Lebenswerte Arbeit. Konvergenz der Lebensführung


Bachelorarbeit, 2013

31 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung in die Thematik

II. Lebenswert
II.1 Lebenswerte des Griechischen
II.1.1 Das Leben
II.1.2 Erfahrung
II.2 Der Mensch als Maß aller Dinge

III. Die Arbeit
III.1 Definition von Arbeit
III.2 Die Entwicklung der Wahrnehmung von Arbeit
III.2.1 Frühkapitalismus
III.2.2 Marxismus
III.2.3 Soziale Marktwirtschaft

IV. Lebenswerte Arbeit
IV.1 Lebenswert und Arbeit als Konvergenz der Lebensführung
IV.2 Instrumente zum Erreichen einer Konvergenzstellung von Arbeit
IV.2.1betriebliches Gesundheitsmanagement
IV.2.2 Anreize
IV.2.3 Work-Life-Balance

Literaturverzeichnis

I. Einleitung in die Thematik

In dieser Arbeit geht es um den Versuch eines Herstellens einer Beziehung zwischen dem Lebenswert und der Arbeit. Doch was genau ist der Lebenswert beziehungsweise ein Lebenswert? Ich möge annehmen, dass der Lebenswert etwas Subjektives darstellt, welchen jedes Individuum abhängig von seiner Lebensphasenorientierung anders wahrnimmt. Das Hamburger Abendblatt befragte dazu mehrere Menschen zum Thema: Was braucht man wirklich zum Leben. Aus dieser Aufgabenstellung und deren Antworten lässt sich die Subjektivität des Lebenswerts ableiten.

Eine Umweltwissenschaftlerin antwortet darauf, dass Freunde, Liebe und Zuversicht in die Zukunft das wichtigste sei. Ein Unternehmer sagt, dass Gesundheit und die Familie und nicht die Luxusgüter das wichtigste seien. Ein Rechtsanwalt macht auf die Wichtigkeit der Zufriedenheit im Berufsleben aufmerksam, welches zudem zur eigenen Gesundheit beitrage.[1]

Warum sind diese einzelnen Aussagen wichtig? Und warum sollte sich das Personalmanagement mit dieser Thematik befassen? Eines zeigen diese Aussagen klar, eine subjektive Wahrnehmung eines Lebenswerts. Vieles lässt sich in aktuellen Themen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder dem betrieblichen Gesundheitsmanagement wiederfinden. Meine These dazu ist, dass die Arbeit nicht losgelöst von einem Lebenswert ist, sondern gerade in diesem beinhaltet ist. Der Lebenswert ist etwas Übergeordnetes, welcher jegliche Werte und Lebensvorstellungen beinhaltet, dessen Gewichtung der Inhalte jedes Individuum selbst bestimmt. Die Arbeit kann je nach Ausfüllung im Leben zum Lebenswert dazugehören oder auch nicht. Trägt Arbeit zu einer Konvergenz des Lebenswerts bei, nimmt diese auch einen hohen Stellenwert im Leben des Individuums ein. Einerseits kann dies von der Seite des Individuums selbst geschehen, wenn dieses die Arbeit als Lebenserfüllung sieht, mit seiner Arbeit glücklich ist und sich damit ebenso identifizieren kann. Andererseits kann das Unternehmen selbst dazu beitragen, die Arbeit aufzuwerten und so zu einer Konvergenz in der Lebensführung beizutragen.

Dies kann durch Wertschätzung der Arbeit des Individuums geschehen, indem es bei Entscheidungsfindungen partizipieren kann und so sich mit dem Unternehmen identifiziert und somit eher willig ist etwas zu leisten, da es die Arbeit als Teil seines Lebens sieht. Wiederum ist das Herstellen geeigneter Arbeitsbedingungen sinnvoll, welche sich ebenso an die außerhalb der Arbeitswelt gelegenen Bedürfnisse anpasst und somit eine Konvergenz der einzelnen Lebensbereiche erst möglich macht.

Zunächst werde ich jedoch eine Grundbasis herstellen, um so letztendlich zu einer Art Konzept zu kommen, um die Wichtigkeit der Lebenswerten Arbeit für das Unternehmen und somit für das Personalmanagement aufzuzeigen. Beginnen werde ich mit dem Begriff des Lebenswerts und herausstellen, was bereits große Philosophen wie Seneca für Gedanken über ein Lebenswertes Leben gemacht haben. Danach werde ich die Wertstellung von Arbeit mittels einer epochalen Abfolge darstellen. Diese soll vermehrt auf die stetige Veränderung der Wahrnehmung von Arbeit durch das Individuum aufzeigen, um letztendlich auch zu einer These zu kommen, was Arbeit im Leben überhaupt ausmacht. Daraus abgeleitet verfolgt das Konzept der Work-Life-Balance eben einen solchen Zustand der Konvergenz von Arbeitswelt und Lebenswelt herstellen. Dieses Konzept werde ich dann näher erläutern beziehungsweise darstellen, warum ein solches Konzept als Instrument zur Lebenswerten Arbeit beitragen kann. Danach werde ich auf eine kleine durchgeführte Umfrage eingehen und im Schlussteil die wesentlichen Erkenntnisse zusammenfassen.

II. Lebenswert

II.1 Lebenswerte des Griechischen

II.1.1 Das Leben

In der griechischen Antike sei nach Schadewaldt das Leben selbst als ein Lebenswert zu sehen. Die Frage die sich mir jedoch stellt ist, ob das Leben über den Lebenswert steht? Aus dem Leben könnten sich eher die Lebenswerte ableiten lassen, um somit auch zu verstehen, was ein Leben erst lebenswert macht. Vor allem ist es wichtig, daraus Erkenntnisse für heute zu ziehen.

„Für eine Besinnung auf den Lebenswert des Griechischen heute dürfte es zweckmäßig sein, zunächst einmal, rein aus der Erfahrung, einige der unbezweifelbaren Lebenswerte des Griechischen (im Plural) herauszustellen.“[2]

Die griechische Lebensweise in der Antike war von einer hohen Lebendigkeit geprägt. Egal ob es in der Arbeit, im gesellschaftlichen Leben oder in der Politik war. Zudem war die griechische Gesellschaft sehr pluralistisch und lebte in einer großen Vielfalt der Individualitäten. Schadewaldt beschreibt dies mit den Worten einer „Explosion der Individualitäten“[3]. Es spricht also dafür das bereits die Griechen in ihren eigenen funktionalen Positionen ihre individuellen Bedürfnisse mit einbeziehen wussten. Eine Abgrenzung von einzelnen Bereichen, wie die Arbeit und dem Privatleben, scheint eher nicht existent gewesen zu sein. Die Vielfalt nahm daher einen hohen Stellenwert in der griechischen antiken Gesellschaft ein, in der Arbeit nicht nur als bloße Existenzsicherung angesehen wurden, sondern vielmehr als Teil der glücklichen Lebensführung.

„Genuß wie Arbeit also – doch nicht Arbeit in unserem grämlichen Leistungssinn, sondern Arbeit als tätiges Sich-Ausleben, das ist hier charakteristisch und führt mit sich den so wesentlichen durchgehenden Zug der Lebensfreude“.[4]

Somit kann sich dadurch für unsere Gesellschaft der Postmoderne ableiten, dass die Arbeit bereits bei den Griechen der Antike zur Lebenserfüllung dazu gehörte und darin auch eine Selbstverwirklichung, wenn man nach Maslow geht, bestand. Daraus lässt sich für die griechische Antike ableiten, dass die Menschen über eine hohe Lebenskraft verfügen und so etwas wie Frustration bei der Arbeit nicht kannten. Diese Lebendigkeit und Lebenskraft spiegelte sich demnach auch in der Gesundheit und Leistung der Menschen wieder. „ Die Griechen waren in ihrer unerhörten Lebendigkeit an Leib und Geist urgesund, und diese Gesundheit ist vielleicht das ureigenste Geheimnis ihrer Leistung.“[5] Die wahrgenommene Lebenserfüllung in Arbeit und Vielfalt in der daraus abgeleiteten Individualität machte die Menschen zufriedener und gesünder. Daraus resultierend ergab sich dann einer hohe individuelle Leistung oder wie wir es nennen würden eine hohe pro Kopf Produktivität. Aus der Denkensweise der gesunden Lebensführung lässt sich daraus auch eine Aufgabe des Personalmanagements ableiten, welche sich letztendlich im betrieblichen Gesundheitsmanagement wiederfindet. Dazu werde ich im späteren Verlauf dieser Arbeit noch näher eingehen. Der Ablauf des menschlichen Lebens wurde in der Antike ebenfalls betrachtet. Schadewaldt beschreibt, dass der Dichter Solon bereits einen Ablauf des menschlichen Lebens in Siebenerjahren verfolgte und somit eine Veränderung der Lebensphasenorientierung eines Individuums erkennbar gewesen zu sein schien. Daraus resultierend ist ebenso ein Bezug zur Konzeption der Work-Life-Balance erkennbar, welche ebenfalls den Menschen in verschiedenen Lebensphasen betrachtet. Auf die genaue Beschreibung dieser Konzeption wird im Verlaufe der Arbeit noch näher eingegangen. Vielmehr ist die Erkenntnis aus diesem ersten Lebenswert zu ziehen. Die Wahrnehmung dieses Lebenswertes, welche Schadewaldt weiter runterdifferenziert als Lebenskraft bezeichnet, kann ebenfalls in der heutigen Zeit noch mit verwendet werden. Im Wesentlichen ist dies, dass aus einer hohen einbezogenen Individualität, der Gesundheit und der einzelnen Lebensphasenorientierungen die Lebenskraft und somit auch die Leistungsbereitschaft für das heutige Personalmanagement abzuleiten ist.

In dem nächsten Teilkapitel wird es um den griechischen Lebenswert der Erfahrung gehen, welche ebenfalls für heutige Tätigkeitsfelder des Personalmanagements einbezogen werden können.

II.1.2 Erfahrung

„Aus ihrer Lebensfülle ist den Griechen ein zweiter umfassender Lebenswert zugewachsen: eine riesige Erfahrungsfülle, Fülle der Welt- wie Lebenserfahrung.“[6] Im Laufe eines Lebens eignet sich der Mensch gewisse Lebenserfahrungen an, sei es im Umgang mit seiner Arbeit oder in seinem privaten beziehungsweise weltlichen Umfeld. Diese Erfahrungsfülle ist für das Personalmanagement des 21. Jahrhunderts ebenfalls von Vorteil, besonders bei der Tatsache, dass die Menschen immer älter werden und der Trend eher zu wenigen Kindern zeigt. Hier kann die Thematik des demographischen Wandels aufgenommen werden. Menschen die ein höheres Alter haben, haben meist einen höheren Erfahrungsschatz als die jüngeren, sodass dieser hohe Erfahrungsschatz in das Unternehmen mit einfließen kann, um somit eine höhere Produktivität oder Expansionsbestrebungen durchzusetzen.

Die Erfahrung der Griechen zeichnete sich auch durch eine große Lebensneugier aus, was Aristoteles mit den Worten festhielt: „Alle Menschen streben von Natur aus zum Wissen.“[7] Daraus lässt sich festhalten, dass das Unternehmen durchaus davon ausgehen kann, dass der Mensch Willens ist zu lernen, seinen Erfahrungsschatz zu erweitern und somit ein produktives Mitglied der Unternehmensgemeinschaft zu werden. Fortbildungsangebote und Partizipation im Unternehmen machen den Angestellten nicht nur zufriedener, sondern durch die stetig erweiterte Erfahrungsfülle zum Produktivitätsindikator.

Aus diesem Lebenswert lassen sich also folgende Aufgabenfelder des Personalmanagement herausnehmen. Zum einen ist der demographische Wandel und der damit verbundenen Einbeziehung der Erfahrungsfülle älterer Angestellte einzubeziehen.

Zum anderen ist im Bereich der Personalentwicklung anzusetzen, um einen stetigen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Unternehmen zu generieren und eine höhere Produktivität durch zufriedene und gut ausgebildete Angestellte zu erhalten. Um eine Vereinbarkeit von Lebenswert und Arbeit zu schaffen beziehungsweise die Arbeit zur einem Lebenswert zu transformieren, ist es ebenfalls notwendig sich mit dem Humanismus auseinander zu setzen, welcher die Grundbasis bildet für ein Herstellen einer Konvergenz der Lebensführung.

II.2 Der Mensch als Maß aller Dinge

Zunächst möchte ich die Maß-Idee beziehungsweise die zentralen Aspekte dieser Idee in den Fokus rücken, da diese auf die griechischen Lebenswerte und somit auch auf mögliche Handlungs-und Interessensfelder des Personalmanagement abzuleiten sind. Der Mensch ist an sich kein gedankenloses Tier, welcher nicht eine Bemessung seiner Tätigkeiten absagen würde. Vielmehr ist der Mensch selbst begierig darauf sein Handeln einer stetigen Selbstkontrolle zu unterziehen aber auch andere zu bemessen. Dies kann in diesem Fall der Arbeitsplatz sein. Das Personalmanagement beziehungsweise das ganze Unternehmen ist darauf angewiesen, dass die Angestellten sich mit ihrer Tätigkeit identifizieren können. Wie Protagoras beschreibt ist der Mensch das Maß aller Dinge, von welchem alles was sein oder auch nicht sein soll, bestimmt wird.[8]

„In seiner messenden, abmessenden, bemessenden Tätigkeit, in seiner Maß-Gebung, in seiner Maß-Messung, in seiner Maß-Qualifizierung, in der Ausübung und in der Bewertung, in der Messung dieser Tätigkeit offenbart sich ein Hauptzug im Wesen des Menschen, in seiner Leistungsfähigkeit und in seiner Einstellung zur Welt.“[9]

Das Unternehmen beziehungsweise der Unternehmenserfolg selbst begründet sich nicht durch Zufall, sondern vielmehr um die Leistungsfähigkeit der einzelnen Angestellten, aus denen man eine Wertschöpfung erzielen kann. Der Mensch lebt nicht nur für eine bloße Existenzsicherung durch Arbeit, sondern bemisst seinen Lebenswert zwischen verschiedenen Beziehungen, „[…]nämlich die Beziehung zwischen Einkommen und Leistung, Gütern und Verwirklichungschancen, ökonomischen Reichtum und unserer Fähigkeit, so zu leben, wie wir es wollen.“[10] Daher ist der Lebenswert durch die Bemessung der einzelnen Beziehungen in allen Lebensbereichen eines jeden Individuums gekennzeichnet. Wie zu Beginn bereits festgehalten, ist die Wahrnehmung des Lebenswerts individuell, aus welchem sich mögliche Ziele des Personalmanagement ableiten lassen. Wie bereits durch Aristoteles festgestellt wurde, ist „Reichtum gewiß nicht das gesuchte oberste Gut. Er ist nur ein Nutzwert: Mittel für andere Zwecke.“[11] Aus dem Maß, welches jedes Individuum subjektiv auf bestimmte Situationen in seinen Tätigkeiten anwendet, bildet sich, wenn man nach den Vertretern des gewöhnlichen Utilitarismus geht, die Gesamtheit des Nutzens aller Zustände und das daraus resultierende Glücks- und Zufriedenheits-beziehungsweise Unzufriedenheitsempfinden.

Die drei Komponenten des Utilitarismus

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 [12]

Wie beschrieben bewertet ein Individuum sein Dasein nicht nur anhand einer Existenzsicherung durch die Arbeit, sondern bestimmt das Maß wesentlich durch die Effekte, welche eintreten, wenn das Unternehmen Entscheidungen trifft. Bei einem negativen Nutzen für das Individuum kann dies bedeuten, dass es zum Beispiel den Arbeitsplatz wechseln muss oder will, da sich der prognostizierte Nutzenabschwung nicht mehr in den Lebenswert seiner derzeitigen Lebensphasenorientierung vereinbaren lässt. Ich werde im späteren Verlauf der Arbeit auf die Instrumente eingehen, welche einen Nutzenabschwung des Individuums verhindern beziehungsweise abmildern könnte. Dies ist wichtig für das Personalmanagement und somit für das Unternehmen, um eine Fluktuation von Mitarbeitern zu verhindern. Ob Arbeit mit dem Lebenswert konvergent ist, scheint also abhängig von der individuellen Nutzenwahrnehmung, also dem Maß des Individuums, dass den Entscheidungen im Unternehmen zugeteilt wird. Doch ist zu beachten, dass eine Erfassung eines numerischen Nutzens eines jeden Individuums sehr schwer wenn nicht sogar unmöglich erscheint. Jeder Mitarbeiter hat unterschiedliche Präferenzen, welche sich dann in seinem jeweiligen Nutzen ausdrückt.

Unternehmen beschließt eine Veränderung der Organisationsstruktur:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Beispiel einer Nutzenveränderung

Durch eine Unternehmensentscheidung wird die Organisationsstruktur im Bereich der Arbeitszeit verändert. Das Individuum a (NIa) erleidet dadurch einen Nutzenrückgang, da die Veränderung einen negativen Effekt hat auf seine Lebensphasenorientierung hat und somit seine Arbeit nicht zu einer Konvergenz beitragen kann. Die Arbeitssituation, wie sie sich dem Individuum bietet, könnte zu einer Verdrängung der Arbeit aus dem Lebenswert führen und kann beim Individuum Frustration auslösen und in Fluktuation enden. Der Verwirklichungsgedanke in der Arbeit erscheint für das Individuum als trivial.

Das Individuum b (NIb) erhält einen positiven Nutzenzuwachs und schließt die Arbeit als Teil des Lebenswerts fester ein. Der Lebenswert wird durch die positive Maßzuschreibung der Arbeit konvergenter. Dies könnte zur Folge haben, dass die Verwirklichungschancen in der Arbeit für das Individuum steigen und somit eine steigende Zufriedenheit mit einhergehender Produktivitätssteigerung in Verbindung steht.

Das Individuum c (NIc) hat keine Veränderung des Nutzens einer Veränderung der Organisationsstruktur und somit hat dies weder positive noch negative Effekte auf die Konvergenz. Das Unternehmen muss nun abwägen in welcher Form diese Entscheidung umgesetzt wird und gegebenenfalls Instrumente zur Abmilderung negativer Nutzenentwicklung hinzuziehen, um so eine höchstmögliche Nutzensummierung zu erhalten.

Dies soll lediglich als ein fiktives Beispiel dienen, welche Konsequenzen auf Entscheidungen folgen können. Das Maß ist in diesem Teilkapitel wesentlich betrachtet worden. Individuen sind interessiert daran ihren Nutzen zu maximieren, was nicht immer etwas mit einem höheren Einkommen zu tun haben muss, sondern vielmehr an der Vereinbarkeit in seiner Lebensorientierung bemessen wird. Das Unternehmen könnte den Fokus auf die individuellen Interessen der Individuen ausrichten und davon profitieren, wenn diese zu einer konvergenteren Lebensführung jedes einzelnen beitragen können. Dabei sei ein Ziel die Arbeit in den Lebenswert des einzelnen zu integrieren und zu festigen.

Bevor ich mich jedoch den möglichen Instrumenten widme, welche einer Integration von Arbeit in den Lebenswert stärken könnten, werde ich zunächst die Arbeit selbst betrachten.

Interessant ist dabei die Entwicklung der Arbeit beziehungsweise der Wahrnehmung dieser, um so einen weiteren Schritt für das Verständnis zu schaffen, warum ein Interesse an einer Lebenswerten Arbeit für das Unternehmen interessant macht.

III. Die Arbeit

III.1 Definition von Arbeit

Die Arbeit selbst lässt sich nicht einfach definieren, vielmehr muss man sich der Möglichkeit bedienen, die Arbeit im Fokus der Erwerbsarbeit zu sehen. Arbeit kann nämlich ebenfalls die heimische Gartenarbeit sein oder auch die Arbeit, die man in seiner Lebenswelt nachgeht. Daher werde ich in den folgenden Definitionen die Erwerbsarbeit betrachten, da diese für das Unternehmen von großer Bedeutung ist.

1. Definition

Arbeit ist „bewusstes, zielgerichtetes Handeln des Menschen zum Zweck der Existenzsicherung wie der Befriedigung von Einzelbedürfnissen; zugleich wesentliches Moment der Daseinserfüllung.[…] Seit den 1970er-Jahren entwickelte sich die Forderung nach Humanisierung der A., d.h. einer menschengerechten Gestaltung der Arbeitsplätze mit entsprechenden Untersuchungen im Rahmen der Arbeitswissenschaft. Danach soll die Gestaltung der Produktionsmittel, -organisation und –bedingungen soweit wie möglich an den Menschen angepasst werden (Entwicklung von Schutznormen, Automatisierung gefährl. A., Verringerung des Arbeitstempos und- pensums, selbständige Bestimmung der Arbeitsverteilung, z.B. in Form gleitender Arbeitszeit, Beteiligung an der Planung, Selbstkontrolle von Arbeitsablauf und –ergebnis). Zur Verhinderung phys. und psych. Überforderung wird ein Abbau des Leistungsdrucks angestrebt. Zur Arbeitsvariation gehören Arbeitswechsel (Jobrotation), Arbeitserweiterung (Jobenlargement) und Arbeitsbereicherung (Jobenrichment).“[13]

[...]


[1] Ohne Autor, 2013, S. 6

[2] Schadewaldt, 1973, S. 65

[3] Ebd. , S. 65

[4] Ebd. , S. 66

[5] Ebd. , S. 67

[6] Ebd. , S. 67

[7] Aristoteles in Schadewaldt, 1973, S. 68

[8] Vgl. Liebert, 1946, S. 98

[9] Liebert, 1946, S. 101

[10] Sen, 2000, S. 24

[11] Ebd. , S. 25

[12] Vgl. Sen, 2000, S. 76 ff

[13] Der Brockhaus in fünfzehn Bänden, Bd. 1, 1997, Arbeit, S. 234ff.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Lebenswerte Arbeit. Konvergenz der Lebensführung
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
2,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
31
Katalognummer
V315731
ISBN (eBook)
9783668155008
ISBN (Buch)
9783668155015
Dateigröße
571 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lebenswerte, arbeit, konvergenz, lebensführung
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Norman Groth (Autor), 2013, Lebenswerte Arbeit. Konvergenz der Lebensführung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315731

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