Über die Literatur der Aufklärung wurde viel zusammen getragen und ausgewertet. Auch die Rolle der Frau in der Literatur, die me hr und mehr zunahm, wurde beleuchtet. Während das schwache Geschlecht zuerst vornehmlich Leserin war, wagte sich 1771 mit Sophie von La Roche die erste Frau als Autorin eines Romans in die Öffentlichkeit. Zu dieser Zeit ungewöhnlich - und dennoch erfolgreich. Aber was war besonders, was anders an der bürgerlichen Sophie von La Roche? War es nur ihre Erziehung, die sie genoss, oder war es der Schritt vom Bürgertum zum Hofe? In der folgenden Arbeit wird versucht zu zeigen, welche wichtigen Punkte ihres Lebens die schriftstellerische Tätigkeit beeinflussten und an welche Gattungen sich La Roche als erste Frau in Deutschland heranwagt. Ob sie dabei die Wegbereiterin für folgende Frauengenerationen war, soll jeweils dargestellt werden. Im Rahmen dieser Arbeit wird nicht möglich sein, alle Werke der Sophie von La Roche darzustellen. Ihre umfassenden Schriften und zahlreichen Erzählungen beschäftigten sich mit den verschiedensten Themen. Deshalb soll versucht werden, anhand exemplarischer Beispiele wichtiges aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE „KLASSISCHE“ FRAU – ROUSSEAUS ERZIEHUNGSROMAN, GESCHLECHTSCHARAKTERTHEORIE UND NEUE ANSÄTZE
3. SOPHIE VON LA ROCHE – DER BEGINN WEIBLICHER EMANZIPATION AUF DEM LITERARISCHEN MARKT IN DEUTSCHLAND
3.1. Biographischer Abriss
3.1.1. Erziehung und Bildung in Kindheit und Jugend
3.1.2. Die „Zeit Wieland“ – Verlobung und Enttäuschung
3.1.3. Die Ehe – der Sprung vom Bürgertum zur höfischen Gesellschaft
3.1.4. Aufstieg und Abstieg
3.2. Literarisches Schaffen
3.2.1. Der Roman
3.2.1.1. Vorbilder des La Rocheschen Romans
3.2.1.2. Die Romane der La Roche – Inhalte und Wirkungen
3.2.1.3. Der Roman nach Sophie von La Roche
3.2.2. Das „Frauenzimmer-Journal“
3.2.2.1. Vorbilder und Vorreiter
3.2.2.2. „Pomona für Teutschlands Töchter“ – Die erste „richtige“ Frauenzeitschrift
3.2.2.3. Wirkung der ersten Frauenzeitschrift
3.2.3. Die Reisejournale
3.2.3.1. Reisen und Reiseliteratur im 18. Jahrhundert
3.2.3.2. Sophie von La Roches Reisetagebücher
3.2.3.3. Wirkung
4. LA ROCHE – WEGBEREITERIN DER FRAUENLITERATUR IN DEUTSCHLAND?
5. LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken von Sophie von La Roche als erste deutsche Romanschriftstellerin und analysiert, wie sie trotz gesellschaftlicher Rollenzuweisungen im 18. Jahrhundert den literarischen Markt eroberte und als Wegbereiterin für nachfolgende Frauengenerationen fungierte.
- Biographische Prägung durch Erziehung, Ehe und sozialen Wandel
- Entwicklung des Romans als Gattung und La Roches literarischer Beitrag
- Die Bedeutung der Zeitschrift "Pomona" für die weibliche Emanzipation
- Die Rolle der Reiseliteratur als Instrument zur Wissensvermittlung und Bildung
- Der Einfluss von La Roches Arbeit auf das Frauenbild der Aufklärung
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Erziehung und Bildung in Kindheit und Jugend
Als Sophie Gutermann am 06. Dezember 1730 in Kaufbeuren geboren wurde, war für Mädchen eine Erziehung zu Hause nicht gerade üblich. Doch ihr Vater, nach der Übersiedlung nach Lindau und Augsburg Dekan der Medizinischen Fakultät und Gastgeber vieler Zusammenkünfte zahlreicher zeitgenössischer Gelehrter, bestand nicht nur auf eine grundlegende Ausbildung seiner ältesten Tochter, sondern übernahm diese sogar selbst. Neben der strengen pietistischen Erziehung6, die Sophie genoss, erhielt sie eine Ausbildung in Lesen und Schreiben. Anekdoten und Selbstaussagen zufolge konnte das Mädchen mit drei Jahren lesen, befasste sich fünfjährig mit der Bibel und diente dem Vater auf den Herrenabenden zur Anregung der Gespräche.
Doch eine geordnete schulische Ausbildung blieb Sophie verwehrt. Das junge Mädchen galt als begabt. Doch gemäß der Zeit sollte sie zu nichts anderem erzogen werden, als zu einer guten Hausfrau, Ehefrau und Mutter, die im Haus ihren Verdienst erwirtschaften soll.7 Später äußert sie sich zu dieser Tatsache in ihrer Zeitschrift „Pomona“. Noch im hohen Erwachsenenalter bedauert sie, dass „die Erfüllung meines Wunsches, dass ich als Knabe erzogen werden möchte, um ordentlich gelehrt zu werden.“8, ihr nicht gewährt wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage und Zielsetzung der Untersuchung zur schriftstellerischen Rolle Sophie von La Roches.
2. DIE „KLASSISCHE“ FRAU – ROUSSEAUS ERZIEHUNGSROMAN, GESCHLECHTSCHARAKTERTHEORIE UND NEUE ANSÄTZE: Analyse des zeitgenössischen Frauenbildes und der theoretischen Einordnung durch Philosophen der Aufklärung.
3. SOPHIE VON LA ROCHE – DER BEGINN WEIBLICHER EMANZIPATION AUF DEM LITERARISCHEN MARKT IN DEUTSCHLAND: Hauptteil, der den Lebensweg und die literarischen Gattungen von Sophie von La Roche im Detail beleuchtet.
4. LA ROCHE – WEGBEREITERIN DER FRAUENLITERATUR IN DEUTSCHLAND?: Fazit über den Stellenwert der Autorin und ihren Einfluss auf die deutsche Literaturgeschichte.
5. LITERATURVERZEICHNIS: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Sophie von La Roche, Aufklärung, Frauenbildung, Roman, Pomona, Reiseliteratur, Emanzipation, Geschlechtscharaktertheorie, Empfindsamkeit, Literaturgeschichte, bürgerliche Frau, 18. Jahrhundert, Schriftstellerin, Sozialkritik, Bildungsroman
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Leben und Werk von Sophie von La Roche und analysiert, wie sie als erste Frau im deutschsprachigen Raum erfolgreich Romane veröffentlichte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf ihrer Biographie, ihren literarischen Gattungen wie dem Briefroman und den Reisejournalen sowie ihrer Rolle als Herausgeberin der ersten Frauenzeitschrift.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie La Roche durch ihr Schreiben den Weg für spätere Generationen von Schriftstellerinnen ebnete und ob sie als Wegbereiterin der weiblichen Literatur in Deutschland gelten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine biographisch-literaturwissenschaftliche Analyse unter Berücksichtigung historischer Kontexte und zeitgenössischer gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen biographischen Abriss, eine tiefgehende Untersuchung ihrer Romane, die Analyse der Frauenzeitschrift "Pomona" und eine Betrachtung ihrer Reiseliteratur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Aufklärung, Frauenbildung, Emanzipation, bürgerliche Frau und literarischer Markt.
Wie bewertet die Autorin das "Frauenzimmer-Journal" Pomona?
Es wird als erste von einer Frau herausgegebene Zeitschrift gewürdigt, die sowohl pädagogische Ziele verfolgte als auch eine Plattform für den Austausch unter Frauen bot.
Welchen Einfluss hatte der soziale Abstieg auf ihr Schaffen?
Der soziale Abstieg und die wirtschaftliche Not der Familie waren wesentliche Motive, ihre schriftstellerische Tätigkeit von einer Freizeitbeschäftigung zur notwendigen Berufstätigkeit zu wandeln.
- Quote paper
- Lydia Brandl (Author), 2004, Sophie von La Roche - Der Beginn weiblicher Autorschaft in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32210