Sind es spezifische Probleme, die den Bildungsgang von Kindern mit Migrationshintergrund beeinträchtigen? Werden Migranten benachteiligt oder geschieht dies unbewusst? Die vorliegende Hausarbeit soll sich vor allem auf Migrantenkinder in Grundschulen beschränken, hierbei soll insbesondere auf die Frage eingegangen werden, ob Kinder mit Migrationshintergrund bildungsbenachteiligt sind und unter welchen Bedingungen sich solche Benachteiligungen zeigen bzw. ob sie überhaupt erkennbar sind.
Nicht zuletzt durch die Ergebnisse Internationaler Vergleichsstudien wie IGLU (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) und PISA (Programme for International Student Assessment) wurde in Deutschland eine öffentliche Diskussion zur Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ausgelöst.
Um einen kurzen Einblick zu bekommen von welchen Personen die Rede ist, wenn von Menschen mit Migrationshintergrund gesprochen wird, wird zunächst zur Einführung auf die meist vertretenen Formen von Migration in Deutschland eingegangen, auf die Arbeitsmigranten, die Flüchtlinge und die Aussiedlermigranten.
Das darauffolgende Kapitel befasst sich mit der Bildungsbeteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund. Zu Beginn wird auf die Signifikanz von vorschulischen Einrichtungen eingegangen und in diesem Hinblick auf die Bedeutung solcher Einrichtungen für Kinder mit Migrationshintergrund.
Darauffolgend wird auf den Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und Bildungsbeteiligung eingegangen und welche Folgen hierbei für Kinder mit Migrationshintergrund entstehen können. Ein weiterer Aspekt, auf den kurz eingegangen wird, ist die Elternbeteiligung und welchen Einfluss diese auf die Bildungsbeteiligung in der Grundschule nimmt.
Darauffolgend soll in Betracht gezogen werden, dass Benachteiligungen auch von Seiten der Schule zustande kommen können.
Im Zuge des vierten Kapitels soll dann auf internationale Leistungsuntersuchungen eingegangen werden. Hierbei wird insbesondere auf IGLU 2011 sowie TIMSS 2011 eingegangen, dies sind beides Leistungsuntersuchungen, die in Grundschulen durchgeführt wurden.
Im fünften und somit letzten Kapitel wird noch einmal auf die Ergebnisse der vorgegangenen Kapitel sowie auf Maßnahmen zur Vermeidung von Bildungsbenachteiligung eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Formen der Migration in Deutschland
2.1 Arbeitsmigranten
2.2 Aussiedlermigranten
2.3 Asyl und Flüchtlingsmigranten
3. Bildungsbeteiligung von Grundschülern mit Migrationshintergrund
3.1 Zur Signifikanz einer vorschulischen Einrichtung
3.2 Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsbeteiligung
3.3 Bessere Bildungschancen durch Elternarbeit
3.4 Migrantenkinder und ihre Position in der Institution Schule
4. Leistungskompetenzen von Grundschülern im Blick internationaler Studien
4.1 Die Internationale Grundschul- Lese- Untersuchung (IGLU)
4.1.1 Leistungstests
4.1.2 Kontextfragebögen
4.1.3 Kompetenzstufen
4.1.4 Ergebnisse der Iglu 2011
4.2 Trends in International Mathematics and Science Study (TIMSS)
4.2.1 Ergebnisse der Trends in International Mathematics and Science Study 2011
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund an deutschen Grundschulen und analysiert, inwieweit soziale Herkunft, sprachliche Barrieren und institutionelle Rahmenbedingungen den Bildungserfolg beeinflussen.
- Formen der Migration und ihre Bedeutung für die Integration
- Einfluss vorschulischer Einrichtungen auf die Schullaufbahn
- Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsbeteiligung
- Analyse internationaler Leistungsstudien (IGLU & TIMSS) im Kontext von Migration
- Rolle der Elternarbeit bei der Förderung von Bildungschancen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Nicht zuletzt durch die Ergebnisse Internationaler Vergleichsstudien wie IGLU (Internationale Grundschul- Lese- Untersuchung) und PISA (Programme for International Student Assessment) wurde in Deutschland eine öffentliche Diskussion zur Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ausgelöst. Sowohl der Bildungsbeteiligung als auch dem geringeren Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund wird seither verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt. Sind es spezifische Probleme, die den Bildungsgang von Kindern mit Migrationshintergrund beeinträchtigen? Dem Bildungswesen kommt eine bedeutende Rolle zu, denn spätere Ausbildungs- und Berufschancen hängen in Deutschland vor allem von der schulischen Bildungskarriere ab, somit geht es bei dem Besuch der Schule auch um die soziale Integration von Personen.
Da Menschen mit Migrationshintergrund mittlerweile ein fester Bestandteil der Bevölkerung in Deutschland sind und Deutschland ein offizielles Einwanderungsland geworden ist, stellt sich die Frage, warum sie nach wie vor im Durchschnitt schlechtere Bildungsabschlüsse erzielen. Werden Migranten benachteiligt oder geschieht dies unbewusst? Dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zu Folge dürfte solch eine Frage nicht einmal im Raum stehen. Hier heißt es in Art. 3 Abs. 3 GG: „Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen und politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden“ [Hervorh. d. Verf.]. Ausgehend von unsere Verfassung sollte man meinen, dass die Debatte, dass Menschen mit Migrationshintergrund offensichtlich in Deutschland benachteiligt werden gar nicht im Raum stehen dürfe und doch tut sie genau dies.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Debatte zur Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2. Formen der Migration in Deutschland: Dieses Kapitel definiert verschiedene Migrationsgruppen wie Arbeitsmigranten, Aussiedler und Flüchtlinge, um ein grundlegendes Verständnis der heterogenen Bevölkerungsstruktur zu schaffen.
3. Bildungsbeteiligung von Grundschülern mit Migrationshintergrund: Hier werden zentrale Einflussfaktoren wie vorschulische Betreuung, soziale Herkunft und Elternbeteiligung im Kontext der schulischen Benachteiligung diskutiert.
4. Leistungskompetenzen von Grundschülern im Blick internationaler Studien: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Ergebnisse der Studien IGLU und TIMSS hinsichtlich der Lesekompetenz sowie der mathematischen und naturwissenschaftlichen Leistungen von Kindern mit Migrationshintergrund.
5. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die Bedeutung frühkindlicher Förderung und institutioneller Anpassungen zur Minderung von Bildungsbenachteiligung hervor.
Schlüsselwörter
Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Grundschule, IGLU, TIMSS, soziale Herkunft, Sprachförderung, Chancengleichheit, Integration, Schullaufbahn, vorschulische Einrichtung, Bildungsbeteiligung, Migrantenkinder.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Grundschulsystem.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Auswirkungen von Migration, der Einfluss vorschulischer Bildung, soziale Herkunftseffekte und die Ergebnisse internationaler Vergleichsstudien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ermitteln, ob und unter welchen Bedingungen Migrantenkinder im Bildungssystem benachteiligt werden und welche Faktoren diesen Prozess beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und wertet Daten aus internationalen Schulleistungsstudien wie IGLU und TIMSS aus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Migration, eine Analyse bildungsrelevanter Faktoren (Vorschule, soziale Herkunft, Elternarbeit) und eine tiefgehende Auswertung aktueller Leistungsdaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Sprachförderung und Chancengleichheit.
Warum spielt der Kindergartenbesuch eine so wichtige Rolle?
Studien belegen, dass die Dauer und Qualität der vorschulischen Betreuung maßgeblich die deutsche Sprachkompetenz und den späteren Schulerfolg von Migrantenkindern beeinflussen.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Lehrkräfte bei der Notenvergabe?
Die Arbeit diskutiert den Spielraum von Lehrkräften bei Bildungsempfehlungen und weist darauf hin, dass soziale Herkunft und Sprachdefizite indirekt in diese Einschätzungen einfließen können.
- Citar trabajo
- Ronja Wagner (Autor), 2014, Werden Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem benachteiligt? Die Situation in deutschen Grundschulen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315673