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Ziele und Strategien der deutschen technischen Entwicklungszusammenarbeit im Licht der Post-2015-Agenda

Eine qualitative Makroanalyse der Projektarbeit der Durchführungsorganisation GIZ

Titre: Ziele und Strategien der deutschen technischen Entwicklungszusammenarbeit im Licht der Post-2015-Agenda

Thèse de Master , 2015 , 100 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Benno Valentin Villwock (Auteur)

Politique - Politique climatique et environnementale
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Als Stichjahr für die meisten Millenniumsentwicklungsziele (MEZ) ist das Jahr 2015 eine wichtige Zäsur in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Verhandlungen zwischen traditionellen Geberländern, Schwellen- und Entwicklungsländern zur strategischen Ausrichtung der globalen Post-2015 Entwicklungsagenda sollen noch in diesem Jahr, mit der Verabschiedung von globalen Nachhaltigkeitszielen, den Sustainable Development Goals (SDG), zu einem ersten Abschluss gebracht werden.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist der Erkenntnisgewinn über die Praxis der deutschen EZ mit Bezug zur Post-2015-Agenda. Es wird sich hierbei auf den Ausschnitt der deutschen technischen Zusammenarbeit (TZ) konzentriert, welcher durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) als Durchführungsorganisation realisiert wird.
Die folgenden Ausgangsfragestellungen liegen der Arbeit zugrunde:
1. Welche Ziele verfolgt die deutsche EZ im Rahmen der bilateralen technischen Zusammenarbeit im Licht der EINEWELT Zukunftscharta?
1.1. In wieweit stimmen die theoretischen Leitlinien der Charta und die derzeitige Praxis der TZ bereits überein?
2. Über welche strategischen Ansätze und Maßnahmen sollen die Ziele erreicht werden?
3. Welche geographischen und inhaltlichen Schwerpunkte setzt die TZ bei der Zielverfolgung?

For the realisation of most of the Millennium Development Goals (MDG) the year 2015 is the decisive benchmark. The international community is currently establishing a new set of Sustainable Development Goals (SDG). In contribution to this UN Post-2015-Agenda, governments worldwide developed national sustainability goals. The German targets are framed by the so-called EINEWELT Zukunftscharta (ONEWORLD Charta for the Future). The Fields of Action and Goals defined in this document aim to outline the German engagement in international development cooperation in the next decades.The present paper reduces the information of the project descriptions in an objective manner. An innovative analysis tool helps to manage the excessive amount of qualitative data. The paper succeeds in identifying conclusive clusters concerning aims and strategies of German technical development cooperation in the light of the Post-2015-Agenda. This allows an early assessment of the coherence between theoretical guidelines and the practice as well as the identification of specific potentials to adjust the practical project work to the goals of Germany’s sustainability agenda.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Kontextualisierung des Themas

1. Historisch- ideelle Rahmensetzung

2. Die deutsche EZ, Daten und Fakten

2.1. Bilaterale vs. Multilaterale Entwicklungszusammenarbeit

2.2. Technische Zusammenarbeit vs. Finanzielle Zusammenarbeit

2.3. Die Durchführungsorganisation GIZ vs. Andere

III Analyse, die aktuelle deutsche TZ über die GIZ

1. Methodologisches Vorgehen

1.1. Die Kodifikationstabelle: Kategorien für die Datenaufnahme

1.2. Die Eingabematrix: Instrument zur systematisierten Dateneingabe

1.3.: Softwaregestützte Verrechnung und Vernetzung: Auswertung des Datenmaterials

2. Analytische Darstellung der Ergebnisse

2.1. Darstellung der Ergebnisse auf der Makroebene

2.2. Darstellung der Projektarbeit auf der Meso- und Mikroebene

(1) Handlungsfeld: Ein Leben in Würde weltweit sichern

a) Zugang zu Grundressourcen

b) Medizinische Grundversorgung

c) Armutsbekämpfung

d) Grundsätzliche Bildungschancen

e) Schutz von Fundamentalnormen

f) Reaktion auf humanitäre Krisen

g) Bekämpfung struktureller Ausgrenzung

(2) Handlungsfeld: Natürliche Lebensgrundlagen bewahren und nachhaltig nutzen

a) Umweltschutz, nachhaltige Nutzung Ressourcen/ Ökosystemleistungen

b) Anpassung an den Klimawandel

c) Verringerung von Treibhausgasemissionen

d) Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energie

e) Nachhaltige Stadtentwicklung

(3) Handlungsfeld: Wirtschaftswachstum mit Nachhaltigkeit und menschenwürdiger Beschäftigung verbinden

a) Förderung nachhaltigen Unternehmertums

b) Integration in den Arbeitsmarkt

c) Internationale Wettbewerbsfähigkeit

d) Ausländische Direktinvestitionen für wirtschaftliche Entwicklung

e) Messen von Wohlstand mit neuen Zielgrößen

(4) Handlungsfeld: Menschenrechte und gute Regierungsführung fördern

a) Förderung guter Regierungsführung

b) Sicherstellung sonstiger staatlicher Leistungen

c) Förderung von Menschenrechten

d) Inklusion der Zivilgesellschaft in das politische Leben

(5) Handlungsfeld: Frieden schaffen, menschliche Sicherheit stärken

a) Friedensarbeit

b) Stützung materieller Sicherheitsinfrastruktur

c) Risikomanagement in der EZ

(6) Handlungsfeld: Kulturelle und religiöse Vielfalt respektieren und schützen

a) Schutz religiöser und kultureller Vielfalt

b) Nutzung soziokulturellen Potenzials

c) Überwindung soziokulturellen Wiederstandes

(7) Handlungsfeld: Innovationen, Technologien und Digitalisierung für transformativen Wandel nutzen

a) Aufbau eigener Forschungskapazitäten im Partnerland

b) Forschungspartnerschaften

c) Verbreitung von Innovationen

(8) Handlungsfeld: Die neue globale Partnerschaft und Multi-Akteurs-Partnerschaften für die Umsetzung entwickeln

a) Stärkung bestehender Partnerschaften

b) Schaffung neuer Partnerschaften

c) Schaffung von Vorreiterallianzen

IV Interpretation der Ergebnisse und Schlussbetrachtung

1. Integrierende Interpretation der Ergebnisse

2. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die Praxis der deutschen bilateralen technischen Zusammenarbeit (TZ), durchgeführt durch die GIZ, vor dem Hintergrund der Post-2015-Agenda und der EINEWELT Zukunftscharta zu analysieren. Die Forschungsfrage untersucht, inwieweit die aktuelle Projektarbeit mit den theoretischen Leitlinien der Charta übereinstimmt, welche strategischen Ansätze zur Zielerreichung genutzt werden und welche regionalen sowie inhaltlichen Schwerpunkte gesetzt werden.

  • Qualitative Makroanalyse der Projektarbeit von 958 bilateralen Projekten.
  • Untersuchung der Übereinstimmung zwischen entwicklungspolitischer Theorie und praktischer Umsetzung.
  • Evaluierung von Projektclustern anhand der acht Handlungsfelder der Zukunftscharta.
  • Erkenntnisgewinn über die Rolle von Innovationsförderung, Klimaschutz und Armutsbekämpfung in der TZ.
  • Entwicklung eines innovativen, softwaregestützten Instrumentariums zur Auswertung komplexer qualitativer Daten.

Auszug aus dem Buch

I Einleitung

Als Stichjahr für die meisten Millenniumsentwicklungsziele (MEZ) ist das Jahr 2015 eine wichtige Zäsur in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Verhandlungen zwischen traditionellen Geberländern, Schwellen- und Entwicklungsländern zur strategischen Ausrichtung der globalen Post-2015 Entwicklungsagenda sollen noch in diesem Jahr, mit der Verabschiedung von globalen Nachhaltigkeitszielen, den Sustainable Development Goals (SDG), zu einem ersten Abschluss gebracht werden.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist der Erkenntnisgewinn über die Praxis der deutschen EZ mit Bezug zur Post-2015-Agenda. Es wird sich hierbei auf den Ausschnitt der deutschen technischen Zusammenarbeit (TZ) konzentriert, welcher durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) als Durchführungsorganisation realisiert wird. Den konkreten Referenzrahmen für die Analyse bilden die Handlungsfelder und Zukunftsziele der Zukunftscharta, welche die programmatischen Leitlinien der deutschen EZ in der Post-2015-Agenda festlegt.

Das Politikfeld der Entwicklungspolitik ist in verschiedener Hinsicht schwer greifbar. Die von staatlicher und interstaatlicher Seite etablierten und kommunizierten Leitlinien sind in der Regel sehr abstrakt und können isoliert nicht als Informationsgrundlage für eine Analyse des praktischen Engagements in der EZ dienen. Dies gilt insbesondere angesichts der Diskrepanz zwischen entwicklungspolitischer Problemanalyse und den tatsächlich zur Verfügung stehenden Mitteln oder der Diskrepanz zwischen den ideellen Leitlinien und den Eigeninteressen der Geberländer in der entwicklungspolitischen Praxis. Auch die zahlreichen vorhandenen, quantitativen Makroanalysen der EZ erlauben nur eine Distanzaufnahme. Für einen praxisnahen Zugang zu dem Politikfeld wird in der vorliegenden Arbeit mittels eines eigens entwickelten Instrumentariums eine Inhaltsanalyse der Projektbeschreibungen eines erheblichen Teils der deutschen bilateralen TZ erstellt. Die innovative Methodik erlaubt die Aufnahme und die (quantitative) Auswertung einer großen Menge komplexer qualitativer Daten und soll hier als qualitative Makroanalyse bezeichnet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Bedeutung des Jahres 2015 als Zäsur in der Entwicklungszusammenarbeit und legt das Ziel der Arbeit fest, die GIZ-Projektpraxis vor dem Hintergrund der Zukunftscharta zu analysieren.

II Kontextualisierung des Themas: Dieses Kapitel verortet die deutsche EZ in der historischen Ideengeschichte der Entwicklungspolitik und liefert die notwendige statistische Datenbasis zur deutschen ODA-Struktur.

III Analyse, die aktuelle deutsche TZ über die GIZ: Der methodologische Kern der Arbeit, in dem durch ein eigens entwickeltes Instrumentarium 958 Projektbeschreibungen qualitativ und quantitativ ausgewertet werden.

IV Interpretation der Ergebnisse und Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel interpretiert die erhobenen Daten im Hinblick auf die Ausgangsfragestellungen und zieht Bilanz über die Kohärenz von Theorie und Praxis.

Schlüsselwörter

Entwicklungszusammenarbeit, GIZ, Zukunftscharta, Post-2015-Agenda, Technische Zusammenarbeit, qualitative Makroanalyse, Nachhaltige Entwicklung, Millenniumsentwicklungsziele, ODA, Projektarbeit, Handlungsfelder, Kapazitätsentwicklung, Ressourceneffizienz, Klimaschutz, Armutsbekämpfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Praxis der deutschen technischen Zusammenarbeit (TZ), wie sie von der GIZ umgesetzt wird, und prüft deren Ausrichtung an den Leitlinien der EINEWELT Zukunftscharta im Kontext der Post-2015-Entwicklungsagenda.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Analyse orientiert sich an den acht Handlungsfeldern der Zukunftscharta, die von der Sicherung eines Lebens in Würde über ökologische Nachhaltigkeit und Wirtschaftswachstum bis hin zu Frieden und globaler Partnerschaft reichen.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist der Erkenntnisgewinn über die tatsächliche Umsetzung deutscher entwicklungspolitischer Strategien in der Praxis und die Bestimmung, inwieweit diese bereits mit globalen Nachhaltigkeitszielen harmonieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet eine innovative, selbst entwickelte "qualitative Makroanalyse". Hierbei werden 958 Projektbeschreibungen systematisch kodiert, in eine Eingabematrix überführt und mittels Verrechnungsmatrizen ausgewertet, um Muster in der Projektarbeit sichtbar zu machen.

Was wird im Hauptteil (Abschnitt III) behandelt?

Im Hauptteil wird das methodische Vorgehen detailliert beschrieben und anschließend die Analyse der Projektarbeit präsentiert. Dies geschieht auf einer Makro-, Meso- und Mikroebene, untergliedert nach den Handlungsfeldern der Charta.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zentrale Begriffe sind Entwicklungspolitik, GIZ, Zukunftscharta, Nachhaltigkeit, ODA, Kapazitätsentwicklung, Klimawandel, Armutsbekämpfung und Projektanalyse.

Inwieweit spielt die Armutsbekämpfung eine Rolle in der untersuchten Projektpraxis?

Obwohl Armutsbekämpfung als Primärziel in den untersuchten Projekten vergleichsweise selten explizit genannt wird, zeigt die Analyse, dass sie ein zentrales, übergreifendes Nebenziel ist, das in fast allen anderen Handlungsfeldern eine instrumentelle Rolle spielt.

Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Kohärenz von Charta und Praxis?

Der Autor konstatiert insgesamt eine mittlere bis hohe Übereinstimmung zwischen der Projektpraxis der GIZ und den Zielen der Zukunftscharta, identifiziert jedoch Bereiche wie die Förderung der materiellen Sicherheitsinfrastruktur, in denen Diskrepanzen bestehen.

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Résumé des informations

Titre
Ziele und Strategien der deutschen technischen Entwicklungszusammenarbeit im Licht der Post-2015-Agenda
Sous-titre
Eine qualitative Makroanalyse der Projektarbeit der Durchführungsorganisation GIZ
Université
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, Fach Politikwissenschaften)
Cours
Masterarbeit
Note
1,0
Auteur
Benno Valentin Villwock (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
100
N° de catalogue
V317018
ISBN (ebook)
9783668166011
ISBN (Livre)
9783668166028
Langue
allemand
mots-clé
ziele strategien entwicklungszusammenarbeit licht post-2015-agenda eine makroanalyse projektarbeit durchführungsorganisation
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Benno Valentin Villwock (Auteur), 2015, Ziele und Strategien der deutschen technischen Entwicklungszusammenarbeit im Licht der Post-2015-Agenda, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317018
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Extrait de  100  pages
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