Die SuS sollen sich in den Wunderbericht „Die Heilung des blinden Bartimäus“ hineinversetzen und die Zweideutigkeit des „blind seins“ verstehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Lehr- und Lernvoraussetzungen
1.1 Lernort
1.2 Klasse
1.3 Leistungsniveau und Lernklima
1.4 Lehrperson
2. Exegetische Überlegungen / Elementare Strukturen
2.1 Textkritik
2.2. Literarkritik
2.2.1 Innerer Aufbau
2.2.2 Synoptischer Vergleich
2.3 Form- und Gattungsbestimmung
2.4 Einzelexegese
2.5 Elementare Wahrheiten
3. Didaktische Analyse
3.1 Bildungsplanbezug
3.2 Einbettung der Stunde in die Gesamteinheit
3.3 Elementare Erfahrungen
3.4 Elementare Zugänge
4. Kompetenzen
5. Methodische Analyse
5.1 Rituale
5.2 Elementare Lernformen
5.3 Aufgaben, Ergebnissicherung, Arbeitsformen und Medieneinsatz
5.4 Planungsalternativen
6. Stundenverlaufsskizze
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der didaktischen Planung einer Religionsstunde in der siebten Klasse zum Wunderbericht „Die Heilung des blinden Bartimäus“. Ziel ist es, den Schülern durch eine moderne Textfassung und lebensweltorientierte Aufgabenstellungen einen Zugang zum biblischen Text zu ermöglichen und dabei insbesondere die Zweideutigkeit des „Blindseins“ sowie die Bedeutung von Vertrauen und Glauben zu thematisieren.
- Exegese der biblischen Perikope Mk 10,46-52 und synoptischer Vergleich.
- Didaktische Einbettung in den Bildungsplan und kognitive Entwicklungsstufen der SuS.
- Analyse der Zweideutigkeit des Motivs „Blindsein“ als physische und symbolische Ebene.
- Integration der persönlichen Lebenswelt (dunkle/helle Momente) in den Lernprozess.
- Methodische Gestaltung des Unterrichts durch Rituale und handlungsorientierte Lernformen.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Innerer Aufbau
In der Erzählung selbst kann man einen deutlichen Spannungsbogen erkennen: Sie wird aufgebaut durch den Weg Jesu aus Jericho und durch das Treffen auf den Bettler. Dieser bittet Jesus schreiend, sich ihm zu erbarmen. Es folgt die Aufforderung an Bartimäus, er möge schweigen, doch daraufhin schreit dieser noch lauter. Erst dann bleibt Jesus stehen. Die Erzählung steigert sich immer weiter. Es folgt ein deutlicher Spannungsabfall, als Jesus ihn heilt und er ihm danach lediglich nachfolgt.
Die Passage lässt sich in drei Teile gliedern: Die Einleitung, den Hauptteil und den Schluss. Vers 46 stellt die Einleitung dar, beginnend mit einem einleitenden „Und…“ Es folgen der Hauptteil von Vers 47 bis 51 und schließlich der Schluss mit Vers 52. In der Einleitung wird der Ort des Geschehens genannt und dass es sich bei den Personen um Jesus, seine Jünger und eine große Volksmenge handelt. Außerdem wird der blinde Bettler Bartimäus vorgestellt.
Der Hauptteil umfasst Bartimäus‘ Bitte, ihm zu helfen, Jesu Ruf nach ihm und Bartimäus‘ genaue Bitte, dass er wieder sehend werde.
Im Schlussteil erfolgt die Heilung durch Jesus und die Konsequenz, dass Bartimäus ihm nun auch folgt wird aufgezeigt.
Die Textpassage ist sehr kurz gehalten und beschreibt die Heilung nicht sehr ausführlich. Durch diese Kürze wirkt sie eher nebensächlich; die Heilung erfolgt praktisch durch einen Satz Jesu. Die Spannung wird über Einleitung und Hauptteil lange aufgebaut und fällt dann rapide im Schlussteil ab. Um die Besonderheit der Heilung besser darzustellen, hätten nach der Heilung noch Bartimäus‘ Glück, seine Freude und sein neues Leben genauer erläutert oder dargestellt werden können.
Die Erzählung in der Unterrichtsstunde wird in zwei Teile (vor und nach der Heilung) gegliedert, da so die Unterschiede für Bartimäus vor und nach der Heilung besonders deutlich werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lehr- und Lernvoraussetzungen: Dieses Kapitel beschreibt den Lernort, die Klassenzusammensetzung sowie das Leistungsniveau und die Rolle der Lehrperson im Vorbereitungsdienst.
2. Exegetische Überlegungen / Elementare Strukturen: Hier erfolgt eine textkritische, literarkritische und gattungsspezifische Analyse der biblischen Geschichte vom blinden Bartimäus sowie eine Einzelexegese der Verse.
3. Didaktische Analyse: Dieser Abschnitt beleuchtet den Bildungsplanbezug, die Einbettung der Stunde in die Unterrichtseinheit sowie kognitive und glaubensentwicklungspsychologische Zugänge.
4. Kompetenzen: Hier werden die in der Stunde anzubahnenden religiösen, hermeneutischen und sozialen Kompetenzen definiert.
5. Methodische Analyse: Dieses Kapitel erläutert die eingesetzten Rituale, Lernformen und die methodische Planung inklusive Medieneinsatz und Alternativplanungen.
6. Stundenverlaufsskizze: Diese stellt den zeitlichen und inhaltlichen Ablauf der Religionsstunde detailliert in tabellarischer Form dar.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, Bartimäus, Wundererzählung, Exegese, Didaktik, Blindsein, Lebenswelt, Glaube, Vertrauen, Stoffplan, Methodik, Siebte Klasse, Bibelarbeit, Inklusion, Kompetenzorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die didaktische Planung und theoretische Fundierung einer Religionsstunde für eine siebte Klasse, in der die biblische Heilungserzählung des blinden Bartimäus behandelt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die exegese-theoretische Auseinandersetzung mit Wunderberichten, die Didaktik des Religionsunterrichts sowie die Verknüpfung biblischer Texte mit den persönlichen Lebenswelten der Schüler.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Die Schüler sollen sich in den Wunderbericht hineinversetzen und die Zweideutigkeit des Begriffes „blind sein“ verstehen, um einen persönlichen Bezug zum Glaubensaspekt der Geschichte zu finden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus exegetischer Textanalyse (Vergleich der Synoptiker), didaktischer Reflexion auf Basis des Bildungsplans und entwicklungspsychologischer Überlegungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine exegetische Analyse, eine didaktische Einordnung sowie eine methodische Planung, die durch eine detaillierte Stundenverlaufsskizze ergänzt wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Schlagworte Religionsunterricht, Wundererzählung, Didaktik, Exegese und Lebensweltbezug definieren.
Warum spielt die Zweideutigkeit des „Blindseins“ eine so große Rolle?
Die Zweideutigkeit ermöglicht es den Schülern, den biblischen Text nicht nur auf eine physische Heilung zu begrenzen, sondern auch eine symbolische Ebene (z.B. „blind sein“ gegenüber den Bedürfnissen anderer) zu erschließen.
Wie wird der Bezug zur Lebenswelt der Schüler hergestellt?
Der Bezug wird durch die Reflexion über eigene „dunkle und helle Momente“ im Leben hergestellt, die parallel zur Erzählung des Bartimäus bearbeitet werden.
Warum wird im Unterrichtsritual die Einbeziehung Gottes problematisiert?
Die Autorin stellt fest, dass die Schüler im Ritual zwar Bitten und Beschwerden äußern, diese jedoch stärker auf schulische Angelegenheiten beziehen, als auf eine explizite religiöse Kommunikation mit Gott.
- Quote paper
- Sina Leidig (Author), 2015, Die Zweideutigkeit der Blindheit in "Die Heilung des blinden Bartimäus" (Religion, 7. Klasse, Werkrealschule), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321108