Der positive Einfluss körperlicher Aktivität auf psychologische Konstrukte ist gründlich erforscht. Jünger ist der Forschungszweig, der sich mit der Auswirkung von Krafttraining beschäftigt. Erste Studien konnten zeigen, dass sich bei Untrainierten nach mehrwöchigem Krafttraining die Selbstwirksamkeit in verschiedenen Bereichen erhöhte.
In der vorliegenden Studie wurde untersucht, ob der Effekt auch für die allgemeine Selbstwirksamkeit besteht und Frauen, die Krafttraining betreiben, selbstwirksamer sind als Frauen, die anderen sportlichen Aktivitäten nachgehen. Zudem wurde der Zusammenhang zwischen der Effektivität des Krafttraining und allgemeiner Selbstwirksamkeit untersucht.
Methode. Anhand eines Fragebogens, der psychologische sowie sportbezogene Variablen erfasste, wurden 282 Frauen online und 25 Frauen in einem Heidelberger Fitnessstudio erhoben. Zusätzlich wurden mit der Stichprobe vor Ort Maximalkrafttests durchgeführt.
Ergebnisse. Es konnte gezeigt werden, dass Frauen, die Krafttraining betreiben, eine höhere allgemeine Selbstwirksamkeit haben als die Kontrollgruppe. Die Korrelation zwischen Steigerungen im Krafttraining und der Selbstwirksamkeit wurden nicht signifikant, dafür hingen die subjektive und objektive Kraft positiv mit der Selbstwirksamkeit zusammen.
Schlussfolgerung. Die Befunde weisen auf einen Zusammenhang zwischen Krafttraining und der allgemeinen Selbstwirksamkeit hin, allerdings sollte in längsschnittlichen Studien mit größeren Stichproben die Kausalität untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Krafttraining
2.1.1 Definition der Kraft
2.1.2 Eingrenzung von Krafttraining
2.1.3 Effekte von Krafttraining
2.1.3.1 Physische Effekte von Krafttraining
2.1.3.2 Psychische Effekte von Krafttraining
2.2 Selbstwirksamkeit
2.2.1 Selbstwirksamkeit nach Bandura
2.2.2 Die vier Quellen der Selbstwirksamkeit
2.2.3 Allgemeine und spezifische Selbstwirksamkeit
2.2.4 Generalisierung
2.3 Die Beziehung zwischen Krafttraining und Selbstwirksamkeit
2.4 Hypothesen
3 Methode
3.1 Messinstrumente
3.2 Ablauf
3.3 Datenanalyse
4 Ergebnisse
4.1 Stichprobe
4.2 Hypothesengestützte Ergebnisse
4.3 Explorative Ergebnisse
5 Diskussion
5.1 Interpretation der Ergebnisse
5.1.1 Erste Hypothese
5.1.2 Zweite Hypothese
5.1.3 Explorative Ergebnisse
5.2 Einschränkungen der Studie
5.3 Schlussfolgerungen, Implikationen und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Krafttraining und der allgemeinen Selbstwirksamkeit bei jungen Frauen. Ziel ist es herauszufinden, ob Frauen, die regelmäßig Krafttraining betreiben, über eine höhere allgemeine Selbstwirksamkeit verfügen als Frauen, die anderen sportlichen Aktivitäten nachgehen, und ob die Effektivität des Krafttrainings (in Form von Kraftsteigerungen) positiv mit der Selbstwirksamkeit korreliert.
- Zusammenhang von Krafttraining und allgemeiner Selbstwirksamkeit
- Die Rolle der Selbstwirksamkeit nach Albert Bandura
- Physische und psychische Effekte von Krafttraining
- Einfluss der sportlichen Aktivität auf psychologische Konstrukte
- Untersuchung der vermittelnden Rolle der Persönlichkeit
Auszug aus dem Buch
2.1.3.2 Psychische Effekte von Krafttraining
Krafttraining hat jedoch nicht nur körperliche, sondern auch psychische Effekte. Die meisten Studien in der Sportpsychologie haben sich bisher mit den positiven Auswirkungen von Ausdauertraining auf die Psyche beschäftigt, sodass es bislang deutlich weniger und teilweise widersprüchliche Befunde gibt, die den psychologischen Nutzen von Krafttraining belegen. Arent und Golem (2012) schlussfolgern, dass „after extensive review of the literatur revolving aroung the psychological effects of resistance training it is apparent that much more research is needed“ (S. 120). Im Folgenden wird der bisherige Forschungsstand dargestellt.
Eine der ersten Studien, die den Einfluss von Krafttraining auf psychologische Variablen untersuchte, wurde von Ewart (1989) durchgeführt. Er untersuchte 52 Männer mit erhöhtem Blutdruck, die nach einem zehnwöchigen Krafttraining, das die Ober- und Unterkörperkraft sowie die sportbezogene Selbstwirksamkeit deutlich steigerte, signifikant mehr positive Affekte und weniger negative Affekte berichteten. Dabei bestand jedoch kein direkter Zusammenhang zwischen den Kraftsteigerungen und der verbesserten Stimmung, wie ursprünglich vom Autor angenommen wurde, dafür korrelierten die sportbezogene Selbstwirksamkeit und die Affekte miteinander. Tharion, Harman, Kraemer und Rauch (1991) untersuchten zusätzlich den Einfluss sechs verschiedener Trainingsprogramme auf die Stimmung von 18 Studenten, die in ihrer Freizeit Kraftsport betrieben. Dabei verbesserte sich die Stimmung am meisten bei Einheiten mit einem hohen Volumen, zehn Wiederholungen und ein-minütigen Pausen zwischen den Sätzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Krafttrainings und das psychologische Konstrukt der Selbstwirksamkeit ein, um die Relevanz der Forschungsfrage für junge Frauen zu begründen.
2 Theorie: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Krafttrainings, definiert die Selbstwirksamkeit nach Bandura und diskutiert den aktuellen Forschungsstand zu deren Zusammenhang.
3 Methode: Hier werden die eingesetzten Messinstrumente (Fragebögen, Krafttests), der Ablauf der Datenerhebung für die Online- und Vor-Ort-Stichproben sowie die statistischen Auswertungsverfahren beschrieben.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Daten, einschließlich der deskriptiven Analyse der Stichprobe sowie der Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, kritisch hinterfragt, Einschränkungen der Studie benannt und Implikationen für die zukünftige Forschung abgeleitet.
Schlüsselwörter
Krafttraining, Selbstwirksamkeit, allgemeine Selbstwirksamkeit, junge Frauen, Kraftsteigerung, Fitness, Sportpsychologie, körperliche Aktivität, psychisches Wohlbefinden, Selbstwert, Selbstregulation, Maximalkraft, Kraftausdauer, Persönlichkeitsdimensionen, Bewältigungserfahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwieweit regelmäßiges Krafttraining einen positiven Einfluss auf die allgemeine Selbstwirksamkeit bei jungen Frauen hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft sportwissenschaftliche Aspekte des Krafttrainings mit psychologischen Theorien zur Selbstwirksamkeit nach Albert Bandura.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob krafttrainierende Frauen selbstwirksamer sind als Frauen, die anderen Sportarten nachgehen, und ob Fortschritte im Training direkt mit der allgemeinen Selbstwirksamkeit korrelieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein quantitativer Ansatz verfolgt, bei dem Daten mittels Fragebögen (ASWE, NEO-FFI-30) und physischer Tests (Liegestütze, 5-RM-Krafttests an Beinpresse und Latzug) erhoben und mittels SPSS statistisch ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ausführliche Theoriearbeit zu Kraft und Selbstwirksamkeit, eine detaillierte Beschreibung der empirischen Methodik sowie die Präsentation und Diskussion der Studienergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Krafttraining, allgemeine Selbstwirksamkeit, Sportpsychologie und Bewältigungserfahrungen charakterisieren.
Warum wurde speziell eine Stichprobe aus Heidelberg gewählt?
Die Wahl fiel auf ein Heidelberger Fitnessstudio, um neben den Online-Daten auch eine kontrollierte Umgebung für objektive Maximalkrafttests zu gewährleisten.
Welchen Einfluss hat die Art des Krafttrainings auf die Ergebnisse?
Die Autorin diskutiert, dass intensives Training mit objektiven, messbaren Fortschritten eher interne Attributionen von Erfolg begünstigt, was wiederum die Selbstwirksamkeit stärker fördern kann.
- Citation du texte
- Lisa Marie Steenbock (Auteur), 2015, Der Zusammenhang von Krafttraining und allgemeiner Selbstwirksamkeit bei jungen Frauen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322204