Sklaverei und Romantik. Die Sklaverei und ihre Bedeutung für die romantische Literatur Spaniens


Seminararbeit, 2016

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Romantik
2.1 Romantik in Europa
2.2 Romantik in Spanien

3 Sklaverei und Abolitionismus
3.1 Europa und Amerika
3.2 Spaniens Sonderstellung

4 Sklaverei und romantische Literatur

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Sklaverei und Romantik - was hat das eine mit dem äußerst „unromantischen“ anderen zu tun? Welchen Einfluss übte die Sklaverei auf die romantische Literatur, welche die romantische Literatur auf die Sklaverei aus? In der Blütezeit der romantischen Bewegung befand sich Spanien auch in der Blütezeit seiner Verwicklung in die Sklaverei und den Sklavenhandel. Wie lässt sich die Vorstellung von romantischem Heldentum und der Sehnsucht nach Freiheit mit der brutalen Realität des Sklavenhandels vereinbaren?

Im ersten Teil der hier vorliegenden Arbeit soll die Epoche der Romantik generell und der Sonderfall Spanien erläutert werden.

Der zweite Teil der Arbeit gibt einen Überblick über Geschichte der Sklaverei bis hin zur Entwicklung der Abolistenbewegungen und der Abschaffung der Sklaverei.

Im letzten Teil soll dann auf Sklaverei in der romantischen Literatur eingegangen werden. Im Rahmen dieser Arbeit liegt der Fokus auf den Romanen “Sab” von Gertrudis Gómez de Avellaneda und Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher Stowe, sowie der Adaption „Haley, ó, el traficante de negros“ von Angel María de Luna und Rafael Leopoldo de Palomino.

Die Ergebnisse der vorherigen Punkte werden anschließend in einem kurzen Fazit bewertet.

2 Romantik

Die Romantik ist eine zeit- und kulturgeschichtliche Epoche, die Ende des 18. Jahrhunderts in Deutschland, England und Frankreich begann und sich in der Mitte des 19. Jahrhundert nach Italien und Spanien ausbreitete. Als Ausgangspunkt gilt die Französische Revolution und im Zuge der Romantik bildeten sich viele kulturelle, politische und revolutionistische Bewegungen. Nach den klaren, strengen Normen des Neoklassizismus herrschten während der Romantik die Fantasie, die Vorstellungskraft und das Spirituelle. Die Romantik lehnte sich vor allem gegen die Rationalität der Aufklärung auf. Bekannte Romantiker sind Joseph von Eichendorff, Blake, Lord Byron, Victor Hugo, Duque de Rivas und Becquer.

2.1 Romantik in Europa

Ihren Ursprung hatte die Romantik Ende des 18. Jahrhundert in Deutschland. Als eine Art Widerstand gegen die Aufklärung, die von nüchterner Vernunft und wissenschaftlicher Forschung geprägt war, stellten die Romantiker das Individuum, das Magische und Mystische, das Übernatürliche und Irrationale entgegen. Die Aufklärung und die Industrialisierung hatten durch wissenschaftliche Forschungen und technischen Fortschritt dazu geführt, dass viele Naturphänomene physikalisch erklärbar und damit normal wurden. Auch in der Gesellschaft hatte ein Umschwung begonnen. Dem Bürgertum wurden mehr Rechte zugebilligt und die Kirche verlor aufgrund der Religionsfreiheit immer mehr an Macht. In Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst rückte im Zuge der Aufklärung das rationale Denken immer mehr in den Vordergrund und verdrängte die Gefühlswelt. Die Französische Revolution und die folgende Besetzung und Unterdrückung weiter Teile Europas durch Napoleon steigerten die Sehnsucht nach Freiheit, Gefühlen und Heldentum immer mehr. Die Französische Revolution sorgte aber auch für eine schnelle Verbreitung der Romantikbewegung. Zusätzlich sorgten steigende Bildung und wirtschaftlicher Aufschwung dafür, dass immer mehr Leute lasen und Bücher kauften oder Geld für Theaterbesuche hatten. Waren Kunst, Literatur und Theater bisher hauptsächlich der Aristokratie vorbehalten, so fand man während der Romantik kaum noch Adelige unter den Schriftstellern. Märchen, Mittelalterromanzen und Volkslieder, sowie Theaterstücke über die Liebe und das Leben wurden immer beliebter.

Die literarische Romantikbewegung lässt sich grob in drei Phasen einteilen:

Frühromantik (bis 1804), Hochromantik (bis 1815) und Spätromantik (bis 1848). Die Zentren der deutschen Romantik waren Jena, Berlin, Heidelberg, Dresden, und München. Sie erfasste schnell immer mehr Schriftsteller und wurde zu einer Art Welle, von der auch das einfache Volk erfasst wurde. "Die Geschichte des Herrn William Lovell" und "Franz Sternbalds Wanderungen" von Ludwig Tieck gelten als Beginn der frühen deutschen Romantik, zu der auch Novalis oder E.T.A. Hoffmann gehören.1

In Frankreich stand das von der Französischen Revolution verkündete Freiheitsideal in einem extremen Gegensatz zur gesellschaftlichen Wirklichkeit. In Kunst, Literatur und Phantasie fanden die Romantiker die Freiheit, die im absolutistisch geprägten Leben der damaligen Zeit unerreichbar war. Sie wollten ein neues, anderes Leben führen, in dem die Gefühle über den Verstand siegten und nicht der Vernunft unterworfen wurden.

Die Romantik setzte auf große Gefühle wie Liebe und Leidenschaft, Individualität, Sehnsucht, Mysterium aber auch Exotisches und Magisches. Die Literaten der Romantik strebten nach den verloren gegangenen Werten und des Mystizismus des Mittelalters. Sie thematisierten aber durchaus auch die Schattenseiten der Romantik: die Nacht, den Tod, das Unheimliche und Böse.

2.2 Romantik in Spanien

Die Romantik kam erst spät nach Spanien und war dort nicht wie im Rest Europas eine Folge der Industrialisierung und Aufklärung, sondern wurde dem bis dato eher konservativen Spanien quasi aufgedrückt. Spanien gehörte zwar zu Europa, war aber anders. Bedingt durch Spaniens maurische Vergangenheit, das Zusammenleben von Juden, Muslimen und Christen und die Inquisition durch die katholischen Könige, galt Spanien nicht nur als exotisch und orientalisch, sondern auch als konservativ. Während der Rest Europas Zeuge großer industrieller Fortschritte und kultureller Bereicherung wurde, präsentierte Spanien eher das Bild eines rückständigen Landes, das nicht so ganz zum Rest Europas passte. Die Romantik entwickelte sich hier also nicht aus Aufklärung und Neoklassizismus (diese hatten in Spanien nie wirklich stattgefunden), sondern wurde Anfang des 19. Jahrhundert importiert und übernommen. Nach dem Unabhängigkeitskrieg gegen Napoleon und den Befreiungskriegen wollte sich Spanien von Frankreich deutlich abgrenzen. So kam es in der spanischen Romantik zu zwei Strömungen. Einerseits eine nationalistische, konservative Romantik und andererseits eine liberale, durchaus revolutionäre Strömung, die unter anderem die bisher geltenden Rassen- und Klassengesellschaften aufbrechen wollte. Beide gehen auf die Französische Revolution zurück, der konservative Rückschwung ist jedoch das Resultat der Enttäuschung der Spanier über die Franzosen, von denen sie die Aufklärung erwartet hatten (vgl. Neuschäfer 1997, S.232). Im Jahr 1812 kam zwar zunächst eine liberale Verfassung zum Tragen, diese wurde im Zuge der „Restauración“ und mit der Rückkehr von Fernando VII jedoch sehr bald wieder außer Kraft gesetzt. Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts war in Spanien vor allem durch Unterdrückung und Unruhen geprägt. Viele Liberale gingen ins Exil nach Frankreich und England. Nach dem Verlust der Kolonien und dem Tod Fernandos kehrten die liberalen Literaten aus dem Exil zurück und brachten von dort die romantischen Ideen der Franzosen und Engländer mit. Während der Karlistenkriege (1833-1876) bildeten sich die bereits genannten, entgegengesetzten Strömungen heraus. Auf der einen Seite die „moderados“ die das Großbürgertum und die Aristokratie vertraten und auf der anderen Seite die „progresistas“, die Vertreter des Kleinbürgertums, welche die Macht des Adels senken wollten und eine stärkere Demokratisierung forderten.2 Dieser Zwiespalt zwischen Bürgertum und Aristokratie spiegelte sich in der Literatur Spaniens wieder. Dennoch richtete die Romantik sich auch in Spanien gegen die Rationalität der Aufklärung und auch in Spanien waren die Hauptthemen der Romantik das Ich, Liebe, Religion, Freiheit (Rassen, Klassen), Subjektivität, Ablehnung des Neoklassizismus mit seinen starren Regeln und Normen, das Mysteriöse und Exotische (Zigeuner v.a.). Die Romantik brachte in Spanien aber auch die Anerkennung für die Werke des Siglo de Oro, des goldenen Zeitalter spanischer Literatur, zurück. Bekannte Vertreter der Romantik in Spanien sind Gertrudis Gómez de Avellaneda (Sab) , Mariano José de Larra (Journalist), Duque de Rivas (Don Àlvaro o la fuerza del sino), José Zorilla, Antonio García Gutiérrez (El trovador) und Juan Eugenio Hartzenbusch (Los Amantes de Teruel).

3 Sklaverei und Abolitionismus

Der Begriff “Sklaverei” bezeichnet nach der Encyclopaedia Britannica, “[a] condition in which one human being was owned by another.

[...]


1 Siehe auch Brockhaus Wissenservice online: Romantik

2 Vgl: Encyclopaedia Britannica online, Isabella II

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Sklaverei und Romantik. Die Sklaverei und ihre Bedeutung für die romantische Literatur Spaniens
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Romanistik)
Veranstaltung
Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts in der spanischen Literatur - Proseminar
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V321304
ISBN (eBook)
9783668204935
ISBN (Buch)
9783668204942
Dateigröße
634 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sklaverei, romantik, bedeutung, literatur, spaniens
Arbeit zitieren
Nadja Niyaz (Autor), 2016, Sklaverei und Romantik. Die Sklaverei und ihre Bedeutung für die romantische Literatur Spaniens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321304

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