Seit Ende des 19. Jahrhunderts wecken Comics ein sehr großes Interesse, das auch durch die heftigen Debatten bewiesen wurde, die jahrzehntelang ihre Würde bestritten haben, wissenschaftlich analysiert oder bloß betrachtet zu werden. Diese Arbeit soll, Comics und Graphic Novels ihre Würde als Corpus anerkennen und ihre sprachlichen Merkmale erkunden.
Im ersten Teil der Arbeit wird eine auf mehreren sprachlichen Ebenen beruhende Sprachanalyse durchgeführt. Im zweiten Teil wird ein Sprach- und Übersetzungsvergleich durchgeführt, der aber auf zwei Phänomene beschränkt werden musste, d.h. die Übersetzung von Austriazismen ins Italienische und der Vergleich zwischen Abtönungsverfahren des Deutschen und des Italienischen.
Inhaltsverzeichnis
VORWORT
1. EINLEITUNG
1.1 DEFINITION: WAS IST EIN COMIC?
1.2 KURZE GESCHICHTE DER COMICS
1.2.1 ABSTAMMUNG UND ENTSTEHUNG
1.2.2 VON COMICS ZU GRAPHIC NOVELS
1.3 VORSTELLUNG DES KORPUS
1.3.1 DAS ITALIENISCHE KORPUS
TEIL I - SPRACHNALYSE
2. DIE SPRACHE IN COMICS UND GRAPHIC NOVELS
2.1 ABGRENZUNG DES VERBALEN ELEMENTES
2.1.1 DAS VERHÄLTNIS ZWISCHEN WORT UND BILD IN COMICS UND GRAPHIC NOVELS
2.2 DIE LAUTMALEREI
2.3 DAS LETTERING
3. SPRACHANALYSE: EINE KURZE EINLEITUNG
3.1 VORBEMERKUNGEN
3.2 GESPROCHENE UND GESCHRIEBENE SPRACHE IN COMICS UND GRAPHIC NOVELS
4. WORTSCHATZ
4.1 DEIKTISCHE AUSDRÜCKE
4.1.1 PERSONALDEIXIS
4.1.2 LOKALDEIXIS
4.1.3 TEMPORALE DEIXIS
4.2 WORTSCHATZ DER GESPROCHENEN SPRACHE
4.2.1 ITALIENISCHE SUBSTANTIVE
4.2.2 DEUTSCHE SUBSTANTIVE
4.2.3 VERBEN
4.2.4 ADJEKTIVE UND ADVERBIEN
4.2.5 PHRASEOLOGIE
4.3 REGIONALISMEN
4.4 VULGARISMEN
4.5 ANGLIZISMEN
4.6 IDEOPHONE UND INTERJEKTIONEN
4.6.1 IDEOPHONE UND WURZELWÖRTER
4.6.2 INTERJEKTIONEN
4.7 PARTIKELN
4.8 FAZIT
5. PHONOLOGISCHE UND PROSODISCHE PHÄNOMENE
5.1 AKZENT UND SPRECHTEMPO
5.2 TONHÖHE/LAUTSTÄRKE UND INTONATION
5.3 VERKÜRZUNGEN
5.3.1 ASSIMILATIONEN UND ELISIONEN
5.3.2 PAUSEN
5.4 FAZIT
6. MORPHOLOGISCHE PHÄNOMENE
6.1 APHÄRESE
6.2 VERWENDUNG DER PRONOMEN
6.3 DAS VERBALSYSTEM
6.3.1 DAS PASSIV
6.4 MORPHOLOGISCHE PHÄNOMENE DES ITALIENISCHEN
6.4.1 BESONDERHEITEN IM VERBSYSTEM
6.5 MORPHOLOGISCHE PHÄNOMENE DES DEUTSCHEN
6.5.1 DAS WORTBILDUNGSSYSTEM
6.5.2 VERBMODIFIKATION
6.5.3 INTENSIVPRÄFIGIERUNG
6.5.4 MODIFIKATIONSSUFFIXE: DAS SUFFIX –I
6.5.5 MORPHOLOGISCHE REGULARISIERUNG
6.5.6 BESONDERHEITEN IM VERBSYSTEM
6.6 FAZIT
7. SYNTAX
7.1 SATZLÄNGE
7.2 SYNTAKTISCHE VERFAHREN
7.2.1 REDUKTION
7.2.2 KONSTRUKTIONSÜBERNAHME
7.3 FORMEN SYNTAKTISCHER DISKONTINUITÄT
7.3.1 THEMATISIERUNG
7.3.2 LINKSHERAUSSTELLUNG
7.3.3 RECHTSHERAUSSTELLUNG
7.3.4 AUSKLAMMERUNG
7.3.5 SATZABBRÜCHE
7.4 PARATAXE VS. HYPOTAXE
7.5 SYNTAKTISCHE MUSTER INNERHALB DES SATZGLIEDES
7.5.1 BESTIMMTER ARTIKEL BEI EIGENNAMENANGABEN
7.6 FAZIT
8. DISKURS
8.1 GRUNDLEGENDES
8.2 ERÖFFNUNG UND BEENDIGUNG DES DIALOGS
8.2.1 GRUSSFORMELN: GRUßWORT
8.2.2 GRUSSFORMELN: ANREDE UND ERWEITERUNGEN
8.2.3 BEENDIGUNG DES DIALOGS
8.3 DIALOGSIGNALE
8.3.1 DEIKTISCHE SIGNALE
8.3.2 HÖRERSIGNALE UND AFFIRMATIONSSIGNALE
8.3.3 ZUSTIMMUNGSSIGNALE
8.3.4 EVALUATIONS-SIGNALE
8.3.5 GLIEDERUNGSSIGNALE
8.3.6 ERWEITERTE BEDEUTUNGEN VON ALLORA
8.4 ROUTINEFORMELN
8.5 FAZIT
9. SEMANTISCHE PRINZIPIEN DER SPRACHE IN GRAPHIC NOVELS
9.1 VAGHEIT
9.2 INTENSIVIERUNG
10. PRAGMATISCHE BEDEUTUNGEN DER DEUTSCHEN PARTIKELN
10.1 MERKMALE DER PARTIKELN
10.2 SUBKLASSEN DER PARTIKELN
10.3 ABTÖNUNGSPARTIKELN
10.3.1 ABER
10.3.2 BLOß
10.3.3 DENN
10.3.4 DOCH
10.3.5 EH
10.3.6 HALT
10.3.7 JA
10.3.8 MAL
10.3.9 NUR
10.3.10 SCHON
10.3.11 WEITERE BELEGTE PARTIKELN
10.4 FAZIT
11. ZUR SCHRIFTLICHEN GESTALTUNG VON COMICS UND GRAPHIC NOVELS
11.1 ORTHOGRAPHIE
11.2 ZEICHENSETZUNG
11.2.1 DER PUNKT
11.2.2 DAS KOMMA
11.2.3 INTONATIONSMARKER
11.2.4 AUSLASSUNGSPUNKTE
11.3 FAZIT
TEIL II - SPRACH- UND ÜBERSETZUNGSVERGLEICH
12. EINLEITUNG
13. DIE ÜBERSETZUNG VON AUSTRIAZISMEN
13.1 FAZIT
14. ABTÖNUNGSVERFAHREN DES DEUTSCHEN
14.1 ABTÖNUNGSPARTIKELN
14.1.1 GRUNDLEGENDES
14.2 ÜBERSETZUNGSVERFAHREN VON ABTÖNUNGSPARTIKELN
14.2.1 ABER
14.2.2 BLOß
14.2.3 DENN
14.2.4 DOCH
14.2.5 EH
14.2.6 HALT
14.2.7 JA
14.2.8 MAL
14.2.9 NUR
14.2.10 SCHON
14.2.11 WEITERE BELEGTE PARTIKELN
14.2.12 ÜBERBLICK
14.3 DEUTSCHE AP OHNE ENTSPRECHUNG IM ITALIENISCHEN ORIGINAL
14.3.1 DOCH
14.3.2 JA
14.3.3 DENN
14.3.4 BLOß
14.3.5 MAL
14.3.6 DOCH MAL
14.3.7 ALSO
14.3.8 EBEN
14.3.9 JA DOCH
14.3.10 NUR
14.3.11 SCHON
14.3.12 WOHL
14.4 FAZIT
15. ABTÖNUNGSVERFAHREN DES ITALIENISCHEN
15.1 ABTÖNUNGSPARTIKELN
15.1.1 E
15.1.2 MA
15.1.3 MAI
15.1.4 MICA
15.1.5 POI
15.1.6 PURE
15.1.7 ÜBERBLICK
15.2 WEITERE ABTÖNUNGSVERFAHREN DES ITALIENISCHEN
15.2.1 MODALE VERWENDUNG DES VERBALSYSTEMS
15.2.2 GLIEDERUNGSSIGNALE
15.2.3 MORPHOLOGISCHE VERFAHREN: DIE ALTERATION DER SUBSTANTIVEN
15.2.4 SYNTAKTISCHE VERFAHREN
15.2.5 ÜBERBLICK
15.3 FAZIT
16. ZUSAMMENFASSUNG
17. LITERATURVERZEICHNIS
17.1 KORPUS
17.2 BIBLIOGRAPHIE
17.3 WÖRTERBÜCHER
17.4 ONLINE WÖRTERBÜCHER UND TERMINOLOGIEDATENBANKEN
17.5 INTERNETQUELLEN
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kontrastiv die sprachlichen Charakteristika in Graphic Novels, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse von italienischen und deutschen Werken sowie deren Übersetzungen liegt. Das primäre Ziel ist es, zu bestimmen, ob eine spezifische "Comicsprache" existiert und welche linguistischen Merkmale – von phonologischen über morphologische bis hin zu syntaktischen und pragmatischen Ebenen – die Kommunikation in diesem Medium prägen. Dabei wird insbesondere die Rolle von Abtönungspartikeln und deren Übersetzungsverfahren in beiden Sprachen kritisch beleuchtet.
- Linguistische Analyse der Comicsprache und Identifizierung ihrer spezifischen Merkmale.
- Kontrastiver Sprachvergleich zwischen dem Italienischen und Deutschen im Kontext von Graphic Novels.
- Untersuchung der Übersetzungsverfahren von Austriazismen und Abtönungspartikeln.
- Analyse der Interaktion zwischen graphischer Gestaltung (Lettering, Lautmalerei) und verbalem Text.
- Evaluation des Einflusses der "hergestellten Nähe" auf die syntaktische und diskursive Struktur der Dialoge.
Auszug aus dem Buch
Die Sprache in Comics und Graphic Novels
In diesem ersten Kapitel meiner Arbeit wird eine ausführliche Analyse der Comicsprache auf mehreren sprachlichen Ebenen durchgeführt. Als Voraussetzung der Analyse wurden die verbalen Bestandteile der Texte in zwei Gruppierungen unterteilt. Auf der einen Seite werden die Elemente kurz betrachtet, die sich zwischen der verbalen und der graphischen Dimension darstellen und als typisch für Comics und Graphic Novels empfunden werden: die Lautmalerei und das Lettering. Eine synthetische Anmerkung zum Verhältnis zwischen Wort und Bild geht der Betrachtung von Lautmalerei und Lettering voraus. Auf der anderen Seite werden die rein verbalen Texte in Erwägung gezogen, die sich entweder in Sprechblasen oder in Beitexten befinden. Ihre Untersuchung bezieht die wichtigsten Teilgebiete der Linguistik ein und stellt die Kennzeichen der zu analysierenden Sprachen – das Italienische und das Deutsche in Graphic Novels – kontrastiv vor.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel definiert den Forschungsgegenstand und beleuchtet die historische Entwicklung des Mediums Comic hin zur Graphic Novel, inklusive einer Vorstellung des untersuchten Korpus.
2. DIE SPRACHE IN COMICS UND GRAPHIC NOVELS: Das Kapitel befasst sich mit der Interaktion zwischen Bild und Wort, wobei die Lautmalerei und das Lettering als wesentliche Elemente zwischen graphischer und verbaler Kommunikation identifiziert werden.
3. SPRACHANALYSE: EINE KURZE EINLEITUNG: Hier werden die theoretischen Grundlagen für die Analyse der Comicsprache gelegt, insbesondere die materiellen Beschränkungen des Mediums wie Raum- und Zeitbegrenzungen.
4. WORTSCHATZ: Dieser Teil untersucht lexikalische Besonderheiten, von deiktischen Ausdrücken über Jugendsprache, Regionalismen und Vulgarismen bis hin zu Anglizismen und Ideophonen.
5. PHONOLOGISCHE UND PROSODISCHE PHÄNOMENE: Das Kapitel widmet sich der schriftlichen Wiedergabe von prosodischen Elementen wie Akzent, Sprechtempo, Intonation und Pausen durch graphische Mittel.
6. MORPHOLOGISCHE PHÄNOMENE: Hier werden die morphologischen Charakteristika der gesprochenen Sprache in den Graphic Novels analysiert, inklusive Aphäresen, Pronominalgebrauch und der Wortbildung.
7. SYNTAX: Dieses Kapitel analysiert syntaktische Strukturen wie Satzverkürzungen, Diskontinuität und das Spannungsfeld zwischen Parataxe und Hypotaxe im Kontext der Comicdialoge.
8. DISKURS: Hier stehen die Dialogstrukturen im Mittelpunkt, wobei Verfahren der Eröffnung, Beendigung und verschiedene Dialogsignale untersucht werden.
9. SEMANTISCHE PRINZIPIEN DER SPRACHE IN GRAPHIC NOVELS: Das Kapitel beleuchtet die Prinzipien der Vagheit und Intensivierung als zentrale semantische Merkmale in den Graphic Novels.
10. PRAGMATISCHE BEDEUTUNGEN DER DEUTSCHEN PARTIKELN: Diese Sektion bietet eine detaillierte Untersuchung der Funktionen deutscher Abtönungspartikeln und deren Bedeutung für die pragmatische Kommunikation.
11. ZUR SCHRIFTLICHEN GESTALTUNG VON COMICS UND GRAPHIC NOVELS: Das Kapitel schließt mit einer Betrachtung der orthographischen und zeichensetzenden Aspekte, die zur Wiedergabe gesprochener Sprache genutzt werden.
Schlüsselwörter
Graphic Novels, Comicsprache, Linguistik, Kontrastive Analyse, Abtönungspartikeln, Dialoganalyse, Sprachvergleich, Morphologie, Syntax, Pragmatik, Jugendsprache, Übersetzungsstrategien, Lettering, Lautmalerei, Diskursanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht linguistische Merkmale der Sprache in Graphic Novels und vergleicht diese kontrastiv im Italienischen und Deutschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Comicsprache, die Wechselwirkung von Text und Bild sowie die pragmatische Funktion von Abtönungspartikeln in Übersetzungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Analyse der sprachlichen Charakteristika in Graphic Novels, um zu bewerten, wie gesprochene Sprache in schriftlichen Comic-Dialogen abgebildet wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kontrastive Analyse auf verschiedenen sprachlichen Ebenen (phonologisch, morphologisch, syntaktisch, semantisch und pragmatisch) durchgeführt, gestützt durch ein Korpus aus zwei Graphic Novels.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Wortschatz, Syntax, Diskursverfahren, semantische Prinzipien sowie die schriftliche Gestaltung der Texte in den gewählten Werken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Schlüsselwörtern gehören Comicsprache, Kontrastive Analyse, Abtönungspartikeln, Jugendsprache, Pragmatik und Syntaktische Diskontinuität.
Wie beeinflusst die räumliche Begrenzung die Sprache in Graphic Novels?
Die begrenzte Sprechblase zwingt Autoren zur Verkürzung und zu prägnanten Formulierungen, was oft durch Auslassungen und eine Tendenz zur Brachylogie gelöst wird.
Warum spielen Abtönungspartikeln eine so zentrale Rolle in der Übersetzung?
Sie dienen im Deutschen dazu, Einstellungen und den interaktionalen Kontext zu vermitteln, wobei ihre Übersetzung ins Italienische häufig eine Herausforderung darstellt, die oft durch andere sprachliche Verfahren kompensiert wird.
- Citation du texte
- Erika Chiari Galli (Auteur), 2014, Die Sprache in italienischen und deutschen Graphic Novels. Eine kontrastive Darstellung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320008