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Food und Gender im Film. Inwiefern nehmen filmische Darstellungen Einfluss auf reale Lebenslagen?

Titre: Food und Gender im Film. Inwiefern nehmen filmische Darstellungen Einfluss auf reale Lebenslagen?

Dossier / Travail , 2015 , 18 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Frank Harper (Auteur)

Filmologie
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der schwedische Soziologe Richard Swedberg hat in seiner Publikation „The Art of Social Theory“ (2014) Methoden der soziologischen Erkenntnisgewinnung reflektiert. Swedberg appelliert an angehende Soziologen, sich bei der Produktion von gesellschaftlich relevantem Wissen, nicht bloß auf konventionelle Methoden der Erkenntnisbildung zu beschränken. So können (benebst konventioneller schriftlicher und sprachlicher Quellen) Fiktionen, Filme, Fotographien, mathematische Modelle oder gar Träume und Gerüchte jeweils legitime Medien darstellen. Ferner spricht er eine Empfehlung aus, den Forschungsfokus auf jene Dinge zu legen, die einem interessant oder ungewöhnlich erscheinen und zu diesem Untersuchungsgegenstand – aus allen potenziellen Quellen – relevante Informationen zu sammeln. Die vorliegende Arbeit ist von dieser Idee beeinflusst.

Geboren in der Sowjetunion und aufgewachsen in einem Netz russischstämmiger sozialer Beziehungen, kam ich früh in Berührung mit den Eigenheiten jener Kultur. So trifft sich die Verwandtschaft in geregeltem Maße, an religiösen Feiertagen sowie an Silvester zusammen, um ebendiese in geselliger Runde zu zelebrieren. Aus diesen Anlässen arbeiten die Frauen an der Zubereitung der Speisen. Männer sind (aus Sicht eines Knaben) in den Küchen nicht willkommen. Während des üppigen Festmahls steigt die Stimmung mit jeder verstreichenden Stunde, was wiederum stark mit der Anzahl konsumierter Spirituosen korreliert. Im Hintergrund des Geschehens und zunächst latent, als die Konzentration beim Verzehr der Speisen liegt, läuft ein Fernsehapparat, der an solchen Tagen immer die beliebtesten Filme im Abendprogramm hat.

Sieht man als Kind diese Filme zum ersten Mal, so stellt man fest, dass man etliche Redewendungen daraus bereits (kontextgerecht) im normalen Sprachgebrauch der Menschen gehört hat. Es ist davon auszugehen, dass jede moderne Kultur Filme hervorgebracht hat, die im kollektiven Gedächtnis ihrer Völker verankert sind. In dieser Arbeit werden jeweils drei solcher Filmbeispiele aus dem russisch- sowie dem deutschsprachigen Raum beleuchtet. Unter dem Gesichtspunkt, dass Filme den alltäglichen Sprachgebrauch zu alterieren vermögen, ist es Anliegen dieser Arbeit zu untersuchen, inwiefern das Medium des Films ebenso Umgangsformen der Geschlechter in Hinblick auf Aufbereitung und Konsum von Speisen beeinflussen kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Einfluss und Absicht

2. Methode – Filmanalyse mit theoretischer Brille

3. Datenmaterial – Auswahl und Kontextualisierung

3.1 Film 1: „Ein Herz und eine Seele: Silvesterpunsch“

3.2 Film 2: „Pappa ante Portas“

3.3 Film 3: „Kein Pardon“

3.4 Film 4: „Ironie des Schicksals“

3.5 Film 5: „Bahnhof für Zwei“

3.6 Film 6: „Moskau glaubt den Tränen nicht“

4. Analyse – Empirie und Theorie

4.1 Männer als Köche

4.2 Paare und Essen

4.3 Prioritäten der Hausfrau

4.4 Die männliche Dominanz

4.5 Spirituosen und Status

5. Fazit – Verdichtung und Vernetzung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, inwiefern das Medium Film als kulturelles Produkt gesellschaftliche Umgangsformen der Geschlechter in Bezug auf die Zubereitung und den Konsum von Speisen reflektiert und beeinflusst. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das Zusammenspiel von "food" und "gender" in ausgewählten, kulturell verankerten Filmbeispielen aus dem russischen und deutschsprachigen Raum manifestiert.

  • Filmanalyse als soziologische Methode zur Untersuchung von Geschlechterrollen.
  • Die symbolische Bedeutung von Kochen und Essen im Kontext sozialer Beziehungen.
  • Die Verschränkung von männlicher Autorität, Dominanz und kulinarischen Tätigkeiten.
  • Weibliche Unterwerfung und die unermüdliche Rolle der Hausfrau in der filmischen Darstellung.
  • Die Funktion von Alkohol und Speisewahl als Statussymbole und Mittel zur sozialen Interaktion.

Auszug aus dem Buch

4.1 Männer als Köche

Wie auf den Einstellungen (4), (7), (19) und (20) zu sehen ist, nimmt jeweils der Mann die Rolle des Kochs ein. In (4), als Alfred einen Punsch zubereitet, wird er dabei interessiert von Michael beobachtet. Alfred findet darin gewissermaßen eine Bestätigung und verrät stolz sein Geheimrezept als er seine eigene Kochfähigkeit preist. War er im Filmverlauf zuvor eher garstig, so zeigt er sich in dieser Subsequenz aufgeschlossen und gut gelaunt. In Einstellung (19), betritt Katja ihre Küche und ist sichtlich überrascht – ihre Tochter hat bereits am Esstisch Platz genommen, der vom männlichen Besucher liebevoll angerichtet wurde. Goscha selbst ist offenbar stolz über seine Arbeit und bittet lässig die Hausdame sich ihnen anzufügen. Dem Filmrezipienten wird klar: anders als ihre früheren enttäuschenden Beziehungen, scheint dieser fürsorgliche Mann für ihre Familie der richtige zu sein.

Alle präsentierten Einstellungen lassen sich derart interpretieren, als das Interesse der Männer sich selbst zu verwirklichen bzw. anderen (möglichst vielen) zu imponieren, sich im kreativen Akt des Kochens realisieren lässt. „Die Männer neigen daher dazu, ihre Kunst für besondere Essen aufzusparen. Ihr Eintritt in die kulinarische Welt findet nicht durch die Hintertür statt, sie katapultieren sich plötzlich in den Vordergrund und schmücken sich dabei unbescheiden mit einem Prestige, von dem sie überzeugt sind.“ (Kaufmann 2006, 294) Weiter erläutert Kaufmann treffend, dass sie ihre Tätigkeit dabei ausführlich kommentieren und um positive Resonanz sowie lobende Beurteilung ersuchen (ebd.). So verhält es sich auch in den Subsequenzen der präsentierten Einstellungen. Die Männer sind stolz auf ihre (mehr oder minder) kulinarischen Errungenschaften und fordern Resonanz ihrer Mitmenschen ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – Einfluss und Absicht: Diese Einleitung erläutert die Motivation, Filme als soziologische Quelle zu nutzen, um Geschlechterrollen im Kontext von Essen und Kochen zu untersuchen.

2. Methode – Filmanalyse mit theoretischer Brille: Das Kapitel beschreibt den methodischen Ansatz, Unterhaltungsfilme mittels soziologischer Theorien von Bourdieu, Goffman und Korte als Spiegelbild gesellschaftlicher Praxis zu analysieren.

3. Datenmaterial – Auswahl und Kontextualisierung: Hier werden die sechs ausgewählten deutschen und russischen Filmklassiker vorgestellt und die für die Analyse relevanten Schlüsselszenen kurz kontextualisiert.

4. Analyse – Empirie und Theorie: Dieses Hauptkapitel verbindet das Filmmaterial mit soziologischen Konzepten, um die beobachteten Rollenverteilungen, Machtstrukturen und kulinarischen Rituale kritisch zu interpretieren.

5. Fazit – Verdichtung und Vernetzung: Die Arbeit fasst zusammen, dass Essen in den Filmen oft als dramaturgisches Mittel dient, um Konflikte zwischen den Geschlechtern zu inszenieren und gesellschaftliche Rollenmodelle zu reproduzieren.

Schlüsselwörter

Filmanalyse, Soziologie, Ernährung, Gender, Geschlechterrollen, Habitus, Bourdieu, Hausarbeit, soziale Interaktion, Speisenzubereitung, Geschlechterhierarchie, kulinarische Praxis, Filmplot, Alltagssemantik, Machtstrukturen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie moderne Filme die Geschlechterverhältnisse im Kontext von Ernährung, Kochen und gemeinsamen Mahlzeiten darstellen und welche sozialen Muster dabei sichtbar werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung bewegt sich in der Schnittmenge von Medienwissenschaft, Soziologie der Ernährung und Gender Studies, wobei Machtstrukturen, häusliche Arbeitsteilung und soziale Inszenierung im Vordergrund stehen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, mithilfe von Filmanalyse aufzuzeigen, wie das Medium Film als "Spiegelbild" fungiert, das gesellschaftlich etablierte Geschlechterrollen durch alltägliche Handlungssituationen wie das Essen festigt oder legitimiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine systematische Filmanalyse, die durch soziologische Theorien von Pierre Bourdieu, Erving Goffman und Jean-Claude Kaufmann ergänzt wird, um die visuelle Evidenz der Filme wissenschaftlich einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene analytische Bereiche wie die Rolle des Mannes als Koch, die Bedeutung von Paarkonflikten bei Tisch, die Prioritäten der Hausfrau sowie die symbolische Aufladung von Spirituosen und Statussymbolen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Geschlechterrollen, Habitus, kulinarische Praxis, soziale Dominanz, Filmanalyse und die Konstruktion von Geschlecht im Alltag.

Warum wird beim Grillen oft eine geschlechtsspezifische Barriere beschrieben?

Das Grillen wird in den Filmen als maskuline Domäne inszeniert, bei der Frauen als Beobachterinnen fungieren, da die Tätigkeit als archaischer, rein männlich besetzter Akt der "Beutezubereitung" dargestellt wird.

Welche Rolle spielt die negative Kritik an Speisen im Film?

Kritik an der Mahlzeit durch den Mann dient im Film häufig als verschleiertes Mittel, um das Unbehagen über den Zustand der Beziehung oder der eigenen Identität auszudrücken, oft unabhängig von der tatsächlichen Qualität des Essens.

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Résumé des informations

Titre
Food und Gender im Film. Inwiefern nehmen filmische Darstellungen Einfluss auf reale Lebenslagen?
Université
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Soziologie)
Cours
Lehrforschungsprojekt Esskulturen
Note
1,7
Auteur
Frank Harper (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
18
N° de catalogue
V319435
ISBN (ebook)
9783668186323
ISBN (Livre)
9783668186330
Langue
allemand
mots-clé
Gender Esskultur Food Film Filmanalyse
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Frank Harper (Auteur), 2015, Food und Gender im Film. Inwiefern nehmen filmische Darstellungen Einfluss auf reale Lebenslagen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319435
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Extrait de  18  pages
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