Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Thema der Partizipation im Kontext einer Sozialen Arbeit mit chronisch psychisch erkrankten Menschen auseinander.
Neben der Darstellung der Rahmenbedingungen, vor allem unter Berücksichtigung der UN - Behindertenrechtskonvention, geht es um die Frage, inwieweit die Durchführung einer sog. Zukunftswerkstatt ein Weg sein kann, Partizipation psychisch erkrankter Menschen sicher zu stellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen
2.1 Die „psychische Behinderung“ als Voraussetzung
2.2 Das „Persönliche Budget“ als Sozialleistung und Rechtsanspruch
2.3 Die Vorgaben der UN – Behindertenrechtskonvention und ihre Auswirkungen auf die Soziale Arbeit mit dem Klientel
3. Darstellung der institutionellen Rahmenbedingungen
4. Die Partizipation psychisch erkrankter Menschen
5. Die Zukunftswerkstatt als partizipative Methode
5.1 Die Durchführung der „Zukunftswerkstatt“
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Bedingungen und Voraussetzungen für die Implementierung partizipativer Strukturen in der ambulanten Sozialen Arbeit mit psychisch behinderten Menschen, basierend auf praktischen Erfahrungen des Verfassers bei der DIALOGOS-Saar gUG.
- Rechtliche Grundlagen der Eingliederungshilfe und des Persönlichen Budgets.
- Einfluss der UN-Behindertenrechtskonvention auf die Soziale Arbeit.
- Herausforderungen der Partizipation psychisch erkrankter Menschen im Hilfesystem.
- Die Methode der Zukunftswerkstatt als Instrument zur Teilhabeförderung.
- Praxisbezogene Reflexion von Gruppenprozessen und Beziehungsgestaltung.
Auszug aus dem Buch
5. Die Zukunftswerkstatt als partizipative Methode
Die sogenannte Zukunftswerkstatt als eine potenziell partizipative Methode in der ambulanten Sozialen Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen, lässt sich auf drei Leitlinien-wie sie von Dörr entworfen wurden-gründen. In der Einbeziehung der Biografie der AdressatInnen als einer ersten Ausrichtung Sozialer Arbeit, werden diese als „soziale Orte“ ernstgenommen„(…) als Orte,wo gesellschaftlich vorgegebene Regeln zur Organisation des Lebenslaufs und deren „eigensinnige“ Aneigung und Berechnung durch die Individuen zusammentreffen(…).So eröffnet der Blick auf Biografie „aufgrund der engen Verbundenheit zu gesellschaftlichen Strukturen und Wissensordnungen,komplexe Analysedimensionen auf die Hintergründe des „beschädigten Lebens“(…)“(Dörr 2015,162ff). Der Blick auf das Zukünftige,die Gestaltung des Lebensalltags,der potenziellen Verwirklichung von Wünschen,Vorstellungen und Hoffnungen der AdressatInnen,ist ohne das Gewordene, mitunter Festgefahrene,wie es oftmals die psychische Erkrankung evoziert, zumindest unvollständig.
Mit dem unmittelbar erfahrbaren Bezug zur Lebenswelt als zweitem Fokus-in welcher Frauen und Männer-so Dörr weiter- „(…)mit differenten Anforderungen im privaten und gesellschaftlichen Lebenskontext konfrontiert seien(…),verfügten sie(…)über unterschiedliche Handlungs-und Deutungsmuster sowie sozial hergestellte geschlechtstypische Ressourcen im alltäglichen Umgang mit Gesundheit und Krankheit(…)Eine alltags-und lebensweltorientierte Soziale Arbeit fragt demzufolge(…)nach den Menschen in ihren Lebensverhältnissen, sowohl wie diese objektiv vorgegeben sind,als auch nach den Bewältigungs-,Deutungs-und Handlungsmustern,also danach,wie Menschen in ihren Lebensverhältnissen ihr Leben deuten und entsprechend organisieren(…)“ (ebd.)Mit der „sozialen Anerkennung“ als dritter Leitlinie-so fährt Dörr fort-seien zwar die Begriffe „(…)Toleranz,Akzeptanz, Achtung und Respekt verbunden,gehe aber in diesen Begriffen keineswegs auf(…)“(ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Reformprozess der Psychiatrie und führt in die Problematik einer partizipativen ambulanten Sozialen Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen ein.
2. Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Grundlagen zur Definition der psychischen Behinderung, das Konzept des Persönlichen Budgets sowie die Auswirkungen der UN-Behindertenrechtskonvention.
3. Darstellung der institutionellen Rahmenbedingungen: Hier werden die organisatorischen Strukturen der ambulanten Hilfe sowie die spezifische Umsetzung der Eingliederungshilfe am Beispiel der DIALOGOS-Saar gUG beschrieben.
4. Die Partizipation psychisch erkrankter Menschen: Dieser Abschnitt analysiert kritisch das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Marktanforderungen im Hilfesystem und dem Recht auf echte Teilhabe.
5. Die Zukunftswerkstatt als partizipative Methode: Es wird die theoretische Fundierung der Zukunftswerkstatt dargelegt und deren praktische Anwendung in der Sozialen Arbeit diskutiert.
5.1 Die Durchführung der „Zukunftswerkstatt“: Der Unterpunkt berichtet von den konkreten Erfahrungen und Ergebnissen der durchgeführten Sitzungen mit den KlientInnen.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Psychiatriereform, Partizipation, Teilhabe, UN-Behindertenrechtskonvention, Persönliches Budget, Eingliederungshilfe, Ambulantes betreutes Wohnen, Psychische Erkrankung, Zukunftswerkstatt, Lebensweltorientierung, Inklusion, Hilfeplanung, Sozialraum, Trialog.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Möglichkeiten und Herausforderungen einer partizipativen Gestaltung in der ambulanten Sozialen Arbeit mit erwachsenen, psychisch erkrankten Menschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen rechtliche Rahmenbedingungen wie das Persönliche Budget, die UN-Behindertenrechtskonvention sowie die methodische Umsetzung von Partizipation im Alltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine projektierte, partizipative Struktur innerhalb der täglichen ambulanten Sozialarbeit praxisnah zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse der rechtlichen Grundlagen, fachwissenschaftliche Diskurse zur Sozialpsychiatrie und eine praxisbezogene Fallbeschreibung einer Zukunftswerkstatt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden rechtliche Grundlagen, institutionelle Rahmenbedingungen sowie die kritische Reflexion von Partizipation und die praktische Methode der Zukunftswerkstatt diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Partizipation, Soziale Arbeit, Persönliches Budget, Inklusion, psychische Erkrankung und Zukunftswerkstatt.
Wie unterscheidet sich die "bipolare Leistungskonstellation" vom früheren "sozialrechtlichen Dreiecksverhältnis"?
Das früher übliche Dreiecksverhältnis zwischen Träger, Kostenträger und Klient soll durch das Persönliche Budget in eine direktere Beziehung (bi-polar) überführt werden, um Selbstbestimmung zu stärken.
Warum wird die Zukunftswerkstatt als Herausforderung für den Beziehungsprozess beschrieben?
Weil sie erfordert, professionelle Steuerung zu minimieren und dem Klienten Raum für eigene, biografiebasierte Zukunftsgestaltung zu geben, was durch chronisches Krankheitserleben erschwert sein kann.
- Citation du texte
- Thomas Schwarz (Auteur), 2016, Erstellung eines Partizipationskonzeptes. Partizipation im Kontext einer Sozialen Arbeit mit chronisch psychisch erkrankten Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320719