu den lukrativsten Bereichen der Immobilien und Real Estate Branche in Deutschland. Büroneben- und Unterhaltungskosten sind somit neben den Personalkosten bei vielen Unternehmen die Hauptausgabepositionen des Wirtschaftsplans. Konzernspitzen, Facility oder Objektmanager, sind daher ständig bestrebt nach neuen Lösungsansätzen zu suchen, diese Kosten zu reduzieren und ggf. anfallende Leerlaufzeiten zu kompensieren. Dies hat zur Folge dass viele Unternehmen bereits in der Vergangenheit dazu übergegangen sind, Einzelbüros mit einer Maximalbelegung von 2-3 Mitarbeitern aufzulösen und entsprechende Großraumbüros einzuführen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Zielstellung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Facility Management
2.2 Gebäudemanagement
2.3 Flächennutzungskonzeption
2.4 Arbeitsrechtliche Schwerpunkte
3 Flächennutzungskonzepte im Vergleich
3.1 Historische Entwicklung
3.2 Standardisierte Flächenkonzepte
3.2.1 Einzelbüros
3.2.2 Mehrpersonenbüros
3.2.3 Gruppenbüros
3.2.4 Großraumbüros
3.2.5 Desk-Sharing
3.2.6 Home-Office / Telearbeit
3.3 Aktuelle Trends von Flächenkonzepten
3.3.1 Open Space Offices
3.3.2 Projektarbeitsplätze
3.3.3 Kreativplätze
3.3.4 Pausenräume oder Café Lounges
3.3.5 Entspannungsräume
3.3.6 Game Room
3.4 Bewertung der aufgeführten Flächennutzungskonzepte
4 New Work Order – Zukunft der Büroarbeit
4.1 Ursprünge des Konzeptes „New Work“
4.2 Was ist die New Work Order?
4.3 Der „neue“ Arbeitsort Büro
5 Analyse der Flächennutzungspotentiale am Beispiel
5.1 Die Landeshauptstadt Erfurt – Stadtverwaltung
5.2 Ausgangssituation
5.3 Analyse der Potentiale am ausgewählten Nutzungsobjekt
5.4 Auswertung der Mitarbeiterbefragung
5.5 Ergebnisbewertung
6 Schlussfolgerungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Zukunftsfähigkeit von Großraumbüros und alternativen Flächennutzungskonzepten in der öffentlichen Verwaltung. Ziel ist es, unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit, rechtlichen Rahmenbedingungen und Mitarbeiterakzeptanz ein optimiertes Nutzungskonzept für die Stadtverwaltung Erfurt zu entwickeln.
- Analyse und Vergleich verschiedener Bürokonzepte (Einzelbüro bis Open Space)
- Bewertung des "New Work"-Ansatzes für die öffentliche Verwaltung
- Durchführung einer Mitarbeiterbefragung zur Akzeptanz neuer Arbeitsformen
- Kosten-Nutzen-Analyse von Flächenoptimierungen im kommunalen Kontext
- Entwicklung von Gestaltungsvorschlägen für Verwaltungsobjekte
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Einzelbüros
Der Begriff des Einzelbüros ist selbsterklärend. Jeder Mitarbeiter arbeitet allein für sich, abgeschottet von jeglichen Störfaktoren, die sich ggf. außerhalb seines Bürobereichs abspielen. Die Vor- und Nachteile des Einzelbüros sind folglich dargestellt:
Vorteile:
• konzentriertes, störungsfreies Arbeiten
• individuelle Arbeitsplatzgestaltung wird ermöglicht
• vertrauliche Gespräche möglich
• Bürgerkontakte ohne Störfaktoren möglich
• dem Mitarbeiter wird die Möglichkeit eröffnet, individuelle Einstellungen am Raumklima, der Beleuchtung oder des Sonnenschutzes vorzunehmen
Nachteile:
• sehr hoher Flächenaufwand (Flure und daran angrenzende Räume)
• Fehlende Flexibilität bei neuen Raumanforderungen (feste Wände können nicht schnell an neue organisatorische Anforderungen angepasst werden)
• Kontakthäufigkeit zu Kollegen sinkt und somit könnte die Aufgabenerfüllung, durch fehlende Kommunikation erschwert werden
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Zielstellung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz der Flächennutzung in der deutschen Bürowirtschaft und definiert das Ziel der Arbeit, Nutzungsvarianten im öffentlichen Dienst kritisch zu analysieren.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden Definitionen zu Facility Management, Gebäudemanagement und Flächennutzungskonzeption dargelegt sowie die für das Praxisbeispiel relevanten arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen erörtert.
3 Flächennutzungskonzepte im Vergleich: Dieses Kapitel vergleicht historische und moderne Flächenkonzepte von Einzelbüros bis hin zu Open Space Offices und beleuchtet aktuelle Trends wie Game Rooms und Pausenlounges.
4 New Work Order – Zukunft der Büroarbeit: Der Autor erläutert hier die Ursprünge und Hintergründe des New Work-Konzepts und dessen Auswirkungen auf die Gestaltung moderner, effizienter Arbeitsumgebungen.
5 Analyse der Flächennutzungspotentiale am Beispiel: Dieses Kapitel präsentiert die Analyse der Landeshauptstadt Erfurt inklusive der Auswertung einer umfangreichen Mitarbeiterbefragung und konkreter Planungsvarianten für ein Objekt.
6 Schlussfolgerungen: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass eine flexible, kommunikationsfördernde Arbeitsumgebung essenziell ist und individuelle Anforderungen bei der Gestaltung stets berücksichtigt werden müssen.
Schlüsselwörter
Facility Management, Gebäudemanagement, Flächennutzung, New Work, Großraumbüro, Büroarbeitsplatz, Stadtverwaltung Erfurt, Mitarbeiterbefragung, Ergonomie, Telearbeit, Kosten-Nutzen-Analyse, Raumkonzepte, Arbeitsschutzgesetz, Arbeitsstättenverordnung, Büroimmobilien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterthesis?
Die Arbeit untersucht, wie moderne Flächennutzungskonzepte in der öffentlichen Verwaltung (am Beispiel Erfurt) zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung beitragen können.
Welche Konzepte werden betrachtet?
Untersucht werden verschiedene Raumkonzepte, von klassischen Einzel- und Gruppenbüros bis hin zu modernen Ansätzen wie Open Space und New Work.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung einer Entscheidungsgrundlage für die Umgestaltung bestehender Verwaltungsobjekte unter Berücksichtigung von Mitarbeiterakzeptanz und Wirtschaftlichkeit.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt Literaturanalysen, Daten der Immobilienverwaltung (CAFM) sowie eine quantitative Mitarbeiterbefragung zur Ermittlung von Bedarfen und Akzeptanzwerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, den Vergleich von Bürokonzepten, die Definition des New Work-Ansatzes sowie die detaillierte Analyse der Stadtverwaltung Erfurt.
Welche Faktoren sind für neue Konzepte entscheidend?
Neben technischen Voraussetzungen sind vor allem die Einbindung der Mitarbeiter, ergonomische Standards, Datenschutzanforderungen und eine offene Kommunikation für den Erfolg maßgeblich.
Warum spielt der Datenschutz bei der Flächennutzung eine Rolle?
In der öffentlichen Verwaltung müssen vertrauliche Bürgergespräche und sensible Daten geschützt werden, was die Umsetzung von offenen Bürokonzepten (wie Großraumbüros) in bestimmten Ämtern erschwert.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse der Mitarbeiterbefragung?
Die Mehrheit der Befragten lehnt reine Großraumbüros ab und bevorzugt eine Mischung aus Einzelarbeitsplätzen und gut ausgestatteten Pausen- oder Beratungsbereichen.
- Citation du texte
- Arne Ott (Auteur), 2015, Neue Standards für Flächennutzungskonzepte. Beurteilung der Zukunftsfähigkeit von Großraumbüros in der Landeshauptstadt Erfurt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315612