Lessings Auseinandersetzung mit der Judenfeindschaft in seinem Lustspiel "Die Juden" von 1749


Hausarbeit, 2014
12 Seiten, Note: 2,3
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis :

1.Einleitung

2. Kurze Inhaltszusammenfassung des Stücks

3. Situation der Juden in Deutschland zur damaligen Zeit

4. Lessings Auseinandersetzung mit der Judenfeindschaft in seinem Werk „Die Juden“
4.1 Konkrete Auseinandersetzung im Text

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wenn wir an die großen Schriftsteller unseres Landes denken, kommt uns zwangsläufig auch sofort sein Name ins Gedächtnis: Gotthold Ephraim Lessing. Doch Lessing war mehr als nur Schriftsteller, er war auch Philosoph und bedeutender Kritiker am Deutschen Nationaltheater in Hamburg. Seine Stücke wie „Nathan der Weise“, „Minna von Barnhelm“ oder „Emilia Galotti“ wurden Klassiker der deutschen Literatur und er kann in meinen Augen deshalb durchaus als Wegbereiter für eine Art Emanzipation des Bürgertums auf literarischer Ebene angesehen werden. Doch am meisten imponiert mir persönlich sein Eintreten für Toleranz und die Aufklärung, das sich in einigen seiner Werken sehr deutlich widerspiegelt1.Die Aufklärung bezeichnet immer ein „kritisches Denken mit dem Ziel, das Zusammenleben der Menschen in der Gesellschaft zu verbessern“ , sagte einst Kant2. Besonders diese Kunst, die eigenen Überzeugungen und Ansichten in den Stücken einzubetten, und so andere Menschen zum Nachdenken anzuregen ist eine besondere Leistung. Genau deshalb bin ich auch von einem seiner frühsten Werke, „Die Juden“ so angetan. Denn dieses Lustspiel hat sich durch die kluge Abhandlung der Problematik eine gewisse Zeitlosigkeit bewahrt. Selbst Leser aus unserer Generation können sich dabei ertappen dass seine Erwartungshaltung eine ganz andere war. Man kann sich also ausmalen was eine derartige Thematik im 18. Jahrhundert bei manchen Zuschauern hervorgerufen haben muss. In dieser Seminararbeit möchte ich deshalb näher beleuchten wie Lessing die damals vorherrschende Judenfeindschaft in seinem Lustspiel behandelt. Ich weise aber schon zu Beginn daraufhin, dass sich einige Thesen auf meine eigenen Beobachtungen und Ansichten stützen.

2. Kurze Inhaltsangabe

Ein Unbekannter Reisender wird von einem Baron als Gast aufgenommen, da er diesen vor einem nächtlichen Überfall bewahren konnte. Die beiden mit falschen Bärten getarnten Räuber, Vogt Martin Krumm und sein Komplize Michael Stich, konnten jedoch unerkannt entkommen und versuchen nun den Verdacht auf die zur damaligen Zeit äußerst unbeliebten Juden zu lenken. Beide stehen seit Jahren im Dienste des Barons und versuchen deshalb mit aller Macht den Tatverdacht nicht auf sich kommen zu lassen. Martin Krumm erkundigt sich bei dem Reisenden scheinheilig über die Details des Überfalls und entwendet ihm dabei auch noch eine Silberdose. Außerdem versucht er ihn davon zu überzeugen, dass nur die Juden als Täter in Frage kommen. Der Reisende widerspricht jedoch zur Verwunderung Krumms dieser allgemeinen Diffamierung. Er will mit seinem Begleiter Christoph nun aufbrechen und weiterziehen, dem Baron gelingt es jedoch schließlich ihn zum verweilen zu überreden. Auch die Tochter des Barons hat mittlerweile gefallen an dem mysteriösen Retter ihres Vaters gefunden, weshalb der Baron Lisette, die Bedienstete des Hauses, beauftragt Nachforschungen über den Unbekannten anzustellen. Diese hat in der Zwischenzeit die silberne Tabakdose als Geschenk von Krumm erhalten, und verspricht sie nun Christoph falls ihr dieser mehr über seinen Herren erzählt. Angesichts dieser Versprechung zögert Christoph nicht, Lisette eine frei erfundene Geschichte zu erzählen. Außerdem ist er selbst erst seit kurzem im Dienst des Reisenden und kennt ihn daher auch nicht näher. Als der Fremde später den Verlust seiner Tabakdose bemerkt und Martin Krumm verdächtigt, hat dieser kein Problem mit einer Untersuchung da die Dose ja nicht mehr in seinem Besitz ist. Dabei entdeckt der Reisende jedoch zwei „falsche“- Judenbärte. Als sein Bediensteter ihm dann sagt dass er im Besitz der Dose ist, können Martin Krumm und Michael Stich durch die Zurückverfolgung des Tauschweges überführt werden. Der Baron, der glücklich ist dass seine vermeintlichen treuen Angestellten überführt worden sind, bietet dem Unbekannten daraufhin sein Vermögen und die Hand seiner Tochter an. Der Fremde lehnt dies jedoch ab mit einem Verweis auf sein Geheimnis: Er selbst ist ein Jude. Nach einer ersten Enttäuschung stellt sich aber sowohl bei dem Baron als auch bei dem Begleiter des Reisenden Christoph eine gewisse Hochachtung ein.

3. Situation der Juden zur damaligen Zeit in Deutschland

Die jüdische Bevölkerung musste zur damaligen Zeit bereits erhebliche Repressionen ertragen. Zwar bot ihnen Preußen eine gute wirtschaftliche Basis, jedoch wurden nur wohlhabende Juden geduldet um die Wirtschaft anzukurbeln und mit hohen Steuerabgaben die Landeskassen aufzufüllen. Berlin war die Hauptstadt Preußens und somit seit 1740 Regierungssitz des aufgeklärten absolutistischen Herrschers Friedrich II3. Der mittelalterliche Stadtkern war noch von einer Stadtmauer umgeben, und somit nur durch die Stadttore zu erreichen. Unter den etwa 100000 Einwohnern befanden sich circa 2000 Juden. Fremde Juden durften nur durch ein einziges Stadttor einreisen, und wurden mit einem Einreiseausweis versehen, der beim Verlassen der Stadt seine Gültigkeit verlor. Aus diesem Grund achtete die jüdische Gemeinde genau auf jeden Einreisenden, denn im Falle eines unaufgeklärten Diebstahls oder Brandes musste die jüdische Gemeinde für die Schäden haften4. Um die Zahl der jüdischen Bürger besser kontrollieren zu können führte Friedrich II. 1750 das sogenannte „Revidierte General-Privilegium und Reglement“ ein. Diese Veranlassung teilte die jüdische Bevölkerung in sechs verschiedene Klassen ein. Der ersten Klasse, den „Generalprivilegierten“, gehörten nur sehr reiche Juden an. Sie waren nahezu gleichgestellt mit den christlichen Kaufleuten. Ihnen wurde gestattet sich überall mit ihren Kindern und Bediensteten

[...]


1 Anita Pöhlig: Aufklärung und Toleranz. URL: http://www.stern.de/kultur/buecher/gotthold- ephraim-lessing-aufklaerung-und-toleranz-519212.html Stand: 18.8.2013

2 Kant. Zit. in: Bahr, Erhard (Hrsg.): Was ist Aufklärung? Kant, Erhard, Hamann, Herder, Lessing, Mendelssohn, Riem, Schiller, Wieland. Stuttgart: Philipp Reclam jun. GmbH & Co. 1974. (= Nr. 9714), S. 9.

3 Berlin: Die königliche Hauptstadt. URL: http://www.berlin.de/berlin-im- ueberblick/geschichte/koenigliche_hauptstadt.de.html Stand: 23.8.13

4 Denkanstoss: Lessings „Nathan“ in unserer Zeit. URL: http://www.berlin.de/berlin-im- ueberblick/geschichte/koenigliche_hauptstadt.de.html Stand: 23.8.13

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Lessings Auseinandersetzung mit der Judenfeindschaft in seinem Lustspiel "Die Juden" von 1749
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,3
Jahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V320464
ISBN (eBook)
9783668196001
ISBN (Buch)
9783668196018
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lessings, auseinandersetzung, judenfeindschaft, lustspiel, juden
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, Lessings Auseinandersetzung mit der Judenfeindschaft in seinem Lustspiel "Die Juden" von 1749, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320464

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