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Assetpreise: Traditionelle Theorie versus Behavioral Finance

Title: Assetpreise: Traditionelle Theorie versus Behavioral Finance

Diploma Thesis , 2004 , 75 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dominik Jahnke (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Summary Excerpt Details

Rationale Asset-Pricing-Modelle sollten den fundamentalen Zusammenhang zwischen
den realen Risiken einer Volkswirtschaft und den Assetrenditen erklären können. Tatsächlich
gelingt es den rationalen Standard-Modellen weder die Kapitalmarktentwicklungen
zu beschreiben, noch zuverlässige Prognosen zu generieren. Im Wesentlichen
stellen sich die Aktienrenditen auf der Makroebene als zu hoch und zu variabel heraus,
als dass sie über ein rationales Modell erklärt werden könnten. Zudem scheinen Aktienrenditen
auf der Mikroebene vorhersehbar zu sein. Eine Vielzahl von Studien belegt,
dass bestimmte firmenspezifische Charakteristika, sowie die Aktienrenditen der
Vergangenheit, gute Indikatoren für die zukünftigen Assetpreise sind.1 Üblicherweise
setzen rationale Modelle risikoaverse Agenten, die neue Informationen korrekt verarbeiten
und eindeutige Konsumpräferenzen haben, voraus. Der Agent beurteilt Investitionen
nach den von Neumann-Morgenstern (VNM) Axiomen. Neuere rationale Modelle
lösen sich ein wenig von den strengen VNM-Axiomen. Mittels alternativer Nutzenfunktionen
(z.B. Epstein-Zin-Nutzen) oder durch die Einbeziehung der Habit-Bildung in
die Nutzenfunktion können diese Modelle die Aktienprämie besser erklären.2 Hingegen
sehen die Protagonisten der Behavioral Finance eine ganz andere Herausforderung im
Asset-Pricing. Nach ihnen sollten Asset-Pricing-Modelle untersuchen wie die erwartete
Rendite vom Risiko und von der Investorenfehlbewertung abhängt. Der Investor wird
nun nicht mehr als Homo-Oeconomicus, sondern stattdessen als beschränkt rationaler
Agent, dem auch Entscheidungsfehler unterlaufen, gesehen. Makroökonomisch relevant
sind irrationale Entscheidungen auf individueller Ebene allerdings nur, wenn die
Investoreneinschätzungen miteinander korreliert sind. Damit die Fehlbewertung im
Markt persistent bleibt, müsste zudem die Arbitrage limitiert sein.3
Kapitel 1 der Arbeit stellt die traditionelle Asset-Pricing-Theorie vor. In Kapitel 2 werden
anschließend die Schwächen traditioneller Modelle bei der Erklärung und Beschreibung
der realen Kapitalmarktentwicklungen aufgezeigt. Ebenfalls werden in dem Abschnitt
rationale Lösungsansätze für die Anomalien präsentiert. Schließlich diskutiert
Kapitel 3 wie die Behavioral Finance diese Anomalien, über begrenzt rationales Investorenverhalten
und Arbitragebeschränkungen, zu erklären versucht.
1Vgl.z.B.Banz(1981),DeBondt&Thaler(1985),Chan(1988),Chopra u.a.(1992).
2Vgl.Constantinides(2002).
3Vgl.Hirshleifer(2001).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Traditionelles Assetpricing

1.1 Markteffizienzhypothese

1.2 Rationale Assetpricingmodelle

1.3 Stochastischer Diskontfaktor

1.3.1 Faktorstruktur des SDF in einperiodigen Modellen

1.3.2 Net-Present-Value (NPV)

1.3.3 Intertemporale Asset-Pricing-Modelle

2 Asset-Pricing Puzzles

2.1 CAPM-Anomalien

2.2 Anomalien intertemporaler Asset-Pricing-Modelle

3 Behavioral Finance

3.1 Evidenz für Fehlbewertungen

3.2 Limits-of-Arbitrage

3.3 Verhaltensanomalien

3.4 Prospect - Theorie

3.5 Behavioral-Modelle als Alternative

Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht den fundamentalen Gegensatz zwischen der traditionellen Asset-Pricing-Theorie und dem Behavioral-Finance-Ansatz. Das primäre Ziel besteht darin, die Erklärungsversuche beider Denkrichtungen für Kapitalmarktanomalien zu analysieren und kritisch gegenüberzustellen, um den aktuellen Stand der Debatte über die Markteffizienz abzubilden.

  • Rationale vs. beschränkt rationale Investorenmodelle
  • Analyse klassischer Marktanomalien wie Size-Effekt und Momentum
  • Die Rolle der Arbitragebeschränkungen in der Finanzmarkttheorie
  • Psychologische Heuristiken und deren Einfluss auf Assetpreise
  • Evaluation des Equity-Premium-Puzzles

Auszug aus dem Buch

3.2 Limits-of-Arbitrage

In dem zwei Jahres Zeitraum von Anfang 1998 bis Februar 2000 erzielte der U.S.-Internetsektor eine Rendite von über 1000 Prozent. Zu dieser Zeit entsprach die Marktkapitalisierung des Internetsektors sechs Prozent der gesamten U.S. börsennotierten Unternehmen und gleichzeitig entfielen zwanzig Prozent des gesamten Handelsvolumens auf diesen Bereich. Ab dem Jahr 2000 gingen die Kurse rasant zurück (vgl. Abbildung 5).

Abbildung 5 bestätigt noch nicht per se eine Fehlbewertung. Weit verbreitet ist allerdings die Ansicht, dass es eine Divergenz zwischen der relativen Bewertung von Internetaktien zum breiten Markt gab. Vorausgesetzt die Agenten sind rational, so bleibt nach 1.3.2 allerdings wenig Spielraum für eine Bubble. Sind hingegen neben den rationalen Agenten auch Noise-Trader am Markt aktiv, die ihre Handelsentscheidung mit Hilfe von technischer Analyse, Brokerempfehlungen oder Börsenbriefen treffen, dann können Aktienpreise signifikant von ihrem fundamentalen Wert abweichen. Will ein Arbitrageur eine überbewertete Aktie leerverkaufen, muss er in sein Kalkül immer mit einbeziehen, dass die optimistischen Noise-Trader in Zukunft noch optimistischer werden könnten (Noise-Trader-Risiko). Durch das Noise-Trader-Risiko sinkt die Bereitschaft der risikoaversen, kurzfristig orientierten Arbitrageuren gegen die Noise-Trader zu setzen. Mit einem einfachen Overlapping-Generation-Modell zeigten De Long u. a. (DSSW; 1990b), dass auch ohne fundamentalem Risiko, Preise signifikant von ihrem fundamentalen Preis abweichen können.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Gegenüberstellung von rationalen Asset-Pricing-Modellen und dem Behavioral-Finance-Ansatz.

1 Traditionelles Assetpricing: Theoretische Darstellung der Markteffizienz, rationaler Bewertungsmodelle und stochastischer Diskontfaktoren.

2 Asset-Pricing Puzzles: Analyse von Marktanomalien wie CAPM-Abweichungen, Momentum und Problemen bei der risikobasierten Erklärung von Renditen.

3 Behavioral Finance: Erläuterung psychologischer Erklärungsmodelle, Arbitragebeschränkungen und der Prospect-Theorie als Gegenentwurf zur klassischen Theorie.

Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse und Fazit über die Vorherrschaft des rationalen Paradigmas trotz der Erklärungsbeiträge der Behavioral Finance.

Schlüsselwörter

Asset Pricing, Behavioral Finance, Markteffizienz, Rationale Erwartungen, Noise-Trader, Arbitragebeschränkungen, Equity-Premium-Puzzle, Prospect-Theorie, Momentum, Size-Effekt, Marktanomalien, Risikoaversion, Humankapital, Home-Bias, Kapitalmarkttheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen der traditionellen Finanzmarkttheorie, die auf rationalen Akteuren basiert, und der Behavioral Finance, welche psychologische Faktoren einbezieht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Markteffizienzhypothese, rationale Asset-Pricing-Modelle (wie CAPM und APT), Kapitalmarktanomalien sowie verhaltenswissenschaftliche Erklärungsansätze für Fehlbewertungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum rationale Modelle die realen Marktentwicklungen oft nur unzureichend erklären können und inwieweit verhaltenswissenschaftliche Ansätze diese Anomalien besser erfassen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Modelle und vergleicht diese mit empirischen Studien zu Kapitalmarktanomalien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung klassischer Modelle, die detaillierte Untersuchung von Anomalien wie dem Size-Effekt und dem Momentum sowie eine tiefgehende Diskussion über Behavioral-Finance-Modelle.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Markteffizienz, Noise-Trader, Arbitrage, Equity-Premium-Puzzle und Prospect-Theorie geprägt.

Welche Rolle spielt die Arbitrage bei der Fehlbewertung?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Arbitrage in der Realität durch hohe Kosten, begrenzte Informationsverfügbarkeit und das sogenannte Noise-Trader-Risiko eingeschränkt ist, was Fehlbewertungen persistent machen kann.

Wie unterscheidet sich die Prospect-Theorie von klassischen Modellen?

Im Gegensatz zur klassischen Nutzentheorie, die das Endvermögen betrachtet, gewichtet die Prospect-Theorie Gewinne und Verluste relativ zu einem Referenzpunkt und berücksichtigt die psychologische Verzerrung bei der Wahrnehmung von Wahrscheinlichkeiten.

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Details

Title
Assetpreise: Traditionelle Theorie versus Behavioral Finance
College
University of Duisburg-Essen
Grade
2,0
Author
Dominik Jahnke (Author)
Publication Year
2004
Pages
75
Catalog Number
V31721
ISBN (eBook)
9783638326346
Language
German
Tags
Assetpreise Traditionelle Theorie Behavioral Finance
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dominik Jahnke (Author), 2004, Assetpreise: Traditionelle Theorie versus Behavioral Finance, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31721
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