Insbesondere Singers Aussagen zur Früheuthanasie von behinderten Säuglingen und zu Schwangerschaftsabbrüchen haben heftige Kritik provoziert.
In diesem Essay wird der Standpunkt des Utilitaristen Peter Singers beleuchtet. Dabei wird auf seine Extrempositionen eingegangen und die ihm vorgeworfene Kritik diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Utilitarismus als moralische Theorie
3. Peter Singers Position zur Abtreibung und zum Infantizid
4. Kritische Reflexion und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Argumentationsstruktur von Peter Singer zur Rechtfertigung der Tötung von Ungeborenen sowie behinderten Säuglingen. Das primäre Ziel ist es, Singers utilitaristische Herleitung des Personenstatus sowie die damit verbundenen moralischen Konsequenzen für das Lebensrecht zu analysieren und anhand der theoretischen Grundlagen des Utilitarismus zu hinterfragen.
- Grundlagen des klassischen Utilitarismus und Konsequentialismus
- Präferenzutilitarismus nach Peter Singer
- Kriterien für den Personenstatus und das Tötungsverbot
- Ethische Bewertung von Abtreibung und Früheuthanasie
- Diskussion der "Heiligkeit des Lebens" gegenüber der Lebensqualität
Auszug aus dem Buch
Peter Singers Position zur Abtreibung und zum Infantizid
Wenn man nun im Falle Peter Singers auf Themen der Abtreibung und Infantizid eingeht, fallen sofort die Schlagworte Bewusstsein und Schmerzempfinden. Er sagt ganz klar, wer kein Bewusstsein und Schmerzempfinden hat, ist keine Person und somit gäbe es keinen Anlass dieses Leben, allein um des betreffenden Wesens Willens, zu schützen. Für diese Einstellung erntete er heftigste Kritik und im ersten Moment klingt es auch für mich höchst unmoralisch, dass er Ungeborenen, sowie Säuglingen das Recht auf Leben abspricht. Beschäftigt man sich näher mit diesen Aussagen, zeigt sich eine klare Darlegung und Begründung für seine Weltsicht.
Detailreich beschreibt er seine Vorstellung von der Personendefinition: ein Angehöriger der menschlichen Spezies sei nicht in jedem Falle eine Person, sondern erst wenn er über Rationalität und Bewusstsein, woraus sich das Schmerzempfinden folgert, verfügt. Es werden drei Kategorien bei Lebendigem festgestellt. Eine Unterste, zu der Lebewesen ohne Bewusstsein, wie Pflanzen zählen. Diesen wird kein Wert zugesprochen. An zweiter Stelle befinden sich Wesen mit Bewusstsein, aber ohne Selbstbewusstsein. Den höchsten Stellenwert nehmen dann die Selbstbewusstseinsfähigen, also Menschen, sowie menschenähnliche Wesen wie z.B. Menschenaffen ein.
Da er den Begriff der Spezies selbst einwirft, stellt sich mir unweigerlich die Frage, inwieweit er Tiere in seinem System berücksichtigt. Überraschender Weise macht er keinen Unterschied, sondern geht soweit, auch Tieren die Möglichkeit zu bieten, ein personales schutzwürdiges Wesen sein zu können. „Es könnte eine Person geben, die nicht Mitglied unserer Spezies ist. Es könnte auch Mitglieder unserer Spezies geben, die nicht Personen sind.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Debatte um Peter Singer ein, beleuchtet seine kontroversen Positionen und legt die Motivation für die kritische Auseinandersetzung dar.
2. Der Utilitarismus als moralische Theorie: Hier werden die Grundlagen des Utilitarismus, insbesondere des Konsequentialismus und Präferenzutilitarismus, als theoretisches Fundament für Singers Argumentation dargelegt.
3. Peter Singers Position zur Abtreibung und zum Infantizid: In diesem Teil wird Singers spezifische Definition von "Person" und "Lebensqualität" analysiert und auf die Themen der Abtreibung und Früheuthanasie angewendet.
4. Kritische Reflexion und Fazit: Das abschließende Kapitel bewertet die logische Konsistenz von Singers Thesen kritisch und stellt der utilitaristischen Sichtweise moralische Bedenken gegenüber.
Schlüsselwörter
Peter Singer, Utilitarismus, Präferenzutilitarismus, Personendefinition, Lebensqualität, Abtreibung, Infantizid, Früheuthanasie, Tötungsverbot, Heiligkeit des Lebens, Konsequentialismus, Moraltheorie, Selbstbewusstsein, Schmerzempfinden, Bioethik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ethischen Argumente des Philosophen Peter Singer, insbesondere seine Rechtfertigung für die Tötung von Ungeborenen und Säuglingen durch den Utilitarismus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition des Personenstatus, die moralische Bewertung von Abtreibung, der Infantizid sowie die Frage, woraus sich ein Lebensrecht ableitet.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Singers moralphilosophisches Fundament zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, wie er aus utilitaristischer Sicht die Grenzen des Tötungsverbots zieht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine philosophische Analyse und Literaturarbeit, um Singers Werk "Praktische Ethik" sowie ergänzende bioethische Fachliteratur zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die utilitaristische Ethik, die Unterscheidung zwischen Mensch und Person sowie die praktische Anwendung dieser Kriterien auf Embryonen und Neugeborene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Utilitarismus, Personenstatus, Lebensqualität, Abtreibung, Infantizid und die Heiligkeit des Lebens.
Wie begründet Singer die Unterscheidung zwischen Mensch und Person?
Singer argumentiert, dass eine Person durch Rationalität und Selbstbewusstsein definiert ist. Wer diese Merkmale nicht besitzt, wie etwa Embryonen oder Säuglinge, erhält keinen vollen Personenstatus.
Warum wird Singer im Kontext von Euthanasie oft kritisiert?
Die Kritik entzündet sich daran, dass Singer bei "nicht-personaler" Lebensqualität das Töten von Säuglingen legitimiert, was viele Kritiker als moralisch nicht vertretbar und gefährlich einstufen.
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- Carolin Menzel (Author), 2015, Peter Singers Extrempositionen zu Früheuthanasie und Abtreibung. Eine kritische Auseinandersetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320787