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Verhaltensanomalien. Eine Betrachtung der Einflussfaktoren auf Kaufentscheidungen in einer Börsensimulation

Title: Verhaltensanomalien. Eine Betrachtung der Einflussfaktoren auf Kaufentscheidungen in einer Börsensimulation

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anika Heinrich (Author)

Economics - Micro-economics
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Nach dem ökonomischen Verhaltensmodell wird unterstellt, dass die Menschen, treffen sie Entscheidungen, stets ihren Erwartungsnutzen maximieren. Das Ergebnis verschiedener Experimente zeigte, dass sich die Menschen in klar zu unterscheidenden Situationen entgegen der Voraussage nach dem ökonomischen Verhaltensmodell anomal oder paradox verhalten. Sie unterliegen Verhaltensanomalien. In der vorliegenden Arbeit wird eine Verhaltensanalyse auf Basis der grundlegenden Verhaltensmuster durchgeführt. Im Fokus steht das Verhalten der Autorin als Anlegerin an der Börse.

In vielen Situationen des Lebens müssen Menschen Entscheidungen treffen, wie zum Beispiel beim Kauf von Lebensmitteln im Supermarkt, beim Kauf von Elektronikwaren oder bei der Tätigung von Investitionen. Entscheidungen, die mit einem hohen Kaufrisiko verbunden sind, müssen gut überlegt sein.

Im Rahmen des Seminars Börsensimulation an der Fachhochschule Südwestfalen, trafen die Studierenden Entscheidungen darüber, zu welchem Zeitpunkt sie welche Summe ihres Vermögens beziehungsweise „Spielgeldes“ in welche Aktien investieren wollen. Als Informationsgrundlage lagen die Geschäftsberichte der Unternehmen vor.

Die Autorin der vorliegenden Arbeit verfolgte die Strategie, Aktien von einigen wenigen Unternehmen zu erwerben, die einen hohen Marktanteil anstreben und planen, mit neu entwickelten Produkten auf neuen Märkten Gewinne zu erwirtschaften. Die Autorin änderte ihre Strategie, als die ursprünglich gewählte Strategie innerhalb des ersten Jahres der Börsensimulation hohe Verluste und zum Ende des Jahres nur wenig Gewinn einbrachte. Im zweiten Jahr kaufte die Autorin Aktien von mehreren Unternehmen ein, bei denen die Aktienkurse im letzten Jahr stark in die Höhe getrieben wurden und hatte Erfolg. Gewinne und Verluste wurden erwirtschaftet, sodass ihr Vermögen bei + = der ursprünglichen Summe lag. Die Autorin präferierte nun, mehrere verschiedene Aktien zu besitzen und behielt ihre Strategie bei.

Im Folgenden werden die Verhaltensanomalien dargestellt und untersucht, welche Anomalien für die Präferenzumkehrung der Autorin ursächlich waren und weiterhin auf das Verhalten der Autorin wirkten. Im dritten Kapitel erfolgt ein Transfer der gewonnenen Erkenntnisse aus der Börsensimulation auf das Berufsleben. Die vorliegende Arbeit schließt mit einem persönlichen Fazit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Verhaltensanomalien

2.1 Informationswahrnehmung

2.2 Informationsverarbeitung

2.3 Informationsbewertung

2.4 Kontrollverhalten

2.5 Kaufverhalten

3 Transfer der Verhaltensanomalie auf das Berufsleben

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht auf Basis der verhaltensökonomischen Theorie, welche psychologischen Phänomene und Anomalien das Entscheidungsverhalten der Autorin im Rahmen einer Börsensimulation beeinflusst haben, um daraus Erkenntnisse für professionelle Kontexte abzuleiten.

  • Analyse verhaltensökonomischer Anomalien am Finanzmarkt
  • Untersuchung von Selektiver Wahrnehmung und Framing-Effekten
  • Evaluierung von Mental Accounting und Herdenverhalten
  • Transfer psychologischer Erkenntnisse auf die berufliche Praxis
  • Reflexion persönlicher Anlagestrategien und Fehlentscheidungen

Auszug aus dem Buch

2.1 Informationswahrnehmung

Es gibt mehrere Faktoren, die die Wahrnehmung des Anlegers in seiner Kaufentscheidung beeinflussen. Aufgrund der Vielzahl an Reizen, die tagtäglich auf unsere Sinne einströmen, trifft unser Bewusstsein eine Auswahl zwischen relevanten und nicht relevanten Informationen. Wir nehmen unsere Umgebung selektiv wahr. An der Börse ist dieses Phänomen häufig zu beobachten. Kauft ein Anleger gewinnbringende Aktien, hält er gerne an ihnen fest auch wenn einige dieser Aktien nach zwei Jahren in den Keller gehen. Verlustbringende Aktien werden häufig ausgeblendet statt Verkäufe zu tätigen. Um der Gefahr der selektiven Wahrnehmung (Selective Perception) zu entgehen, ist es ist hilfreich die Transaktionen aus der entgegengesetzten Perspektive zu betrachten und sich die Frage zu stellen, im Falle einer Verkaufsabsicht, welche Vorteile sich ergeben würden wenn die Aktien nicht verkauft werden würden. Im anderen Fall ist es hilfreich sich die Frage zu stellen welche Argumente für einen Verkauf sprechen würden. Würden Sie z. B. eine Depotleiche heute auf keinen Fall kaufen, sollten Sie über einen sofortigen Verkauf nachdenken.

Mit der Stopp-Loss Order kann der Anleger einen Kurs unterhalb der aktuellen Notierung bestimmen, zu dem die Aktie verkauft werden soll, um weitere Verluste zu ersparen. Die Autorin erwarb im ersten Jahr verlustbringende Aktien und verkaufte sie. Im zweiten Jahr präferierte die Autorin, Aktien verschiedener Firmen zu besitzen, wobei einige verlustbringend und einige andere gewinnbringend waren. Aufgrund des Risikos erneut hohe Verluste zu erwirtschaften, hielt sie zunächst an ihrem Portfolio fest. Bei zunehmender Liquidität verkaufte sie verlustbringende Aktien gegen gewinnbringende Aktien einer anderen Firma. In diesem Fall wurden die Vor und Nachteile eines Kaufs- oder Verkaufs abgewogen und die selektive Wahrnehmung dadurch vermindert. Da Anleger häufig einem Zeitdruck unterliegen und/oder die Informationsbeschaffung mit hohen Kosten verbunden ist, werden leicht verfügbare Informationen für Entscheidungen herangezogen z. B. eigene Erfahrungen oder Berichterstattungen in Massenmedien. Dabei kann die selektive Wahrnehmung Erinnerungen verzerren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung irrationalen Anlegerverhaltens ein und beschreibt den Rahmen der Börsensimulation sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2 Verhaltensanomalien: In diesem Kapitel werden verschiedene psychologische Phänomene wie Wahrnehmungsfilter, kognitive Verarbeitungsmuster und Bewertungsfehler detailliert dargestellt und auf das Anlageverhalten der Autorin angewendet.

2.1 Informationswahrnehmung: Dieses Kapitel thematisiert die selektive Wahrnehmung von Marktdaten und wie diese durch Techniken wie die Stopp-Loss Order korrigiert werden kann.

2.2 Informationsverarbeitung: Hier wird erläutert, wie Menschen durch mentales Kontieren (Mental Accounting) und heuristische Abkürzungen bei der Informationsverarbeitung zu Fehlentscheidungen neigen.

2.3 Informationsbewertung: Dieses Kapitel befasst sich mit der Bewertung von Aktienkursen unter dem Einfluss von Referenzpunkten, der Verlustaversion und der fehlerhaften Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten.

2.4 Kontrollverhalten: Das Kapitel analysiert, wie ein falsches Kontrollbedürfnis zu Selbstüberschätzung, Reueaversion und Herdenverhalten führen kann.

2.5 Kaufverhalten: Hier werden der Dispositionseffekt, der Sunk-Cost-Effekt und der Endowment-Effekt als treibende Faktoren für irrationales Kauf- und Verkaufsverhalten an der Börse beleuchtet.

3 Transfer der Verhaltensanomalie auf das Berufsleben: Dieses Kapitel überträgt die aus der Börsensimulation gewonnenen Erkenntnisse über die eigene Entscheidungsfindung auf berufliche Rollen und betont die Bedeutung von Dokumentation und Erfolgskontrolle.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Strategieänderung der Autorin zusammen und gibt abschließende Handlungsempfehlungen, um gängigen Verhaltensanomalien im Anlegeralltag entgegenzuwirken.

Schlüsselwörter

Börsensimulation, Verhaltensanomalien, Anlegerpsychologie, Selektive Wahrnehmung, Mental Accounting, Framing-Effekt, Verlustaversion, Sunk-Cost-Effekt, Herdenverhalten, Entscheidungsfindung, Finanzmarkt, Behavioral Economics, Referenzpunkt, Risikomanagement, Selbstüberschätzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Entscheidungsverhalten der Autorin während einer Börsensimulation unter Berücksichtigung verhaltensökonomischer Anomalien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten zählen die psychologischen Mechanismen der Informationswahrnehmung, die kognitive Verarbeitung sowie die Bewertung von Anlagerisiken.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die persönlichen Fehlentscheidungen der Autorin zu verstehen und Strategien abzuleiten, um in Zukunft objektivere Entscheidungen zu treffen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine verhaltensökonomische Analyse durchgeführt, die eigene Praxiserfahrungen aus der Börsensimulation mit theoretischen Konzepten der Psychologie vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Anomalien wie Selective Perception, Mental Accounting, Framing-Effekte, Regret Aversion und Herding.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Verhaltensanomalien, Börsenpsychologie, Verlustaversion, Risiko und Entscheidungsanalyse.

Warum spielt die Dokumentation für die Autorin eine so wichtige Rolle?

Die Autorin erkennt, dass eine strukturierte Dokumentation ihrer Entscheidungen essenziell ist, um den Erfolg oder Misserfolg objektiv zu beurteilen und kognitive Verzerrungen aufzudecken.

Wie lässt sich das Herdenverhalten im Kontext dieser Arbeit interpretieren?

Die Autorin nutzte Herdenverhalten bewusst im zweiten Jahr, um von den Kurstrends erfolgreicher Aktien zu profitieren, da sie sich ihrer eigenen Wissenslücken bewusst war.

Welche Empfehlung gibt die Autorin für den Umgang mit dem Framing-Effekt?

Anleger sollten sich stets bewusst machen, dass identische Gewinnbeträge unabhängig von der relativen Höhe denselben absoluten Wert darstellen, um nicht in psychologische Fallen zu tappen.

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Details

Title
Verhaltensanomalien. Eine Betrachtung der Einflussfaktoren auf Kaufentscheidungen in einer Börsensimulation
College
University of Applied Sciences Südwestfalen; Meschede
Course
Markt- und Unternehmenssimulation
Grade
1,7
Author
Anika Heinrich (Author)
Publication Year
2016
Pages
13
Catalog Number
V317793
ISBN (eBook)
9783668173309
ISBN (Book)
9783668173316
Language
German
Tags
Börsensimulation Hauptseminar VWL VWL Verhaltensanomalien Anleger Börse Volkswirtschaftslehre Selective Perception Availability Framing-Effect Mental Accounting Anchoring Representativeness Information-Sources-Effect Reference Point Weighting of Probabilities Overconfidence Regret Avoidance Regret Aversion Home Bias Disposition Effect Sunk Cost Effect Endownment Effect
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anika Heinrich (Author), 2016, Verhaltensanomalien. Eine Betrachtung der Einflussfaktoren auf Kaufentscheidungen in einer Börsensimulation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317793
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