Bedingt durch die voranschreitende Globalisierung sind Unternehmen gezwungen, ihre Effizienz zu steigern. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit aufrecht zu erhalten, wird versucht, eine hohe Qualität bei Produkten und Dienstleistungen sicherzustellen, eine strategisch exzellente Positionierung auf dem Markt zu erzielen und vor allem Kosten zu reduzieren. Nicht zuletzt werden zusammenhängende Unternehmensprozesse dadurch zentralisiert (in Shared Service Centern) oder ganz ausgelagert (Business Process Outsourcing).
Besonders der Bereich des Personalmanagements ist in vielen Fällen von diesen Maßnahmen betroffen, da dieser oft nicht zum Kerngeschäft eines Unternehmens gehört. Allerdings sollte der Kostenaspekt nicht allein für die Organisation entscheidend sein. Denn einhergehend mit den Kostenvorteilen bringen solche organisatorischen Umstrukturierungen oft auch Nachteile an anderer Stelle mit sich, z. B. eine auftretende Abhängigkeit von der Zuverlässigkeit des Dienstleisters (unternehmensintern oder -extern) oder längere Entscheidungswege.
Diese Arbeit befasst sich zunächst mit den Begriffen des Business Process Outsourcings und des Shared Service Centers. Am Beispiel der Mitarbeiterrekrutierung werden die beiden Konstrukte gegenüber gestellt und einer genaueren Betrachtung unterzogen. Somit geht es um die Rekrutierung im Rahmen eines organisationsinternen Shared Service Center-Konzeptes sowie um die Dienstleistung Recruitment Process Outsourcing.
Nach einer umfassenden Analyse werden diese werden wiederum mit dem klassischen Recruiting im Unternehmen verglichen und die Vor- und Nachteile näher beleuchtet, mit dem Ziel, eine mögliche Handlungsempfehlung hinsichtlich des Effizienzgewinns für Organisationen unterschiedlicher Ausprägungen zu verfassen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Die aktuelle Marktsituation für Wirtschaftsunternehmen in Deutschland
1.2 Der Einsatz von Recruitment Process Outsourcing und HR Shared Service Centers in Deutschland
1.3 Der aktuelle Stand der Forschung
1.4 Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
2 Personalmanagement
2.1 Ziele des Personalmanagements
2.1.1 Die wirtschaftlichen Formalziele des Personalmanagements
2.1.2 Die sozialen Formalziele des Personalmanagements
2.2 Aufgabenfelder des Personalmanagements
2.3 Recruiting als Unternehmensfunktion
2.3.1 Chancen vom klassischen Recruiting
2.3.1.1 Reduktion der Personalentwicklungs- und Fluktuationskosten
2.3.1.2 Große Auswahl an qualifizierten Bewerbern
2.3.1.3 Stärkung der wahrgenommenen Kompetenz der HR- Mitarbeiter
2.3.2 Risiken vom klassischen Recruiting
2.3.2.1 Hohe Prozess- und Einstellungskosten
2.3.2.2 Ineffizienz durch den Eingang vieler ungeeigneter Bewerbungen
2.3.2.3 Erhöhung der durchschnittlichen Einstellungszeit
2.3.3 Die Effizienz der Recruiting-Funktion auf dem Prüfstand
3 Ursachen für die wachsende Bedeutung des strategischen Personalmanagements in der heutigen Zeit
3.1 Wachsende Unternehmensstrukturen
3.2 Internationalisierung der Märkte
3.3 Wohlstand
3.4 Demografische Entwicklung der letzten Jahre
3.5 Technologischer Fortschritt
3.6 Steigende Personalkosten
4 Neugestaltung der Recruiting-Organisation
4.1 Definition des Outsourcing-Begriffs
4.2 Das Recruitment Process Outsourcing-Konzept
4.2.1 Chancen des Recruitment Process Outsourcings
4.2.1.1 Reduktion und Flexibilisierung der Einstellungskosten
4.2.1.2 Fokussierung auf die Kernkompetenzen und Erhöhung der Qualität von Bewerbungen
4.2.1.3 Senkung der durchschnittlichen Einstellungszeit
4.2.1.4 Zugang zu fortschrittlichen Technologien
4.2.2 Risiken des Recruitment Process Outsourcings
4.2.2.1 Entstehung von Transaktionskosten
4.2.2.2 Leistungs- und Qualitätsdefizite
4.2.2.3 Abhängigkeit vom RPO-Dienstleister
4.2.2.4 Fehlende Akzeptanz bei Mitarbeitern
4.2.3 Zusammenfassende Betrachtung des Recruitment Process Outsourcings
4.3 Definition des Shared Service Centers
4.4 Das Konzept des HR Shared Service Centers
4.4.1 Chancen von HR Shared Service Centers
4.4.1.1 Finanzieller Zugewinn durch Kostenorientierung
4.4.1.2 Höhere Qualität der Leistung durch spezialisierte Mitarbeiter und kundenorientierte Arbeitsweise
4.4.1.3 Verkürzung der Prozessdurchlaufzeiten
4.4.1.4 Stärkung der wahrgenommenen eigenen Kompetenz der HR SSC- Mitarbeiter
4.4.2 Risiken von HR Shared Service Centers
4.4.2.1 Kostenaufwendige Implementierung und Betrieb
4.4.2.2 Verringerung der Output-Qualität
4.4.2.3 Verzögerungen des Recruiting-Prozesses
4.4.2.4 Akzeptanz der neuen Organisationsform
4.4.3 Zusammenfassende Betrachtung des HR Shared Service Konzeptes
5 Klassisches Recruiting vs. RPO vs. HR SSC: eine kritische Würdigung des angestellten Vergleichs vor dem Hintergrund des Effizienzgewinns für das HRM
5.1 Vergleich der organisatorischen Aspekte der Recruiting-Konzepte
5.2 Gegenüberstellung der Recruiting-Konzepte hinsichtlich der Messgrößen für den Erfolg der Recruiting-Organisation
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht und vergleicht das klassische Recruiting mit modernen alternativen Ansätzen wie dem Recruitment Process Outsourcing (RPO) und dem HR Shared Service Center (HR SSC), um Strategien zur Effizienzsteigerung im Personalmanagement unter Berücksichtigung von Kosten, Qualität, Zeit und Human Relations zu identifizieren.
- Analyse der aktuellen Marktsituation und Bedeutung des Personalmanagements.
- Gegenüberstellung von klassischem Recruiting, RPO und HR SSC.
- Untersuchung der Chancen und Risiken bei der Implementierung zentralisierter Personallösungen.
- Systematische Bewertung der Erfolgspotenziale und Herausforderungen der verschiedenen Recruiting-Konzepte.
Auszug aus dem Buch
2.3 Recruiting als Unternehmensfunktion
The overall aim of the recruitment and selection process should be to obtain at minimum cost the number and quality of employees required to satisfy the human resource needs of the company.
Hauptaufgabe des Recruitings ist die Besetzung der ermittelten personellen Lücken im Unternehmen mit den entsprechenden Kandidaten. Dabei sollten, wie bereits oben beschrieben, die Kosten für ein Unternehmen auf einem Minimum gehalten werden. Allerdings beziehen sich die hier genannten Kosten nicht allein auf die Ausgaben während der Personalsuche, sondern umfassen ebenfalls sämtliche Folgekosten im Falle einer Fehlbesetzung oder Fluktuation. Dies erfordert eine starke Einbindung des Recruiting-Personals in sämtliche Aktivitäten des Personalmanagements und eine ständige Kommunikation mit den jeweiligen Fachabteilungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Das Kapitel beschreibt die aktuelle Situation des Personalmanagements in Deutschland, formuliert die Problemstellung und gibt einen Überblick über den Forschungsstand sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Personalmanagement: Es werden die Ziele, Aufgabenfelder und die Rolle des Recruitings als Unternehmensfunktion definiert und das klassische Personalmanagement analysiert.
3 Ursachen für die wachsende Bedeutung des strategischen Personalmanagements in der heutigen Zeit: Dieses Kapitel spezifiziert externe und interne Einflussfaktoren wie demografischen Wandel, Technologisierung und Kostendruck, die eine Neuausrichtung des Personalmanagements erfordern.
4 Neugestaltung der Recruiting-Organisation: Die alternativen Konzepte RPO und HR Shared Service Center werden in Bezug auf Definition, Chancen und Risiken detailliert vorgestellt und diskutiert.
5 Klassisches Recruiting vs. RPO vs. HR SSC: eine kritische Würdigung des angestellten Vergleichs vor dem Hintergrund des Effizienzgewinns für das HRM: In diesem Teil erfolgt eine vergleichende Gegenüberstellung der drei Konzepte basierend auf organisatorischen Aspekten und Erfolgsmessgrößen.
6 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und resümiert die Untersuchung zur Effizienz der verschiedenen Recruiting-Ansätze.
Schlüsselwörter
Personalmanagement, Recruiting, Recruitment Process Outsourcing, RPO, HR Shared Service Center, HR SSC, Personalkosten, Personalbeschaffung, Effizienz, Strategisches Personalmanagement, Prozessoptimierung, Arbeitsmarkt, Fachkräftemangel, Human Relations, Outsourcing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die veränderte Rolle des Personalmanagements und den Vergleich zwischen dem klassischen Recruiting und modernen Outsourcing-Ansätzen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf Recruitment Process Outsourcing (RPO), HR Shared Service Centers (HR SSC) sowie den Ursachen für eine strategische Neuausrichtung im Personalwesen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist der systematische Vergleich der strukturellen und prozessualen Unterschiede der genannten Recruiting-Konzepte hinsichtlich ihrer Effizienzpotentiale.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und einer vergleichenden Analyse von Chancen, Risiken und Erfolgskriterien dieser Managementmodelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich den theoretischen Grundlagen, den Ursachen für den strategischen Wandel und der detaillierten Ausarbeitung der Konzepte RPO und HR SSC.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Personalwirtschaft, Effizienzsteigerung, Prozessstandardisierung, Skaleneffekte und strategisches Personalmanagement kennzeichnen.
Was unterscheidet das RPO-Konzept vom klassischen Recruiting?
Im Gegensatz zum internen Recruiting lagert das RPO-Modell Teilprozesse oder den gesamten Beschaffungsprozess an externe Spezialisten aus, um Flexibilität und Know-how-Vorteile zu nutzen.
Warum ist die Implementierung eines HR SSC oft langwierig?
Die Einführung eines Shared Service Centers erfordert eine tiefgreifende organisatorische Transformation, die Standardisierung von Prozessen über Standorte hinweg und hohe Anfangsinvestitionen.
- Citar trabajo
- John Perez (Autor), 2015, Recruitment Process Outsourcing und HR Shared Service Centers als Alternativen zum klassischen Recruiting, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316196