Wie wird der Moment der Schöpfung in "Frankenstein" dargestellt? Ein Vergleich zwischen dem Roman und den Verfilmungen von 1910, 1931 und 1994


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1. Einführung

2. Frankenstein (1910)

3. Frankenstein (1931)

4. Mary Shelley’s Frankenstein

5. Schlussbetrachtung

1. Einführung

Mary Shelleys Roman Frankenstein or, the modern Prometheus erschien 1818 und erzählt eine Geschichte, die bis heute wie kaum eine andere Literaturvorlage in die Popkultur eingezogen ist.[1] Sucht man bei IMDb[2] nach dem Begriff, findet man 130 Verfilmungen des Stoffes in Form von Kurzfilmen, Fernseh- und Kinofilmen und Serien, die den Begriff ,Frankenstein’ im Titel tragen. Mehr als 50 davon entstanden in den vergangenen 15 Jahren. Im Dezember 2015, nicht einmal zwei Jahre nach dem finanziell erfolglosen I, Frankenstein (der die Handlung des Romans prak­tisch nicht mehr berührt), kommt eine Verfilmung mit Daniel Radcliffe und James McAvoy in die Kinos, die aus der Perspektive des 1931 hinzugefügten buckligen Gehilfen Fritz erzählt wird. Eine weitere Verfilmung mit Carrie-Anne Moss kommt vermutlich im Herbst in die deutschen Kinos[3] ; drei weitere Filme erscheinen noch dieses Jahr; eine Serie kommt 2016. - Und das sind nur die Werke, die ,Frankenstein’ im Titel führen. Die bspw. in den 60er Jahren ausgestrahlte und bis heute in den USA popkulturell häufig zitierte Comedy-Serie The Munsters, in der die Kreatur als Vater einer Familie von ähnlichen Horrorfilmikonen auftrat, ist gar nicht Teil der Zählung. Allein die Flut von Neuverfilmungen zeigt, wie aktuell der Stoff auch 200 Jahre nach der Erstveröffentlichung ist.[4]

Diese Ausarbeitung befasst sich mit dem wohl dramatischsten Moment dieser Geschichte - dem unmittelbaren Augenblick der Schöpfung. Wie verhält sich Frankenstein in dem Moment, da die Kreatur zum Leben erwacht? Welche Motive hat er? Welcher Katalysatoren und Prozesse bedient sich Frankenstein bei der Erweckung? Gibt es Auffälligkeiten bei der filmischen Darstellung? Dies sind die Kernfragen, die diese Arbeit beantworten soll. Dafür werden drei relevante Verfil­mungen des Stoffes herangezogen und jeweils mit der Romanvorlage und untereinander vergli­chen. Die Auswahl fiel auf die allererste Verfilmung von 1910, die wohl bekannteste Umsetzung von 1931 mit Boris Karloff in der Rolle der Kreatur, und die mit großem Cast und Budget insze­nierte Hollywood-Produktion von 1994, die als recht werktreu gilt.[5]

Die Ausarbeitung wird dabei von der These geleitet, dass es trotz der unterschiedlichen Darstel­lungen der Schöpfung im Roman und in den Filmen eine Konstante geben müsste, was die Um­setzung oder zumindest die Metaphorik betrifft.

Um Verwechslungen durch die identischen Titel zu vermeiden, werden die Filme von 1910 und 1931 jeweils mit dem in Klammern dahinterstehenden Erscheinungsjahr und kursiv angegeben. Die Verfilmung von 1994 wird, ihrem korrekten Titel entsprechend, ,Mary Shelley’s Franken­stein’ genannt und ebenfalls kursiv dargestellt. Die Romanvorlage wird lediglich als Franken­stein’ bezeichnet. Der Protagonist des jeweiligen Films wird bei seinem entsprechenden Vorna­men genannt, also ,Victor’, bzw. ,Henry’ in der Verfilmung von 1931[6].

2. Frankenstein (1910)

Als die allererste filmische Umsetzung von Frankenstein’ gilt der gleichnamige Film der Edison Studios aus dem Jahr 1910. Dieses Filmstudio wurde 1894 von eben jenem Thomas Edison ge­gründet, der als Erfinder der Glühbirne Geschichte schrieb. Die Verfilmung scheint in dieser Hinsicht auf den ersten Blick bedeutungsschwanger zu sein, da die Kreatur im Roman durch einen „spark of being“[7] erweckt wird, dem man eine Parallele zu Edisons Glühbirne unterstellen könnte. Allerdings produzierte das Studio in den 24 Jahren seines Bestehens über 1000 Filme, daher kann eine gezielte Verfilmung etwa zu PR-Zwecken vermutlich nicht mehr unterstellt wer­den - zumal Edisons Erfindung auch schon 30 Jahre zurück lag und der Siegeszug der Glühbirne bereits in vollem Gange war.[8]

Frankenstein (1910) galt nach der Schließung der Edison Studios im Jahr 1918 als verschollen. Erst in den 70er Jahren tauchte eine schlecht erhaltene Kopie auf.[9]

2.1. - Zutaten der Schöpfung

Die Erschaffung der Kreatur in der Version von 1910 unterscheidet sich deutlich von den anderen zu betrachtenden Verfilmungen, die mit naturwissenschaftlichen Prozessen arbeiten. Stattdessen wurde unter der Regie von James Searle Dawley, eine Szene geschaffen, die sich an der nebulö­sen Schöpfungsszene des Romans orientiert; dort wird gar nicht näher erläutert, wie genau nun die Kreatur zum Leben erweckt wird[10] ; es heißt dort lediglich: „With an anxiety that almost amounted to agony, I collected the instruments of life around me, that I might infuse a spark of being into the lifeless thing that lay at my feet.“[11] Diese vage Darstellung „ermöglicht es dem Medium Film, den Schöpfungsakt visuell immer wieder neu zu gestalten und dem gegenwärtigen Technikverständnis anpassen zu können.“[12]

In Frankenstein (1910) wurde die Schöpfung folgendermaßen gestaltet: Victor, dank der ausla­denden Gestik der Stummfilmära eindeutig voll Schöpferdrang, mischt in einer Schüssel Ingre­dienzien aus zwei[13] Glasflaschen zusammen und verrührt sie vorsichtig, wobei er ein Buch zu Rate zieht. Wegen der ungünstigen Bildqualität der Film-Kopie bleibt unklar, ob es sich um Dampf entwickelnde Flüssigkeiten oder um Pulver handelt.[14] Anschließend geht Victor zu einer großen Wanne im Hintergrund, die innerhalb einer an drei Seiten geschlossenen Kammer steht. Als er seine Mixtur in die Wanne gibt, ist eine senkrecht aufsteigende Rauchwolke[15] zu sehen, die eine Assoziation mit Hexerei bzw. dem typischen ,Hexenkessel’ nahe legt.[16] Victor wirft zuletzt noch eine weitere Zutat hinein, worauf sich die Rauchschwaden erneut erheben und schließt die Türen der Kammer, die er mit einer Holzplanke verriegelt. Das Folgende, die Schöp­fung selbst, beobachtet er voyeuristisch durch eine etwa postkartengroße Luke in der Tür.

2.2 - Der Schöpfungsprozess

Gemessen am kompletten Film, der je nach Abspielgeschwindigkeit des Originals etwa 12:30 Minuten lang ist, nimmt die Schöpfungsszene einen sehr langen Zeitraum in Anspruch: Mehr als zwei Minuten lang sieht der Zuschauer, wie die Kreatur entsteht.

Die Szene selbst unterscheidet sich hinsichtlich ihrer, wenn man so will, Wissenschaftlichkeit, deutlich von den anderen Filmen. Die geheimnisvollen Pulver (oder Flüssigkeiten), die zur Schöpfung herangezogen werden, implizieren, dass es sich nicht um einen biologischen oder physikalischen Vorgang handelt. Vielmehr spielt Alchemie, vielleicht sogar schwarze Magie (,Hexenkessel’) die Schlüsselrolle. Im Roman allerdings „[stellt Frankenstein] selbst fest, die Erschaffung seiner Kreatur sei keinesfalls als eine ,magic scene’ aufzufassen.“[17] Jedoch merkt Tabbert an, dass „die Wissenschaften mit der Implementierung [der Kreatur] erfolgreich das Erbe der Magie an[treten]. Shelleys Roman stellt somit die heute mehr denn je aktuelle Frage, was passiert, wenn die Magie plötzlich in das reale Leben tritt.“[18] Obwohl Alchimie in den anderen Verfilmungen keine Rolle spielt, soll an dieser Stelle die metaphorische Bedeutung dieser obsole­ten Wissenschaft für den Victor aus der Romanvorlage betont werden: „Frankenstein schwankt [...] zwischen älteren Formen der ,natural philosophy’ wie der Alchimie und neueren Disziplinen der ,modern natural philosophy’ [...] hin und her.“[19] Auf die dahinterstehende Bedeutung wird in Kapitel 4.3 genauer eingegangen.

Ein weiterer deutlicher Unterschied zu den anderen Filmen ergibt sich aus dem alchimistisch­magischen Schöpfungsprozess: Die Kreatur wird in Frankenstein (1910) implizit aus dem Nichts erschaffen; das aus Gräbern zusammengestohlene ,raw material’ gibt es nicht. Die Kreatur ist nicht schon vorher physisch existent, sondern ,wächst’ aus den Zutaten und deren Zusammen­wirken.[20] Filmisch wurde dies durch einen Verbrennungsvorgang dargestellt. Offensichtlich[21] wurde ein Dummy in Brand gesetzt, worauf dieser in sich zusammensackte. Die Aufnahme wur­de anschließend rückwärts abgespielt, sodass es den Anschein erweckt, als entstehe die Figur aus dem Feuer. Nach anfänglicher Rauchentwicklung und den ersten Flammen beginnt sich auch bald der rechte Arm der Figur (Blickrichtung der Kreatur ist zur Kamera) zu bewegen; es erweckt den Eindruck, als winke sie dem Zuschauer, der in diesem Moment den Point Of View (POV) von Victor einnimmt.

Die den Szenen vorangestellten Texttafeln verraten ebenso wenig über Victors Motivation oder Qualifikation wie der Film selbst. Es heißt lediglich „FRANKENSTEIN LEAVES FOR COL­LEGE“[22] und „TWO YEARS LATER FRANKENSTEIN HAS DISCOVERED THE MYS­TERY OF LIFE“[23]. Entsprechend heißt es im Roman nebulös: „After days and nights [...], I suc­ceeded in discovering the cause of generation and life.“[24]

2.3 - Victors Reaktion

Der POV Victors in das Innere der Kammer wird unterbrochen von sechs jeweils nur wenige Sekunden dauernden Beats[25], während der die Einstellung zurück nach außen springt und die Reaktionen Victors zeigt. Anfangs noch voll Begeisterung, nehmen seine euphorischen Gesten jedes Mal ab. Beim fünften Beat ist zum ersten Mal die Bestürzung Victors zu sehen, die sich beim sechsten Beat dann sehr deutlich zeigt.[26] Bei dem siebten und letzten Schnitt nach außen bricht die Kreatur aus ihrer Kammer aus; ein Arm scheint nach Victor zu greifen, der vor Entset­zen und Abscheu[27] in sein Schlafgemach flieht.

2.4 - Kurzanalyse der Szene

Aus den Rauchschwaden und der Assoziation mit einem Hexenkessel ergibt sich der Gedanken­gang, dass Victor etwas Böses, jedenfalls Verruchtes, Unheiliges erschaffen wird. Dies hat schon die zu Beginn dieser Szene eingeblendete Texttafel deutlich gemacht: „INSTEAD OF A PER­FECT HUMAN BEING THE EVIL IN FRANKENSTEINS MIND CREATES A MONSTER“[28] Diese Texttafel impliziert, dass das ,Böse’, das die Kreatur angeblich beherrscht, durch den Schöpfer selbst eingebracht wurde und keineswegs eine Folge von Sozialisierung, Gesellschaft oder Erbanlagen ist, wie es letzteres etwa die Verfilmung von 1931 nahelegt.[29] Hier kommt statt- dessen ein Aspekt des Doppelgänger-Motivs zum Tragen: „Der Doppelgänger stellt die Projekti­on innerer Konflikte, einen abgespaltenen Aspekt der Persönlichkeit dar [...], der sich nun ver­selbstständigt und so handelt, wie es das ursprüngliche’ Ich nie tun würde.“[30] Als verdrängter Aspekt gilt in der Forschung Victors Sexualtrieb[31] (was die Kreatur in den Kontext klassischer Werfwolferzählungen rückt). Victor ist „angehalten, seinen für pubertierende Jungen normalen Trieb zu unterdrücken oder umzulenken. [...] Aus panischer Angst vor der eigenen Geschlecht­lichkeit und aus Furcht vor einem inzestuösen Verhältnis mit seiner Kusine versucht Victor, sei­ner Situation durch eine ungeschlechtliche Zeugung zu entfliehen.“[32]

Das Sujet des Doppelgängers findet sich auch in den anderen beiden Verfilmungen, wird aber in Frankenstein (1910) noch durch einen für die Handlung zentralen Spiegel unterstrichen. Der Spiegel rettet nicht nur Victors Leben[33], sondern löst auch den Konflikt auf: In „[Frankenstein (1910)] löst sich das Ungeheuer beim Blick in den Spiegel auf, sodass der Eindruck entsteht, es sei schon immer Frankensteins Alter Ego gewesen, beziehungsweise sein zweites Gesicht. Sein Inneres ist veräußerlicht und anhand des Spiegelmotivs kenntlich gemacht worden.“[34] Unheil wird in Frankenstein 1910 abgesehen vom Hexenkessel durch ein prominent platziertes Vanitas-Motiv angedeutet: Während der gesamten Schöpfungsszene sitzt, wie selbstverständlich, ein menschliches Skelett mit am Tisch, an dem Victor die Ingredienzien mischt. Selbst als die Kameraeinstellung von einer Halbtotalen zu Halbnah wechselt und Victors Handlungen in den Fokus rücken, bleibt der Oberkörper des Skeletts, dem Publikum zugewandt, im Bildausschnitt sichtbar. Beim dritten der sechs Beats, die Victors POV aufbrechen, scheint er mit dem Skelett zu sprechen. Dies würde Victors Isolation von der Außenwelt verdeutlichen, die im Roman eine nicht unwesentliche Rolle spielt.[35] Eine ähnliche Szene, in der der Tod sozusagen herabgewürdigt und banalisiert wird, gibt es zu Beginn von Frankenstein (1931): Henry wirft bei der Exhumie­rung einer Leiche unbeabsichtigt (und unbemerkt) einer hinter ihm stehenden Sensenmann-Statue eine Schaufel Erde ins Gesicht.[36]

Ebenfalls Teil der Mise en scène während der Schöpfungsszene ist ein Lampenschirm, der sich rechts neben der Kammer befindet und wie eine Wunderlampe geformt ist, was einen weiteren Hinweis auf die magische Konnotation der Schöpfung darstellt.

3. Frankenstein (1931)

Die Verfilmung von James Whale hat mit der Romanvorlage nicht sehr viel gemein, sondern orientiert sich mehr an einem 1927 uraufgeführten Theaterstück von Peggy Webling, das sich wiederum an vorangegangenen Theateradaptionen orientierte und 1930 in stark veränderter Fas­sung in London wiederaufgeführt wurde. Schließlich erregte das Stück die Aufmerksamkeit von Universal, wurde aber für den amerikanischen Markt noch einmal von Theaterautor John L. Bal­derston überarbeitet. Balderston, der auch schon an Dracula (1931) mitgeschrieben hatte, behielt Weblings Änderungen größtenteils bei, fügte aber noch einige Dinge hinzu, bspw. den - in seiner Version noch stummen - Gehilfen Fritz.[37]

3.1 - Zutaten der Schöpfung

Der aus unerfindlichen Gründen in Henry umbenannte Protagonist von Frankenstein (1931) ge­winnt allein durch die wesentlich längere Laufzeit des Filmes viel mehr Tiefe als in Frankenstein (1910)[38]. Auch die Fortschritte bei Kameratechnik, Produktionsdesign und Spezialeffekten er­möglichen einen sehr viel detaillierteren Einblick in das Geschehen.

James Whale verschwendet keine Zeit und zeigt Henry und Fritz direkt bei der Eröffnungs-szene beim Leichenraub. Fritz stiehlt daraufhin ein Gehirn aus der Universität. Somit sind eine Leiche und ein aus zweiter Quelle stammendes Gehirn die nötigen Bestandteile, die Henry für seine Schöpfung benötigt.

[...]


[1] Weitze, Almut: Mary Shelleys Frankenstein: Text und Film, Tönning: Der Andere Verlag 2007, S. 67.: „Nun gibt es zu keinem Roman mehr Verfilmungen und Anspielungen in anderen Medien als zu Franken­stein’...“

[2] Die vermutlich umfassendste Filmdatenbank im Internet mit nach eigenen Angaben 3,4 Millionen Einträ­gen zu Filmen und Serien und weiteren 6,7 Millionen Einträgen zu Filmschaffenden.

[3] Vgl.: Internet Movie Data Base. http://www.imdb.com/title/tt4086032/?ref_=fn_tt_tt_5, aufgerufen am 08.07.2015

[4] Zumal der Topos des künstlichen Menschen auch abseits des Frankenstein-Stoffes immer wieder in der Literatur und der Kunst auftaucht; vgl. Schwab, Hans-Rüdiger: Die Wandlung findet nicht im Geist statt, sondern in den Genen, In: Klose, Joachim u. Oehler, Jochen (Hrsg.): Gott oder Darwin? Vernünftiges Re­den über Schöpfung und Evolution, Berlin/Heidelberg: Springer Verlag 2008, S. 361-383.

[5] Vgl.: Mathews, Jack: Sleep Tight, a Monstrous Season Approaches: Movies: Those perennial masters of the dark, Frankenstein's monster and Count Dracula, return in a pair of new films. As always, they keep changing with the times. In: Los Angeles Times vom 31.10.1994, unter: http://articles.latimes.com/1994- 10-31/entertainment/ca-56954_1_count-dracula/2, aufgerufen am 08.07.2015

[6] In der deutschen Synchronisation wurde aus Henry Herbert. Um möglichst dicht an den Quellen zu blei­ben und da auch die Dialogzeilen auf Englisch wiedergegeben werden, wird der Name der englischen Ori­ginalfassung beibehalten.

[7] Shelley, Mary W.: Frankenstein. Or the modern Prometheus, Boston u. Cambridge: Sever, Francis & Co. 1869, S. 44. - Diese Fassung wird verwendet, weil sie vollständig im Internet zu finden ist unter https://books.google.de/books?id=2Zc3AAAAYAAJ&printsec=frontcover&dq=frankenstein&hl=de&sa= X&ved=0CDU Q6AEwA2oV ChMIq7W-t_LvxgIVhVUU Ch1 wwADs#v=onepage&q&f=false

[8] Auch Heffernan wirft diese Frage auf, lässt sie jedoch unbeantwortet. Vgl.: Heffernan, James: Looking at the Monster: Frankenstein and Film, S. 140. In: Critical Inquiry, Vol. 24, Chicago: University of Chicago Press 1997, S. 133-158.

[9] Der Film ist inzwischen gemeinfrei und kann u. a. auf diversen Videoplattformen angesehen werden. Für diese Ausarbeitung wurde folgende Veröffentlichung genutzt: https://www.youtube.com/watch?v=HZ- OrfJHHro

[10] Dass der Leser die genauen Umstände der Schöpfung nicht erfährt, liegt auch darin begründet, dass Vic­tor Walton die genauen Umstände nicht preisgeben will, der ja aber der Erzähler der Geschichte ist.

[11] Shelley, S. 44.

[12] Weitze, S. 15.

[13] Frankenstein rührt schon zu Beginn der Einstellung in der Schüssel, woraus sich schließen lässt, das sich bereits mindestens zwei weitere Zutaten darin befinden.

[14] Das Einstreuen des Schüsselinhalts legt nahe, dass es sich bei allen Zutaten um pulverförmige Stoffe gehandelt hat. Andererseits spricht das Verrühren der Inhalte und das an anderer Stelle gezeigte direkte Einfüllen der Zutaten aus den großen Flaschen dafür, dass es sich um ,einen Schuss’ der jeweiligen Flüs­sigkeiten handeln soll.

[15] Die Wanne raucht bereits etwas, als die Mixtur dazugegeben wird. Das könnte bedeuten, dass bereits einige ,wirkende’ Zutaten dort vermischt wurden. Andererseits könnte die Szene produktionsbedingt auch unmittelbar nach der eigentlichen Schöpfungssequenz entstanden sein, sodass der Rauch von den Resten der Verbrennung herrührt, die noch am Boden glühen. Möglich wäre auch beides, als geplanter Kniff.

[16] Die erste Verfilmung, in der Boris Karloff 1958 nicht die Kreatur, sondern deren Schöpfer spielt, Fran­kenstein 1970, hieß in deutscher Übersetzung dann auch Die Hexenküche des Dr. Rambow.

[17] Tabbert, Thomas T.: Frankensteins Schöpfung - Künstliche Menschen im Romanwerk Mary Shelleys, Hamburg: Artislife 2006, S. 35.

[18] Tabbert, S. 87.

[19] Ebd., S. 15 f.

[20] Da das Innere der Wanne nie zu sehen ist, kann nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden, ob sich nicht vielleicht doch schon eine (zusammengesetzte) Leiche oder deren Einzelteile darin befanden. Allerdings hat die sich aufrichtende Kreatur anfangs noch keinen Kopf und auch keine Haut; eine bereits vorhandene Leiche erscheint daher unlogisch.

[21] Der entstehende Rauch bewegt sich nach unten statt nach oben.

[22] Frankenstein, J. S. Dawley, 1910, (0:14).

[23] Frankenstein, 1910, (0:33).

[24] Shelley, S. 44.

[25] Zur Begrifflichkeit vgl.: McKee, Robert: Story. Die Prinzipien des Drehbuchschreibens, Berlin, Köln: Alexander Verlag 2011, S. 47 f.

[26] Die Deutung der Gestiken Victors ist subjektiv. Nach der Zeit des Stummfilmes hat die Kompetenz der Deutung der Gestik beim Zuschauer vermutlich abgenommen. Die heute grotesk wirkenden Gestiken wur­den zweifelsfrei von den Zuschauern der damaligen Zeit einwandfrei erkannt.

[27] Frankenstein, 1910, (5:12).: „FRANKENSTEIN APPALLED AT THE SIGHT OF HIS EVIL CREA­TION”

[28] Ebd., (2:18).

[29] Der Gehilfe Fritz tauscht dort das normale Gehirn, das er eigentlich stehlen sollte, gegen ein ,abnormes’ Gehirn aus, was impliziert, dass die Kreatur deshalb Böses tut.

[30] Weitze, S. 21.

[31] Siehe hierzu ausführlich: Rudolf, Gerd: Der Traum vom vollkommenen Menschen, In: Doering, Stephan u. Möller, Heidi (Hrsg.): Frankenstein und Belle de jour. 30 Filmcharaktere und ihre psychischen Störun­gen, Heidelberg: Springer Medizin Verlag 2008, S. 87-97. sowie Weitze, S. 41-48.

[32] Weitze, S. 41.

[33] Bei einem Kampf lässt die Kreatur von Victor ab, als sie sich selbst das erste Mal im Spiegel sieht.

[34] Weitze, S. 70.

[35] Vgl hierzu Weitze, S. 42 f.

[36] Auch im weiteren Verlauf von Frankenstein (1931 ) finden sich immer wieder Totenschädel, die wie ein Zuschauer auf das Treiben der Szene blicken: Als Henrys Gehilfe Fritz das Gehirn aus dem Hörsaal stiehlt (und dabei gegen ein menschliches Skelett stößt), beobachtet aus dem Hintergrund ein großer Schädel auf einem Wandplakat das Geschehen. Auch in Waldmans Büro blickt ein Totenschädel auf das Gespräch zwischen Waldman, Victor Moritz und Elisabeth, als wäre der Tod am Gespräch beteiligt.

[37] Vgl. Filmkommentar von Filmhistoriker Rudy Behlmer. Frankenstein, J. Whale, 1931, (15:25); Gehilfen gab es schon vorher in anderen Theateradaptionen des Stoffes.

[38] Frankenstein (1910) ist etwa 12:30 Minuten lang, während Frankenstein (1931) 67 Minuten läuft.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Wie wird der Moment der Schöpfung in "Frankenstein" dargestellt? Ein Vergleich zwischen dem Roman und den Verfilmungen von 1910, 1931 und 1994
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Germanistik und Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft)
Veranstaltung
Der künstliche Mensch. Automaten, Androiden und Homunculi in deutsch- und fremdsprachigen Texten seit dem 19. Jahrhundert
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V317288
ISBN (eBook)
9783668163164
ISBN (Buch)
9783668163171
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frankenstein, Mary Shelley, Horrorliteratur, Science Fiction, Boris Karloff, Kenneth Branagh, Schöpfung, Schöpfungsgeschichte, künstlicher Mensch, Wiedergeburt, Hollywood, Literaturverfilmung, James Whale, James Searle Dawley, Edison Studios, Spezialeffekte
Arbeit zitieren
Steffen Kutzner (Autor), 2015, Wie wird der Moment der Schöpfung in "Frankenstein" dargestellt? Ein Vergleich zwischen dem Roman und den Verfilmungen von 1910, 1931 und 1994, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317288

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