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Der Umgang des Staates mit dem RAF-Terrorismus während des "Deutschen Herbstes" 1977. Didaktische und methodische Überlegungen zu einer Unterrichtseinheit

Title: Der Umgang des Staates mit dem RAF-Terrorismus während des "Deutschen Herbstes" 1977. Didaktische und methodische Überlegungen zu einer Unterrichtseinheit

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: David Baalmann (Author)

Didactics - History
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In dieser Arbeit wird eine Unterrichtseinheit zum Thema "Umgang des Staates mit Terrorismus" skizziert und mit umfassenden Ausführungen didaktisch und methodisch begründet.

In der hier skizzierten Einheit liegt der Fokus auf dem sogenannten „Deutschen Herbst“ im September und Oktober 1977. Dabei handelt es sich um die Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, die Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ nach Mogadischu und die Befreiung der darin festgehaltenen Geiseln durch ein Kommando der GSG 9 sowie die Selbstmorde von Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim.

Die inhaltliche Planung der Einheit ist zum Hauptteil der Ausgabe 3/2012 von Praxis Geschichte entnommen. In der Einheit wird der Film „Todesspiel“ von Heinrich Breloer den Schülerinnen und Schülern präsentiert und als Grundlage für den weiterführenden Unterrichtsverlauf genutzt. Der Film zeichnet sich dadurch besonders aus, dass er aus drei miteinander verwobenen Elementen besteht. Er wechselte zwischen nachgestellten Spielfilmelementen, zeitgenössischen Tagesschauelementen und Fotos, sowie berichteten Erinnerungen von Zeitzeugen. Breloer ist es gelungen so ein flüssiges und kurzweiliges Stück zu präsentieren, dass auf den ersten Blick nicht an seiner Authentizität zweifeln lässt.

Im Rahmen des Unterrichts ist es leider nicht möglich, das gesamte 170-minütige Doku-Drama zu zeigen. Denkbar wäre aber eine freiwillige Betrachtung des Films in der Freizeit mit den SuS, beispielsweise im Anschluss an einen Schultag (so geschehen und auf 100%ige Resonanz bei den SuS gestoßen bei einer dem Autor bekannten Lehrperson). Im deutschen Fernsehen lief der Zweitteiler erstmalig am 15. und 16.06. 1997 um 20.45 Uhr bei ARTE. Medial mehr Beachtung, auch durch die Einschaltquoten, fanden die Teile aber bei der Ausstrahlung durch die ARD am 24. (Volksgefängnis – 4,82 Mio. Zuschauer) und 25.06.1997 (Entführt die Landshut – 5,3 Mio. Zuschauer).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Geschichte der RAF – Ein Überblick

2. Didaktische Überlegungen

3. Bedingungsanalyse

4. Methodische Überlegungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, didaktische und methodische Konzepte für eine Unterrichtseinheit zum „Deutschen Herbst“ 1977 zu entwickeln, wobei der Fokus insbesondere auf dem Spannungsfeld zwischen staatlicher Sicherheit und individuellen Freiheitsrechten liegt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden können, reflektierte Sach- und Werturteile über den Umgang eines demokratischen Rechtsstaates mit terroristischer Erpressung zu fällen.

  • Historische Aufarbeitung der Entstehung und Eskalation der Roten Armee Fraktion (RAF).
  • Didaktische Analyse der Thematik unter Einbeziehung von Kernproblemen der Urteilsbildung.
  • Einsatz des Doku-Dramas „Todesspiel“ zur Förderung der Medienkompetenz und Wahrnehmung.
  • Anwendung problemorientierter Unterrichtsmethoden, insbesondere der Fishbowl-Debatte.
  • Transfer der historischen Ereignisse auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen.

Auszug aus dem Buch

Didaktische Überlegungen

Die spezifische Beschäftigung mit der RAF hat nicht nur eine exemplarische Bedeutung für den Umgang des Staats mit Terrorismus. Es kommt dem auch noch eine besondere Bedeutung zu, weil es das erste Mal war, dass Deutschland in seiner jetzigen Form als Bundesrepublik, wie sie die Schülerinnen und Schülern selber kennen, mit solch einer Situation konfrontiert wurde. Dieses Ausmaß der Härte des Vorgehens der RAF war der noch jungen Bundesrepublik völlig unbekannt. Den damaligen Akteuren stellten sich dieselben Fragen, die auch in der heutigen Diskussion um die Terrorbekämpfung aktuell sind. Es geht um die persönliche Integrität, um das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit & Schutz einer Gesellschaft. Die Bedrohung eines Staates durch Terrorismus, ist aber ein Phänomen, das es nicht erst seit dem 20. Jahrhundert gibt.

Eine mögliche Definition von Terrorismus, ein Wort, dass aus dem lateinischen hergeleitet wurde (terror: „Furcht, Schrecken“), ist: Gewalt und Gewaltaktionen gegen eine politische Ordnung um einen poltischen Wandel herbeizuführen. Dabei dienen die Methoden als Druckmittel um Unsicherheit und Schrecken zu verbreiten oder Sympathie und Unterstützungsbereitschaft zu erzeugen. Dabei verfolgen die Terroristen dann das Ziel, auf ihre politischen, religiösen, oder moralischen Anliegen aufmerksam zu machen. So hatten auch schon die Römer beispielsweise mit den Sikariern Probleme. Hierbei handelte es sich um eine jüdische Gruppe, die sich mit Dolch-Attentaten gegen die römische Besatzung wehrte. Im 11.-13. Jahrhundert waren es die Assassinen, die in Persien und Syrien ihr Unwesen trieben. Dies sind nur zwei Beispiele aus der Vergangenheit. Das Problem des Terrorismus war der Menschheit also bei weitem nicht unbekannt und hat schon in früheren Kulturen für große Auseinandersetzungen gesorgt. Für nahezu jede Epoche, jedes Jahrhundert oder Jahrzehnt ließe sich dir Reihe beliebig fortsetzen und eine Bedrohung finden, die mehr oder weniger präsent ist. Und seit jeher haben die jeweiligen Machthaber mit den verschiedensten Maßnahmen reagiert. Die Geschehnisse im „Deutschen Herbst“ sind noch verhältnismäßig dicht dran, viele Zeitzeugen leben noch und Maßnahmen die damals ergriffen wurden sind heute auch noch Bestandteile der Möglichkeiten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Auseinandersetzung mit der RAF ein und skizziert den Fokus auf den „Deutschen Herbst“ unter Nutzung des Doku-Dramas „Todesspiel“.

1. Die Geschichte der RAF – Ein Überblick: Dieses Kapitel liefert eine komprimierte historische Darstellung der Entstehung und Entwicklung der RAF von den 1968er-Bewegungen bis zur dritten Generation.

2. Didaktische Überlegungen: Hier wird das Potenzial des Themas für den Geschichtsunterricht beleuchtet, insbesondere im Hinblick auf Wertebildung und die Reflexion des Spannungsfeldes zwischen Freiheit und Sicherheit.

3. Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel bewertet die Einordnung des Themas in den Lehrplan der Sekundarstufe II und betont die Notwendigkeit von politischer Vorbildung der Lernenden.

4. Methodische Überlegungen: Hier werden die unterrichtsmethodischen Ansätze, wie der Einsatz von Doku-Dramen und die Durchführung einer Fishbowl-Debatte zur Förderung der Urteilskompetenz, detailliert dargelegt.

Schlüsselwörter

Rote Armee Fraktion, RAF, Deutscher Herbst, Terrorismus, Rechtsstaat, Didaktische Analyse, Geschichtsunterricht, Urteilskompetenz, Medienkompetenz, Todesspiel, Hanns Martin Schleyer, Politische Bildung, Werteerziehung, Fishbowl-Debatte, Sicherheit und Freiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit didaktischen und methodischen Ansätzen, um das Thema „Deutscher Herbst“ und den Umgang des Staates mit Terrorismus effektiv in den Geschichtsunterricht der Sekundarstufe II zu integrieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die historische Aufarbeitung der RAF-Geschichte, die ethische Reflexion über staatliches Handeln in Krisenzeiten sowie die Förderung von Medien- und Urteilskompetenz bei Schülern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Konzept zu entwerfen, das Lernende befähigt, ein begründetes, reflektiertes Werturteil über das Spannungsfeld zwischen Freiheit und staatlicher Sicherheit zu bilden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer didaktischen Analyse nach Wolfgang Klafki, kombiniert mit einer problemorientierten Unterrichtsmethodik, die auf Multiperspektivität und Reflexion setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick zur RAF, eine didaktische Begründung des Themas, eine Analyse der Lernvoraussetzungen sowie eine methodische Planung der Unterrichtseinheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen RAF, Deutscher Herbst, Terrorismus, Rechtsstaat, Urteilskompetenz, Didaktik und Medienkompetenz.

Warum wird gerade der Film „Todesspiel“ als Medium genutzt?

Der Film eignet sich ideal, da er durch die Verknüpfung von Spielfilmelementen, Zeitzeugeninterviews und Originalaufnahmen die Konstruiertheit von Geschichte verdeutlicht und so die Medienkompetenz der Lernenden schult.

Welche Rolle spielt die Fishbowl-Debatte in diesem Konzept?

Die Methode dient dazu, die Kontroversität des Themas erfahrbar zu machen und durch den Wechsel zwischen Diskussionsrunde und Beobachterrolle die Argumentations- sowie Selbstreflexionsfähigkeit der Schüler zu fördern.

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Details

Title
Der Umgang des Staates mit dem RAF-Terrorismus während des "Deutschen Herbstes" 1977. Didaktische und methodische Überlegungen zu einer Unterrichtseinheit
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Historisches Seminar)
Course
Zeitgeschichte unterrichten
Grade
1,0
Author
David Baalmann (Author)
Publication Year
2015
Pages
21
Catalog Number
V319967
ISBN (eBook)
9783668192362
ISBN (Book)
9783668192379
Language
German
Tags
RAF Terrorismus Unterrichtseinheit Zeitgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Baalmann (Author), 2015, Der Umgang des Staates mit dem RAF-Terrorismus während des "Deutschen Herbstes" 1977. Didaktische und methodische Überlegungen zu einer Unterrichtseinheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/319967
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