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Thomas Hobbes in der Gutenberg-Galaxis. Die Materialität des Wissens und die Bedeutung der Typographie im "Leviathan" und "Behemoth"

Título: Thomas Hobbes in der Gutenberg-Galaxis. Die Materialität des Wissens und die Bedeutung der Typographie im "Leviathan" und "Behemoth"

Trabajo , 2011 , 17 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Martin Pfaffenzeller (Autor)

Política - Filosofía política e historia de las ideas
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In der vorliegenden Arbeit wurde versucht, das Hobbes´sche Werk aus medientheoretischer Perspektive zu lesen. Dabei soll die Erfindung der Typographie – im Sinne der radikalen These Friedrich Kittlers, dass jegliche Kultur abhängige Variable der verwendeten Medientechnologien sei – als Möglichkeitsbedingung für Hobbes´ politisches Denken betrachtet werden. Um diese Ansicht plausibel erscheinen zu lassen, wird zunächst einleitend die systematische Trennung von Materie und Information hinterfragt, die Hobbes in seinen anthropologischen und epistemologischen Voraussetzungen im ersten Teil des Leviathan vornimmt.

Anschließend wird mit Hilfe von Carl Schmitts Tool der Freund-Feind-Unterscheidung das Verhältnis von Information und Macht bzw. Veritas und Auctoritas untersucht, da dieses letztendlich Hobbes´ „Utopie“ der absoluten Souveränität konstituiert. In einem historischen Exkurs wird daraufhin der Zusammenhang zwischen der Verbreitung der Typographie und dem englischen Bürgerkrieg, also dem sozialen Kontext des Autors, sowie dessen epistemischer Kontext in Form der veränderten Wissensordnung im England des 17. Jahrhunderts, nachgezeichnet. Zum Schluss wird die mit dem Diskursstifter Thomas Hobbes assoziierte Zäsur im politischen Denken mit ihrem technischen Apriori konfrontiert und die Frage gestellt, inwieweit Hobbes dieses berücksichtigt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Thomas Hobbes´ politisches Denken im Kontext der typographischen Revolution

2.1 Wissen ist Macht?

2.2 Buchdruck, Irrlehre, Bürgerkrieg

2.2.1 Kriegsauslöser

2.2.2 Buchdruck und Universität

2.2.3 Englische Bibeln

2.2.4 Pluralismus durch Buchdruck

2.4 Souveräne Macht über Wissen – Kontrolle über dessen Materialität

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Thomas Hobbes in seinen Schriften die Materialität des Wissens sowie die durch die Erfindung des Buchdrucks verursachten gesellschaftlichen Veränderungen reflektiert, um daraus Konzepte für eine absolute Souveränität zur Vermeidung bürgerkriegsähnlicher Zustände abzuleiten.

  • Die Wechselbeziehung zwischen Macht und Wissen bei Thomas Hobbes
  • Die Rolle des Buchdrucks als Katalysator für gesellschaftliche Umbrüche und den englischen Bürgerkrieg
  • Der Einfluss technischer Medien auf die Verbreitung von Informationen und Meinungen
  • Strategien der Souveränität zur Kontrolle über Wissen und ideologische Macht
  • Der Übergang von oralen zu skriptographischen Kommunikationsformen

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Kriegsauslöser

So soll die These lauten, dass der Buchdruck „Katalysator“ für die Veränderungen des Machtgefüges war und entscheidend dazu beitrug, neue Freund-Feind-Konstellationen zu schaffen, die sich letztendlich im Bürgerkrieg entluden. Hobbes Werk ist nur aus dem Kontext des Bürgerkrieges zu verstehen, schließlich ist es „von den Wirren der Gegenwart veranlasst.“ Betrachtet man also den Buchdruck als Möglichkeitsbedingung für den englischen Bürgerkrieg und den Bürgerkrieg als Möglichkeitsbedingung für Hobbes´ Werk, wird das Medium zur Message.

Um diese These zu untermauern, soll zunächst der Kriegsauslöser in den Fokus rücken:

„Und doch glaube ich, sie hätten sich nie ins Feld gewagt, wenn nicht jene unselige Sache gewesen wäre, daß man den Schotten, die alle Presbyterianer waren, unser Allgemeines Gebetbuch aufzwingen wollte. Denn ich glaube, die Engländer hätten es nie für gut befunden, daß das Parlament auf irgendeine Herausforderung hin Krieg gegen den König führe, es sei denn im Falle ihrer Selbstverteidigung, wenn der König zuerst gegen sie Krieg führen würde. Darum paßte es ihnen, den König herauszufordern, damit er etwas tun würde, was so aussähe wie Feindseligkeit. Es geschah im Jahre 1637, daß der König, wie man vermutete, auf den Rat des Erzbischofs von Canterbury ein Allgemeines Gebetbuch nach Schottland schickte, das im wesentlichen Inhalt und auch in den Ausdrücken von dem unsrigen nicht verschieden war und in dem nur an Stelle des Wortes Geistlicher Presbyter stand, mit dem Befehl, es sollte von jetzt ab von der dortigen Geistlichkeit verwandt werden zum Gottesdienst […]. Als dieses in der Kirche zu Edinburgh verlesen wurde, verursachte es dort einen solchen Tumult, daß der, der es las, kaum mit dem Leben davonkam; das gab dem größten Teil des Adels und anderen Gelegenheit […]“

Für Hobbes ist also das Gebetsbuch der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, sodass sich die Spannungen gewaltsam entladen konnten. Im Folgenden ist der König genötigt, das Parlament einzuberufen und verliert zunächst seine Souveränität und dann sein Leben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Hobbes' materialistisches Menschenbild ein und formuliert das Ziel, die Auswirkungen der Erfindung des Buchdrucks auf Hobbes' politische Theorie zu untersuchen.

2. Thomas Hobbes´ politisches Denken im Kontext der typographischen Revolution: Das Kapitel analysiert, wie der Buchdruck als Medium die Machtressourcen verschob und neue Formen der gesellschaftlichen Auseinandersetzung ermöglichte.

2.1 Wissen ist Macht?: Hier wird Hobbes' Distanzierung von Bacon thematisiert und das Verständnis von Wissen als praktische Autorität und Instrument im politischen Raum erörtert.

2.2 Buchdruck, Irrlehre, Bürgerkrieg: Dieses Kapitel verknüpft die technologische Innovation des Buchdrucks mit den sozio-politischen Destabilisierungen, die zum englischen Bürgerkrieg führten.

2.2.1 Kriegsauslöser: Anhand historischer Ereignisse wie dem Gebetsbuch-Konflikt wird der Buchdruck als Katalysator für politische Spannungen identifiziert.

2.2.2 Buchdruck und Universität: Es wird untersucht, wie der Buchdruck die Definitionsmacht der alten Eliten an den Universitäten durch die Vervielfältigung von Wissen untergrub.

2.2.3 Englische Bibeln: Die Verfügbarkeit gedruckter Bibeln wird als Faktor für den individuellen Zugang zur Schrift und die Schwächung der vermittelnden Macht der Kirche dargestellt.

2.2.4 Pluralismus durch Buchdruck: Dieses Kapitel beschreibt den Übergang zu einer freieren Informationsverbreitung und die damit einhergehende Demokratisierung des Wissenszugangs.

2.4 Souveräne Macht über Wissen – Kontrolle über dessen Materialität: Hier werden Hobbes' Vorschläge zur Sicherung der Souveränität durch ideologische Kontrolle und Zensur in einer durch den Buchdruck geprägten Welt analysiert.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Typographie als Medienwechsel die politische Ordnung nachhaltig erschütterte und Hobbes' Theorie als Reaktion auf diese neue Realität verstanden werden muss.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Leviathan, Behemoth, Buchdruck, Typographie, Souveränität, Macht, Wissen, Medienwechsel, Englischer Bürgerkrieg, politische Theorie, Wissensgesellschaft, Zensur, Ideologie, Informationskontrolle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Thomas Hobbes' politisches Denken unter dem spezifischen Aspekt des durch den Buchdruck ausgelösten Medienwandels in der frühen Neuzeit.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Machtverhältnisse, die Rolle des Buchdrucks als Katalysator für soziale Konflikte und die Notwendigkeit souveräner Kontrolle über Information und öffentliche Meinungsbildung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Hobbes die Materialität des Wissens in seine Theorie integriert, um die Stabilität des Staates vor den durch gedruckte Schriften verursachten „Irrlehren“ zu schützen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit bedient sich einer medientheoretischen Perspektive, um Hobbes' Texte (Leviathan und Behemoth) im Kontext der damaligen technologischen Umbrüche (Buchdruck) zu interpretieren.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich mit der Wechselwirkung zwischen technischem Fortschritt, dem Verlust der Definitionsmacht kirchlicher und akademischer Institutionen und Hobbes' Forderung nach einer staatlichen Kontrolle über die Verbreitung von Lehren.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe sind Medienwechsel, Definitionsmacht, Souveränität, Ideologische Macht, Materialität des Wissens und der Kontrast zwischen oraler und skriptographischer Kommunikation.

Inwiefern beeinflusste das gedruckte Gebetbuch den englischen Bürgerkrieg laut Hobbes?

Hobbes sieht darin den entscheidenden Auslöser, da die massenhafte Verbreitung und das öffentliche Verlesen des Textes Tumulte provozierten, die das Machtgefüge und die Autorität des Königs destabilisierten.

Warum ordnet der Autor Hobbes trotz dessen Fokus auf den Buchdruck als innerhalb seiner „Galaxis“ gefangen ein?

Der Autor argumentiert, dass Hobbes zwar die praktischen Gefahren durch den Buchdruck erkannte, jedoch die radikale mediale Qualität der Typographie im Vergleich zur historischen Alphabetisierung unterschätzte und somit in seinem epistemischen Rahmen verhaftet blieb.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Thomas Hobbes in der Gutenberg-Galaxis. Die Materialität des Wissens und die Bedeutung der Typographie im "Leviathan" und "Behemoth"
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Curso
Thomas Hobbes' politische Theorie bei Prof. Herfried Münkler
Calificación
1,0
Autor
Martin Pfaffenzeller (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
17
No. de catálogo
V321097
ISBN (Ebook)
9783668205550
ISBN (Libro)
9783668205567
Idioma
Alemán
Etiqueta
thomas hobbes gutenberg-galaxis materialität wissens bedeutung typographie leviathan behemoth
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Martin Pfaffenzeller (Autor), 2011, Thomas Hobbes in der Gutenberg-Galaxis. Die Materialität des Wissens und die Bedeutung der Typographie im "Leviathan" und "Behemoth", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321097
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