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Der Anschlag auf „Charlie Hebdo“ in den Medien. Welche Rolle spielen ungeplante Medienevents für die Artikulation einer europäischen Öffentlichkeit?

Title: Der Anschlag auf „Charlie Hebdo“ in den Medien. Welche Rolle spielen ungeplante Medienevents für die Artikulation einer europäischen Öffentlichkeit?

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julian Pfahl (Author)

Communications - Print Media, Press
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Diese Arbeit geht der Frage nach, was genau dazu geführt hat, dass einen knappen Monat nach den grausamen Anschlägen vom 7. Januar in Paris selbst eine Millionenauflage der französischen Zeitschrift nicht ausreichte, um auch nur einen Bruchteil der europaweit gewillten Käufer zu bedienen. Es wird sich zeigen, dass das aus den grausamen Anschlägen entstandene Medienevent temporär eine als gemeinsam empfundene Basis der europäischen Öffentlichkeit artikuliert hat, die nicht allein EU-politisch relevante Akteure und die Medien, sondern eine den europäischen Raum umfassende Öffentlichkeit aktiv teilten.

Am vorliegenden Beispiel soll dabei deutlich gemacht werden, welche Rolle gerade ungeplante Medienevents für die Artikulation einer europäischen Öffentlichkeit besitzen. Denn insbesondere europäische Öffentlichkeit steht immer wieder dafür in der Kritik, ein künstliches Konstrukt zu sein, welches von Akteuren der EU erzwungen werde. Die Ereignisse um „Charlie Hebdo“ jedoch waren offensichtlich weder von Seiten der Institution EU geplant oder gar vorhergesehen.
Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Klärung der notwendigen Begriffe „europäische Öffentlichkeit“ und „Medienevent“, bevor die Rolle des Medienevents für die Artikulation einer europäischen Öffentlichkeit hinterfragt wird. Die dort erlangten Schlüsse werden im Anschluss am Beispiel der Ereignisse rund um „Charlie Hebdo“ überprüft. Dabei wird nicht nur untersucht, ob es sich bei genanntem Beispiel um ein Medienevent handelt und ob dieses eine europäische Öffentlichkeit artikuliert, sondern weiterhin auf welche zentralen Narrative sich die entstandene Öffentlichkeit stützt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

2.1. Öffentlichkeit

2.2. Europäische Öffentlichkeit

2.3. Medienevents

3. Medienevents und ihre Bedeutung für Europa

4. „Charlie Hebdo“ als Medienevent

4.1. Zwei Anschläge, 20 Tötungen: Überblick über die Ereignisse in Paris

4.2. Live-Ticker und Sondersendungen: Betonung

4.3. Ein Angriff auf die Freiheit Europas: Performativität & Loyalität

4.4. „Je Suis Charlie“: Geteilte Erfahrung

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern ungeplante, disruptive Medienevents – exemplarisch dargestellt am Anschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ – dazu in der Lage sind, eine temporäre transnationale europäische Öffentlichkeit zu artikulieren und zu festigen.

  • Definition und Abgrenzung von Öffentlichkeit und europäischer Öffentlichkeit
  • Analyse der Rolle von Medienevents im 21. Jahrhundert
  • Untersuchung disruptiver Ereignisse als mediale Konstrukte
  • Herausarbeitung zentraler Narrative und gemeinsamer Werte in Europa
  • Bedeutung von Partizipation und geteilter Erfahrung durch soziale Medien

Auszug aus dem Buch

4.3. Ein Angriff auf die Freiheit Europas: Performativität & Loyalität

Die Faktoren Performativität und Loyalität sollten bei einem ungeplanten Medienevent wie dem vorliegenden am sinnvollsten zusammen untersucht werden. Wie zuvor beschrieben beschreibt Performativität den konstruierten Charakter eines Medienevents. Ein Medienevent in Hinblick auf Performativität zu untersuchen bedeutet, die Art seiner Ausprägung als herrschaftsbezogene Artikulationen zu reflektieren (vgl. Couldry, Hepp 2010, 20). Das Kriterium Loyalität hingegen prüft, inwieweit Medien die von den Organisatoren intendierte Definition des Events übernehmen. Bei einem Terroranschlag wie im Fall von „Charlie Hebdo“ fällt die Antwort auf die Frage, wie loyal sich die Berichterstattung verhalten hat, klar aus. Wenn bei den Olympischen Spielen das IOC oder bei der Beerdigung von Lady Diana das britische Königshaus Veranstalter des Events ist, sind es im Fall von „Charlie Hebdo“ die Täter. Mit großer Wahrscheinlichkeit haben sie die medialen Reaktionen infolge ihrer Tat bei der Planung berücksichtigt. Ihr intendiertes Narrativ der Tat war die Bestrafung der Redaktion für das Drucken von Mohammed-Karikaturen, wie sie selbst bekannt haben. Dies haben die Medien zwar berichtet. Sie haben es jedoch nicht zum Narrativ der eigenen Berichterstattung gemacht. Es ist offensichtlich, dass sich die Medien, wie voraussichtlich immer im Falle eines Terroranschlags gegen die eigene Gesellschaft, gegenüber der intendierten Nachricht der Veranstalter illoyal verhalten. Die Frage der Loyalität ist damit im Fall eines disruptiven Medienevents leicht aufgelöst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Anschläge auf „Charlie Hebdo“ ein und erläutert die Forschungsfrage, wie dieses Ereignis zur Artikulation einer europäischen Öffentlichkeit beitrug.

2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die zentralen theoretischen Konzepte, insbesondere den Öffentlichkeitsbegriff nach Habermas und Dewey sowie das Konzept der Medienevents nach Dayan und Katz.

3. Medienevents und ihre Bedeutung für Europa: Hier wird diskutiert, warum insbesondere disruptive Medienevents eine große Bedeutung für die Bildung einer temporären transnationalen Öffentlichkeit in der EU besitzen.

4. „Charlie Hebdo“ als Medienevent: Das Kapitel wendet die theoretischen Kriterien auf den Anschlag an, analysiert die Medienberichterstattung und die Publikumsreaktionen wie „Je Suis Charlie“.

5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass das Ereignis eine transnationale Öffentlichkeit durch ein gemeinsames Narrativ der Freiheit Europas temporär erfolgreich artikuliert hat.

Schlüsselwörter

Europäische Öffentlichkeit, Medienevent, Charlie Hebdo, Terroranschlag, Transnationale Öffentlichkeit, Öffentlichkeit, Performativität, Loyalität, Geteilte Erfahrung, Medienberichterstattung, Digitale Medien, Narrative, Solidarität, Je Suis Charlie, Europa

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie spontane Ereignisse wie Terroranschläge in den Medien verarbeitet werden und inwiefern sie eine europäische Öffentlichkeit stiften können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Medientheorie, europäische Integration, die Artikulation von Öffentlichkeit und die Rolle digitaler Medien bei der Bildung kollektiver Identitäten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass ungeplante Medienevents – im Gegensatz zu staatlich geplanten – temporär eine transnationale europäische Öffentlichkeit auf der Basis gemeinsamer Werte artikulieren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch fundierte Analyse, bei der das Medienevent „Charlie Hebdo“ anhand etablierter Kriterien wie Performativität, Loyalität und geteilter Erfahrung untersucht wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden nach einer Begriffsklärung die Ereignisse rund um den Anschlag auf „Charlie Hebdo“ als Medienevent analysiert, einschließlich der medialen Berichterstattung und der Publikumsreaktionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Europäische Öffentlichkeit, Medienevent, Terroranschlag und Transnationalität geprägt.

Warum wird der Anschlag auf „Charlie Hebdo“ als „disruptives Medienevent“ bezeichnet?

Es wird als disruptiv bezeichnet, weil es im Gegensatz zu geplanten Events (wie Olympischen Spielen) spontan auftritt und die Routine des Medienalltags durchbricht, statt von den Medien lediglich begleitet zu werden.

Welche Rolle spielt die „geteilte Erfahrung“ laut dem Autor?

Die geteilte Erfahrung ist ein wesentliches Kriterium, um das Entstehen eines „Wir“-Gefühls im Publikum zu prüfen, was sich im Fall von „Charlie Hebdo“ durch den Hashtag „#jesuischarlie“ und Trauermärsche manifestierte.

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Details

Title
Der Anschlag auf „Charlie Hebdo“ in den Medien. Welche Rolle spielen ungeplante Medienevents für die Artikulation einer europäischen Öffentlichkeit?
College
Ruhr-University of Bochum  (Institut für Medienwissenschaft)
Grade
1,0
Author
Julian Pfahl (Author)
Publication Year
2015
Pages
23
Catalog Number
V321634
ISBN (eBook)
9783668210479
ISBN (Book)
9783668210486
Language
German
Tags
Transnationale Öffentlichkeit Öffentlichkeit Charlie Hebdo Europäische Medienpolitik Medienevent
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Pfahl (Author), 2015, Der Anschlag auf „Charlie Hebdo“ in den Medien. Welche Rolle spielen ungeplante Medienevents für die Artikulation einer europäischen Öffentlichkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321634
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