Ziel dieser Arbeit ist es, die Posttraumatische Belastungsstörung im Kontext von Flüchtlingen zu thematisieren. Folgende Leitfragen begleiten diese Arbeit: Was ist eine Posttraumatische Belastungsstörung? Wie häufig tritt diese bei Flüchtlingen auf? Wie lässt sich die Posttraumatische Belastungsstörung erklären und welche Erklärungsmodelle in Bezug auf Flüchtlinge sind eher heranzuziehen? Welche
Handlungsansätze können zur Behandlung einer Posttraumatischen Belastungsstörung bei Flüchtlingen angewendet werden? Und welche Rolle spielt dabei die Soziale Arbeit? Diese Fragestellungen werden in dieser Arbeit auf Basis von Fachliteratur ausführlich diskutiert.
In der vorliegenden Arbeit werde ich im ersten Kapitel zunächst einmal die Termini Migration und Flüchtling definieren und voneinander abgrenzen. Bevor ich auf die psychische Krankheit der Posttraumatischen Belastungsstörung eingehe, werde ich ein Überblick über die gesundheitliche Lage von MigrantInnen und Flüchtlingen geben. Danach soll die psychische Krankheit der Posttraumatischen Belastungsstörung allgemein und im Kontext von Flüchtlingen beschrieben werden. Darauf aufbauend werden zwei von mir ausgewählte Erklärungsmodelle erläutert, die die Posttraumatische
Belastungsstörung aus verschiedenen Perspektiven (z.B. Risikofaktoren, Ursachen) beleuchten. Im vierten und letzten Kapitel dieser Arbeit werde ich zwei Handlungsansätze
darlegen, bei der vor allem die Bedeutung der Sozialen Arbeit hervorgehoben wird. In meinem Fazit werde ich die wichtigsten Ergebnisse zusammenfassen und die Rolle der Sozialen Arbeit in der Behandlung von traumatisierten Flüchtlingen kritisch reflektieren. Im Laufe dieser Arbeit werde ich, aufgrund der Kürze der Arbeit, nicht alle psychischen Krankheiten näher erläutern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Der Terminus ‘Migration‘
2.2 Was ist ein Flüchtling?
3 Gesundheitliche Situation von MigrantInnen und Flüchtlinge in Deutschland
3.1 Allgemeine gesundheitliche Lage von MigrantInnen und Flüchtlingen
3.2 Psychischer Gesundheitszustand von Flüchtlingen
4 Beschreibung
4.1 Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
4.2 Posttraumatische Belastungsstörungen im Kontext von Flüchtlingen
5 Erklärungsmodelle
5.1 Multifaktorielles Rahmenmodell
5.2 Sozial – interpersonelles Modell
6 Handlungsansätze zur Behandlung traumatisierter Flüchtlinge
6.1 Ein multiprofessionelles Behandlungsangebot am Beispiel vom Zentrum für Integrative Psychiatrie
6.2 Sequenzielle Traumatisierung und das STOP-Modell
7 Fazit
7.1 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
7.2 Ausblick: Welche Rolle spielt die Soziale Arbeit bei der Behandlung von traumatisierten Flüchtlingen?
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) im Kontext von Flüchtlingen in Deutschland zu analysieren, Erklärungsmodelle zu diskutieren und die Rolle der Sozialen Arbeit in der Behandlung dieser Betroffenengruppe kritisch zu reflektieren.
- Grundlagen zur Definition der Begriffe Migration und Flüchtling.
- Analyse der gesundheitlichen Situation und Belastungsfaktoren bei Flüchtlingen.
- Darstellung und Anwendung wissenschaftlicher Erklärungsmodelle für PTBS.
- Vorstellung praktischer Handlungsansätze unter besonderer Berücksichtigung der Sozialen Arbeit.
Auszug aus dem Buch
4.1 Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)
Als erstes beschreibe ich die PTBS nach der ‘ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen‘, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellt wurde. Die ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen ist ein Band aus dem Gesamtwerk der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD), in dem alle psychischen Erkrankungen erst beschrieben wurden und dann eine Reihe von Kriterien für eine Diagnostik aufgelistet sind (vgl. ICD-10 2014, S.173)
Laut diesem entsteht eine PTBS „als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastbares Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde.“ (ebd.)
Diese traumatischen Erlebnisse können sehr unterschiedlich sein. Darunter fallen Naturkatastrophen, Kriege, Folter, sexuelle Gewalt, Überfälle oder auch schwere Autounfälle (vgl. Knaevelsrud et al. 2012, S. 16). Andreas Mearcker definiert in seiner Monografie ‘Posttraumatische Belastungsstörungen‘ fünf Symptome die zur Diagnose der PTBS vorhanden sein müssen. Als erstes Symptom definiert er das Erleben eines traumatischen Ereignisses. Das zweite Kriterium ist die Intrusion, dh. dass der oder die Betroffene sich unbeabsichtigt und belastend wieder an das traumatische Ereignis erinnert. Ein weiteres Merkmal ist die Vermeidung von Situationen und Aktivitäten sowie das Gefühl von betäubt sein und emotionaler Gefühlslosigkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Themas ein und stellt die zentralen Leitfragen zur PTBS bei Flüchtlingen sowie das methodische Vorgehen der Arbeit vor.
2 Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden die Begriffe Migration und Flüchtling voneinander abgegrenzt, wobei der Fokus auf der internationalen Fluchtmigration liegt.
3 Gesundheitliche Situation von MigrantInnen und Flüchtlinge in Deutschland: Es wird die gesundheitliche Lage von Migranten im Allgemeinen sowie der spezifisch prekäre psychische Gesundheitszustand von Flüchtlingen untersucht.
4 Beschreibung: Dieses Kapitel definiert die PTBS nach ICD-10-Kriterien und beleuchtet die spezifischen Belastungsfaktoren und Symptome im Kontext der Fluchtgeschichte.
5 Erklärungsmodelle: Hier werden das multifaktorielle Rahmenmodell und das sozial-interpersonelle Modell vorgestellt, um die Entstehung und Aufrechterhaltung einer PTBS wissenschaftlich zu begründen.
6 Handlungsansätze zur Behandlung traumatisierter Flüchtlinge: Das Kapitel veranschaulicht multiprofessionelle Behandlungsangebote sowie sozialpädagogische Ansätze wie das STOP-Modell für Kinder und Jugendliche.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch die zentrale Rolle der Sozialen Arbeit bei der Stabilisierung und Unterstützung traumatisierter Menschen.
Schlüsselwörter
Flüchtlinge, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, Migration, Soziale Arbeit, Trauma, Erklärungsmodelle, Psychische Gesundheit, Traumatisierung, STOP-Modell, Fluchtmigration, Interpersonelles Modell, Psychosoziale Versorgung, Integration, Ressourcenstärkung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychischen Belastung von Flüchtlingen, insbesondere mit dem Krankheitsbild der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und den Möglichkeiten, diese therapeutisch sowie sozialpädagogisch zu behandeln.
Welche Themenfelder werden zentral behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Flucht, der Erläuterung wissenschaftlicher Traumamodelle und der Analyse von Handlungsansätzen in der psychosozialen Versorgung.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie sich PTBS bei Flüchtlingen äußert, wie sie theoretisch erklärt werden kann und welche spezifische Rolle die Soziale Arbeit bei der Behandlung und Stabilisierung der Betroffenen spielt.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung relevanter Fachliteratur, Studien und theoretischer Modelle zur Traumaverarbeitung und psychosozialen Arbeit.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Beschreibung des Störungsbildes PTBS, die Anwendung wissenschaftlicher Erklärungsmodelle auf die Situation von Flüchtlingen sowie die Darstellung konkreter Praxisbeispiele.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Wichtige Schlagworte sind neben der PTBS und Flucht insbesondere die Soziale Arbeit, Traumata, psychosoziale Belastung und Ressourcenorientierung.
Was ist unter dem "STOP-Modell" zu verstehen?
Es handelt sich um ein sozialpädagogisches Modell für traumatisierte Kinder und Jugendliche, das Struktur, Zeit für Gespräche, organisiertes Spiel und Unterstützung für die Eltern kombiniert.
Warum ist die Soziale Arbeit laut der Arbeit bei der PTBS-Behandlung so wichtig?
Sozialarbeiter leisten unverzichtbare interpersonelle Hilfe, fördern soziale Teilhabe und entlasten die Betroffenen durch Unterstützung bei alltäglichen und rechtlichen Problemen, was die Psychotherapie wirksam ergänzt.
- Quote paper
- Jehad Mohammad (Author), 2015, Traumatisierte Flüchtlinge in Deutschland. Beschreibungs-, Erklärungs- und Handlungsmodelle der Posttraumatischen Belastungsstörung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320625