Unterstützung bei Investitionsentscheidungen mithilfe dynamischer Berechnungsmethoden


Seminararbeit, 2015

16 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Grundlagen der Investitionsrechnung
2.1 Ziele der Investitionsplanung
2.2 Unterscheidung der dynamischen von der statischen Investitionsrechnung

3. Dynamische Investitionsrechnung
3.1 Grundlagen und Anwendungsbereiche der dynamischen Investitionsrechnung
3.2 Kapitalwertmethode
3.2.1 Kapitalwertmethode ohne Berücksichtigung von Steuern
3.2.2 Kapitalwert mit Berücksichtigung der Steuern
3.3 Annuitätenmethode
3.4 Interne Zinsfußmethode

4. Kritik

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Figure 1: Überschüsse abzinsen

Figure 2: Ermittlung des internen Zinsfußes mit der regula falsi

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Problemstellung

Die meisten Unternehmen setzen sich Gewinn- und Umsatzwachstum als Ziel. Das Unternehmen sich entwickeln und wachsen können, ist es entscheidend, dass sie investieren. Allerdings ist nicht jede Investition lohnend, da mit einer Investition auch häufig hohe Auszahlungen verbunden sind. Deshalb ist es wichtig schon im Vorhinein gewinnbringende Investitionen von verlustbringenden Investitionen zu unterscheiden. Dafür steht dem Unternehmen das Rechenwerk der Investitionsrechnung zur Verfügung.

Bei den quantitativen Verfahren, wird zwischen der statischen und der dynamischen Investitionsrechnung unterschieden. Diese Seminararbeit befasst sich nur mit den dynamischen Investitionsarten. Auf die Amortisationsrechnung, die es in veränderter Form sowohl in der statischen als auch in der dynamischen Investitionsrechnung gibt, wird hier nicht näher eingegangen.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der literaturbasierten Untersuchung der dynamischen Investitionsrechnung. Ziel dieser Arbeit ist es dem Leser sowohl die dynamische Investitionsrechnung zu erklären, als auch zu vermitteln, wie das Thema in der Literatur aufgearbeitet wird. In jedem Kapitel wird die herrschende Meinung der untersuchten Literatur dargestellt. Unterschiede oder konträre Meinungen werden im jeweiligen Kapitel erläutert.

Das Spektrum umfasst deutschsprachige und englischsprachige Literatur. Der Zeitraum der Veröffentlichung der Publikationen umfasst 10 Jahre.

Zu Beginn werden die Ziele der Investitionsplanung erläutert. Daraufhin wird auf die Unterschiede zwischen der dynamischen und der statischen Investitionsrechnung eingegangen. Im Hauptteil werden die verschiedenen Methoden der dynamischen Investitionsrechnung erklärt. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Kapitalwertmethode, da diese als Grundlage für die anderen Methoden dient. Die darauf folgenden Methoden sind die Annuitätenmethode und die interne Zinsfußmethode. Nach einer Kritik an der dynamischen Investitionsrechnung wird die Arbeit mit einem Fazit abgeschlossen.

2. Grundlagen der Investitionsrechnung

2.1 Ziele der Investitionsplanung

Im überwiegenden Teil der Literatur, wird bevor auf die einzelnen Methoden der dynamischen bzw. der statischen Investitionsrechnung eingegangen wird, die allgemeinen Ziele der Investitionsrechnung geschildert. Unterschieden wird zwischen den Zielen von Investitionen allgemein und den Zielen der Investitionsrechnung.

Die Ziele einer Investition hängen von der Interessensgruppe ab, die mit der Investition in Zusammenhang stehen. Wenn ein Unternehmen eine Investition tätigen will, haben beispielsweise die Mitarbeiter das Ziel ihren Arbeitsplatz zu sichern. Kunden erhoffen sich Innovationen oder niedrigere Preise. Eigenkapitalgeber hingegen erwarten eine Wertsteigerung ihrer Investition in das Unternehmen.1 Allgemein gesprochen soll die Situation nach der Investition besser sein, als vor der Investition.2

Mit Hilfe der Investitionsrechnung soll diese wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit bestimmt werden.3 Im Regelfall mit einem mathematisch akademischen Modell, welches mit wirtschaftlichen Daten einen quantitativen Vorteil berechnet.4

2.2 Unterscheidung der dynamischen von der statischen Investitionsrechnung

Die Investitionsrechnung unterscheidet zwischen der dynamischen Investitionsrechnung und der statischen Investitionsrechnung.

Die statischen Methoden rechnen mit Aufwendungen bzw. Kosten und Erträgen. Die dynamischen Methoden hingegen mit Einzahlungen und Auszahlungen. Ein weiterer Unterschied ist, dass bei den dynamischen Methoden der Zeitpunkt der Ein- bzw. Auszahlung berücksichtigt wird. Jeder Zahlung wird ein Zeitpunkt zugeordnet, sodass eine Verzinsung berücksichtigt werden kann. Die statischen Methoden betrachten eine repräsentative Durchschnittsperiode. Besonders bei Investitionen mit langen Laufzeiten und bei Schwankungen im Erfolg wirkt sich dies auf die Genauigkeit des Ergebnisses aus.

Wenn der Autor in seinem Buch eine Empfehlung abgibt ist sich die untersuchte Literatur einig, dass die statische Investitionsrechnung zwar einfacher ist aber aufgrund der Genauigkeit die dynamische Investitionsrechnung vorzuziehen ist.

3. Dynamische Investitionsrechnung

3.1 Grundlagen und Anwendungsbereiche der dynamischen Investitionsrechnung

Zum einen lässt sich mit Hilfe der dynamischen Investitionsrechnung die Vorteilhaftigkeit einer Investition bestimmen. Das heißt ob eine Investition lohnend ist. Außerdem hilft die dynamische Investitionsrechnung bei Auswahlproblemen. Unter einem Auswahlproblem versteht man eine Situation, in der zwischen mehreren Investitionen die beste Alternative bestimmt werden soll. Das dritte Grundproblem, welches sich lösen lässt ist die Frage der optimalen Laufzeit. Das heißt nach welcher Zeit sollte z.B. eine Maschine ersetzt werden.

Bei diesen Grundproblemen können auch die Steuern auf das Einkommen und den Ertrag berücksichtigt werden, da diese je nach Höhe einen großen Einfluss haben.

In allen untersuchten Büchern wird zunächst die Kapitalwertmethode beleuchtet. Der Grund ist, dass sich die anderen Methoden von der Kapitalwertmethode ableiten.5

3.2 Kapitalwertmethode

3.2.1 Kapitalwertmethode ohne Berücksichtigung von Steuern

Bei der Kapitalwertmethode werden alle Einzahlungen und Auszahlungen, die mit der Investition in Zusammenhang stehen auf den Zeitpunkt 0 mit dem Kalkulationszinssatz abgezinst. Ist der Kapitalwert positiv, ist die Investition vorteilhaft.6

Dieser Kalkulationszinssatz muss vorher definiert werden, da dies die zu erzielende Mindestverzinsung darstellt. Es sollten zumindest die Kapitalkosten gedeckt sein.7

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Figure 1: Überschüsse abzinsen8

Die Durchführung einer Investition beginnt in aller Regel mit einer Anschaffungsauszahlung zum Zeitpunkt 0 (I0). Im Laufe der Nutzungsdauer (n) entstehen während der Perioden (t) Einzahlungen (et) und Auszahlungen (at), die sich zu Einzahlungsüberschüssen (zt=et-at) zusammenfassen lassen. Am Ende der Nutzungsdauer (n) kann ein Restwert der Investition (Ln) vorhanden sein, der wie eine zusätzliche Einzahlung zu betrachten ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Formel 1: Kapitalwertmethode ohne Berücksichtigung von Steuern9

Inhaltlich ist die Formel in der kompletten untersuchten Literatur gleich. In der Darstellung gibt es allerdings Unterschiede. Der Restwert der Investition wird nicht immer, wie hier einzeln abgezinst, sondern ist bereits in der Einzahlung der letzten Periode erfasst. In der obigen Darstellung ist die Bezeichnung des i als Kalkulationszinssatz eher allgemein. Es kommt auch vor, dass der Kalkulationszinssatz konkret als WACC bezeichnet wird10. Auf Deutsch sind dies die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten. In anderen Büchern ist von einer „Mindestverzinsung“ die Rede.

Das Ergebnis der Berechnung kann größer als Null, gleich Null oder kleiner als Null sein. Ist der Kapitalwert positiv ist die Investition vorteilhaft. Die Durchführung der Investition erzielt Überschüsse. Bei einem Kapitalwert von genau Null ist die Investition nicht unvorteilhaft. Das eingesetzte Kapital wird wiedergewonnen und es wird die gewünschte Mindestverzinsung (durch Abzinsung mit dem Kalkulationszinssatz) erzielt. Darüber hinaus fällt kein Überschuss an. Bei einem negativen Kapitalwert ist die Investition unvorteilhaft. Die Mindestverzinsung wird nicht erzielt und eventuell wird nicht einmal das eingesetzte Kapital wiedergewonnen.11

Kann zwischen mehreren Alternativen gewählt werden, ist die Investition mit dem höheren Kapitalwert vorzuziehen.12

Die Höhe des Kapitalwertes hängt von den „3 Z“ ab.13 Also der Zahlungshöhe, der zeitliche Anfall und der Zinssatz.14 Je höher die Zahlungen, je früher der zeitliche Anfall und je niedriger der Zinssatz, desto höher ist der Kapitalwert.15 (Bei Investitionen mit ausschließlich positiven Rückflüssen)

Soll mithilfe der Kapitalwertmethode die optimale Laufzeit bestimmt werden, ist die Laufzeit zu wählen, bei der der Kapitalwert am höchsten ist.

3.2.2 Kapitalwert mit Berücksichtigung der Steuern

Wird die Zahlung von Steuern in der Berechnung berücksichtigt werden die zahlungswirksamen Erfolge um den Steuersatz reduziert. Außerdem werden die steuerlichen Auswirkungen auf die nicht zahlungswirksamen Abschreibungen und den nicht zahlungswirksamen Bucherfolg aus dem Anlageverkauf berücksichtigt. Weiterhin wird der Kalkulationszins bei Fremdfinanzierung um den Steuersatz reduziert. Es ergibt sich folgende Formel:16

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Formel 2: Kapitalwert mit Berücksichtigung von Steuern

Die Berechnung des Kapitalwertes mit Steuern wird nicht in jedem Buch berücksichtigt. Besonders bei Büchern, die die Investitionsrechnung nur als Randgebiet oder in einer geringeren Tiefe behandeln lässt sich dies feststellen.17

3.3 Annuitätenmethode

Die Annuitätenmethode leitet sich von der Kapitalwertmethode ab. Hier werden Zahlungen, die im Zeitablauf unregelmäßig anfallen zu einer „durchschnittlichen“ Zahlung für alle Perioden umgerechnet. Zunächst ist der Kapitalwert zu berechnen. Wird dieser mit dem „Wiedergewinnungs-(Annuitäten)faktor“ multipliziert ist das Ergebnis die Annuität. Also die Rente, die pro Periode aus dem Kapitalwert der Investition fließt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Formel 3: Annuitätenmethode

Mit Hilfe der Annuitätenmethode kommt der Entscheidungsträger zum gleichen Ergebnis, wie mit der Kapitalwertmethode. Die Investition mit dem höchsten Kapitalwert wird auch die höchste Annuität haben. Die Annuitätenmethode kann z.B. zur Veranschaulichung genutzt werden. Bei Auswahlentscheidungen müssen die Investitionen die gleiche Laufzeit haben.

Bei einer positiven Annuität ist die Investition lohnend. Es werden die Ausgaben gedeckt, der Kapitaleinsatz verzinst und dann ein Überschuss erzielt. Bei einer Annuität von 0 wird kein Überschuss erzielt. Ist die Annuität negativ ist die Investition unvorteilhaft.18

In der kompletten untersuchten Literatur kommt die Annuitätenmethode nach der Kapitalwertmethode. Der Grund ist, dass der berechnete Kapitalwert als Grundlage für die Berechnung der Annuität dient.

[...]


1 Vgl. Bösch, Martin: Finanzwirtschaft: Investition, Finanzierung, Finanzmärkte und Steuerung; München 2013; S. 269.

2 Vgl. Poggensee, Kay: Investitionsrechnung: Grundlagen – Aufgaben – Lösungen; Wiesbaden 2011; S. 8.

3 Vgl. Becker, Hans Paul: Investition und Finanzierung: Grundlagen der betrieblichen Finanzwirtschaft; Wiesbaden 2013; S. 38.

4 Vgl. Poggensee, Kay: Investitionsrechnung: Grundlagen – Aufgaben – Lösungen; Wiesbaden 2011; S. 9.

5 Vgl. Carstensen, Peter: Investitionsrechnung kompakt: Eine anwendungsorientierte Einführung; Wiesbaden 2008; S. 31f.

6 Vgl. Zimmermann, Gebhard: Investitionsrechnung; München 2003; S. 77ff.

7 Vgl. Hansen, Don; Mowen, Maryanne; Guan, Liming: Cost Management: Accounting & Controlling; Mason (USA) 2009; S. 719.

8 http://www.bankstudent.de/downloads3/bwl/image065.gif 14.12.2015.

9 Ermschel, Ulrich; Möbius, Christian; Wengert, Holger: Investition und Finanzierung; Heidelberg 2013; S. 51.

10 z.B. Bösch, Martin: Finanzwirtschaft: Investition, Finanzierung, Finanzmärkte und Steuerung; München 2013; S. 289.

11 Vgl. Röhrich, Martina: Grundlagen der Investitionsrechnung; München 2007; S. 64 f.

12 Vgl. Needles, Belverd; Powers, Marian; Crosson. Susan: Principles of Accounting; Mason (USA) 2011; S. 1238.

13 Vgl. Däumler, Klaus-Dieter; Grabe, Jürgen: Grundlagen der Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnung; S. 64.

14 Vgl. Carstensen, Peter: Investitionsrechnung kompakt: Eine anwendungsorientierte Einführung; Wiesbaden 2008; S. 35.

15 Carstensen, Peter: Investitionsrechnung kompakt: Eine anwendungsorientierte Einführung; Wiesbaden 2008; S. 35.

16 Vgl. Carstensen, Peter: Investitionsrechnung kompakt: Eine anwendungsorientierte Einführung; Wiesbaden 2008; S. 35, 65, 110f.

17 z.B. Bensch, Thomas; Schuch, Karin: Basiswissen zu Investition und Finanzierung; Wien 2013.

18 Vgl. Hoffmeister, Wolfgang: Investitionsrechnung und Nutzwertanalyse; Berlin 2008; S. 124f.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Unterstützung bei Investitionsentscheidungen mithilfe dynamischer Berechnungsmethoden
Autor
Jahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V320978
ISBN (eBook)
9783668205574
ISBN (Buch)
9783668205581
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unterstützung, investitionsentscheidungen, berechnungsmethoden
Arbeit zitieren
Christopher Zettl (Autor), 2015, Unterstützung bei Investitionsentscheidungen mithilfe dynamischer Berechnungsmethoden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320978

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