In der vorliegenden Hausarbeit werden die Dramentheorie und der Einsatz spanischer Dramen im Unterricht beleuchtet. Der praktische Teil der Arbeit behandelt die Umsetzung der zuvor erwähnten Theorie anhand einer 90-minütigen Unterrichtsstunde, eingebettet in eine 10-stündige Unterrichtsreihe zum Drama „La Muerte y la Doncella“ von Ariel Dorfmann.
Obwohl das Drama bereits seit langem fest im Lehrplan der Oberstufe für Deutsch verankert ist, so fristet es doch nach wie vor ein Aschenputtel-Dasein in den Fächern der 3. Fremdsprache (wie Spanisch). Viele Lehrer empfinden das Drama, laut einer empirischen Studie von Werner Imbach, als zu aufwendig oder die Möglichkeiten des Einsatzes zu eingeschränkt. Dennoch fordert der bayerische Lehrplan für die Oberstufe des Gymnasiums ganz klar den Einsatz eines „Drama aus dem 20. oder 21. Jahrhundert (z. B. García Lorca) in Auszügen oder als Ganzschrift bzw. Auszüge oder eine Ganzschrift aus dem Bereich Film (Filmskript oder Textbuch)“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Das Drama und der Lehrplan der Oberstufe
2. Das Drama im Fremdsprachenunterricht der Oberstufe
2.1. Theorie
2.1.1. Merkmale und Formen des Drama
2.1.2. Eigenheiten spanischer Dramentradition
2.2. Lehrplanbezug – Spanisch als 3. Fremdsprache
2.3. Verwendung des Dramas im Unterricht der Oberstufe
2.3.1. Drama als Unterrichtsgegenstand – Vor- und Nachteile
2.3.2. Umsetzungsmöglichkeiten und Erschließung
2.3.3. Auswahlkriterien
3. Praxis und Umsetzung – Planung einer Unterrichtsreihe zu La muerte y la doncella von A. Dorfmann
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die didaktische Einbettung und praktische Umsetzung der Dramenanalyse im Spanischunterricht der gymnasialen Oberstufe, wobei der Fokus auf der Förderung von literarischer Kompetenz und landeskundlichem Wissen liegt.
- Theoretische Grundlagen des Dramas und Besonderheiten der spanischen Dramentradition.
- Lehrplanvorgaben für den Spanischunterricht als 3. Fremdsprache.
- Didaktische Vor- und Nachteile sowie Auswahlkriterien für Dramentexte im Unterricht.
- Methodische Ansätze zur Erschließung dramatischer Texte (produkt-, persönlichkeits- und prozessorientiert).
- Praktische Umsetzung anhand einer Unterrichtseinheit zum Drama "La muerte y la doncella".
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Merkmale und Formen des Drama
Zu den Merkmalen des Dramas lässt sich also sagen, dass es meist zur Aufführung angelegt ist, die Erzählfunktion fehlt, da dramatische Texte meist aus Monologen und Dialogen bestehen und die Handlung darauf ausgelegt ist, in Szenen umgesetzt zu werden (Imbach 2011, S. 68). Die Erzählerfunktion kommt quasi nicht zum Tragen, der Erzähler spricht nicht selbst, sondern nur durch Figuren. Dramatische Texte können aber durchaus auch episierende Elemente enthalten, wie zum Beispiel Regieanweisungen, einen Chor, Teichoskopie (Mauerschau) oder auch Figuren die eine Erzählerfunktion übernehmen und sich direkt an die Zuschauer wenden, das ad spectatores (Imbach 2011, S.68)
Das Drama kann verschiedene Formen aufweisen, meistens wird jedoch versucht eine grobe Einteilung in offenes oder geschlossenes Drama vorzunehmen. Das geschlossene Drama zeichnet sich vor allem durch die klassische, aristotelische Einheit von Handlung, Zeit und Ort aus. Es kommen meist nur wenige Personen vor, streng eingeteilt in bestimmte soziale Schichten oder Stände. Die Sprache im geschlossenen Drama ist ebenfalls einheitlich, den Ständen angepasst, auf sprachlich sehr hoher Ebene und meist in Versform. Im Gegensatz dazu benutzt das offene Drama ganz bewusst verschiedene sprachliche Stilebenen, sowie Alltagssprache. Es treten viele Personen auf, aus unterschiedlichen sozialen Schichten. Auch die Einheit von Handlung, Zeit und Ort ist im offenen Drama aufgehoben: mehrere Handlungen laufen gleichzeitig ab, der Zeitraum ist sehr ausgedehnt, oft wird in der Zeit gesprungen, es herrscht eine Vielheit der Orte und Personen vor. Außerdem haben die Szenen keinen Zusammenhang als Ganzes, sondern einen Schwerpunkt in sich selbst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Drama und der Lehrplan der Oberstufe: Diese Einleitung stellt die geringe Präsenz des Dramas im Spanischunterricht dar und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, theoretische Grundlagen und eine praktische Umsetzung anhand eines konkreten Theaterstücks zu verknüpfen.
2. Das Drama im Fremdsprachenunterricht der Oberstufe: Das Kapitel bietet einen theoretischen Überblick über Dramengattungen, lehrplanrelevante Anforderungen für den Spanischunterricht und diskutiert methodische sowie inhaltliche Kriterien für die Auswahl von Dramen.
3. Praxis und Umsetzung – Planung einer Unterrichtsreihe zu La muerte y la doncella von A. Dorfmann: Hier wird der theoretische Rahmen in eine konkrete Unterrichtsplanung übersetzt, wobei der Fokus auf der Analyse von Szenen und dem Vergleich zwischen literarischer Vorlage und Verfilmung liegt.
Schlüsselwörter
Drama, Spanischunterricht, Fachdidaktik, Oberstufe, Dramentheorie, Literaturunterricht, La muerte y la doncella, Ariel Dorfmann, Filmanalyse, Szenenanalyse, interkulturelles Lernen, Unterrichtsplanung, Fremdsprachenerwerb, Literaturdidaktik, Kompetenzförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Rolle des Dramas im Spanischunterricht der gymnasialen Oberstufe und zeigt auf, wie dramatische Texte trotz ihrer oft unterschätzten Stellung erfolgreich in den Unterricht integriert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit deckt die Dramentheorie, die spezifischen Anforderungen des bayerischen Lehrplans für Spanisch, Kriterien zur Textauswahl und methodische Konzepte zur Texterschließung ab.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den theoretischen Nutzen des Dramas für den Fremdsprachenunterricht zu belegen und anhand einer konkreten Unterrichtsreihe zu zeigen, wie Schüler für dieses Genre motiviert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender fachdidaktischer Konzepte (u.a. von Werner Imbach und Daniela Caspari) und eine exemplarische didaktische Entwurfsplanung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Dramenstruktur und Didaktik sowie einen praktischen Teil, der eine Unterrichtsreihe zum Werk "La muerte y la doncella" detailliert ausarbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Drama, Spanischunterricht, Literaturdidaktik, Filmanalyse und interkulturelles Lernen.
Warum wurde das Drama "La muerte y la doncella" für die Unterrichtsplanung gewählt?
Das Stück eignet sich aufgrund seines thematischen Bezugs zur chilenischen Militärdiktatur ideal zur Verknüpfung mit landeskundlichen Inhalten und bietet durch die Verfilmung von Roman Polanski zusätzliche Analyseebenen.
Welche Bedeutung hat der Vergleich zwischen Buch und Film im Unterricht?
Der Vergleich ermöglicht es den Schülern, unterschiedliche mediale Umsetzungen desselben Stoffes kritisch zu reflektieren und vertieft das Verständnis für die Charakterbeziehungen und die narrative Struktur.
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- Nadja Niyaz (Author), 2016, Das Drama im Spanischunterricht der Oberstufe. Zur Behandlung von Ariel Dorfmanns „La Muerte y la Doncella“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321305