Unternehmensbewertung nach dem DCF-Verfahren. Ein Kurzüberblick


Hausarbeit, 2015

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung
1.2. Gang der Arbeit

2. DCF-Verfahren
2.1. Basiselement Cash-Flow
2.2. Basiselement Kapitalkosten
2.3. Konzeption
2.3.1. Bruttoverfahren (Entity Approach)
2.3.1.1. WACC-Ansatz
2.3.1.2. APV-Ansatz
2.3.2. Nettoverfahren (Equity Approach)

3. Praxisreflektion
3.1. Berechnung des FCF
3.2. Kapitalkosten und Wachstum
3.3. Unternehmenswert der LANXESS AG

4. Kritische Würdigung und Fazit

Literaturverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: WACC-Ansatz

Abbildung 2: Berechnung des Free-Cash-Flows

Abbildung 3: Unternehmenswert der LANXESS AG

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Beinahe täglich werden Unternehmensbewertungen durchgeführt. Für den Fortbestand und den nachhaltigen Erfolg einer Unternehmung ist es vor allen aufgrund vergangener Wirtschaftskrisen essenziell, die aktuelle Geschäftslage genau zu analysieren und deren Entwicklung zukunftsorientiert an den Wünschen der Shareholder auszurichten.1 Eine wichtige Information für den Shareholder liefert u.a. der bestimmbare Wert einer Unternehmung, welcher im Verlauf der Arbeit anhand der verschiedenen DCFVerfahren ausführlich diskutiert wird.

Unternehmensbewertung kann scheinbar einfach sein. Es genügt eine Prognose der zukünftigen Zahlungsüberschüsse einer Unternehmung festzustellen und diese anhand des gewichteten Kapitalkostensatzes (Renditeerwartungen aller Kapitalgeber) abzuzinsen. Der daraus resultierende Gegenwartswert (Present Value) spiegelt dann den Wert einer Unternehmung dar. Die Praxis sieht jedoch anders aus.2 Eine fundierte Unternehmensbewertung erfordert weitreichende Kenntnisse in mehreren betriebswirtschaftlichen Disziplinen.3 Ferner begegnet man in der wissenschaftlichen Literatur die Aussage: „Valuation is much more an art than a science“. Vor allem bei dem DCF-Verfahren geht die Ermittlung des Unternehmenswertes über den Bereich der fundierten Betriebswirtschaftslehre hinaus, da es zur Bestimmung des Unternehmenswertes anhand der DCF-Modelle unabdingbar ist, Prognosen über die zukünftige Ertragskraft einer Unternehmung zu erstellen.4

Ziel der Arbeit ist es, dem Leser die komplexe Thematik schrittweise und vereinfacht darzustellen. Am Ende der Arbeit wird in einer Praxisreflektion aufgezeigt, wie der Unternehmenswert der LANXESS AG mit Hilfe einer DCF-Methode (WACC-Ansatz) bestimmt werden kann und welche Probleme sich durch die Anwendung eines solchen Ansatzes ergeben.

1.2 Gang der Arbeit

Zunächst beginnt durch die Darstellung der Basiselemente Cash-Flow und Kapitalkosten eine Einführung in die Thematik der DCF-Verfahren. In Kapitel 2.1 wird auf die Berechnung des Free-Cash-Flows eingegangen. In Kapitel 2.2 wird die Berechnung des gewichteten Kapitalkostensatzes (WACC) dargestellt, da dieser essenziell für die Anwendung und dem Verständnis der DCF-Verfahren ist. Eine Einführung in die DCF-Thematik beginnt in Kapitel 2.3. Ausgehend davon werden die Brutto- und Nettoverfahren in Kapitel 2.3.1 und 2.3.2 ausführlich diskutiert. Anschließend erfolgt in Kapitel 3 eine Praxisreflektion, in der die LANXESS AG anhand des zuvor vorgestellten WACC-Ansatzes bewertet wird. Am Ende der Arbeit erfolgt abschließend eine kritische Auseinandersetzung der Praxisreflektion.

2. DCF-Verfahren

2.1 Basiselement Cash-Flow

Eine einheitliche Definition des Cash-Flows hinsichtlich der Funktion und Berechnungsweise ist in der Literatur nicht auffindbar. Er kann jedoch als „Zahlungsstromgröße“5 verstanden werden. Unterschieden wird der Cash-Flow anhand drei verschiedener Tätigkeitsfelder eines Unternehmens:6

- Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
- Cash-Flow aus Investitionstätigkeit
- Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit

Alle drei Cash-Flow-Arten werden in der Kapitalflussrechnung berücksichtigt. Die Kapitalflussrechnung dient der Bestimmung des Finanzmittelbedarfs.7 Für die Ermittlung des Unternehmenswertes ist jedoch der FCF entscheidend. Der FCF kann ausgehend vom EBIT berechnet werden. Durch Abzug der Steuern auf das EBIT erhält man das NOPLAT. Addiert werden die Abschreibungen auf Sachanlagen und berücksichtigt werden die Veränderungen der Rückstellungen sowie die Veränderungen des Working Kapitals. Abschließend erfolgt ein Abzug der Investitionen in das Anlagevermögen. So erhält man den FCF (Flow to Entity).8 Der FCF umfasst alle Zahlungen an Eigen- und Fremdkapitalgeber und informiert über die tatsächliche Unternehmenslage9. Als wesentlicher Vorteil des Cash-Flows ist anzusehen, dass dieser im Vergleich zum Jahresüberschuss weniger manipulierbar ist.10 Dementsprechend scheint der FCF als Basis für die Unternehmensbewertung innerhalb der DCF- Verfahren besser geeignet zu sein als z. B. der Jahresüberschuss beim Ertragswertverfahren.11

2.2. Basiselement Kapitalkosten

Für die Überlassung von Eigen- und Fremdkapital zahlen die Unternehmen Kapitalkosten. Diese stellen zugleich die Mindestfinanzierungskosten an eine Unternehmung dar. Ein Unternehmen muss in der Lage sein, die gesamten Kapitalkosten zu decken. Dies wird erreicht, wenn die Rendite des Unternehmens die Kosten für das eingesetzte Kapital übersteigt.12 Die gesamten Kapitalkosten werden durch den gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) ausgedrückt. Der WACC berechnet sich durch die Gewichtung von Eigen- und Fremdkapitalkosten multipliziert mit dem jeweiligen Anteil des Eigen- oder Fremdkapitals am Gesamtkapital. Zudem muss der Fremdkapitalkostensatz um den Steuervorteil aufgrund der Abzugsfähigkeit der Fremdkapitalzinsen (Tax-Shield) reduziert werden. Ferner ist zu beachten, dass nur das zinstragende Fremdkapital in die Berechnung des WACC berücksichtigt wird.13

Bei der Berechnung der Fremdkapitalkosten kann man zwischen 2 Ansätzen differenzieren.14 Besitzt das zu bewertende Unternehmen ein Rating, wird aus diesem der Corporate Bond Spread (Risikozuschlag) abgeleitet und mit dem risikofreien Zinssatz einer Staatsanleihe mit 10 Jahre Laufzeit addiert. Falls kein Rating vorhanden ist, werden die Fremdkapitalkosten ermittelt, indem man die Kreditsumme mit dem Kreditzins multipliziert und das Produkt durch die Höhe des Gesamtkredits dividiert. Zu beachten ist ferner, dass das Tax-Shield bei der Ermittlung der Fremdkapitalkosten zu berücksichtigen ist.15

Die Eigenkapitalkosten werden mit Hilfe des Capital Asset Pricing Models (CAPM) bestimmt. Das CAPM-Modell beruht auf der Annahme eines vollkommenden Kapitalmarktes. Addiert man den risikofreien Zins (i. d. R. abgeleitet aus einer Staatsanleihe) mit einer Risikoprämie erhält man die Eigenkapitalkosten.16 Die Risikoprämie ist das Produkt aus der Risikoprämie des Marktes (Systematisches Risiko) und dem unternehmensspezifischen Beta-Faktor. Die Risikoprämie des Marktes stellt abzüglich des risikofreien Zinssatzes die erwarte Marktrendite eines Aktienmarktes dar.17 Das Beta hingegen drückt das Risikomaß (Volatilität) im Vergleich zu einem Index aus. Je größer das Beta, desto höher ist die Volatilität und dementsprechend steigen die Renditeforderungen der Eigenkapitalgeber.18 Steigende Renditeforderungen der Eigenkapitalgeber wirken sich unmittelbar erhöhend auf den WACC aus. Ceteris paribus sinkt der Unternehmenswert.

Für die nachfolgend dargestellten DCF-Verfahren ist jeweils ein unterschiedlicher Diskontierungssatz zu verwenden. Beim Equity-Ansatz werden die FTEs jeweils nur mit den Eigenkapitalkosten aus CAPM-Modell abgezinst. Beim Entity-Ansatz hingegen, werden die FCFs mit dem WACC, also die Renditeforderungen der Eigenund Fremdkapitalgeber diskontiert.

2.3 Konzeptionen

Die künftige Ertragskraft eines Unternehmens ist entscheidend für den zu bestimmenden Unternehmenswert nach den DCF-Verfahren.19 Die DCF-Verfahren basieren auf dem „[…]Kapitalwertkalkül“.20 Der Wert einer Unternehmung wird durch die Diskontierung zukünftiger Zahlungsströme ermittelt. Die Diskontierung erfolgt mit Hilfe des gewichteten Kapitalkostensatzes (WACC), welcher auf kapitalmarkttheoretischen Modellen aufbaut.

[...]


1 Vgl. Schumacher (2011), S. 1.

2 Vgl. Seppelfricke (2012), S.21.

3 Vgl. Ernst, Schneider, Thielen (2006), S. VII.

4 Vgl. Seppelfricke (2012), S.19.

5 Hachmeister (2000), S. 59.

6 Vgl. Wiehle et al. (2011), S. 51 ff.

7 Vgl. Thommen, Achleitner (2012), S. 573

8 Vgl. Bachl (2009), S.24 ff.

9 Vgl. Horváth (2011), S. 388.

10 Vgl. Wiehle et al. (2010), S. 82.

11 Das Ertragswertverfahren ist ein Ansatz der Unternehmensbewertung, welches das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) in dem Standard „IDW S1 i.d.F. 2008“ niedergelegt hat.

12 Vgl. Born (2003), S. 109.

13 Vgl. Ernst, Schneider, Thielen (2006), S.45 ff.

14 Vgl. Wiehle et al. (2010), S. 26.

15 Vgl. Ernst, Schneider, Thielen (2006), S.46.

16 Vgl. ebd, S. 52.

17 Vgl. Wiehle et al. (2010), S. 24.

18 Vgl. Thommen, Achleitner (2012) S. 702.

19 Vgl. Ernst, Schneider, Thielen (2006), S. 27.

20 Hommel , Dehmel (2011), S. 220.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Unternehmensbewertung nach dem DCF-Verfahren. Ein Kurzüberblick
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V322462
ISBN (eBook)
9783668217782
ISBN (Buch)
9783668217799
Dateigröße
654 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
DCF-Verfahren, Unternehmensbewertung
Arbeit zitieren
Daniel Fischer (Autor), 2015, Unternehmensbewertung nach dem DCF-Verfahren. Ein Kurzüberblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322462

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Unternehmensbewertung nach dem DCF-Verfahren. Ein Kurzüberblick



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden