Einleitung
Die Hausarbeit befasst sich mit der Zukunft des deutschen Systems der Dualen Berufsausbildung. Sie ist die schriftliche Ausarbeitung bzw. Weiterführung zum Referat „Einführung in das Duale System“, welches von Andrea van Huet und Martin Reuter im Hauptseminar „Bildungsplanung, -politik, -recht“ im Sommersemester 2004 gehalten wurde.
Die Hausarbeit schafft nach dieser Einleitung im zweiten Kapitel eine aufgrund der Kürze nur grobe Einführung in das Duale System. Im dritten Kapitel wird die Zukunft des Dualen Systems dargestellt. Hierzu wird ein Überblick über die Modernisierungsdebatte gegeben, ehe auf die derzeitige Diskussion um Modularisierung und Schaffung neuer verkürzter Ausbildungsgänge eingegangen wird. Im darauffolgenden vierten Kapitel wird ein Überblick über die Diskussion der Ausbildungsplatzabgabe gegeben. Die Hausarbeit schließt mit einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung in das Duale System
3. Zukunft des Dualen Systems
3.1 Überblick über die Modernisierungsdiskussion
3.2 Modularisierungstendenzen
3.3 Entstehung neuer Ausbildungsberufe
3.4 Spezifische Probleme der Berufsschule
3.5 Perspektiven für das Duale System
4. Exkurs: Die Diskussion über die Ausbildungsplatzabgabe
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Zukunftsfähigkeit des deutschen Systems der dualen Berufsausbildung vor dem Hintergrund aktueller Modernisierungsdebatten. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie das System reformiert werden muss, um trotz bestehender Krisensymptome als zukunftsträchtiges Bildungsmodell erhalten bleiben zu können.
- Grundlagen und rechtliche Rahmenbedingungen des dualen Ausbildungssystems
- Kritische Analyse der Modernisierung, insbesondere Modularisierung und Differenzierung
- Herausforderungen und Problemlagen der Berufsschule als Lernort
- Diskussion über politische Lösungsansätze wie die Ausbildungsplatzabgabe
Auszug aus dem Buch
3.2 Modularisierungstendenzen
Ein Vorschlag zur Reform der Dualen Ausbildung ist die der Modularisierung. Dieser Vorschlag meint die Aufteilung der Ausbildung in kleinere zertifizierte Teileinheiten, sog. Module, welche die Auszubildenden nacheinander absolvieren können. Vorbilder für ein solches System könnten die Berufsbildungssysteme in England mit dem „National Vocational Qualifications“ oder in den Niederlanden mit der „Nationalen Qualifikationsstruktur“ sein.
Eine modularisierte Ausbildung soll es ermöglichen, schneller auf das Geschehen am Markt und somit auf Änderungen im beruflichen Handeln reagieren zu können als es bei einer Änderung der gesamten Ausbildungsordnung möglich ist. Was genau meint aber eine modularisierte Ausbildung?
Bei der modularisierten Ausbildung geht es „um das Verhältnis von Teil und Ganzes, wobei das Modul als Teil selbst ein Ganzes ist. Diese Ganzheit „Modul“ soll in eine ‚größeres’ Ganzes eingebettet werden.“10 Nach Sloane gibt es hier zwei verschiedene Möglichkeiten mit Modulen die Berufsausbildung zu reformieren:
1) „Module werden innerhalb eines Berufes als Ordnungsrahmen oder
2) Module werden bedarfs- und angebotsgerecht entwickelt.“11
Sloane favorisiert die erste Möglichkeit, da er das Berufsprinzip nicht aufgeben will, was die zweite Möglichkeit der bedarfs- und angebotsgerechten Module zwangsläufig ergäbe. Ihm geht es darum, „das Ganze des Beruflichen in Teile aufzugliedern, ohne den Anspruch des Ganzen zu verlieren.“12
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Hausarbeit sowie ein kurzer Ausblick auf den strukturellen Aufbau der Untersuchung.
2. Einführung in das Duale System: Erläuterung der historischen Entstehung und der rechtlichen Grundlagen des deutschen Berufsbildungssystems.
3. Zukunft des Dualen Systems: Auseinandersetzung mit der Modernisierungsdebatte, verschiedenen Reformmodellen sowie den Problemen und Perspektiven für Betrieb und Berufsschule.
4. Exkurs: Die Diskussion über die Ausbildungsplatzabgabe: Analyse der politischen Debatte um das Berufsausbildungssicherungsgesetz und die Alternativen durch den Nationalen Pakt für Ausbildung.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse mit dem Plädoyer für eine Stärkung der Qualität der Ausbildung und eine notwendige Reformbereitschaft.
Schlüsselwörter
Duales System, Berufsausbildung, Berufsbildungsgesetz, Modularisierung, Berufsprinzip, Berufsschule, Ausbildungsplatzabgabe, Ausbildungspakt, Modernisierung, Lernorte, Fachkräftenachwuchs, Berufsabschluss, Humankapital.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Zukunft des deutschen dualen Berufsausbildungssystems und diskutiert, wie es durch gezielte Reformen angesichts neuer wirtschaftlicher Anforderungen erhalten und gestärkt werden kann.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Modularisierungsdebatte, die Rolle der Berufsschule sowie politische Maßnahmen zur Sicherung des Ausbildungsplatzangebots.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das duale System trotz seiner Schwächen reformiert werden kann, um weiterhin als wichtiger Standortvorteil und als Garant für hohe Ausbildungsqualität zu fungieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine schriftliche Ausarbeitung auf Basis einer Literatur- und Bestandsaufnahme der aktuellen Modernisierungsdebatten im Bereich der Bildungsplanung und -politik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Probleme, eine Analyse von Modularisierungskonzepten, eine Untersuchung der berufsschulspezifischen Herausforderungen sowie eine Diskussion politischer Steuerungsinstrumente wie der Ausbildungsplatzabgabe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Duales System, Modularisierung, Berufsbildungsgesetz, Berufsprinzip und Ausbildungspakt geprägt.
Welche Bedeutung hat der „Nationale Pakt für Ausbildung“ für die Arbeit?
Der Pakt wird als politisches Gegenmodell zur gesetzlich verankerten Ausbildungsplatzabgabe kritisch analysiert, da er zwar eine Alternative darstellt, jedoch weniger Verbindlichkeit und Konkretheit bietet.
Wie bewertet die Arbeit die Zukunft der Berufsschule?
Die Arbeit identifiziert die Berufsschule als den schwächeren Lernort und fordert eine grundlegende Aufwertung, mehr Kooperation mit Betrieben sowie eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung.
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- Martin Reuter (Author), 2004, Zukunft des Dualen Systems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31795