Die Europäische Union (EU) und der Europarat (ER) sind zwei wichtige zwischenstaatliche beziehungsweise überstaatliche Organisationen, welche beide in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind.
Da beide Organisationen ähnliche Ziele verfolgen, jedoch mit unterschiedlichen Ansätzen und Reichweiten, da alle Mitgliedsstaaten der EU auch Mitglieder des ER sind und da beide Organisationen die gleiche Flagge und Hymne verwenden, fällt eine Unterscheidung jedoch oft schwer.
Diese Arbeit soll die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Organisationen ebenso herausarbeiten wie deren Zusammenarbeit und Verflechtungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehungsgeschichte
3. Der Europarat
3.1. Gründung und Aufnahme weiterer Mitgliedsstaaten
3.2. Aufgaben
3.3. Bedeutendste Verträge
4. Die Europäische Union
4.1 Gründung und Weiterentwicklung
4.2 Aufgaben
5. Verhältnis von Europäischer Union und Europarat
5.1 Formen der Zusammenarbeit
5.2 Probleme bei der Zusammenarbeit und Konkurrenz
5.3 Beitritt der EU zur EMRK
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Wurzeln, die strukturellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie die vielschichtigen Verflechtungen und Kooperationen zwischen der Europäischen Union (EU) und dem Europarat (ER), um die oft schwierige Unterscheidung zwischen beiden Organisationen zu präzisieren.
- Historische Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg
- Strukturelle Aufgaben von Europarat und EU
- Formen der institutionellen Zusammenarbeit
- Konkurrenzpotentiale und Entkoppelungsklauseln
- Der Beitritt der EU zur Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK)
Auszug aus dem Buch
3.2. Aufgaben
Hauptaufgabe des ER ist es über die Einhaltung von Menschenrechten, rechtsstaatlichen Prinzipien und Demokratie in den Mitgliedsländern zu wachen und diese bei der Umsetzung zu unterstützen.11 Darüber hinaus fördert der Europarat die Zusammenarbeit auf den Gebieten Wirtschaft, Soziales, Kultur, Wissenschaft und Verwaltung.12 Der ER kann als überstaatliche Institution nur einstimmige Beschlüsse fassen, die dann für alle Mitgliedsstaaten bindend sind. Diese Beschlüsse werden vom Ministerkomitee gefasst, welches aus den Außenministern der einzelnen Mitgliedsstaaten oder ihren Stellvertretern besteht und dann in Form völkerrechtlicher Verträge umgesetzt.13
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der zwei wichtigen, nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Organisationen ein und definiert das Ziel der Arbeit, deren Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Verflechtungen zu beleuchten.
2. Entstehungsgeschichte: Das Kapitel beschreibt die historischen Bestrebungen während des Zweiten Weltkriegs und die zwei unterschiedlichen Ansätze – unionistisch und funktionalistisch-föderalistisch –, aus denen sich der Europarat bzw. die EU entwickelten.
3. Der Europarat: Hier werden die Gründung und Mitgliedschaftsentwicklung des Europarats, seine zentralen Aufgaben sowie die Bedeutung seiner völkerrechtlichen Verträge dargestellt.
4. Die Europäische Union: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der EU aus der EGKS, deren Weiterentwicklung über die Römischen Verträge bis hin zur Gründung der EU als Dachorganisation und deren Aufgabenstellungen.
5. Verhältnis von Europäischer Union und Europarat: Dieser Abschnitt analysiert die gemeinsamen Wurzeln und Werte, die bestehenden Formen der Zusammenarbeit, potenzielle Konkurrenzsituationen sowie den geplanten Beitritt der EU zur EMRK.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die institutionelle Unabhängigkeit bei gleichzeitiger enger Verflechtung zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Zusammenarbeit durch den EMRK-Beitritt.
Schlüsselwörter
Europäische Union, Europarat, EMRK, Europäische Integration, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Völkerrecht, Institutionelle Zusammenarbeit, Verträge, Mitgliedsstaaten, Souveränität, Zusammenarbeit, Politische Organisationen, Institutionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Verhältnis zwischen der Europäischen Union und dem Europarat, da beide Organisationen ähnliche Ziele verfolgen und oft miteinander verwechselt werden.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Zentrale Themen sind die Entstehungsgeschichte beider Organisationen, ihre jeweiligen Aufgaben, die Formen ihrer Zusammenarbeit sowie die rechtlichen Herausforderungen bei Überschneidungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten und die bestehenden Verflechtungen zwischen der EU und dem Europarat transparent darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlichen Literaturanalyse und der Auswertung relevanter rechtlicher Dokumente und Verträge.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der beiden Organisationen, deren historisches Entstehen, eine Analyse des Verhältnisses zueinander und eine Diskussion über Kooperationsformen und den Beitritt zur EMRK.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, europäische Integration und institutionelle Kooperation geprägt.
Welche Bedeutung haben "Entkoppelungsklauseln" für das Verhältnis von EU und Europarat?
Sie dienen dazu, Konkurrenzsituationen zu vermeiden, indem sie sicherstellen, dass Mitgliedstaaten in untereinander relevanten Bereichen vorrangig EU-Recht anwenden, ohne die Verträge des Europarats zu gefährden.
Warum ist der Beitritt der EU zur EMRK ein zentrales Thema?
Er ist deshalb zentral, weil er eine rechtliche Unterwerfung der EU-Institutionen unter die Kontrolle des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) bedeutet und die institutionelle Verflechtung deutlich verstärkt.
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- Michael Piel (Author), 2016, Das Verhältnis von Europäischer Union und Europarat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321956