Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Ethics

Inwiefern war und ist Fleischkonsum moralisch vertretbar? Ethische, historische und gesetzliche Aspekte zu den Rechten von Tieren

„Erst das Fressen, dann die Moral?“

Title: Inwiefern war und ist  Fleischkonsum moralisch vertretbar? Ethische, historische und gesetzliche Aspekte zu den Rechten von Tieren

Pre-University Paper , 2015 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Pia Klaus (Author)

Ethics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Arbeit ist grob in drei Teile zu gliedern: Im ersten Teil geht es um die Beziehung zwischen Mensch und Tier in unterschiedlichen Zeitaltern und das Konsumieren von Fleisch in diesen. Dieser Aspekt erscheint mir relevant, weil unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema Tier und Mensch und ihr Agieren miteinander erläutert werden. Im zweiten Kapitel soll es um das Tier im Gesetz gehen. Dabei steht zunächst Deutschland im Fokus. Um zwei Kontraste zur gesetzlichen Stellung des Tieres in Deutschland zu bilden, werden danach die Schweiz und Neuseeland belichtet. In einem letzten Paragraphen wird die ethische Perspektive auf das Thema bezogen. Hierbei werden die Ansätze Dreier verschiedener Ethiker beziehungsweise Philosophen dargelegt, auch in Bezug auf den Fleischkonsum.

Das Überthema dieses Seminarkurses waren Lebensperspektiven und –Übergänge. Während der Themenfindung, überlegte ich mir was alles Übergänge in meinem Alltag sind. Ich kam auf den Übergangszustand des Hungers. Was tun wir Menschen bei Hunger? Wir essen! Und was? Oftmals Tierfleisch! Doch warum tun wir das? Warum stellt der Mensch sich in seiner Beziehung mit dem Tier über jenes? Dies soll das Thema dieser Arbeit sein. So war nicht nur das Überthema des Übergangs und das der Lebensperspektiven (in diesem Fall die von Tieren) abgedeckt, ich hatte auch noch einen persönlichen Bezug zum Thema: Mein Großvater war 50 Jahre der Besitzer einer Metzgerei. Der Konsum von Tierfleisch gehört für mich sozusagen zum Alltag.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Relation zwischen Mensch und Tier in unterschiedlichen Zeitaltern

2.1. Tiere in der Kirche

2.1.1. Christentum- ohne konkrete Vorschriften

2.1.2. Das Geschöpf als Nutztier im Islam

2.1.3. Im Buddhismus

2.2. Das Verhältnis von Mensch und Tier im griechisch-römischen Denken

3. Gesetzliche Stellung von Tieren

3.1. Anerkennung von Tieren in Deutschland

3.2. In anderen Kulturen

3.2.1. Tierwürde als Bestandteil des schweizerischen Gesetzes

3.2.2. Anerkennung von Menschenaffen in Neuseeland

4. Ethische Perspektive

4.1. Prominente tierethische Ansätze

4.1.1. Peter Singer: „Animal Liberation“

4.1.2. Tom Regan: „Animal Rights”

4.1.3. Gary L. Francione: „Abolitinist Approach“

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die moralische Vertretbarkeit des Fleischkonsums unter Berücksichtigung historischer, rechtlicher und ethischer Perspektiven. Zentral ist dabei die Frage, wie der Mensch seine Beziehung zu Tieren definiert und inwiefern der Konsum von tierischen Produkten angesichts aktueller tierethischer Diskurse gerechtfertigt werden kann.

  • Beziehung zwischen Mensch und Tier in verschiedenen Religionen und Zeitaltern
  • Rechtliche Anerkennung und Stellung von Tieren in Deutschland, der Schweiz und Neuseeland
  • Vergleichende Analyse prominenter tierethischer Ansätze von Peter Singer, Tom Regan und Gary L. Francione
  • Reflexion über die Vereinbarkeit von Fleischkonsum und moralischen Ansprüchen

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Peter Singer: „Animal Liberation“

Die Veröffentlichung Peter Singers Buch „Animal Liberation“ 1975 war der Ausgangspunkt für die Diskussion um Tierrechte. Er nennt im Buch für den Menschen die Bezeichnung „menschliches Wesen“ und für das Tier „nicht-menschliches Wesen“. Der Unterschied zwischen diesen Wesen anhand mentaler Fähigkeiten zu machen ist für Singer ein Problem, denn es gibt auch Menschen, die diese Fähigkeiten nicht haben wie beispielsweise Säuglinge und Geistig-Behinderte. Er teilt alle Lebewesen neu ein in Personen und bewusste Lebewesen. Beim Begriff der Person orientiert sich Singer an John Lockes Theorie, dass die Person ein rationales und selbstdenkendes Wesen ist.

Die meisten Mitglieder der Kategorie sind Menschen. Sie verdienen eine besondere moralische Beachtung. Die andere Kategorie, die der bewussten Lebewesen, beinhaltet die Lebewesen, die zwar schmerz- und leidensfähig sind aber nicht „ich-bewusst“ und ohne Zukunftssinn leben. Die meisten Mitglieder dieser Kategorie sind Tiere. Bestimmte Affenarten stehen zwischen diesen Kategorien, denn sie weisen manche Charaktereigenschaften von Personen auf. Die entscheidende Fähigkeit, die über Person-Sein oder Lebewesen-Sein entscheidet, ist für Singer die Empfindsamkeit von Schmerz, aber auch Lust.

Beim Mensch-Tier-Verhältnis kritisiert Singer die fehlende Beobachtung der Interessen von Tieren, weil die moralische Unterscheidung lediglich anhand der „Art“ getroffen wird. Er bezeichnet dies als Speziesismus. Der Speziesismus ist die Grenze der moralischen Relevanz anhand der Spezieszugehörigkeit festzumachen. Man spricht hier von der Verweigerung der Gleichberechtigung gegenüber Tieren. Dadurch werden Tiere diskriminiert. Der Speziesismus stellt in keiner Weise eine ethisch vertretbare Grundlage laut Singer dar und ist deshalb unmoralisch. Der Fleischkonsum ist durch den Speziesismus geprägt. Er ist neben dem engsten menschlichen Kontakt mit Tieren auch die größte Misshandlung an bewussten Lebewesen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Themenwahl durch den persönlichen Bezug der Autorin und steckt den Rahmen der Arbeit ab, der von historischen Betrachtungen über rechtliche Analysen bis hin zu einer ethischen Debatte reicht.

2. Die Relation zwischen Mensch und Tier in unterschiedlichen Zeitaltern: Dieses Kapitel untersucht die historische und religiöse Einordnung des Tieres in Christentum, Islam und Buddhismus sowie im griechisch-römischen Denken.

3. Gesetzliche Stellung von Tieren: Hier wird der rechtliche Status von Tieren in Deutschland, der Schweiz und Neuseeland analysiert, wobei besonders die Entwicklung vom „Sachenbegriff“ hin zur gesetzlichen Anerkennung beleuchtet wird.

4. Ethische Perspektive: In diesem Kapitel werden die tierethischen Ansätze von Peter Singer, Tom Regan und Gary L. Francione im Hinblick auf ihre Position zum Fleischkonsum detailliert verglichen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die moralische Vertretbarkeit des Fleischkonsums eine individuelle Entscheidung bleibt, die eine bewusste Auseinandersetzung mit der Würde des Tieres erfordert.

Schlüsselwörter

Fleischkonsum, Tierethik, Peter Singer, Tom Regan, Gary L. Francione, Speziesismus, Tierwürde, Tierschutzgesetz, Menschenrechte für Menschenaffen, Moral, Vegetarismus, Veganismus, Mensch-Tier-Verhältnis, Religionsphilosophie, Rechtssubjekt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch die moralische Vertretbarkeit des Fleischkonsums und analysiert dabei, wie sich das Mensch-Tier-Verhältnis über verschiedene Epochen und durch unterschiedliche kulturelle sowie philosophische Ansätze entwickelt hat.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?

Die zentralen Felder sind die historische Betrachtung der Tier-Mensch-Beziehung, der aktuelle rechtliche Status von Tieren in verschiedenen Ländern und die ethische Bewertung durch bedeutende Philosophen der Tierethik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Leitfrage „Inwiefern war und ist Fleischkonsum moralisch vertretbar?“ zu beantworten und eine fundierte Basis für das eigene Handeln und Denken gegenüber Tieren zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die zu 90 Prozent auf Fachliteratur basiert, ergänzt durch Internetquellen, um eine vergleichende Analyse der verschiedenen ethischen und rechtlichen Positionen durchzuführen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst die historische und religiöse Sicht auf Tiere dargelegt, gefolgt von einer Analyse der nationalen Gesetzgebungen und einer detaillierten Auseinandersetzung mit den tierethischen Theorien von Singer, Regan und Francione.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Tierethik, Speziesismus, Tierwürde, Fleischkonsum, Tierschutz und die ethischen Positionen der genannten Philosophen.

Welche Rolle spielt die „Dreigroschenoper“ in der Argumentation?

Das Zitat „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral!“ von Bertold Brecht dient als zentraler Aufhänger, um den Konflikt zwischen menschlichen Bedürfnissen und moralischen Ansprüchen zu veranschaulichen.

Wie unterscheidet sich der Ansatz der Schweizer Gesetzgebung von dem Deutschlands?

Während Deutschland Tiere rechtlich über das BGB und das Grundgesetz als „keine Sachen“ definiert, geht die Schweiz weiter, indem sie explizit die Tierwürde als Selbstzweck und Schutzgut in der Verfassung und im Tierschutzgesetz verankert hat.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen „moral agents“ und „moral patients“ bei Tom Regan eine Rolle?

Regan nutzt diese Einteilung, um zu begründen, dass nicht nur Menschen als moralisch handelnde Wesen Rechte haben, sondern auch Tiere („moral patients“) als Subjekte eines Lebens ein Recht auf respektvolle Behandlung besitzen.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin im Fazit?

Die Autorin betont, dass Fleischkonsum zwar individuell vertretbar sein kann, dies jedoch ein tiefes Bewusstsein für das Leben und die Würde des Tieres voraussetzt, um von einem gedankenlosen „Erst das Fressen“ zu einem ethisch reflektierten Umgang zu gelangen.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Inwiefern war und ist Fleischkonsum moralisch vertretbar? Ethische, historische und gesetzliche Aspekte zu den Rechten von Tieren
Subtitle
„Erst das Fressen, dann die Moral?“
Grade
2,0
Author
Pia Klaus (Author)
Publication Year
2015
Pages
23
Catalog Number
V319237
ISBN (eBook)
9783668185364
ISBN (Book)
9783668185371
Language
German
Tags
inwiefern fleischkonsum ethische aspekte rechten tieren erst fressen moral
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Pia Klaus (Author), 2015, Inwiefern war und ist Fleischkonsum moralisch vertretbar? Ethische, historische und gesetzliche Aspekte zu den Rechten von Tieren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319237
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint