Qualität der Ernährung im frühpädagogischen Bereich


Hausarbeit, 2015

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen

3. Zahlen und Fakten

4. Qualitätsstandards und Zielsetzung für Kindertagesstätten

5. Ernährung
5.1 Merkmale der gesunden Ernährung
5.2 Folgen der ungesunden Ernährung

6. Kooperation zwischen Kindertagesstätte, Kindern und Eltern

7. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Ernährung spielt eine sehr wichtige Rolle und gilt als lebensnotwendiges Grundbedürfnis der Menschen. Der Gesetzgeber hat diesem Sachverhalt Rechnung getragen und einige rechtliche Normen erlassen. Nach § 1 Absatz 1 Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB Vlll) hat jeder junge Mensch das Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Die Fähigkeit sich gesund zu ernähren, ist evidenter Bestandteil eines eigenverantwortlichen Lebens. Seine Förderung wird nach genannter Rechtsnorm somit explizit vorgeschrieben. Zudem regelt § 22 Absatz 3 SGB Vlll, dass die Tageseinrichtungen neben der Betreuung und Erziehung der Kinder auch einen Bildungsauftrag haben (vgl. In Form 2009, S. 3). Die einzelnen Bundesländer gestalten diese Aufgaben mit den von ihnen herausgegebenen Orientierungs- und Bildungsplänen zwar jeweils unterschiedlich, aber alle stimmen indes dem Ziel überein die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes zu fördern. Ein wesentlicher Bestandteil der Bildung stellt in diesem Zusammenhang auch die Förderung eines gesundheitsfördernden Verhaltens dar. Basierend auf dem Gedankengut der ganzheitlichen Erziehung, ist das Thema Ernährung im Verlauf des pädagogischen Alltags stets gegenwärtig und entfaltet Einfluss auf alle Entwicklungsbereiche. Je früher ein junger Mensch die Grundlagen einer gesunden Ernährung kennen lernt, desto eher wird er in seinem späteren Leben befähigt und willens sein, sich gesundheitsbewusst zu ernähren. Aus diesem Grund wächst der Ernährungsbildung ein besonderer Stellenwert zu, um Kenntnisse für ein ausgewogenes Ernährungsverhalten bereits in der Kindertageseinrichtung zu erwerben (vgl. ebd.).

Es ist wichtig, dass Kinder gesund aufwachsen. Eine essentielle Voraussetzung hierfür ist ein gutes und qualitativ hochwertiges Essen. Eine gesunde Ernährung ist auch das Fundament für Lebensqualität sowie Zufriedenheit im späteren Leben und trägt zur Gesunderhaltung bei. Basierend auf diesen Erkenntnissen sollten die Mahlzeiten in den Einrichtungen sowohl schmackhaft als auch ausgewogen sein. Gesunde Ernährung sollte sich hierbei nicht nur auf den Speiseplan beschränken, sondern in der Gemeinschaft gelebt werden. Die Kinder wollen, damit sie sich mit der gesunden Ernährung auseinandersetzen, für ihr Handeln begeistert werden. In den Kindertagesstätten erwerben sie prägende Erfahrungen im Umgang mit Essen und haben Freude an gemeinsamen Mahlzeiten mit Gleichaltrigen. Aus genannten Gründen folgert, dass Kindertageseinrichtungen sehr wichtige Orte für die Ernährung und das künftige Ernährungsverhalten der Kinder sind (vgl. Schmidt 2014, S.6, online).

Einzelne Maßnahmen wie das Verbieten des Verzehrs von bestimmten Lebensmitteln oder übergewichtige Kinder „auf Diät zu setzen“ sind nicht zielführend. Vielmehr ist es sinnvoll, dass Kinder von klein auf ein gesundheitsorientiertes und -förderndes Verhalten erlernen sowie in der Entwicklung eines gesundheitsfördernden und genussvollen Essverhaltens verinnerlichen (vgl. Bosche / Atens-Kahlenberg 2004, S. 41).

Aus dem zuvor genannten ergibt sich die Frage: Wie kann eine gesunde Ernährung in den Kindertagesstätten umgesetzt und sichergestellt werden?

In dieser Arbeit werden im Kapitel 2 zunächst die Begriffe Qualität, Ernährung und Gesundheit definiert. Das folgende Kapitel nennt Daten und Fakten. Anschließend werden Qualitätsstandards und die Zielsetzung für Kindertagesstätten beschrieben. Im Weiteren werden Merkmale einer gesunden Ernährung und die Folgen einer ungesunden Ernährung thematisiert. Im sechsten Kapitel wird die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen den Eltern, Kindern und Einrichtungen dargestellt. Den Abschluss dieser Arbeit bildet das Fazit.

2. Begriffsdefinitionen

Qualität:

In der Fachliteratur werden die Begriffe Qualitätsmanagement, Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung häufig als Synonyme verwandt. Qualitätsmanagement wird jedoch auch manchmal als Oberbegriff zu Vokabeln wie Qualitätssicherung oder Qualitätsentwicklung definiert (vgl. Ellermann 2007, S. 197).

„Umgangssprachlich bezeichnet der Begriff „Qualität“ die Güte, den Wert oder die Beschaffenheit eines Gutes oder einer Leistung. Sie bestimmt die Art und Brauchbarkeit einer Leistung näher“ (Viernickel 2006, S. 8). Das für die Dienstleistungsbranche, zu denen auch die Kindertagesstätten gehören, gültige Regelwerk ist die ISO (International Organisation for Standardisation) 9000:2000. Sie beinhaltet unter anderem Vorschriften über Organisationsstrukturen, Abläufe oder Verantwortlichkeiten. Die ISO Normen wurden jedoch für die Industrie entwickelt, so dass sie weder pädagogische Konzepte noch inhaltliche Beschreibungen zu pädagogischen Qualität beinhalten (vgl. Vollmer 2012, S. 345).

Das wichtigste Ziel des Qualitätsmanagementsystems nach der ISO 9000 ff. besteht darin, einen Qualitätskreislauf in den beteiligten Organisationseinheiten zu implementieren, der einen steten Verbesserungsprozess anstößt und fortschreibt. Beruhend auf den Wünschen und Anforderungen der Kunden, wird eine Leistung zur Verfügung gestellt und auf dem Markt angeboten. Durch Rückkopplungen der Marktteilnehmer erhält das Unternehmen wichtige Informationen für die Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements, wodurch wiederum neue Produkte auf den Markt gebracht werden und somit der Qualitätskreislauf erhalten bleibt (vgl. Esch et.al. 2006, S. 130). Die pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen muss sich jedoch letztlich an dem Kriterium der kindlichen Entwicklung messen lassen (vgl. Tietze 1998, S. 26).

Darüber hinaus existieren in der Literatur eine Vielzahl von verschiedenen Definitionen, die Qualität zum Beispiel als die Erfüllung von Anforderungen zur dauerhaften Kundenzufriedenheit, als die Fehlerfreiheit eines Produktes oder nur die Anforderungen des Menschen erfüllend definieren. DIN EN ISO 8402 definiert Qualität als die Gesamtheit von Merkmalen einer Einheit durch ihre Eignung festgelegte und vorausgesagte Erfordernisse zu erfüllen (vgl. Hess 2005, S. 7).

Ernährung:

Ernährung hat die Aufgabe, den Körper zur Erhaltung der Lebensfunktion mit der ausreichenden Menge an Energie, Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien zu versorgen (vgl. Lebensmittellexikon 2014, online).

Eine weitergehende Definition bezeichnet sie als „die Gesamtheit der Vorgänge, durch die dem lebenden Organismus diejenigen Substanzen von außen zugeführt werden, die zur Aufrechterhaltung der Lebensvorgänge notwendig sind. Sie dient als Energiequelle für alle Lebenserscheinungen wie Muskeltätigkeit, Körperwärme oder Stofftransport, liefert das Material zum Körperaufbau beim Wachstum und schafft Ersatz für im Organismus verbrauchte Substanzen. Grund- und Hauptnährstoffe sind die chemischen Energiespeicher Kohlenhydrate, Proteine und Fette“ (Gesundheitsberichterstattung der Länder 2015, online).

Gesundheit:

„Gesundheit hat einen Prozesscharakter und ist nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Zustand vollständigen, körperlichen und sozialen Wohlbefindens bzw. Wohlseins“ (Vollmer 2012, S. 38).

3. Zahlen und Fakten

In den neuen Ländern nehmen circa 99 % aller Kinder das Mittagessen in der Kindertagesstätte ein. In Westdeutschland nehmen dagegen nur circa 69,1 % der Kinder unter drei Jahren sowie circa 54,6 % der Kinder über drei Jahre an der Mittagsverpflegung teil. Dabei schwankt der Anteil jedoch sehr stark zwischen Hamburg mit circa 95,6 % und zum Beispiel Baden-Württemberg mit nur gut 30 % aufweist (vgl. Bertelsmann-Stiftung 2014, Wirksame Bildungsinvestitionen, S. 2, online).

Bei mehr als 56 % der an der Untersuchung teilnehmenden Kindertagesstätten wurde die Verpflegung von einem Caterer warm angeliefert. Nur etwas weniger als ein Drittel (32,8 %) bereiteten die Speisen vor Ort als Frisch- und Mischküche zu. Weniger Beliebtheit erfreuen sich Tiefkühlkost (7,7 %) sowie das Cook and Chill System (3,1%). Die Studie kommt insgesamt zu dem Schluss, dass in den Kindertagesstätten z u viel Fleisch und zu wenig Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen und die Verpflegung hierdurch insgesamt erhebliche Mängel aufweist. Die Nichtbeachtung der Ernährungsstandards in den Einrichtungen beruht auch darauf, dass lediglich etwas mehr als ein Drittel (circa 34,1 %) der befragten Kindertagesstätten angibt, sich für die Gestaltung der Ernährungsangebote an externen Standards zu orientieren. Die angewandten Standards sind zu 18,4 % der DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Kindertagesstätten, zu 3,9 % das OptimiX Konzept, zu 2,6 % die Bremer Checkliste und zu 9,2 % andere Standards. Von den befragten Einrichtungen räumten aber auch 36,4 % ein, keine externen Standards zu berücksichtigen, während 29,4 % keine Angaben zu diesem Thema machten (vgl. ebd., S. 3).

Eine ausgewogene KiTa-Ernährung kostet bei Einhaltung der DGE-Qualitätsstandards insgesamt circa 1,8 Milliarden Euro pro Jahr. Dieser Betrag überschreitet das bisherige Volumen um circa 750 Millionen. Die Kosten für eine gesunde und ausgewogene Mittagsmahlzeit würden demnach vier Euro pro Tag und Kind betragen. Der Beitrag der Eltern beträgt zurzeit 2,40 Euro (vgl. Assmann - Stiftung 2015, online).

Ein immer größer werdendes Problem stellt auch die in Deutschland wachsende Zunahme von Fettleibigkeit und Übergewicht dar, von denen auch Kinder betroffen sind. Mehr als 50 % der Erwachsenen und circa 15 % der drei bis siebzehnjährigen sind übergewichtig. Insgesamt sind sogar nahezu 25 % der Erwachsenen und mehr als jedes zwanzigste Kind oder Jugendlicher adipös, bei steigender Tendenz (vgl. Deutsche Allianz gegen nichtübertragbare Krankheiten 2014, S. 1, online). Eine gravierende Folge für die vom Übergewicht betroffenen Kinder besteht darin, dass diese ihr Gewichtsproblem mit einer hohen statistischen Wahrscheinlichkeit ihr ganzes Leben begleiten wird. Von den adipösen zehn bis dreizehnjährigen werden etwa 60 bis 70 % auch als Erwachsene adipös sein (vgl. Päffgen 2009, S. 54).

Zu ähnlichen Ergebnissen gelangt auch die KiGGS-Studie, nach deren Erhebungen Kinder und Jugendliche im Alter von 3-17 Jahren zu 15 % übergewichtig sind und sogar zu 6,3 % an Adipositas leiden. Hochgerechnet auf die Bundesrepublik bedeutet dies, dass ungefähr 1,9 Millionen junger Menschen übergewichtig und circa 800.000 adipös sind. Verglichen mit Referenzpopulationen aus den 80-er und 90-er Jahren stieg die Anzahl der von Übergewicht und Adipositas betroffenen Kinder und Jugendlichen um 50 % (vgl. Reinehr 2008, S 379).

Erhebliche Unterschiede in Bezug auf Übergewicht zwischen Jungen und Mädchen sind nicht erkennbar. Bei Kindern, die aus Familien mit niedrigem sozialem Status stammen sowie bei denen mit übergewichtigen Müttern, besteht indes ein erhöhtes Risiko an Übergewicht oder Adipositas zu erkranken (vgl. Statistisches Bundesamt 2012, S. 525, online).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Qualität der Ernährung im frühpädagogischen Bereich
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Veranstaltung
Qualitätsentwicklung und Evaluation
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V316484
ISBN (eBook)
9783668160620
ISBN (Buch)
9783668160637
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ernährung, Kindertagesstätte, Gesundheit
Arbeit zitieren
Yelena Rörig (Autor), 2015, Qualität der Ernährung im frühpädagogischen Bereich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316484

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