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Macht in Organisationen

Title: Macht in Organisationen

Term Paper , 2004 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Hagen Zywicki (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Macht unterliegt in unserer Gesellschaft einer gewissen Tabuisierung. Werden Personen, die nach einer Position oder einem öffentlichen Amt streben, nach ihrem Motiv gefragt, so geben sie meist an, es nur aus Sorge um die Sache, das Land, den Staat, aus Selbstlosigkeit zu tun. Das Wort Macht in diesem Zusammenhang zu benutzen würde fast anstößig wirken und den Benutzenden schnell in die Nähe radikaler Positionen rücken. Trotzdem ist Macht ein alltägliches Phänomen, jeder Mensch verbindet mit Macht ein Bild, doch worum handelt es sich wirklich, wie ist Macht zu greifen, zu beschreiben?
Die Arbeit beleuchtet Macht in Organisationen aus drei verschiedenen Positionen. Die handlungstheoretische Perspektive Max Webers, die systemthe-oretische Perspektive Niklas Luhmanns sowie das Machtkonzept Michel Croziers und Erhard Friedbergs werden erläutert und auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht.
Auch wenn es selten thematisiert wird, so ist Macht doch der Kitt der Organisationen zusammenhält und funktionieren lässt. Die produktive Seite der Macht ermöglicht die Verwirklichung von Zielen durch kollektives Handeln. Wie sonst ist es zu erklären, dass Organisationen sich ständig reproduzieren, dass z. B. die Mitarbeiter einer Baufirma auch montags frühmorgens bei Nieselregen und drei Grad Außentemperatur auf der Baustelle erscheinen? Der Charme eines Vorgesetzten, der Appell an gemeinsame Werte würde dazu wahrscheinlich nicht immer ausreichen. Trotz klarer Organigramme, Strukturen und abgegrenzter Kompetenzen kommt es aber in Organisationen nach Managmententscheidungen oft nicht zum gewünschten Ergebnis. Es muss neben der klaren hierarchischen Ordnung noch „Dunkelfaktoren“ geben, die die Wirkungen und das Zustandekommen von Entscheidungen beeinflussen. Diese „Dunkelfaktoren“ sind für das Sozialmanagement und damit für Sozialmanager von großer Bedeutung. Der Hauptteil der beschäftigt sich mit der Kernfrage, wie mikropolitische Aktivitäten entstehen, welche Taktiken die Akteure nutzen und wie sie sich auf die Funktionsweise von Organisationen auswirken, beschäftigen. Dabei wird der Begriff des mikropolitischen Spiels von Crozier und Friedberg untersucht, dem in diesem Zusammenhang eine besondere Wichtigkeit zukommt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. MACHT IM LICHT AUSGESUCHTER ORGANISATIONSTHEORIEN

2.1. MACHT UND HERRSCHAFT BEI WEBER

2.2. DAS MACHTKONZEPT LUHMANNS

2.3. MACHT NACH CROZIER UND FRIEDBERG

2.3.1. Macht im Kontext der Austausch- und Verhandlungsbeziehung

2.3.2. Macht im Kontext des Organisationskonstruktes

2.4. GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE DER KONZEPTE

3. MIKROPOLITIK

3.1. BEGRIFFSDEFINITION

3.2. VORRAUSSETZUNGEN FÜR MIKROPOLITIK

4. MIKROPOLITIK- DAS SPIEL (MIT) DER MACHT IN ORGANISATIONEN

4.1. GRUNDLAGEN MIKROPOLITISCHER MACHT

4.2. MACHIAVELLISMUS UND DAS BEGRÜNDEN VON ABHÄNGIGKEITSVERHÄLTNISSEN

4.3. DAS DON-CORLEONE-PRINZIP IN DER ÖFFENTLICHEN VERWALTUNG

4.4. DAS KONZEPT DES SPIELS

4.5. FUNKTION VON MIKROPOLITISCHEN SPIELEN IN ORGANISATIONEN

5. ZUSAMMENFASSUNG

6. AUSBLICK

7. LITERATUR

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, wie mikropolitische Aktivitäten in Organisationen entstehen, welche Taktiken Akteure verfolgen und welche Auswirkungen diese auf die Funktionsweise von Organisationen haben, wobei insbesondere das Machtkonzept nach Crozier und Friedberg im Zentrum steht.

  • Analyse und Vergleich der Machtkonzepte von Max Weber, Niklas Luhmann sowie Crozier und Friedberg.
  • Definition und Voraussetzungen mikropolitischer Aktivitäten in Organisationen.
  • Untersuchung spezifischer Machtsicherungstechniken wie Machiavellismus und das Don-Corleone-Prinzip.
  • Die Organisation als Spielplatz der Macht: Das Konzept des mikropolitischen Spiels.
  • Reflektion der Funktionen und Auswirkungen informeller Machtstrukturen auf formale Organisationen.

Auszug aus dem Buch

4.4. Das Konzept des Spiels

Das Spiel als Instrument organisierten Handelns ist von Crozier und Friedberg in die Organisationssoziologie eingebracht worden. Er löst damit die alte Maschinenmetapher für Organisationen ab. Die Spiel-Metapher wird in der mikropolitischen Analyse dazu genutzt die Auseinandersetzungen der Beteiligten in sozialen Großorganisationen zu beschreiben. Die Funktionsweise einer Organisation betrachten sie als das Ergebnis einer Reihe von Spielen.

„Das Spiel ist das Instrument das die Menschen entwickelt haben, um ihre Zusammenarbeit zu regeln. Es ist das wesentliche Instrument organisierten Handelns. Es vereint Freiheit und Zwang. Der Spieler bleibt frei, muss aber, wenn er gewinnen will, eine rationale Strategie verfolgen, die der Beschaffenheit des Spiels entspricht, und muss dessen Regeln beachten.“ Im Spielkonzept suchen Crozier und Friedberg die Verbindung zweier Paradigmen der Sozialtheorie: Voluntarismus und Determinismus. Die Spiele-Metapher vermittelt dabei zwischen Freiheit des rationalen Entscheiders und Zwang des fremdbestimmten Rollenträgers.

Der Spielbegriff insgesamt ist sehr reichhaltig und Gegenstand vieler Untersuchungen. Crozier und Friedberg legen in ihrer Theorie einen bestimmten Spielbegriff zugrunde. Gemeint ist das regelgeleitete Wettkampfspiel, wie z.B. Fußball oder auch Schach, das das Wesen organisationaler Spiele ausmacht. Diese Spiele sind z. T. dem Zufall unterworfen. Der Ausgang ist nur bedingt berechenbar und auch ein hoher Einsatz muss sich nicht zwangsläufig auszahlen. Sie sind von Gegnerschaft und Widerstand gekennzeichnet, ein harmonisches Üben oder das freie Ausagieren der Kräfte ist eher die Ausnahme.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Tabuisierung und Alltäglichkeit von Macht ein und definiert das Ziel, mikropolitische Aktivitäten in Organisationen durch verschiedene theoretische Linsen zu beleuchten.

2. MACHT IM LICHT AUSGESUCHTER ORGANISATIONSTHEORIEN: Dieses Kapitel stellt die Machtansätze von Weber, Luhmann sowie Crozier und Friedberg gegenüber und arbeitet deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus.

3. MIKROPOLITIK: Der Begriff der Mikropolitik wird definiert und die Voraussetzungen für solche Aktivitäten, insbesondere die Bedeutung von Ressourcen und Koalitionen, werden erläutert.

4. MIKROPOLITIK- DAS SPIEL (MIT) DER MACHT IN ORGANISATIONEN: Hier werden konkrete mikropolitische Strategien wie Machiavellismus und das Don-Corleone-Prinzip sowie das Konzept des Spiels als Analyseinstrument für organisationsinterne Machtprozesse vertieft.

5. ZUSAMMENFASSUNG: Die wesentlichen Erkenntnisse über die Entstehung und Funktion mikropolitischer Machtspiele in Organisationen werden resümiert.

6. AUSBLICK: Es wird die Frage aufgeworfen, inwieweit Mikropolitik als Führungstechnik dienen kann und welche moralischen sowie ökonomischen Konsequenzen dies hat.

7. LITERATUR: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literaturhinweise zur fundierten Auseinandersetzung mit dem Thema.

Schlüsselwörter

Macht, Organisation, Mikropolitik, Machtspiele, Soziale Austauschbeziehung, Kollusion, Ungewissheitszonen, Machtressourcen, Machiavellismus, Don-Corleone-Prinzip, Handlungsspielraum, Koalitionen, Systemtheorie, Führung, Sozialmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Macht in Organisationen, insbesondere die informellen Prozesse und Strategien, die hinter der formellen Struktur ablaufen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Machttheorien, die Definition und Entstehung von Mikropolitik, Taktiken zur Machtsicherung sowie die Organisation als System von Machtspielen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu verstehen, wie mikropolitische Aktivitäten in Organisationen entstehen, welche Taktiken Akteure dabei nutzen und wie diese das Funktionieren der Organisation beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Anwendung der Machtkonzepte von Weber, Luhmann sowie Crozier und Friedberg auf die betriebliche Realität.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Machttheorien gegenübergestellt, der Mikropolitik-Begriff fundiert und spezifische Strategien wie das Don-Corleone-Prinzip sowie die Spiel-Metapher zur Analyse organisationaler Dynamiken detailliert beschrieben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Macht, Mikropolitik, Organisation, Machtspiele, soziale Austauschbeziehung, Ungewissheitszonen und Handlungsspielraum.

Was besagt das Don-Corleone-Prinzip konkret?

Es beschreibt eine Strategie der Einflusssicherung durch das Gewähren von Gefälligkeiten, die beim Empfänger Dankbarkeit und eine moralische oder taktische Verpflichtung zur Gegenleistung erzeugen.

Warum ist das Konzept des "Spiels" für Organisationen wichtig?

Die Spiel-Metapher beschreibt Organisationen als soziale Konstrukte, in denen Akteure trotz bestehender Regeln ihre Spielräume nutzen, um persönliche Interessen zu verfolgen und dabei gleichzeitig die Kooperation und Struktur der Organisation beeinflussen.

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Details

Title
Macht in Organisationen
College
University of Applied Sciences Braunschweig / Wolfenbüttel
Course
Organisationsanalyse
Grade
1,3
Author
Hagen Zywicki (Author)
Publication Year
2004
Pages
31
Catalog Number
V31751
ISBN (eBook)
9783638326605
ISBN (Book)
9783638651417
Language
German
Tags
Macht Organisationen Organisationsanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hagen Zywicki (Author), 2004, Macht in Organisationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31751
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