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Möglichkeiten als Ersatz des Faktischen. Robert Musils konstruktive Sprachkritik im Novellenzyklus „Drei Frauen“

Title: Möglichkeiten als Ersatz des Faktischen. Robert Musils konstruktive Sprachkritik im Novellenzyklus „Drei Frauen“

Term Paper , 2016 , 30 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Frank Tichy (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Summary Excerpt Details

Gegenstand der vorliegenden Arbeit zum Kurs "Das Problem Sprache - Poesie und Sprachreflexion" sind die Fragestellungen, inwieweit in Robert Musils 1921 bis 1923 publiziertem Novellenzyklus "Drei Frauen" Möglichkeiten als Ersatz des Faktischen fungieren und dies eine konstruktive Sprachkritik begründet. Dabei wird auch von Interesse sein, welche Berührungspunkte die Novellen "Grigia", "Die Portugiesin" und "Tonka" aufweisen. Für dieses Vorhaben sind Äußerungen Musils zum Sprachgebrauch sowie zum Begriff der Novelle als Grundlage unabdingbar.

Die Tatsache, dass in allen drei Novellen die Eigennamen der jeweiligen Hauptpersonen in Bezug auf Erwähnung, Bestimmtheit und Verwendungsart schwanken, gibt den ersten Impuls, nach Gründen und Absichten der Verflüssigung sprachlicher Fixierungen zu suchen.

Ein Hin- und Wegbewegen von Ein- zu Vieldeutigkeit ist auch dem augenfälligen Einsatz von Vergleichen zu entnehmen, die zwei sprachliche Ausdrücke nicht implizit verknüpfen wie z. B. Metaphern, die den eigentlichen Sprachgebrauch ersetzen, sondern explizit in der Weise vereinen, dass beide eine gleich gültige Berechtigung haben. Dahinter lässt sich zunächst wie auch bei Metaphern ein Infragestellen des ordnenden Charakters der Sprache, der die Eigentlichkeit des Sprach-gebrauchs ausmacht, feststellen. Da Vergleiche Vorstellungsbereiche sprachlich in eins setzen, die inhaltlich doch verschieden bleiben, lässt dies zudem folgern, auf diese Art dem nicht ins Wort Kommenden ein gewisses Aufblitzen zu ermöglichen.

Es ist Ziel der Arbeit, ausgehend von diesen Verdachtsmomenten im Zyklus "Drei Frauen" konkret zu untersuchen, wo Grenzen der Sprache zu entdecken sind, wo Potenzielles tatsächlich Anmutendes verdrängt, wie und in welche Beziehungen die abgegrenzten Bereiche geführt werden und inwiefern in einem Komplex aus Gesagtem und Ungesagtem die Sicht auf ein Drittes, ein im Wechselverhältnis von Sprache und Seele Umtreibendes freigegeben wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Äußerungen Musils zu Sprache und Form

2.1 Sprachgebrauch

2.2 Novelle

3 Möglichkeiten als Ersatz des Faktischen - Robert Musils konstruktive Sprachkritik im Novellenzyklus Drei Frauen

3.1 Eigennamen - Vom Allgemeinen zur Unendlichkeit

3.2 Vergleiche - Von der Kegelform zum Unaussprechbaren

3.3 Worte hybrider Art - Von Unmittelbarkeit zur Grenzverschiebung

3.4 Diminutive - Von Verkleinerung zum Kern der Novelle

3.5 Sprachgewalt - Vom Versuch zur Illusion der Ordnung

4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Robert Musils Novellenzyklus Drei Frauen Möglichkeiten als Ersatz des Faktischen etabliert und dadurch eine konstruktive Sprachkritik begründet. Dabei wird analysiert, wie Musil durch den bewussten Einsatz spezifischer sprachlicher Mittel die Grenzen des Sagbaren erweitert und ein Wechselverhältnis zwischen Sprache und dem Seelenhaften schafft.

  • Analyse von Musils Sprachverständnis und Gattungstheorie der Novelle.
  • Untersuchung der Funktion von Eigennamen als Mittel zur Identitäts- und Sprachproblematik.
  • Bedeutung von Vergleichen und metaphorischen Strukturen für die Darstellung des Unaussprechbaren.
  • Rolle hybrider Sprachformen und Diminutive für die zyklische Struktur und Erkenntnisfindung in den Novellen.

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Gegenstand der vorliegenden Arbeit zum Kurs Das Problem Sprache - Poesie und Sprachreflexion sind die Fragestellungen, inwieweit in Robert Musils 1921 bis 1923 publiziertem Novellenzyklus Drei Frauen Möglichkeiten als Ersatz des Fak-tischen fungieren und dies eine konstruktive Sprachkritik begründet. Dabei wird auch von Interesse sein, welche Berührungspunkte die Novellen Grigia, Die Por-tugiesin und Tonka aufweisen. Für dieses Vorhaben sind Äußerungen Musils zum Sprachgebrauch sowie zum Begriff der Novelle als Grundlage unabdingbar.

Die Tatsache, dass in allen drei Novellen die Eigennamen der jeweiligen Hauptpersonen in Bezug auf Erwähnung, Bestimmtheit und Verwendungsart schwanken, gibt den ersten Impuls, nach Gründen und Absichten der Verflüssigung sprachlicher Fixierungen zu suchen.

Ein Hin- und Wegbewegen von Ein- zu Vieldeutigkeit ist auch dem augenfälligen Einsatz von Vergleichen zu entnehmen, die zwei sprachliche Ausdrücke nicht implizit verknüpfen wie z. B. Metaphern, die den eigentlichen Sprachgebrauch ersetzen, sondern explizit in der Weise vereinen, dass beide eine gleichgültige Berechtigung haben. Dahinter lässt sich zunächst wie auch bei Metaphern ein Infragestellen des ordnenden Charakters der Sprache, der die Eigentlichkeit des Sprachgebrauchs ausmacht, feststellen. Da Vergleiche Vorstellungsbereiche sprachlich in eins setzen, die inhaltlich doch verschieden bleiben, lässt dies zudem folgern, auf diese Art dem nicht ins Wort Kommenden ein gewisses Aufblitzen zu ermöglichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, inwieweit Musils Novellenzyklus eine konstruktive Sprachkritik darstellt, und skizziert die methodische Untersuchung der sprachlichen Mittel.

2 Äußerungen Musils zu Sprache und Form: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen durch eine Analyse von Musils Verständnis des Sprachgebrauchs sowie seiner Definition der Novelle gelegt.

3 Möglichkeiten als Ersatz des Faktischen - Robert Musils konstruktive Sprachkritik im Novellenzyklus Drei Frauen: Das Hauptkapitel untersucht detailliert verschiedene sprachliche Gestaltungsmittel wie Eigennamen, Vergleiche, hybride Wörter und Diminutive, um ihre Funktion bei der Sprengung faktischer Ordnung zu verdeutlichen.

4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, wie Musil durch das Vexierspiel seiner Sprache das Faktische als denkbare Realisation zeigt und regt weiterführende Untersuchungen im Vergleich zu anderen modernen Autoren an.

Schlüsselwörter

Robert Musil, Drei Frauen, Sprachkritik, Novelle, Literaturwissenschaft, Eigennamen, Metaphorik, Sprachphilosophie, Moderne, Faktizität, Möglichkeitssinn, Sprachreflexion, Poetologie, Gattungstheorie, Hybridität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Robert Musil in seinem Novellenzyklus "Drei Frauen" Sprache einsetzt, um die Grenzen konventioneller Tatsachenbeschreibungen zu überwinden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Sprachkritik, die Theorie der Novelle, die Rolle von Identität in der Sprache und das Verhältnis von Faktischem zu Möglichem.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass Musils Sprachkritik nicht destruktiv, sondern konstruktiv ist, da sie den Raum für das Unaussprechbare und subjektive Erfahrung eröffnet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit analysiert textimmanent die Funktion spezifischer sprachlicher Mittel wie Eigennamen, Vergleiche und Diminutive im Kontext der Novellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene linguistische und literaturtheoretische Analysen, die demonstrieren, wie Musil durch sprachliche Variationen Wirklichkeitskonstruktionen auflöst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sprachkritik, Konstruktivität, Faktizität, Möglichkeitssinn und die spezifische Poetik der drei Novellen von Musil.

Wie werden Eigennamen in den Novellen genutzt?

Eigennamen dienen bei Musil nicht nur der Identifikation, sondern werden oft verflüssigt oder variiert, um die Einmaligkeit oder Mehrdeutigkeit der Charaktere hervorzuheben.

Welche Bedeutung haben die Vergleiche bei Musil?

Vergleiche fungieren bei Musil nicht als bloße Veranschaulichung, sondern verbinden disparate Vorstellungsbereiche miteinander, um das, was sich der wörtlichen Beschreibung entzieht, als "Aufblitzen" erfahrbar zu machen.

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Details

Title
Möglichkeiten als Ersatz des Faktischen. Robert Musils konstruktive Sprachkritik im Novellenzyklus „Drei Frauen“
College
University of Hagen
Grade
1,7
Author
Frank Tichy (Author)
Publication Year
2016
Pages
30
Catalog Number
V317741
ISBN (eBook)
9783668169487
ISBN (Book)
9783668169494
Language
German
Tags
möglichkeiten ersatz faktischen robert musils sprachkritik novellenzyklus drei frauen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Frank Tichy (Author), 2016, Möglichkeiten als Ersatz des Faktischen. Robert Musils konstruktive Sprachkritik im Novellenzyklus „Drei Frauen“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317741
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