Finanzierung von Non-Profit-Organisationen am Beispiel einer Migrantenselbstorganisation


Hausarbeit, 2016
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. NPO Definition

2. Finanzierungsziel

3. Kostenaufstellungen einer fiktiven Migrantenselbstorganisation (NPO Beispiel)

4. Finanzierung
4.1 Mitgliedsbeiträge
4.2 Öffentliche Gelder/Zuschüsse
4.3 Spenden
4.4 Stiftungen
4.5 Bußgeldfundraising
4.6 Finanzvermögen
4.7 Sponsoring

5. Effizienz

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Literaturverzeichnis Gesetze

Einleitung

Gemeinnützige Non-Profit-Organisationen (z.B.: Vereine) haben in Deutschland eine lange Tradition. Lange Zeit wurde z.B.: Vereinsarbeit durch Ehrenamtliche verrichtet. Wirtschaftliche Denkweisen wurden dabei weitgehend vernachlässigt oder als notwendiges Übel betrachtet. Begründet wurde dies mit der Zielsetzung von gemeinnützigen Vereinen, in der nicht ökonomische, sondern ideelle Ziele im Vordergrund standen. Vereine wurden aufgrund ihres gemeinnützigen Auftrags überwiegend durch öffentliche Finanzmittel unterstützt, womit die Notwendigkeit der Finanzmittelakquise zumindest in der Vergangenheit nicht im Vordergrund stand. Die Anforderungen an NPOs werden immer komplexer (z.B.: Migration, demografischer Wandel) und können auf Dauer nicht durch ehrenamtliche Mitarbeiter bewältigt werden. Zumal ein stetiger Rückgang ehrenamtlichen Engagements zu beobachten ist. „Gleichzeitig wird es immer schwieriger, ehrenamtliche Helfer für anstehende Aufgaben und Projekte zu finden. Das hat zur Folge, dass Arbeiten liegen bleiben oder nur mangelhaft erledigt werden.“ (BLSV: „Personalarbeit im Verein: Personalkosten analysieren“ unter: http://www.blsv.de/fileadmin/user_upload/pdf/bayernsport_archiv/vereinsservice/bayspo_vs_2012_17_personalkosten.pdf (abgerufen am 24.01.2016)). So warnt auch die Wissenschaftlerin Doris Rosenkranz vor einem massiven Mangel an ehrenamtlichem Engagement. Dafür gibt es verschiedene Gründe, deren Ursachen im Rahmen dieser Hausarbeit nicht näher beleuchtet werden können, da es der Umfang nicht zulässt. Eine Alternative zu Ehrenamtlichen ist daher die Festanstellung von Mitarbeitern. Die damit verbundenen Personalausgaben sind ein Hauptmotiv, um sich mit Finanzierung von NPOs zu beschäftigen (vgl. Stern: „Im Ehrenamt droht Mangel“, unter: http://www.mainpost.de/ueberregional/bayern/Im-Ehrenamt-droht-Mangel;art16683,6396509 (abgerufen am 24.01.2016)). Die Finanzierung eines Vereins beschäftigt sich mit den Methoden der Finanzbeschaffung, die vor allem eine Finanzierung von professioneller Sozialer Arbeit möglich macht. Die Zivilgesellschaft neben den Komponenten Staat und Markt beschreiben die Bereiche, die das Miteinander gestalten und beeinflussen. Während der Staat eine Vollfinanzierung u.a. durch Steuern genießt und der Markt sich durch Gewinnausschüttung finanziert, hat der dritte Sektor (Non-Profit-Organisation) seine eigene Finanzierungsstruktur. Im ersten Kapitel findet eine begriffliche Auseinandersetzung mit dem Terminus „Non-Profit-Organisation“ statt. Im zweiten Kapitel durchleuchte ich das eigentliche Finanzierungsziel einer NPO. Anhand einer fiktiven Migrantenselbst-organisation, die im Verlauf der Hausarbeit „MSO“ genannt wird, stelle ich in Kapitel 3 exemplarisch eine Kostenaufstellung vor, die eine Finanzierung notwendig macht. Daran anschließend wird im 4. Kapitel die Finanzierung beschrieben. Ich stelle dabei unterschiedliche Finanzierungsquellen vor, wobei ich sowohl ihren Nutzen als auch den Aufwand zur Akquise beschreibe. In meiner Hausarbeit hebe ich auch die Unterschiede zu profitorientierten Organisationen hervor. Ich schließe die Hausarbeit im Kapitel 6 mit dem Fazit ab.

1. NPO Definition

Der Begriff „Non-Profit-Organisation“ ist nicht einheitlich definiert. Der Begriff hebt hervor, dass keine erwerbswirtschaftlichen Ziele verfolgt werden. Die BRD ist nach dem Subsidiaritätsprinzip organisiert und die NPOs werden dem dritten Sektor zugeschrieben, der von den beiden Sektoren Markt und Staat abzugrenzen ist. Ein weiteres Merkmal ist der gesellschaftliche Nutzen, den die NPOs ausmachen. Die öffentliche Verwaltung (z.B.: Schule) steht in dieser Hausarbeit nicht im Fokus, sondern die privaten NPOs wie Wohlfahrtsorganisationen, Kirchen, Parteien und Vereine. Um diese Hausarbeit einzugrenzen, wird von einem Verein als Organisation ausgegangen. Der Verein als NPO hat eine mitgliedschaftliche Struktur und hat meist die Rechtsform der öffentlichen Vereinigung. Bei einer profitorientierten GmbH gibt es Gesellschafter, denen nach Jahresabschluss Gewinne ausgezahlt werden. Dies unterscheidet sich von NPOs, denn sie dürfen keine Gewinne oder Überschüsse an Eigentümer (Bsp.: Vereinsgründer) oder Mitglieder ausschütten1. Folgende Merkmale sind ausschlaggebend um NPOs zu beschreiben.

Selbstverwaltung und Entscheidungsautonomie

Freiwilligkeit

Eigenleistungen (Leistungen ausschließlich für eigene Mitglieder. Bsp.: Selbsthilfegruppe, Sportverein nur für Mitglieder2 )

Drittleistungen (Leistungen an Dritte in Form von Hilfe, Unterstützung und/oder Förderung)

Damit Vereine ihre Mission erfüllen können, brauchen sie Finanz- und Betriebsmittel. Um diese zu generieren, ist eine Reihe an Möglichkeiten gegeben, die sich erheblich von gewinnorientierten Unternehmen unterscheiden (vgl. Helmig/Boenigk 2013, S.14 ff).

2. Finanzierungsziel

In einem gewinnorientierten Unternehmen ist das Hauptfinanzziel die Gesamtkapitalrentabilität. Die maximale Rendite steht im Vordergrund und ist die treibende Kraft einer marktorientierten Organisation. Das Finanzziel der NPO ist es die Mission im Sinne des gesellschaftlichen Friedens mitzugestalten. In einer NPO steht also nicht die Rentabilität im Vordergrund, sondern die Liquidität zur Umsetzung der Mission. Sowohl die Deckung der laufenden Kosten als auch einzelne Projekte sind im Finanzierungsfokus.

3. Kostenaufstellungen einer fiktiven Migrantenselbstorganisation (NPO Beispiel)

Die Mission von Migrantenselbstorganisationen deckt den Bedarf der Sprachförderung, Elternarbeit oder Bildungs- und Berufsorientierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Durch dieses Angebot der MSO profitieren nicht nur Migrantinnen und Migranten, sondern auch die Gesellschaft insgesamt.

Zu den monatlichen Kosten gehören u.a.
1. Miete des Vereinshauses mit den Strom und Heizkosten
2. Bürobedarf (Papier, Druckertoner usw.)
3. Personalkosten von Festangestellten, geringfügig Beschäftigte und Honorarkräften
4. Telefon- und Portokosten.
Zu den Posten, die nicht monatlich finanziert werden, gehören z.B.
5. Projekte, wie niedrigschwellige Kurse um Erziehungskompetenzen zu fördern „Starke Eltern, starke Kinder – für Menschen mit Migrationshintergrund“
6. Veranstaltungen, die der Öffentlichkeitsarbeit dienlich sind.
7. Büroausstattung, Ausstattung des Vereinshauses

4. Finanzierung

Da die MSO keine gewinnorientierte, sondern gemeinnützige Dienstleistung zur Verfügung stellt, ist die Gewinnausschüttung keine Option, um die Kosten zu decken. Bei der Finanzierung spielt der betriebswirtschaftliche Begriff „Liquidität“ eine ausschlaggebende Rolle und steht im Fokus der Finanzierung. Liquidität beschreibt die zur Verfügung stehenden Zahlungsmittel, die für die Befriedigung von Zahlungsverpflichtungen erforderlich sind. Um diese zu generieren gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Ressourcenakquise kann finanzieller oder materieller Art sein. Folgende Optionen stehen für unsere MSO im Vordergrund (vgl. Littich/Schober 2013 (Hrsg. Simsa/Meyer/Badelt), S. 289).

[...]


1 non-distribution-constraints

2 Mutual Benefit Organizations“ (MBO)

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Finanzierung von Non-Profit-Organisationen am Beispiel einer Migrantenselbstorganisation
Hochschule
Fachhochschule Düsseldorf
Veranstaltung
Rechtliche, sozialpolitische, institutionelle und sozialwirtschaftliche Bedingungen (PO 2011/2015)
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V320435
ISBN (eBook)
9783668199507
ISBN (Buch)
9783668199514
Dateigröße
555 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
NPO, Finanzierung, Diversifikation, Migrantenselbstorganisation, Fundraising, Stiftung, Bußgeldfundraising
Arbeit zitieren
Ahmed El Yaouti (Autor), 2016, Finanzierung von Non-Profit-Organisationen am Beispiel einer Migrantenselbstorganisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320435

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Finanzierung von Non-Profit-Organisationen am Beispiel einer Migrantenselbstorganisation


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden