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Kritik der libertären Position in der Willensfreiheitsdebatte

Betrachtung der Denkfehler, die der Ablehnung des Determinismus zugrunde liegen

Titel: Kritik der libertären Position in der Willensfreiheitsdebatte

Referat (Ausarbeitung) , 2014 , 11 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Engin Devekiran (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die libertäre Position beruft sich auf die Willensfreiheit mit gleichzeitiger Ablehnung des Determinismus. Somit stellt sie eine inkompatibilistische Position dar, die in den Kontroversen zwischen Anhängern der Unvereinbarkeitsthese und Kompatibilisten nicht stark auffällt, da sie den Determinismus ablehnt.

Auch wenn ihr in diesem Diskurs nur eine Nebenrolle zufällt, so sind der libertären Position nicht weniger unlogische Gedankengänge, Scheinprobleme und Irrwege eigen als den Anhängern des harten Determinismus. Aus diesem Grund versucht Peter Bieri im siebten Kapitel (Unbedingte Freiheit: eine Fata Morgana) seines Buches „Das Handwerk der Freiheit: Über die Entdeckung des eigenen Willens“ (2001), die Probleme, die ein von libertärer Seite propagierter unbedingt freier Wille mit sich bringt, begriffsanalytisch darzulegen, die Irrtümer, die dieser Denkweise anheimfallen, zu entschlüsseln und die Ursachen, die diesen zugrunde liegen, zu erkunden.

Zuerst soll knapp der Willensbegriff geklärt werden, der gemeint ist, wenn wir von Willensfreiheit sprechen. Wille ist „als konstitutives Moment einer Entscheidung zwischen Alternativen“ (Erb, 2003, S. 280) gemeint. Aus diesen konstitutiven Merkmalen ergibt sich laut Bieri die Urheberschaft des Handelnden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der losgelöste Wille: ein Alptraum

Der begriffliche Zerfall des unbedingten Willens

Die Aufgabe

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die libertäre Position in der Debatte um die Willensfreiheit kritisch zu hinterfragen und die logischen Schwachstellen sowie Denkfehler aufzudecken, die der Ablehnung des Determinismus zugrunde liegen.

  • Analyse des Begriffs des "unbedingt freien Willens" als in sich widersprüchliches Konstrukt.
  • Darstellung der Paradoxien, die sich aus der Vorstellung völliger Losgelöstheit von kausalen Bedingungen ergeben.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Unvereinbarkeitsthese (Inkompatibilismus) auf Basis von Peter Bieris philosophischer Argumentation.
  • Identifikation und Erläuterung der vier zentralen Denkfehler, die dem Glauben an Indeterminismus zugrunde liegen.
  • Plädoyer für eine kompatibilistische Sichtweise, in der Willensfreiheit innerhalb eines Rahmens von Bedingtheit verortet wird.

Auszug aus dem Buch

Der losgelöste Wille: ein Alptraum

Aus der Idee des unbedingt freien Willens geht hervor, dass unter gleichen gegeben Umständen ein Mensch der diesen unbedingt freien Willen besäße, unterschiedlich handeln würde. Dieser unbedingt freie Wille hinge ja nicht von gegeben Umständen ab und befände sich dadurch in einem Zustand völliger Losgelöstheit. In aller Konsequenz bedeutet diese Losgelöstheit eine Unabhängigkeit von Charakter, Körper, Umwelt etc., was ein kausales Vakuum impliziert, in welchem sich der unbedingt freie Wille befindet. Ein solcher Wille wäre somit unabhängig vom Menschen, da der Mensch selbst eine Bedingung darstellt. Dieser Wille wäre eher etwas, was dem Menschen zustößt und durch ihn nicht beeinflussbar ist, als etwas zu ihm gehörendes (Bieri, 2001, S. 231). Wenn der Wille nun nicht des Menschen Wille ist, kann man auch nicht von einer Urheberschaft des Handelnden sprechen, denn die Urheberschaft läge beim unbedingt freien Willen, einem dem Menschen fremden Willen, da er sich jeglichem Einfluss (z.B. durch Nachdenken, Überlegen und Urteilen) entzieht (Bieri, 2001, S.231). In der Konsequenz besitzt dieser unbedingt freie Wille laut Bieri genau die Eigenschaften, die für ihn die Unfreiheit des Willens ausmachen, nämlich Unbeeinflussbarkeit, fehlende Urheberschaft und Fremdheit. Darin liegt für Bieri die Paradoxie des unbedingt freien Willens: gerade seine Unbedingtheit macht ihn zu einem unfreien Willen (2001, S.231f).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel führt in die inkompatibilistische libertäre Position ein und legt den theoretischen Fokus auf Peter Bieris Analyse der Unbedingtheit als philosophischen Irrweg.

Der losgelöste Wille: ein Alptraum: Hier wird dargelegt, warum die Vorstellung eines völlig von Bedingungen gelösten Willens in Wahrheit die Urheberschaft des Menschen untergräbt und zu einem Zustand der Unfreiheit führt.

Der begriffliche Zerfall des unbedingten Willens: Dieses Kapitel dekonstruiert den unbedingten Willen als "Luftschloss", indem es aufzeigt, dass Wille zwingend Bedingtheit und Bestimmtheit voraussetzt.

Die Aufgabe: Der abschließende Teil identifiziert vier spezifische Denkfehler der Indeterminismus-Anhänger und begründet die Notwendigkeit einer kompatibilistischen Perspektive.

Schlüsselwörter

Willensfreiheit, Determinismus, Libertarismus, Inkompatibilismus, Kompatibilismus, Peter Bieri, Unbedingtheit, Bedingtheit, Urheberschaft, Handlungsspielraum, Indeterminismus, philosophische Analyse, Denkfehler, Kausalität, Entscheidungsfreiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch die libertäre Position in der Willensfreiheitsdebatte und deckt auf, dass die Ablehnung des Determinismus logisch problematisch ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit befasst sich mit den Begriffen "unbedingt freier Wille", "Determinismus", "Urheberschaft" sowie der philosophischen Kritik an inkompatibilistischen Freiheitskonzepten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu zeigen, dass die Idee eines unbedingt freien Willens begrifflich unstimmig ist und dass echte Freiheit nur innerhalb von Bedingtheit existieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die begriffsanalytische Methode, insbesondere basierend auf den Thesen von Peter Bieri, um die Widersprüche libertärer Argumentationen aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Konsequenzen eines unbedingten Willens, führt eine begriffliche Analyse zur Widerlegung der Unbedingtheit durch und arbeitet die vier klassischen Denkfehler des Indeterminismus heraus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Willensfreiheit, Determinismus, Libertarismus, Kompatibilismus und Bedingtheit bilden den Kern der terminologischen Ausrichtung.

Warum bezeichnet der Autor den "losgelösten Willen" als Alptraum?

Weil ein Wille, der von keinerlei Charakter oder Überlegung beeinflussbar wäre, dem Menschen völlig fremd und unberechenbar gegenüberstünde, was die eigene Urheberschaft am Handeln verunmöglicht.

Inwiefern ist laut der Arbeit "Bestimmtheit" für Freiheit notwendig?

Nur durch die Bestimmtheit (Bedingtheit) des Willens durch Motive, Charakter und Geschichte kann der Wille als ein dem Akteur zugehöriger Wille identifiziert werden, was erst eine verantwortliche Urheberschaft begründet.

Wie lautet das Fazit zur Kompatibilität von Freiheit und Determinismus?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Freiheit und Determinismus kompatibel sind und dass eine funktionierende Gesellschaft und ein Wertekonzept auf der Bestimmtheit von Handlungen aufbauen müssen.

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Details

Titel
Kritik der libertären Position in der Willensfreiheitsdebatte
Untertitel
Betrachtung der Denkfehler, die der Ablehnung des Determinismus zugrunde liegen
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Psychologisches Institut)
Veranstaltung
Willensfreiheit
Note
1,3
Autor
Engin Devekiran (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
11
Katalognummer
V321187
ISBN (eBook)
9783668207547
ISBN (Buch)
9783668207554
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Willensfreiheit Peter Bieri Inkompatibilismus libertäre Position Determinismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Engin Devekiran (Autor:in), 2014, Kritik der libertären Position in der Willensfreiheitsdebatte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321187
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Leseprobe aus  11  Seiten
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