Ausarbeitung zu dem Lehrbuch 'Familie, Erziehung und Sozialisation‘ von Ecarius, Köbel und Wahl. Historische Analysen und Theoretische Konzepte


Hausarbeit, 2015

10 Seiten, Note: 1,5

T. Woodpecker (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung zum Buch Familie, Erziehung und Sozialisation

2. Familie und Erziehung: Historische Analysen und Theoretische Konzepte‘
2.1. Einleitung
2.2. Aktuelle Fakten über Familie und Erziehung
2.3. Historischer Wandel von Erziehungsmustern in Familien
2.4. Theoretische Annahmen über Familie und Erziehung

3. Literaturverzeichnis

1. Einleitung zum Buch Familie, Erziehung und Sozialisation

Diese Ausarbeitung zum Thema Familie und Erziehung hat das Buch ‚Familie, Erziehung und Sozialisation‘ von Jutta Ecarius, Nils Köbel und Katrin Wahl aus dem VS Verlag als Grundlage und die Erkenntnisse stammen aus diesem Buch.

Es ist als Lehrbuch konzipiert und beschäftigt sich im Sinne der erziehungswissenschaftlichen Betrachtung mit zwei Perspektiven: Der Sozialisation und der Erziehung.

Die Sozialisation beschreibt den „Prozess einer Aneignung und Verarbeitung der inneren und äußeren Realität.“[1] Dieser Prozess hält lebenslang an und ist die Bedingung um Entwicklungsaufgaben in einer immer individualistischer werdenden Gesellschaft kompetent lösen zu können. In dieser Entwicklung der Sozialisation sind neben der Familie sowohl bewusst als auch unbewusst Bildungs- und Erziehungseinrichtungen sowie Freunde und Medien mit verantwortlich.

Die Erziehung stellt im Gegensatz dazu die plangerichtete, zielorientierte und absichtliche Sozialisation, sprich Veränderung, von Kindern und Jugendlichen dar. Hierbei unterscheidet die Pädagogik zwischen dem normativen (Entfaltung eigener Entwicklung und Mündigkeit) und deskriptiven (Steuerung von Individueller Entwicklung und Reifung) Erziehungsbegriff.

Das Buch versucht vor diesem Hintergrund die Zusammenhänge von Familie, Erziehung und Sozialisation durch die Betrachtung von verschiedenen Perspektiven und zeitgeschichtlichen Abläufen in ihrem Zusammenhang darzulegen.

Das Buch beinhaltet sieben Kapitel in denen grundlegende Begrifflichkeiten zum Thema, aktuelle Befunde, historische Analysen sowie die Rolle des Staates und der Bildungssysteme betrachtet werden.

Gegenstand der weiteren Betrachtung ist hierbei Kapitel 3:

Familie und Erziehung: Historische Analysen und Theoretische Konzepte‘

2. Familie und Erziehung: Historische Analysen und Theoretische Konzepte‘

2.1. Einleitung

In diesem Kapitel liegt der Schwerpunkt auf der Erziehung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Familie. Dieser Bereich der Erziehung stellt für viele Erwachsene eine zentrale Aufgabe ihres privaten Lebens dar. Dabei ist das „Standartmodell“ in Deutschland gegenwärtig die Familie mit Mutter/ Vater und zwei Kindern. Dieses Modell herrscht in 48% der Familien vor. Dabei ist die Erziehung in der Familie auch eine Aufgabe verschiedener Generationen. So erleben noch 80% der 10-14 Jährigen ihre Großeltern. Nur bei 20% sind die Großeltern in diesem Alter bereits verstorben.

Das vorherrschende Erziehungsmuster ist dabei das des sog. Verhandlungshaushaltes welches den Kindern und Jugendlichen Mitbestimmung und in gesetzten Rahmen freie Entscheidungen ermöglicht.

Hier ist jedoch ein Zusammenhang des Erziehungsstils mit dem sozialen Umfeld zu beobachten. So ist in sozial niederen Familien häufiger der „traditionelle Befehlshaushalt“ der vorherrschende Erziehungsstil.

Klassischerweise wird in der Erziehungsforschung zwischen drei verschieden

Erziehungstypen unterschieden: dem demokratischen, autoritären oder Laisser-faire-Stil. Diese drei Stile decken eine weite Spannbreite in der Erziehung ab.

Das Kapitel gibt nun zunächst einen allgemeinen Überblick zum Thema Familie und Erziehung und folgt dann mit einer historischen Betrachtung zur Entwicklung von Erziehung. Woraufhin es dann zum Abschluss noch theoretische Annahmen zum Thema Familie und Erziehung macht.

2.2. Aktuelle Fakten über Familie und Erziehung

Durch die Geburt eines Kindes verschieben sich die Rollenbilder in einer Ehe oder Partnerschaft wieder stark hin zu einem traditionellen Rollenbild. So übernimmt vor allem die Frau die anfallenden Aufgaben in der Erziehung und dem Haushalt während die hauptsächlichen Aufgaben des Mannes überwiegend unverändert bleiben.

Allerdings übernehmen aber auch Väter zunehmend mehr Verantwortung in der Erziehung und der Trend geht zur Enttraditionalisierung der Rollenbilder.

Auch das Bild der Mutter und ihre gesellschaftliche Stellung sind ein wichtiger Faktor. Das Alter der Frauen beim ersten Kind steigt mit der Höhe des sozialen Status. Das Kinderkriegen wird zunehmend als Projekt angesehen, welches sich mit Beruf und Selbstverwirklichung kombinieren lassen muss. Vor diesem Hintergrund ist Erziehung heute auch stark mit gleichzeitiger Erwerbstätigkeit verbunden. So stieg die Zahl der Erwerbstätigkeit von Müttern von 1991 von 30,2% auf 42,1%[2].

Die Gründung einer Familie ist heute vor allem eine sinnstiftende und emotionale Frage. Und auch die Frage nach der Anzahl der Kinder wird bewusst gesteuert. Dabei fällt auf, dass ausländische Familien meist mehr Kinder haben als Deutsche.

Hier sind die Kinder von Immigranten-Familien von besonderem Interesse für die Forschung. Ca. drei Viertel von ihnen stammen aus ehemaligen Anwerberländern wie z.B. der Türkei oder Griechenland. Diese Familien haben hier besondere Herausforderungen zu lösen, da der Kontakt zu Großeltern und anderen Angehörigen oft über Ländergrenzen hinweg geschieht oder es z.B. kulturelle Unterschiede gibt, die eines erhöhten Aufwands und ständiger Reflexion bedürfen.

Die Forschung betrachtet hier jedoch leider meist die Punkte Integration und Bildung, nicht jedoch den Bereich der Erziehung. Somit geschieht die Einteilung in gesellschaftliche Schichten womit auch meist gleich ihr Bild von Familie und Erziehung definiert wird, was jedoch von den Studien nicht abgefragt wird.

Genauere Studien, die sich mit dem Thema der Generationenbeziehung und Erziehung beschäftigen, gibt es noch nicht. Jedoch ist festzustellen, dass gesellschaftlicher Druck und der Migrationshintergrund ein erhöhtes Risiko für die Eltern-Kind-Beziehung darstellen.

Ein weiterer besonderer Personenkreis, der betrachtet wird, sind die Großeltern(Urgroßeltern).

Durch die steigende Lebenserwartung leben in der Regel 3 oder 4 Generationen zusammen. Die dritte Generation lebt im Schnitt 20-30 Jahre mit den Enkelkindern zusammen und wohnt dabei in 80% der Fälle nicht weiter als eine Stunde entfernt von den Enkelkindern, wodurch ein regelmäßiger Kontakt möglich ist. Die Beziehung der Großeltern zu den Enkelkindern ist dabei sehr verschieden und reicht von Ersatzeltern bis hin zu einem „distanzierten zurückgezogenen“[3] Verhältnis. Eine besondere Rolle spielen die Großeltern, wenn die Enkelkinder noch klein sind. Vor allem die Großmütter sind hier bereit, sich an der Erziehung der Kinder zu beteiligen. Sie fungieren dann als Ersatzeltern, wo Eltern aus wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Gründen nicht selber dazu voll und ganz in der Lage sind, sich um die Kinder zu kümmern.

Dass die Erziehung durch Großeltern aber auch Schwierigkeiten mit sich bringen kann zeigt der Umstand, dass sich Eltern eher bei Erziehungsfragen an enge Freunde als an die eigenen Eltern wenden.

2.3. Historischer Wandel von Erziehungsmustern in Familien

Die Familienerziehung unterliegt einem starken historischen Wandel, der sich an gesellschaftlichen Normen und Werten orientiert. Bis in die 1950er Jahre galt in der Erziehung der Autoritäre Erziehungshaushalt, der von Traditionalismus, Religiosität und einem hierarchischen Denken geprägt war. Hier wurden den Kindern wenige Freiräume eingeräumt und sie mussten sich unterordnen. Der Wandel in der Erziehung geht einher mit dem Wandel hin zu einer dienstleistenden global ausgerichteten Gesellschaft. Das nun immer stärker werdende Erziehungsmuster ist das des Verhandlungshaushaltes, welches die Selbständigkeit, den freien Willen und die Beziehung zu den Kindern in den Fokus setzt. Bestandteil dieser Erziehung sind z.B. das eigenständige Bestimmen über Freizeitgestaltung, Freundeskreis, Kleiderwahl oder Schullaufbahn. Wobei es auch hier innerhalb der Erziehungsform verschiedene Ausprägungen im Grad des Freiraumes gibt. Wie auch schon erwähnt wird diese Art der Erziehung häufiger von höheren Bildungsschichten praktiziert.

Diesen Wandel in der Erziehung bestätigt auch der Generationenvergleich von Schneewind und Ruppert (1995)[4]. Hierbei wurden zwei Generationen (1972 und 1992) zum Thema Erziehung analysiert. Dabei ging es um Erziehungsziele, -einstellungen und –praktiken.

Es zeigte sich, dass die jüngere Generation ihre Kinder mehr „partnerschaftlich und emotional offen“ erzieht als die ältere. Gleichwohl wirken sich Erziehungsmuster auch auf die eigene Erziehung in der nächsten Generation aus und werden quasi „vererbt“, auch wenn der gesellschaftliche Wandel durchaus deutlich wird.

Im Folgenden wird das Thema Erziehung auf die Erfahrungen und Aussagen von drei Generationen aufgeteilt und ausgewertet.

Erziehungserfahrungen zum Thema Befehlshaushalt:

Generation 1908 – 1929:

Diese Generation war stark von Gehorsam, Pflichterfüllung und dem Respekt vor den Eltern und älteren Personen geprägt. Die Religion war ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens und Verhandeln war für Kinder nicht möglich und wurde als Tabubruch angesehen. Die Gesellschaft war in strikte Milieus und dem Geschlecht nach unterteilt.

[...]


[1] 1.

[2] 3. Seite 112

[3] 3. Seite 112

[4] 3. Seite 114

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Ausarbeitung zu dem Lehrbuch 'Familie, Erziehung und Sozialisation‘ von Ecarius, Köbel und Wahl. Historische Analysen und Theoretische Konzepte
Hochschule
Theologisches Seminar Adelshofen
Note
1,5
Autor
Jahr
2015
Seiten
10
Katalognummer
V320299
ISBN (eBook)
9783668199286
ISBN (Buch)
9783668199293
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ausarbeitung, lehrbuch, familie, erziehung, sozialisation‘, ecarius, köbel, wahl, historische, analysen, theoretische, konzepte
Arbeit zitieren
T. Woodpecker (Autor), 2015, Ausarbeitung zu dem Lehrbuch 'Familie, Erziehung und Sozialisation‘ von Ecarius, Köbel und Wahl. Historische Analysen und Theoretische Konzepte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320299

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