Eine Möglichkeit, Trends in der Arbeitswelt zu erfassen, ist die Untersuchung der Fachberichterstattung in Branchenzeitschriften. Hier werden aktuelle Probleme und Trends thematisiert und Praxiserfahrungen diskutiert.
In letzter Zeit ist ein klarer Trend zur Etablierung eines selbstständigen Bereiches der Personalkommunikation in Organisationen zu erkennen. Studien haben gezeigt, dass die Befragten die Attraktivität als Arbeitgeber als höchste Priorität einschätzen. Auch die Notwendigkeit einer stärker dialogorientierten Personalkommunikation als Ergebnis der Kollaboration der Unternehmensbereiche PR und HR bilden die Forschungsbasis für die vorliegende Studie, welche sich dem Thema in der Praxis nähern möchte.
Mit Hilfe der Inhaltsanalyse sollen Mitteilungsinhalte und Textmerkmale erfasst und untersucht werden. Hierbei lassen sich Rückschlüsse auf die Entwicklung des Themas ziehen. Auch sollen die Aufgaben und Maßnahmen der Personalkommunikation erkannt und mit der Fachliteratur verglichen werden. Die vorliegende Arbeit möchte die in der Literatur beschriebene Form der Personalkommunikation als Schnittstelle der Organisationsbereiche Kommunikation und Personalwesen mittels einer Überprüfung an der Fachberichterstattung näher untersuchen, die Ergebnisse mit Aussagen der Literatur abgleichen und einen Anreiz für weiterführende Forschungen bieten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1. 1. Ausgangslage und Problemstellung
1. 2. Erkenntnisinteresse
1. 3. Vorgehensweise und Argumentationsgang
2. Theoretisch-analytischer Teil
2. 1. Definition, Einordnung und Abgrenzung der Personalkommunikation
2.2. Kommunikationswissenschaftliche Betrachtung - Definition Unternehmenskommunikation
2. 3. Betriebswirtschaftliche Betrachtung - Definitionen Personalwesen, Personalmanagement, Personalmarketing und Human Resource Management
2. 4. Forschungsstand
3. Empirischer Teil
3. 1. Personalkommunikation in der Fachberichterstattung
3. 2. Forschungsfrage
3. 3. Methodische Umsetzung - Methodenauswahl und Vorgehensweise
3. 4. Untersuchungsdesign, Zeitraum und Operationalisierung
3. 5. Kategoriensystem und Codebuch
3. 6. Pretest
4. Ergebnisauswertung und Interpretation
4. 1. Auswertung
4. 1. 1. Analyseeinheiten
4. 1. 2. Trends in der Berichterstattung
4. 1. 3. Journalistische Darstellungsform
4. 1. 4. Stichwort
4. 1. 5. Nennung Personalkommunikation
4. 1. 6. Autor
4. 1. 7. Autorenname
4. 1. 8. Seitenanzahl und Textlänge
4. 1. 9. Platzierung und Aufmachung
4. 1. 10. Relevanz Personalkommunikation
4. 1. 11. Weitere Themen
4. 1. 12. Best Practice Beispiele
4. 1. 13. Organisationsform der Praxisbeispiele
4. 1. 14. Dimensionen der Personalkommunikation
4. 1. 15. Aufgaben der Personalkommunikation
4. 1. 16. Maßnahmen der Personalkommunikation
4. 1. 16. Erfahrungen und Beurteilungen
4. 1. 17. Beurteilungen
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie das Konzept der Personalkommunikation – verstanden als Schnittstelle zwischen PR und Personalwesen – in der deutschsprachigen Fachberichterstattung der PR- und HR-Branche diskursiv behandelt wird. Das primäre Ziel ist es, durch eine explorative Inhaltsanalyse zu ermitteln, ob und wie diese beiden Unternehmensbereiche bei der Personalkommunikation kooperieren oder sich voneinander abgrenzen.
- Analyse der Rolle der Personalkommunikation im Spannungsfeld zwischen PR und HR.
- Untersuchung der thematischen Gewichtung und inhaltlichen Trends in relevanten Branchenmagazinen.
- Vergleich von Aufgaben, Maßnahmen und Erfahrungen aus der unternehmerischen Praxis.
- Evaluation der Relevanz und zukünftigen Bedeutung der Personalkommunikation für Organisationen.
- Identifikation von Kooperationsmodellen und Abgrenzungstendenzen zwischen den Abteilungen.
Auszug aus dem Buch
1. 1. Ausgangslage und Problemstellung
Personalpolitische Themen werden in den nächsten Jahren eine immer größere Rolle in der Unternehmensberichterstattung spielen. Notwendig macht diese Entwicklung der Wandel in der Unternehmenswelt: Es gibt zunehmend nichtbesetzte Stellen aufgrund von Bewerbermangel (Vgl. Kölling 2003: 116; Wehrling 2014; Drumm 2008; Schelenz 2007). Der Rückgang der Fach- und Führungskräfte (Vgl. Drumm 2008: 350) macht sich bemerkbar, welcher den demographischen Wandel widerspiegelt: Die geburtenstarken Jahrgänge sind vorbei. Auch der EU-Binnenmarkt bietet ausreichend Arbeitsplätze im EU-Ausland (Vgl. Drumm 2008: 350f.; Schelenz 2007) für qualifizierte Arbeitnehmer. In den Unternehmen und Organisationen finden permanente Veränderungen statt: Fusionen von Unternehmen oder Abspaltungen, interne Neuordnungen und die Erschließung neuer Märkte (Vgl. Jäger/Rolke 2011: 5f.; Scholz 2014; Wehrling 2014; Drumm 2008).
Auch der Arbeitnehmer als Leistungsgröße im Unternehmen erfährt eine Wandlung: Angestellte waren sich ihrer Beschäftigungsfähigkeit noch nie so bewusst und beginnen immer mehr, ihre Work-Life-Balance und ihre Karriere selber zu steuern (Vgl. Jäger/Rolke 2011: 5). Und sie berichten darüber: In sozialen Netzwerken. Das Web 2.0 und Social Media Plattformen machen es möglich. Der Mitarbeiter wird zum Kommunikator was Unternehmensinhalte angeht. Und Kunde und zukünftiger Mitarbeiter lesen mit; in Echtzeit, unwiderruflich und ohne zu vergessen. Die persönlichen Erfahrungen weichen den medial vermittelten (Vgl. Zerfaß/Piwinger 2014: 4). Jeder Mitarbeiter wird zum Publizisten und die Quelle und Richtigkeit der Informationen sind nicht mehr nachvollziehbar. Hier gilt es, neue Wege zur Überwachung und Steuerung einzuschlagen. Unternehmen agieren mehr denn je als Medienproduzent. Hier wird eine „direkte und dialogorientierte Kommunikation“ angestrebt, die reputationsschonend, mitarbeiterinformierend und -motivierend operiert (Zerfaß/Piwinger 2014: 5).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die zunehmende Relevanz der Personalkommunikation ein und benennt die Forschungsfrage, die sich mit der Kooperation von PR und Personalwesen befasst.
2. Theoretisch-analytischer Teil: Es werden grundlegende Definitionen der Personalkommunikation aus kommunikationswissenschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Perspektive erarbeitet und der aktuelle Forschungsstand skizziert.
3. Empirischer Teil: Hier wird das methodische Vorgehen der Inhaltsanalyse erläutert, inklusive der Kategoriensysteme und der Auswahl der untersuchten Fachmagazine.
4. Ergebnisauswertung und Interpretation: In diesem Kapitel werden die erhobenen Daten analysiert und die Ergebnisse hinsichtlich Trends, Themen, Autoren und Best-Practice-Beispielen interpretiert.
5. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Ausblick auf den Bedarf für zukünftige Begriffsdefinitionen und weitere Forschung.
Schlüsselwörter
Personalkommunikation, Public Relations, Human Resource Management, Mitarbeiterkommunikation, Employer Branding, Unternehmenskultur, Inhaltsanalyse, Fachberichterstattung, Unternehmenskommunikation, Interne Kommunikation, Arbeitgebermarke, Kooperation, Personalmarketing, Diskursanalyse, Praxisbeispiele.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept der Personalkommunikation und beleuchtet die Zusammenarbeit sowie Abgrenzung der Abteilungen Public Relations (PR) und Human Resources (HR) anhand von Fachmagazinen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind unter anderem Employer Branding, Mitarbeiterkommunikation, Change Management und das Rekrutierungswesen im Kontext der internen und externen Unternehmensdarstellung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin, durch eine explorative Inhaltsanalyse zu verstehen, ob und wie PR und HR in der Praxis kooperieren und wie dieses Thema in der deutschen Fachpresse diskutiert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der quantitativen Inhaltsanalyse, um über 400 Ausgaben von neun verschiedenen Fachmagazinen systematisch auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Diskurs über Definitionen und einen umfangreichen empirischen Teil, in dem Daten zu Berichterstattungstrends, Darstellungsformen und Praxisbeispielen präsentiert werden.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Personalkommunikation, Interne Kommunikation, Employer Branding, PR-Fachberichterstattung und Unternehmensstrategie.
Wie unterscheidet sich die Berichterstattung von PR- und HR-Magazinen?
Die PR-Berichterstattung setzt sich intensiver mit dem Konzept der Personalkommunikation auseinander und arbeitet häufiger mit Best-Practice-Beispielen, während HR-Magazine stärker durch eine wirtschaftliche Sichtweise geprägt sind.
Welche Rolle spielt Employer Branding in der Personalkommunikation?
Employer Branding wird als der wichtigste Bereich der Personalkommunikation identifiziert und ist das am häufigsten mit ihr in Verbindung gebrachte Stichwort in beiden untersuchten Branchen.
Ist ein klarer Trend zur Etablierung einer neuen Kommunikationssparte erkennbar?
Obwohl das Thema in der Literatur als wachsend beschrieben wird, konnte in der Fachberichterstattung kein signifikanter quantitativer Aufwärtstrend über den Untersuchungszeitraum hinweg nachgewiesen werden.
Gibt es negative Erfahrungen bei der Zusammenarbeit von PR und HR?
Ja, vereinzelt werden negative Aspekte genannt, vor allem Imageschäden oder eine mangelhafte Absprache zwischen den beteiligten Abteilungen, allerdings überwiegen positive Berichte deutlich.
- Citar trabajo
- Bachelor of Arts Christiane Henschel (Autor), 2015, Kooperation und Grenzziehung in der Personalkommunikation. Eine Analyse der Diskussion in Branchenmagazinen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322321