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Die Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls im Kontext der Gesundheitsversorgung

Título: Die Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls im Kontext der Gesundheitsversorgung

Trabajo Escrito , 2009 , 28 Páginas , Calificación: 1 +

Autor:in: Jan Engelbach (Autor)

Filosofía - Filosofía del siglo XX
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Die Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls lässt sich auf verschiedene Bereiche der angewandten Ethik übertragen. In der vorliegenden Hausarbeit sollen die Erweiterungen der Rawlsschen Theorie auf das Problemfeld der gerechten Gesundheitsversorgung dargelegt werden, welches in der Gesundheitsethik thematisiert wird.

Dafür werden die theoretischen Ansätze von Norman Daniels und Wolfgang Kersting eine zentrale Rolle spielen. Um zeigen zu können, was für Anknüpfungspunkte die Theorie der Gerechtigkeit für eine Übertagung auf den Bereich der Gesundheitsethik bietet, soll sie in ihren Grundzügen erläutert werden. Zunächst muss jedoch gezeigt werden, mit welcher ethischen Herausforderung das Gesundheitswesen konfrontiert ist und wie diese zustande kommt.

In diesem Zusammenhang sollen mögliche Organisationsformen des Gesundheitswesens betrachtet werden, um der Frage nachzugehen, welchem Verteilungsmodell die Gesundheitsversorgung übertragen werden sollte.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE HERAUSFORDERUNG: EINE GERECHTE VERTEILUNG KNAPPER RESSOURCEN IM GESUNDHEITSWESEN

3. MITTELKNAPPHEIT IM GESUNDHEITSWESEN

3.1. VORAUSSETZUNG FÜR MITTELKNAPPHEIT IM GESUNDHEITSWESEN

3.2. BEISPIEL DEUTSCHLAND: DIE GESETZLICHE KRANKENVERSICHERUNG

3.2.1. Das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz und der Gesundheitsfonds

3.3. URSACHEN DER MITTELLKNAPPHEIT

3.4 .ETHISCHE UND ÖKONOMISCHE GRÜNDE FÜR DIE BEGRENZUNG DER MITTELZUWEISUNG

3.4.1. Stellenwert der Gesundheit

3.4.2. Die Systemfrage: Welchem Verteilungsmodell sollte die medizinische Versorgung übertragen werden?

3.4.3. Die Unersättlichkeit des Gesundheitswesens

4. FOLGE DER MITTELKNAPPHEIT

4.1. RATIONALISIERUNG, RATIONIERUNG UND PRIORISIERUNG

4.2. VIER-STUFEN-MODELL VON ENGELHARDT

5. EGALITÄRER LIBERALISMUS IN DER GESUNDHEITSVERSORGUNG

5.1. RAWLS´ THEORIE DER GERECHTIGKEIT

5.2. ÜBERTRAGUNG DER RAWLSSCHEN THEORIE AUF DAS GESUNDHEITSWESEN

5.3. DIE ERWEITERUNG DER THEORIE DER GERECHTIGKEIT DURCH DANIELS

5.3.1. Verantwortung für Vernünftigkeit

5.4. DAS VERTRAGSTHEORETISCHE ARGUMENT BEI KERSTING

5.4.1. Bedürfnisprinzip und Altersrationierung

6. SCHLUSS: WAS LEISTEN DIE ERWEITERUNGEN DER THEORIE DER GERECHTIGKEIT IM KONTEXT DER GESUNDHEITSVERSORGUNG?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Gerechtigkeitstheorie von John Rawls auf das Problemfeld der Gesundheitsversorgung übertragen werden kann. Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Erweiterungen von Norman Daniels und Wolfgang Kersting darzulegen, um zu klären, wie eine gerechte Verteilung knapper Ressourcen in einem Gesundheitssystem trotz ökonomischer und ethischer Herausforderungen gestaltet werden kann.

  • Grundlagen der Rawlsschen Gerechtigkeitstheorie im Kontext der Gesundheit
  • Analyse der Ursachen für Mittelknappheit im Gesundheitswesen
  • Diskussion über angemessene Organisations- und Finanzierungsmodelle
  • Bedeutung der sozialen Chancengleichheit und prozeduraler Gerechtigkeit
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Rationierung medizinischer Leistungen

Auszug aus dem Buch

3.1. Voraussetzung für Mittelknappheit im Gesundheitswesen

Mittelknappheit im Gesundheitswesen entsteht ganz allgemein gesagt, wenn die Nachfrage an Gesundheitsgütern das in einem vorgegebenen Rahmen finanzierte Angebot überschreitet (MARCKMANN 2004, 262). Gesundheitsgüter sind als Güter zu verstehen, die zur Heilung von Krankheiten bereitgestellt werden. Diese Güter müssen finanziert werden. Es werden drei verschiedene Finanzierungsmodelle unterschieden, von denen das Bismarck- bzw. Sozialversicherungsmodell und das Beveridge- bzw. Staatsmodell als Hauptformen der öffentlich finanzierten Gesundheitssysteme gelten. Beim Marktmodell hingegen zieht sich der Staat weitgehend aus dem Gesundheitssystem zurück. Die Gesundheitsleistungen werden von privaten Dienstleistern gestellt und müssen privat finanziert werden. In den meisten westlichen Demokratien wird die Gesundheitsversorgung jedoch nicht ausschließlich dem freien Markt überlassen, sondern staatlich reguliert und mit öffentlichen Mitteln finanziert. Das Bismarck-Modell findet sich neben Deutschland in fast allen mitteleuropäischen Ländern und in Japan. Grundlage dieses Modells ist ein Sozialversicherungssystem, das sich über einkommensabhängige Pflichtbeiträge von Arbeitnehmern und/oder Arbeitgebern finanziert. Die Leistungen werden meist von privaten Trägern unter staatlicher Aufsicht erbracht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Anwendung der Rawlsschen Gerechtigkeitstheorie auf das Feld der Gesundheitsethik unter Einbeziehung von Daniels und Kersting.

2. DIE HERAUSFORDERUNG: EINE GERECHTE VERTEILUNG KNAPPER RESSOURCEN IM GESUNDHEITSWESEN: Erörterung des Spannungsfeldes zwischen medizinischem Fortschritt, moralischer Zulässigkeit und der Notwendigkeit einer gerechten Mittelverteilung.

3. MITTELKNAPPHEIT IM GESUNDHEITSWESEN: Untersuchung der Ursachen finanzieller Knappheit im Gesundheitssektor unter Betrachtung verschiedener Finanzierungsmodelle und der demographischen Entwicklung.

4. FOLGE DER MITTELKNAPPHEIT: Analyse von Rationalisierungs-, Rationierungs- und Priorisierungsverfahren als notwendige Konsequenzen aus der Ressourcenknappheit.

5. EGALITÄRER LIBERALISMUS IN DER GESUNDHEITSVERSORGUNG: Untersuchung der Übertragbarkeit von Rawls' Theorie auf das Gesundheitswesen durch die Ansätze von Daniels und Kersting, insbesondere in Bezug auf Chancengleichheit und vertragstheoretische Argumente.

6. SCHLUSS: WAS LEISTEN DIE ERWEITERUNGEN DER THEORIE DER GERECHTIGKEIT IM KONTEXT DER GESUNDHEITSVERSORGUNG?: Kritische Reflektion über die Grenzen der Theorie und die Plausibilität der entwickelten Lösungsansätze für ein gerechtes Gesundheitssystem.

Schlüsselwörter

Gerechtigkeitstheorie, John Rawls, Gesundheitswesen, Mittelknappheit, Rationierung, Priorisierung, soziale Chancengleichheit, Norman Daniels, Wolfgang Kersting, Solidaritätsprinzip, Gesundheitsethik, Vertragsstheorie, demographischer Wandel, öffentliche Grundversorgung, Verteilungsgerechtigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit behandelt die Anwendung der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls auf das spezifische Problemfeld der Gesundheitsversorgung, um Kriterien für eine gerechte Ressourcenverteilung zu finden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Herausforderungen durch Mittelknappheit, die Notwendigkeit von Rationierungsentscheidungen sowie die theoretische Begründung einer gerechten Gesundheitsversorgung durch soziale Chancengleichheit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die kritische Darlegung, wie die Erweiterungen der Rawlsschen Theorie durch Denker wie Daniels und Kersting helfen können, ethisch legitime Modelle für die Gesundheitsversorgung zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Untersuchung, die das kontraktualistische Gedankenexperiment von Rawls auf konkrete Fragen der Gesundheitspolitik und Allokationsentscheidungen überträgt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursachen von Mittelknappheit, die Unterschiede zwischen verschiedenen Gesundheitssystemen (Bismarck, Beveridge, Markt) und die theoretische Herleitung von Priorisierungs- und Rationierungskriterien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Gerechtigkeitstheorie, Mittelknappheit, Rationierung, soziale Chancengleichheit und die Konzepte von Rawls, Daniels und Kersting.

Wie definiert Daniels die Relevanz von Gesundheitsversorgung für die Gerechtigkeit?

Daniels argumentiert, dass Gesundheit die Voraussetzung für einen normalen Umfang an Chancen (normal opportunity range) ist, weshalb deren Erhalt eine moralische Pflicht im Rahmen der sozialen Gerechtigkeit darstellt.

Was besagt Kerstings Vorschlag zur Altersrationierung?

Kersting diskutiert im Rahmen eines Gedankenexperiments, ob unter bestimmten demographischen Bedingungen (signifikanter Altersüberhang) eine Benachteiligung des Alters als ultima ratio bei Rationierungsentscheidungen theoretisch zustimmungsfähig wäre.

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Detalles

Título
Die Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls im Kontext der Gesundheitsversorgung
Universidad
Justus-Liebig-University Giessen  (Philosophier)
Curso
Umweltethik, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit
Calificación
1 +
Autor
Jan Engelbach (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
28
No. de catálogo
V316175
ISBN (Ebook)
9783668151055
ISBN (Libro)
9783668151062
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gerechtigkeit Gesundheitswesen Theorie der Gerechtigkeit John Rawls Angewandte Ethik Norman Daniels Wolfgang Kersting
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jan Engelbach (Autor), 2009, Die Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls im Kontext der Gesundheitsversorgung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316175
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