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Felix Dahn und der Missbrauch des Nibelungenliedes

Eine Untersuchung von Werken Felix Dahns und deren Einbettung in den historischen Kontext

Titre: Felix Dahn und der Missbrauch des Nibelungenliedes

Dossier / Travail de Séminaire , 2013 , 12 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Max Gerstenhuber (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Das „Nibelungenlied“ als Bestandteil der deutschen Geschichte ist auch im 21. Jahrhundert noch allgegenwärtig. Da das „Nibelungenlied“ noch heute ein fester Bestandteil im Schulunterricht ist, dürfte den meisten Deutschen zumindest der Teil des „Nibelungenliedes“ bekannt sein, in dem der Held Siegfried den Drachen Fafnir erschlägt und anschließend in dessen Blut badet. Nur ein Ahornblatt an seinem Rücken verhindert die vollständige Unverwundbarkeit Siegfrieds, was ihm später zum Verhängnis wird.

Erklärt werden kann dieser Status des „Nibelungenliedes“ einerseits, weil das Werk bereits im Mittelalter zur beliebtesten Lektüre gehörte und in vielen Handschriften verbreitet war. Genauso gewichtig dürfte aber auch die Stilisierung des Werkes zum „deutschen Nationalepos“ gewesen sein, die Mitte des 19. Jahrhunderts begann. Damit ist das „Nibelungenlied“ jedoch auch ein Beispiel dafür, dass literarische Werke in ihrer Rezeptionsgeschichte nicht selten für politische und ideologische Zwecke missbraucht wurden.

Seit seiner Wiederentdeckung durch den Arzt Jakob Hermann Obereit im Jahr 1755 wurde das „Nibelungenlied“ immer wieder aus seinem ursprünglichen literarischen und historischen Kontext herausgelöst. Die Autoren bedienten sich dabei meist nur einiger Elemente des Liedes, die bei der Verbreitung ihrer Meinungen und Ansichten unterstützend interpretiert werden konnten und das Werk für eine nationalistische Rezeption geeigneter machten. Deshalb steht die Rezeptionsgeschichte des „Nibelungenliedes“ auch in einem engen Zusammenhang mit dessen oben erwähnter Stilisierung zum „deutschen Nationalepos“, die schließlich in der Instrumentalisierung für politische Indoktrinierung im Dritten Reich gipfelte.

Eine besondere Rolle in dieser Rezeptionsgeschichte nimmt der deutsche Autor und Historiker Felix Dahn ein. Der „bekannteste und pathetischste Verherrlicher „altdeutscher Vergangenheit““ (Wunderlich 1977: 37) versuchte wie kein zweiter, ab der Mitte des 19. Jahrhunderts das deutsche Nationalbewusstsein zu stärken und den Anspruch auf ein deutsches Reich zu artikulieren.

In der vorliegenden Arbeit soll nun bewiesen werden, dass Dahn zu diesem Zweck einige Elemente des „Nibelungenliedes“ aus ihren Kontexten löste und als Stereotype für seine Gedichte missbrauchte. Dazu werden im zweiten Kapitel exemplarisch zwei Gedichte von Felix Dahn untersucht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Felix Dahn und der Missbrauch des Nibelungenliedes

2.1 Historischer Kontext

2.1.1 Geschichtlich

2.1.2 Auswirkungen auf die Nibelungenlied-Rezeption

2.2 Untersuchung von Dahns Gedichten

2.2.1 Der Bundestag

2.2.2 Deutsche Lieder

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie der deutsche Autor Felix Dahn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Elemente des Nibelungenliedes aus ihrem ursprünglichen Kontext löste, um sie als propagandistische Stereotype in seinen Gedichten für politische Zwecke zu instrumentalisieren.

  • Rezeptionsgeschichte des Nibelungenliedes im 19. Jahrhundert
  • Politischer Missbrauch literarischer Motive
  • Analyse der Gedichte „Der Bundestag“ und „Deutsche Lieder“
  • Stilisierung von Siegfried und Hagen als nationale Vorbilder
  • Kontrastierung von Dahns Interpretationen mit der Originalquelle

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Der Bundestag

Im Gedicht Der Bundestag bedient sich Dahn mehrere Elemente aus dem Nibelungenlied. Zu einem erwähnt er Schlangen, die einen Hort hüten sollen: Da liegt ein wirrer Knäul von vielen Schlangen, Auf ihren Häuptern goldne Krönlein prangen: Sie hüten einen Hort, um den ich weine. (Dahn o.J.: 536)

Die Schlangen können in Bezug auf den Frankfurter Bundestag, der als Verfassungsorgan des Deutschen Bundes 1850 wiedereröffnet wurde, als die Monarchen und Fürsten des Deutschen Bundes verstanden werden (vgl. Härd 1996: 145; stefanjacob.de). Der Hort selbst, den sie beschützen, soll ein Kleinod beinhalten, zu dem das deutsche Volk nie gelangen könne: Der deutschen Stämme Hoffen und Verlangen, Daß Recht und Freiheit endlich sie vereine. (Dahn o.J.: 536)

Der Nibelungenhort wird an dieser Stelle als Einheitssymbol für ein vereintes Deutschland benutzt (vgl. Wunderlich 1977: 38). Dahn wirft dem Frankfurter Bundestag somit eine gewisse politische Machtlosigkeit vor, die ein neues deutsches Reich unmöglich macht (vgl. Härd 1996: 145). Deutlicher wird dies noch, wenn Dahn von Drachen spricht, die sich gegenseitig zerfleischen würden: Mit gift’gem Biß zerfleischen sich die Drachen, Treulos und falsch, in ihrem eignen Blute, (Dahn o.J.: 536)

Um das Verlangen nach dem deutschen Nationalstaat doch noch befriedigen zu können, sieht Dahn in seinem Gedicht nur einen Ausweg: Wann kommt der Held von echtem Siegfriedsmute, Der auseinander schlägt die Schlangenketten? (Dahn o.J.: 536)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Nibelungenlied als allgegenwärtiges deutsches Kulturgut und führt in die Fragestellung ein, wie Felix Dahn das Epos für seine nationalistischen Ziele ideologisch umdeutete.

2. Felix Dahn und der Missbrauch des Nibelungenliedes: Dieses Kapitel erläutert den historischen Hintergrund des 19. Jahrhunderts und analysiert anhand der Gedichte „Der Bundestag“ und „Deutsche Lieder“, wie Dahn literarische Figuren und Motive gezielt als politische Stereotype einsetzte.

3. Fazit: Das Fazit bestätigt die Hypothese des Missbrauchs und fasst zusammen, dass Dahn das Nibelungenlied als eine Art „Ersatzteillager“ nutzte, um die nationale Identitätsstiftung und den Wunsch nach einem deutschen Kaiserreich propagandistisch zu untermauern.

Schlüsselwörter

Felix Dahn, Nibelungenlied, Rezeptionsgeschichte, Nationalismus, Deutschland, 19. Jahrhundert, Der Bundestag, Deutsche Lieder, Propaganda, Siegfried, Hagen von Tronje, Nibelungenhort, Einheitsstaat, Literaturanalyse, Ideologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Rezeption des Nibelungenliedes im 19. Jahrhundert, speziell mit dem Fokus darauf, wie der Autor Felix Dahn das Epos für politische Zwecke instrumentalisierte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Mittelpunkt stehen die Verzerrung des Nibelungenliedes, der historische Kontext Preußens und des Deutschen Bundes sowie die Rolle von Literatur als Mittel zur nationalen Identitätsbildung.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist der Nachweis, dass Felix Dahn zentrale Elemente des Nibelungenliedes aus ihrem ursprünglichen Kontext riss und in seinen Gedichten ideologisch verfälschte.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der ausgewählte Gedichte von Felix Dahn den Originaltexten des Nibelungenliedes gegenübergestellt werden, um Diskrepanzen in der Darstellung und Intention aufzuzeigen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die spezifische Funktion der Nibelungen-Motive in den Gedichten „Der Bundestag“ und „Deutsche Lieder“ sowie die selektive Heldenstilisierung durch Dahn.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Rezeptionsgeschichte“, „Propaganda“, „Nationalmythos“, „Stereotyp“ und „Felix Dahn“ charakterisiert.

Warum betrachtet der Autor den „Nibelungenhort“ als Problem bei Dahn?

Dahn stilisiert den Hort als Symbol für ein vereintes Deutschland, während er im Originaltext eine völlig andere, moralisch und historisch distanzierte Rolle spielt, was Dahn bewusst ignoriert.

Welche Rolle spielt die Figur des Hagen von Tronje in Dahns Interpretation?

Dahn instrumentalisiert Hagen als Symbol für unerschrockene Vaterlandstreue, verschweigt jedoch dessen heimtückischen Mord an Siegfried, um das gewünschte heldenhafte Narrativ nicht zu gefährden.

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Résumé des informations

Titre
Felix Dahn und der Missbrauch des Nibelungenliedes
Sous-titre
Eine Untersuchung von Werken Felix Dahns und deren Einbettung in den historischen Kontext
Université
Johannes Gutenberg University Mainz  (Deutsches Institut)
Cours
Nibelungen(lied)rezeption
Note
1,3
Auteur
Max Gerstenhuber (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
12
N° de catalogue
V318894
ISBN (ebook)
9783668181069
ISBN (Livre)
9783668181076
Langue
allemand
mots-clé
felix dahn missbrauch nibelungenliedes eine untersuchung werken dahns einbettung kontext
Sécurité des produits
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Citation du texte
Max Gerstenhuber (Auteur), 2013, Felix Dahn und der Missbrauch des Nibelungenliedes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318894
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