Die Bedeutung der Kleidung für die Identitätsbildung von Kindern


Akademische Arbeit, 2013

21 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1.Wandel des Lebenslaufes

2.Kindheitsforschung

3.Nachahmung

4.Mode als Mittel der Selbstinszenierung

5.Der Einfluss von Peer-Groups auf das Kleidungsverhalten

6.Kaufverhalten

Literaturverzeichnis

Welche Beweggründe haben Kinder, Kleidung auszuwählen? Dürfen bzw. können sie ihre Kleidung selbst wählen oder werden sie fremdbestimmt? Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern das Kleidungsverhalten von Grundschülern mit ihrem Lebenslauf sowie der Entwicklung ihrer Identität in Zusammenhang steht.

1. Wandel des Lebenslaufes

Das Kleidungsverhalten von Kindern ist aus soziologischer Sicht für die Betrachtung des Lebenslaufes von entscheidender Wichtigkeit. Der Wandel eines Lebenslaufes hängt vorwiegend von drei Aspekten ab: Alter, sozialem Wandel und Gesellschaft.

Die Verknüpfung der Aspekte Alter und Lebenslauf erfolgt über den Begriff Generation[1]. Generation heißt in diesem Fall Gruppenbildung, die in keinerlei Weise soziale Verbundenheit aufzeigt im Gegensatz zu konkreten Gruppenbildungen[2]. Die gesellschaftlich geläufigste Definition sieht die Generation als eine Gruppe, die ein und demselben Geburtenjahrgang entspringt. „Einer Altersgruppe gehört man lebenslang an, durchläuft verschiedene Phasen, die an Definitionen gebunden sind und entwickelt aufgrund der geteilten biographischen Situation eine Gemeinsamkeit hinsichtlich verschiedener Werte, Wünsche und Lebenshaltungen.“[3] Alter ist somit eine unabhängige Variable, die den Ablauf des Lebens bestimmt und als Bindeglied zwischen Subjekt und Gesellschaft aufgefasst werden kann. Probleme zwischen den einzelnen Generationen entstehen häufig durch ökonomisch-soziale Bedingungen, d.h. Unstimmigkeiten hinsichtlich unterschiedlicher Interessen, Empfindungen, Gefühle und Meinungen. Sätze wie ‚Früher war alles besser…‘ oder ‚Bei uns war das noch anders…‘ bekommen vor allem Kinder und Enkelkinder der Nachkriegsgeneration zu hören. Denn jede Generation erlebt in ‚ihrer Zeit‘ ein anderes Problem, welches sie versucht, auf ihre eigene Art und Weise zu lösen und was sie später in ihrem Tun bestimmt. Dabei liefert jede Generation für sich einen individuellen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Gesellschaft.

In der Soziologie liegt dem Generationskonzept von Karl Mannheim immer die Theorie des sozialen Wandels zugrunde. Dabei beinhaltet der soziale Wandel die „Verschiebungen in den Lebensereignissen Schulende, Berufseinstieg, Verlassen der Herkunftsfamilie, Heirat und Gründung eines eigenen Haushalts.“[4] Lebensphasen spiegeln ein Leben mit typischen, dominanten und immer wiederkehrenden Gesichtspunkten wider, aber auch einen historischen Zeitpunkt bzw. eine geschichtliche Epoche.[5] Ecarius bevorzugt dabei den Begriff des ‚individualisierten’ Lebenslaufes, der Selbstorganisation und soziale Reproduktion erfordert. Sie begründet dies mit dem sich immer offener entwickelten privaten Lebensweg der heutigen Zeit, verbunden mit unbestimmteren beruflichen Laufbahnen. „Die ‚Freiheiten’ in der Lebensgestaltung werden als Selbstfindungsprozesse sowie als die Möglichkeit erfahren, das Leben ‚jenseits’ vom sozialen Herkunftsmilieu und klassenspezifischen sozialen Typisierungen zu planen.“[6] Dies trifft sicherlich auch auf das Kleidungsverhalten zu. Doch das war nicht immer so.

Das Denken und Leben eines Menschen ist sehr stark vom Wandel der Gesellschaft beeinflusst, d.h. von „sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen, politischen und technischen Faktoren.“[7] Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts legten Kleiderordnungen die Mode fest und es konnte leicht zwischen den einzelnen Ständen durch markante Merkmale unterschieden werden. Modisch tonangebend war damals die jeweils politisch oder kulturell dominierende Schicht. Dies war bis zur „Französischen Revolution in der Hauptsache der Großadel, im späten Mittelalter allerdings das gehobene Bürgertum, im 16. Jh. z.T. das Patriziat, gegen Ende des 18. Jh.s das aufgeklärte Bürgertum, während der Französischen Revolution das Proletariat und im 19. Jh. bis zum 1. Weltkrieg das Großbürgertum. Nach dem 1. Weltkrieg kam es im deutschsprachigen Raum zu einem stärkeren modischen Anteil der Mittelschicht und seit Mitte der 60er Jahre zu einer Mode-Dominanz der Jugend.“[8] Seit dem 2. Weltkrieg haben nun auch finanziell schwächere Personen durch immer neu entwickelte Fasern wie z.B. Chemiefasern und preisgünstig angebotene Kleidung die Chance, am modischen Geschehen teilzunehmen und Trends mit zu machen. Ein Modewechsel kann nun, durch die Unterstützung von einem Großteil der Gesellschaft, schneller vonstattengehen. Folglich wird eine Doppelfunktion der Mode in der Gesellschaft ersichtlich: zum einen gewährleistet sie Individualität und Einzigartigkeit und zum anderen kennzeichnet sie soziale Zugehörigkeit oder Abgrenzung. Kultur ist dabei ein wesentlicher Faktor im sozialen Alltag. So erscheint es wichtig, eine Beschreibung und Analyse von kulturellen Aspekten zu durchleuchten. Der ‚Kreislauf der Kulturen‘ bzw. ‚Circuit of Culture‘ wurde entwickelt, um die Beziehungen zwischen Ökonomie und Kultur darzustellen. Dabei weisen alle Elemente (Identität – Konsum – Repräsentation – Regulierung – Produktion[9] ) eine gewisse Unabhängigkeit auf, die durch Artikulation zu einer Einheit verschmelzen. Als Artikulation versteht Stuart Hall „eine Verknüpfungsform, die unter bestimmten Umständen aus zwei verschiedenen Elementen eine Einheit herstellen kann. Es ist eine Verbindung, die nicht für alle Zeiten notwendig, determiniert, absolut oder wesentlich ist.“[10] Alle Faktoren sind infolgedessen abhängig voneinander. Ohne Produktion kann es z.B. keinen Konsum geben oder ohne Konsum keine Repräsentation. So scheint es auch egal zu sein, an welcher Stelle man in den Kreis eintritt, da immer erst alle Bereiche durchlaufen werden müssen, um von der Kultur/Gesellschaft akzeptiert zu werden.

Heutzutage findet ein monatlicher Wechsel in der Mode statt, welcher mit kaum mehr wahrnehmbaren Details in Modejournalen und anderen Medien dargestellt wird. Dabei werden modische Aspekte der Vorjahre immer wieder neu aufgegriffen und anders kombiniert. Große Sonnenbrillen, blumige Printhosen und Neonfarben sind nun wieder ‚In‘. Modewechsel steht somit als Ausdruck der Zeit.[11] Infolgedessen scheint unsere Gesellschaft in den Jahren immer pluralistischer und komplexer geworden zu sein. Einzelnen Menschen erscheint es nun umso wichtiger, in der Masse zu imponieren und aus der Anonymität hervorzutreten. Die Möglichkeit zu einer Selbstdarstellung wird ermöglicht. So sind es vor allem junge Menschen, die dem Bedürfnis einer Selbstverwirklichung durch einen bestimmten Kleidungsstil nachgehen, um Zugehörigkeit oder Abgrenzung zu einer bestimmten Gruppe/Szene zu symbolisieren. Fest steht, dass bei Untersuchungen zur Kleiderpsychologie schnell deutlich wird, dass, egal ob Jung oder Alt, die Kleiderauswahl unter immer wieder ähnlich auftretenden Kriterien stattfindet. So sollte Kleidung stets modern, ‚up to date‘, bequem und „so ähnlich wie die ihrer Freunde sein.“[12] Der letztgenannte Aspekt scheint mir der entscheidende zu sein für die Auswahl von Kleidung bei Grundschulkindern - wenn sie denn selbst bestimmen dürfen. Doch wie sieht es mit der Selbstbestimmung aus?

2. Kindheitsforschung

Als 1920 die ersten Volksschulen entstanden, entwickelte sich in den Familien ein angenehmes Klima, in dem sich für Kinder recht gute Voraussetzungen für ihre Persönlichkeitsentwicklung fanden - allerdings stark abhängig von den sozialen Unterschieden in den Elternhäusern und den finanziellen Möglichkeiten. Durch Beseitigung wirtschaftlicher Not, Verbesserung hygienischer Verhältnisse und Wohnbedingungen und der Veränderung des emotionalen Binnenklimas in bürgerlichen Familien entwickelte sich Kindheit zu einem wertvollen Lebensabschnitt. In den letzten 40 Jahren ist die Entwicklung der Kindheit durch widersprüchliche Prozesse gekennzeichnet. „Das Bildungswesen expandierte, soziale Dienste und Einrichtungen zur Betreuung und Freizeitgestaltung von Kindern nahmen zu […] Die emotionale Zuwendung zu den Kindern stieg, nicht zuletzt als Folge der kleiner werdenden Familien.“[13] Allerdings gibt es auch Kinder, die extrem vernachlässigt und misshandelt werden. In den 90er Jahren entwickeln sich Kinder als Akteure, die sich ihre Umwelt selbst aneignen. Die moderne Kindheit wird von immens vielen Aspekten wie Kultur, Zeit, Gesellschaft und sozial definierten Kriterien beeinflusst. Rückblickend spricht man von der Kindheit als einer progressiven Entwicklung, da diese sich „angefangen bei der völligen Ablehnung des Kindes (Kindermord in der Antike) über die Stufe der ‚Weggabe‘ und des ‚Aussetzens‘ von Kindern (4.-13. Jahrhundert) und über verschiedene Stadien der Sozialisierung, zu einem angestrebten Zustand der vollständigen Empathie erstreckte.“[14]

Bei dem Begriff Kindheit unterscheiden Klaus Neumann-Braun u.a. zwischen Kindesalter, d.h. „biologische[n], (sozial-)psychologische[n] und pädagogische[n] Phasenmodelle[n] sowie Altersnormenkonzepte[n] oder kindliche[r] Entwicklung“, und dem historischen und sozialwissenschaftlichen Hintergrund, d.h. Kindheit „als ein[em] sozio-kulturelle[m] Phänomen der Institutionalisierung der Lebensphase einer spezifischen gesellschaftlichen Altersgruppe […].“[15] Durch die soziale Lage von Elternhaus, Schule, Arbeitswelt, Peer-Groups und sozialen und biologischen Determinanten (z.B. Wachstum, Reife und sozial-kognitive Kompetenzen) wird die Kindheit stark beeinflusst. Einige Einzelaspekte der veränderten Kindheit sollen hier angeführt werden: viele Kinder leben heutzutage nur mit einem Elternteil zusammen, jedes fünfte Kind erlebt die Scheidung der Eltern mit[16], viele Kinder wachsen als Einzelkind auf[17]. In vielen Haushalten sind beide Elternteile berufstätig und die Kinder besuchen bereits im Alter von unter drei Jahren Kinderkrippen[18]. Viele Kinder haben heutzutage an Spielzeug- und Konsumartikeln alles, was das Herz begehrt, viele Eltern geben ihr letztes Hemd für ihre Kinder, aber es gibt nicht nur Konsumkinder, sondern auch solche, die der Armut ausgesetzt sind[19]. Deutsche Kinder machen bereits im Kindergartenalter verstärkt die Erfahrung, dass ‚fremde’ Kinder unter uns leben[20]. Aber auch Faktoren wie Erziehung und Bildung prägen die Kindheit. Kindheit kann somit als eine institutionalisierte und eigenständige Lebensphase gesehen werden.[21]

3. Nachahmung

Der Mensch ist nicht als Einzelwesen veranlagt. Der Mensch hat zwei gegensätzliche Bedürfnisse in sich, die beide Berücksichtigung finden müssen. Zum einen strebt er nach Ähnlichkeit, zum anderen nach Individualität. „Um die Anerkennung und Unterstützung von Leuten zu bekommen, die uns wichtig sind, gleichen wir uns ihnen an.“[22] Bereits im Urtrieb des Menschen liegt die Nachahmung und das Streben nach dieser Anerkennung. Infolgedessen entsteht eine Art Wettbewerb. Jeder versucht, immer besser und toller zu sein - auch hinsichtlich modischer Aspekte. Durch seinen Geltungs- und Nachahmungstrieb kommt es ständig zu Veränderungen der Kleidung und dementsprechend auch der Mode. Infolgedessen spricht man von Mode als „eine auf Imponier-, Geltungs- und Nachahmungstrieb, auf Schmuckbedürfnis (schöpferische Phantasie), erotische Anziehung, seit geschichtlicher Zeit auf Äußerung sozialer, seit der Neuzeit auch finanzieller Unterschiede, auf Zeitgeschmack, Sitte und Gesellschaftsform beruhende Art und Weise der äußeren Lebenshaltung. Mode ist somit Selbstdarstellung ebenso wie der Lebens- und Denkweise zumindest einer Gruppe von Menschen in einer Zeit.“[23] Die ‚Theorie der Nachahmung‘ geht auf den deutschen Philosophen Georg Simmel zurück. So besagt seine Lehre: „Die Nachahmung […] gibt dem Individuum die Sicherheit, bei seinem Handeln nicht allein zu stehen, sondern erhebt sich über den bisherigen Ausübungen derselben Tätigkeit wie auf einem festen Unterbau, der die jetzige von der Schwierigkeit, sich selbst zu tragen, entlastet […]. [Die Mode] ist Nachahmung eines gegebenen Musters und genügt damit dem Bedürfnis nach sozialer Anlehnung, sie führt den einzelnen auf die Bahn, die alle gehen, sie gibt ein allgemeines Gefühl, dass das Verhalten jedes einzelnen zu einem bloßen Beispiel macht.“[24] Weiter nimmt der Trieb der Nachahmung die Qual der Wahl und befreit von individueller Verantwortlichkeit.[25]

Bezieht man sich bei dem Begriff Nachahmung auf Jean Piaget, welcher wiederum an die Aussagen von J. M. Baldwin und Pierre Janet anknüpft, kann Nachahmung auf eine Art der Vermengung des Ichs mit dem Anderen zurückgeführt werden.[26] Das Kind ahmt unbewusst nach, was ihm gezeigt wird, und sieht darin die notwendige Bedingung für eine Fortsetzung. Dabei kann das Kind nicht wirklich zwischen seiner Selbst und dem Anderen unterscheiden. Bei ungewollter Nachahmung geht es sogar soweit, dass wir uns mit dem Anderen bzw. dem Gegenüber identifizieren, ohne Genaueres über ihn oder sein Handeln zu wissen. Piaget unterteilt Nachahmung in drei Stufen: „(1) die sensomotorische Nachahmung, die mit Akkomodation bei der Wahrnehmung identisch ist, (2) verzögerte Nachahmung (Geste) in Abwesenheit des Vorbildes, der Beginn der Symbolentstehung, (3) verinnerlichte Nachahmung, die Vorstellung.“[27] Hier spiegeln sich Stufen der intellektuellen Entwicklung, die Piaget postuliert, wider. Die sensomotorische Phase, die mit der Geburt beginnt und etwa das erste Lebensjahr umfasst, ermöglicht Wahrnehmung, Wiedererkennen und am Ende die Koordination von Mittel und Zweck. Die prä-operationale Phase, die im zweiten und dritten Lebensjahr einsetzt, führt zu einem Verständnis funktionaler Beziehungen und ermöglicht damit das symbolische Spiel. Die konkret-operationale Phase, deren Beginn in das 6./7. Lebensjahr, also den Beginn der Grundschulzeit, gelegt werden kann, ermöglicht das Erfassen invarianter Strukturen von Klassen, Relationen und Zahlen, aber erst gegen Ende der Grundschulzeit entwickeln Kinder ein Empfinden für das richtige Verhältnis und können somit moralische Urteile fällen - dies wird formal-operationale Phase genannt.[28] Piaget verwendete für das Denken der Kinder in der prä-operationalen Phase den Begriff ‚Egozentrismus’ und meinte damit, dass sich das Denken der Kinder nur um ihre eigene persönliche Perspektive dreht und um eigene Erfahrungen. So seien sie erst ab einem Alter von sechs Jahren in der Lage, frei von persönlicher Erfahrung zu abstrahieren und somit über sie hinaus gehen zu können.[29] Das bedeutet nun für die Grundschulkinder, dass sie sehr bewusst klassifizieren können und der bewussten Nachahmung eine Abstraktion und Beurteilung vorausgegangen ist. Für diese Nachahmung werden identitätsstiftende Vorbilder benötigt. Der Drang für Nachahmung anderer Menschen steht häufig für den Verlust von kultureller Eigenständigkeit und somit seiner eigenen Identität.[30]

[...]


[1] 1928 wurde erstmals das Problem der Generationen in einer Studie von Karl Mannheim untersucht. Jede Generation nimmt durch das spezifische Geburtsdatum in einer besonderen Weise an historischen Ereignissen teil, aus denen Generationenlagerungen entstehen.

[2] Konkrete Gruppenbildungen sind z.B. Zweckverbände, Familie und Gesinnungsgemeinschaften, welche auf den vorliegenden Fall bezogen eine Gruppe bilden.

[3] Roderer, Ursula: Mode als Symbol. Ein interaktionistischer Ansatz zur Bedeutung der Mode für Altersgruppen. Regensburg 1986, S. 96.

[4] vgl.: Ecarius, Jutta: Individualisierung und soziale Reproduktion im Lebensverlauf. Konzepte der Lebenslaufforschung. Opladen 1996, S. 31.

[5] ebd. S. 28.

[6] ebd. S. 222.

[7] Loschek, Ingrid: Stuttgart 1994, S. 358.

[8] ebd. S. 358.

[9] In: http://www2.leuphana.de/medienkulturwiki/medienkulturwiki2/index.php/Kulturkreislauf: Repräsentation: der Diskurs, durch den Ideen über die Beschaffenheit des Objekts ausgedrückt und diskutiert werden. Identität: die Art, wie das Produkt zur Formung von Subjektivität beiträgt. Produktion: die ökonomischen Strukturen sowie die Arbeitsverhältnisse, unter denen das Objekt geschaffen und hergestellt wird. Konsum: der soziale Kontext, in dem Verbraucher das Produkt kaufen und es in ihr Leben integrieren. Regulierung: der legale und politische Rahmen, welcher vorgibt, wie das Produkt angeboten und gebraucht wird.

[10] Hall, Stuart in: Ebner, Claudia C.: Bielefeld 2007, S. 30.

[11] vgl.: Loschek, Ingrid: Stuttgart 1994, S. 359.

[12] Dollase, Rainer in: Baacke, Dieter (u.a.): Leverkusen 1988, S. 97.

[13] Knörzer, Wolfgang und Grass, Karl: Den Anfang der Schulzeit pädagogisch gestalten. Weinheim und Basel, 2000, S. 23.

[14] Roderer, Ursula: Regensburg 1986, S. 100.

[15] Neumann-Braun, Klaus u.a.: Markenkindheit und Medienmarken. Einführung in ein interdisziplinäres Forschungsprojekt. In: Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (Hrsg.): Medienkindheit – Markenkindheit. Untersuchungen zur multimedialen Verwertung von Markenzeichen für Kinder. München 2004, S. 10.

[16] Statistisches Bundesamt von 2011: Im Jahr 2010 waren 16,5 % der Bevölkerung in Deutschland oder jeder sechste Einwohner jünger als 18 Jahre. Zehn Jahre zuvor - also im Jahr 2000 - betrug der Kinderanteil noch 18,8 %. 9,9 Millionen minderjährige Kinder und somit gut drei Viertel (76 %) aller minderjährigen Kinder in Deutschland lebten 2010 bei ihren verheirateten Eltern. Jedes sechste minderjährige Kind (17 % beziehungsweise 2,2 Millionen) wohnte mit nur einem Elternteil im Haushalt zusammen. 7 % beziehungs-weise 971 000 Kinder lebten bei Paaren ohne Trauschein. Vor zehn Jahren lebten noch gut acht von zehn Minderjährigen (81 %) bei ihren verheirateten Eltern.

[17] Statistisches Bundesamt von 2011: Im Jahr 2000 lebten 24 % der minderjährigen Kinder in Deutschland ohne Geschwister in einem Haushalt. Daran hat sich in den letzten zehn Jahren kaum etwas verändert. Auch im Jahr 2010 war jedes vierte minderjährige Kind (25 %) ein Einzelkind. Knapp die Hälfte der minderjährigen Kinder (48 %) wohnte 2010 mit einem weiteren minder- oder volljährigen Geschwisterkind im Haushalt zusammen (2000: ebenfalls 48 %). 19 % hatten zwei und 8 % sogar drei oder mehr Geschwister (2000: ebenfalls 19 % beziehungsweise 9 %).

[18] Statistisches Bundesamt von 2011: Im Jahr 2010 gingen von 51 % der minderjährigen Kinder in Paarfamilien beide Elternteile einer beruflichen Tätigkeit nach. Am häufigsten übte dabei ein Elternteil seinen Beruf in Vollzeit, der andere in Teilzeit aus (75 %). Bei gut jedem fünften Kind (22 %) waren beide Elternteile vollzeiterwerbstätig. Bei nur 3 % der Kinder übten beide Elternteile ihre Erwerbstätigkeit

in Teilzeit aus. Im Jahr 2010 war bei 59 % dieser Minderjährigen der alleinerziehende Elternteil berufstätig, und zwar mehrheitlich in Teilzeit (56 %). Deutlich seltener üben alleinerziehende Eltern von Kindern im Krippenalter eine berufliche Tätigkeit aus. Nur bei jedem vierten Kind unter drei Jahren (25 %) war die alleinerziehende Mutter oder der alleinerziehende Vater erwerbstätig. Auch hier überwiegt die Beschäftigung in Teilzeit (58 %). Auch im Mai 2000 waren bei der Hälfte der minderjährigen Kinder (50 %) in Paarfamilien beide Elternteile erwerbstätig. Dabei arbeiteten damals jedoch beide Partner häufiger in Vollzeit (34 %) als im Jahr 2010 (22 %). Umgekehrt lebten im Mai 2000 anteilig weniger Minderjährige (64 %) in Paarfamilien, bei denen ein Elternteil vollzeit-, der andere Elternteil teilzeiterwerbstätig war, als im Jahr 2010 (75 %). Der Anteil der Kinder bei zwei teilzeiterwerbstätigen Eltern hat sich verdoppelt, und zwar auf 3 % in 2010.

[19] Statistisches Bundesamt von 2011: Für Kinder unter 18 Jahren lag die Armutsgefährdungsquote 2008 bei 15 % und damit etwas geringer als für die Bevölkerung insgesamt. Gegenüber 2007 (15,2 %) blieb die Armutsgefährdungsquote für Kinder in Deutschland nahezu konstant. Kinder von Alleinerziehenden sind wesentlich häufiger von Armut betroffen als Kinder, die in Haushalten mit mehr Erwachsenen leben: So lag im Jahr 2008 der Anteil armutsgefährdeter Personen in Haushalten von Alleinerziehenden bei 37,5 % (2007: 35,9 %) und damit fast dreimal so hoch wie bei Personen in Haushalten mit Kindern insgesamt (2008: 13,0 %; 2007: 13,1 %). Der Anteil der Kinder in Tagesbetreuung an allen Kindern dieser Altersgruppe (Betreuungsquote) belief sich damit bundesweit auf 23 %.

[20] Statistisches Bundesamt von 2011: In großen Städten und Gemeinden ist der Anteil der Kinder, die in einer Familie mit Migrationshintergrund aufwachsen, größer als in Gemeinden mit kleiner Einwohnerzahl. Im Jahr 2010 stammte fast jedes zweite Kind (46 %), das in einer Großstadt mit mehr als 500 000 Einwohnern lebte, aus einer Familie mit Migrationshintergrund. Deutlich niedriger ist dieser Anteil in kleinen Gemeinden: in Gemeinden mit weniger als 5 000 Einwohnern lag er bei nur 13 %. Seit 2005 haben sich die Anteile der Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund in allen Gemeindegrößenklassen - mit Ausnahme der Großstädte ab 500 000 Einwohnern - leicht erhöht.

[21] vgl.: Neumann-Braun, Klaus u.a.: München 2004, S. 11.

[22] Abels, Heinz: Kleider machen Leute, aber wollen wir das eigentlich? Hagen 2011, S. 7.

[23] Loschek, Ingrid: Stuttgart 1994, S. 358.

[24] König, René: Menschheit auf dem Laufsteg. Die Mode im Zivilisationsprozeß. München u.a. 1985, S. 176.

[25] vgl.: Simmel, Georg: in: Kanner, Heinrich u.a. (Hrsg.): 1895, Nr. 54, S. 23.

[26] vgl.: Piaget, Jean: Das Weltbild des Kindes. Frankfurt/M., Berlin, Wien 1980, S. 111.

[27] Furth, Hans G.: Piaget für Lehrer. 2. Auflage, Düsseldorf 1976, S. 192.

[28] vgl.: ebd., S. 48.

[29] vgl.: ebd., S. 52.

[30] vgl.: Wirtz, Hermann-J.: Düsseldorf 1981, S. 20.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung der Kleidung für die Identitätsbildung von Kindern
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
21
Katalognummer
V322288
ISBN (eBook)
9783668209428
ISBN (Buch)
9783668209459
Dateigröße
693 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung, kleidung, identitätsbildung, kindern
Arbeit zitieren
Karolin Strohmeyer (Autor), 2013, Die Bedeutung der Kleidung für die Identitätsbildung von Kindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322288

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