Diese Arbeit befasst sich mit dem Leben Hans Christian Andersens und dessen Verbindung zu seinen Märchen. Die Analyse einzelner Märchen von H.C. Andersen soll verdeutlichen, wie sehr er seine eigenen Erlebnisse in seiner Dichtung verarbeitet.
Einleitend dazu werden das Volksmärchen und das Kunstmärchen kurz näher erläutert. Der erste Teil wird sich dann mit dem Dichter selbst befassen. Es wird zunächst eine Biographie gegeben und dann näher auf den Mensch H.C. Andersen eingegangen. Der zweite Teil befasst sich dann mit Andersens Märchendichtung. Hierbei wird vermehrt auf Andersens Erzählstil, typische Motive und die Stimmung der Märchen eingegangen. Der folgende Abschnitt beinhaltet die Analyse folgender Märchen von H.C. Andersen:
"Den lille pige med svovlstikkerne" und "Den grimme ælling".
Abschließend folgen eine Auswertung der Analysen sowie eine Zusammenfassung der gesamten Arbeit. Ziel dieser Arbeit ist es zu prüfen, ob Andersens Märchen als Spiegel seiner Seele gesehen werden können.
„Mit liv er et smukt eventyr, saa rigt og lyksaligt!“
So lautet der erste Satz von Hans Christian Andersens Selbstbiographie "Mit Livs Eventyr" und hebt die enge Verbundenheit Andersens zur Märchendichtung hevor.
Doch betrachtet man Andersens Leben genauer, lässt sich herausfinden, dass dieses weit davon entfernt war „reich und glücklich“ zu sein. Er war ein von Zweifeln geplagter Mensch mit Selbstmordgedanken, welcher beinahe auf selbstquälerische Art und Weise lebte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Volksmärchen und Kunstmärchen
3. Hans Christian Andersen
3.1. Andersens Leben
3.2. Der Mensch H.C. Andersen
4. Andersens Märchen
4.1. Andersens Erzählstil
4.2. Typische Motive
5. Analyse und Interpretation der Märchen
5.1. Den lille pige med svovlstikkerne
5.2. Den grimme ælling
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die enge Verbindung zwischen dem Leben des dänischen Dichters Hans Christian Andersen und dessen literarischem Werk. Anhand einer biographischen Analyse und der Interpretation ausgewählter Märchen wird die Forschungsfrage beantwortet, inwiefern Andersens Märchen als Spiegel seiner persönlichen Erlebnisse, Ängste und Erfahrungen betrachtet werden können.
- Biographische Hintergründe und psychologische Prägung von H.C. Andersen
- Stilistische Merkmale und Entwicklung des Kunstmärchens
- Analyse der Märchen "Den lille pige med svovlstikkerne" und "Den grimme ælling"
- Verarbeitung von Außenseiter-Erfahrungen und Minderwertigkeitsgefühlen in der Dichtung
Auszug aus dem Buch
5.1. Den lille pige med svovlstikkerne
Den lille pige med svovlstikkerne handelt von einem kleinen Mädchen, welches in der Silvesternacht von ihrem Vater hinausgeschickt wird, um Zündhölzer zu verkaufen. Die Stunden vergehen, doch das kleine Mädchen hat nicht ein Zündholz verkauft. Trotz der Kälte geht es jedoch nicht nach Hause, aus Angst vor ihrem Vater, welcher sie schlägt, wenn sie keine Zündhölzer verkauft hat. In einer Gasse sitzend beginnt das kleine Mädchen einige Hölzer selbst zu verbrennen, um sich zu wärmen. Durch die Flammen der Zündhölzer begegnen dem Mädchen schöne Traumerlebnisse, welche sie die Kälte und ihre Notsituation vergessen lassen. Das kleine Mädchen stirbt noch in der Silvesternacht durch Erfrieren. Das Märchen endet damit, dass Passanten das kleine Mädchen am Neujahrsmorgen tot auffinden und nüchtern rekonstruieren, was geschehen sein könnte.
In dem Märchen des kleinen Mädchens mit den Schwefelhölzern stechen bereits die ersten 5 Worte heraus: „Det var så gruelig koldt[…].” Der Leser wird hier nicht angesprochen, so wie es bei vielen Märchen von H.C. Andersen der Fall ist. Dennoch ist die Nähe zum Märchen sofort gegeben. Betrachtet man den gesamten ersten Satz des Märchens: „ Det var så gruelig koldt; det sneede, og det begyndte at blive mørk aften; det var også den sidste aften i året, nytårsaften.”, fällt direkt Andersens Erzählstil auf. Er schreibt von Beginn an aus der Kinderperspektive. Diese Sicht zeigt dem Leser zwei Seiten. Zum einen das Schreckliche dieses Abends, die Kälte und die Einsamkeit, zum anderen die Freude auf das Fest in der Silvesternacht. Es fallen mehrere für Andersen typische Motive in dem Märchen des kleinen Mädchens mit den Schwefelhölzern auf. So spielt das Wetter eine große Rolle für die recht bedrückte Stimmung in der Geschichte. Hierbei wird immer wieder die Macht der Kälte betont: „Hendes små hænder var næsten ganske døde af kulde.“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage, ob Andersens Märchen als Spiegel seiner Seele dienen können.
2. Volksmärchen und Kunstmärchen: Definition der Gattungsunterschiede zwischen traditioneller mündlicher Überlieferung und dem literarischen Kunstmärchen.
3. Hans Christian Andersen: Biographischer Überblick über sein Leben, seine Entwicklung als Dichter und seine Persönlichkeitsstruktur.
4. Andersens Märchen: Untersuchung des Erzählstils und wiederkehrender Motive in Andersens Gesamtwerk.
5. Analyse und Interpretation der Märchen: Detaillierte literaturwissenschaftliche Analyse von „Den lille pige med svovlstikkerne“ und „Den grimme ælling“ hinsichtlich ihrer biographischen Parallelen.
6. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung und Bestätigung der These, dass das Werk ein persönliches Bekenntnis des Autors darstellt.
Schlüsselwörter
Hans Christian Andersen, Märchen, Kunstmärchen, Volksmärchen, Autobiographie, Literaturwissenschaft, Interpretation, Motiv, Erzählstil, Außenseiter, Identität, Kindheit, Dänemark, Traumwelt, Welterfolg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Märchen von Hans Christian Andersen autobiographische Züge tragen und seine persönliche Gefühlswelt widerspiegeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Biographie des Autors, der Differenzierung zwischen Volks- und Kunstmärchen sowie der detaillierten Interpretation spezifischer Märchentexte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Andersens Dichtung als Spiegel seiner Seele fungiert und private Erlebnisse sowie psychologische Konflikte verarbeitet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die biographische Daten mit Textinterpretationen verknüpft, um Parallelen zwischen Autor und Werk aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einführung, eine stilistische Untersuchung der Märchen und eine konkrete Analyse der Werke "Den lille pige med svovlstikkerne" und "Den grimme ælling".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Hans Christian Andersen, Kunstmärchen, biographische Parallelen, Identitätsfindung und literarische Selbstverarbeitung.
Warum spielt das Reisen eine so wichtige Rolle im Leben des Dichters?
Reisen war für Andersen essenziell, um Eindrücke für seine Arbeit zu sammeln, wobei es gleichzeitig seine Rastlosigkeit und Weltneugier unterstreicht.
Inwieweit lässt sich das "hässliche Entlein" mit Andersen selbst vergleichen?
Das Entlein dient als Allegorie für Andersens eigenes Leben: Wie der Protagonist, der sich vom Außenseiter zum schönen Schwan entwickelt, stieg auch Andersen aus ärmlichen Verhältnissen zum weltberühmten Dichter auf.
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- Anonym (Autor), 2015, Hans Christian Andersens Märchen. Ein Spiegel seiner Seele? Erzählstil und typische Motive, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318748