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Ausgleich von Benachteiligung durch selbstgesteuertes Lernen in einer neuen Unterrichtskultur

Title: Ausgleich von Benachteiligung durch selbstgesteuertes Lernen in einer neuen Unterrichtskultur

Seminar Paper , 2013 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nancy Land (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Welche Möglichkeiten bietet das selbstgesteuerte Lernen für den Ausgleich von Benachteiligung?

Abgesehen von schweren körperlichen oder geistigen Schäden eines Menschen „habe jeder in der Gesellschaft prinzipiell die gleiche Chance, die Leistungen zu erbringen, und die sozialen Positionen, die einzunehmen er befähigt und gewillt ist, auch tatsächlich vorzuweisen bzw. zu erreichen“ (Klafki 1996, S. 221). Mit diesen Worten formulierte Klafki eine damals verbreitete Auffassung und fügte hinzu, dass diese zugesicherte Chancengleichheit keineswegs Teil der Gesellschaft sei. Tatsächlich hätte man mit einer schichtspezifischen Ungleichheit der Bildungs-, Berufs- und Sozialchancen zu kämpfen.

Diese Benachteiligung scheint einen Widerspruch zu den Menschenrechtsgesetzen zu bilden, welche gleiche Chancen auf Bildung vorschreiben. Diese Rechte sollen „ohne Diskriminierung hinsichtlich der Rasse, der Hautfarbe, des Geschlechts, der Sprache, der Religion, der politischen und sonstigen A-schauung, der nationalen und sozialen Herkunft […] ausgeübt werden“ (Deutsches Institut für Menschenrechte 2005, S. 247). Eine Bildungsgerechtigkeit sei in Deutschland jedoch nicht gewährleistet.

Ein weiterer Aspekt ist, „dass es gut drei Viertel der Kinder und Jugendlichen nicht in den Sinn kommt, dass Lernen zu den positiven Erfahrungsmöglichkeiten in der Schule gehören könnte“ (Zinnecker u.a. 2003, 43). Dies zeigt, dass das Lernen in der Schule einer Reform bedarf. Als einen Bestandteil einer neuen Unterrichtskultur möchte ich deshalb auf das selbstgesteuerte Lernen eingehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Benachteiligung und benachteiligte Jugendliche

3. Selbstgesteuertes Lernen in einer neuen Unterrichtskultur

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von selbstgesteuertem Lernen als pädagogische Strategie, um Bildungsbenachteiligungen bei Jugendlichen abzumildern und eine neue, zeitgemäße Unterrichtskultur zu etablieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit individuelle Lernprozesse dazu beitragen können, soziale und persönliche Barrieren zu überwinden.

  • Analyse der Ursachen und Ebenen von Bildungsbenachteiligung
  • Verständnis von Lernen im konstruktivistischen Sinne
  • Merkmale und Anforderungen einer neuen Unterrichtskultur
  • Veränderte Rolle der Lehrperson als Lernbegleiter
  • Grenzen des Ausgleichs von Benachteiligung durch schulische Maßnahmen

Auszug aus dem Buch

3. Selbstgesteuertes Lernen in einer neuen Unterrichtskultur

Eine grundlegende Erkenntnis des Konstruktivismus lautet, dass alle Erkenntnis vom Lernenden selbst konstruiert wird und dass Lernen immer ein aktiver Vorgang ist, wodurch Selbststeuerung zu einer Voraussetzung für den Lernprozess wird. Das Lernen wird demnach zum „Prozess und Ergebnis der aktiven Auseinandersetzung des erkennenden und handelnden Subjektes mit seiner äußeren Welt“ (Gudjons 2006, S. 16). Laut Kopp, Zabel und Mandl kann Wissen „nur erworben und genutzt werden, wenn es in die bereits vorhandenen Wissensstrukturen eingebaut und auf der Basis individueller Erfahrungen interpretiert werden kann“ (Kopp; Zabel; Mandl 2002, S. 9 f.). Hier wird Lernen als eine persönliche Konstruktion von Bedeutungen verstanden, die jedoch nur mit einer bereits vorhandenen Wissensbasis gelingt. Lernen ist also ein situativer Prozess, da das Wissen mit der Situation verknüpft wird, in der es aufgenommen wurde.

Indem die vermittelten Inhalte aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden, wird intelligentes, anwendbares Wissen erworben. Dieses intelligente Wissen dient im Gegensatz zum trägen Wissen, welches meist nicht ausreichend mit Erfahrungen vernetzt ist, einem flexiblen Einsatz beim Lösen von Problemen. Damit die komplexen und unstrukturierten Probleme des Alltags bewältigt werden können, sollte die Schule zum einen allgemeine Strategien zur Problemlösung anbieten und zum anderen „bereichsspezifisches Wissen so vermitteln, dass es auf komplexe Situationen angewendet werden kann“ (Gudjons 2006, S. 21). Diese multiplen Kontexte müssen also bereits bei der Wissensaufnahme berücksichtigt werden (vgl. Gudjons 2006, S. 20 f.). Außerdem sei Lernen ein sozialer Vorgang, da der Wissenserwerb im Rahmen von Interaktionen stattfindet. „Lernen ist somit als Prozess zu sehen, der in einer bestimmten Lernkultur stattfindet, in der Wissensinhalte, aber auch Werthaltungen und Einstellungen - miteinander ausgehandelt werden“ (Kopp; Zabel; Mandl 2002, S. 9 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Bildungsbenachteiligung ein und begründet die Relevanz des selbstgesteuerten Lernens als Ansatz zur Reform der Unterrichtskultur.

2. Benachteiligung und benachteiligte Jugendliche: Hier werden Ursachen und verschiedene Ebenen von Benachteiligung analysiert, wobei besonders die individuelle und sozial-ökonomische Dimension hervorgehoben werden.

3. Selbstgesteuertes Lernen in einer neuen Unterrichtskultur: Das Kapitel erläutert die konstruktivistischen Grundlagen des Lernens und beschreibt die veränderte Lehrerrolle sowie die methodischen Anforderungen an modernen Unterricht.

4. Fazit: Das Fazit synthetisiert die Ergebnisse und diskutiert kritisch die Möglichkeiten sowie die Grenzen des selbstgesteuerten Lernens beim Ausgleich von Benachteiligungen.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur, die der Arbeit zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Bildungsbenachteiligung, selbstgesteuertes Lernen, Unterrichtskultur, Konstruktivismus, Lehrerrolle, Lernprozess, pädagogische Förderung, Kompetenzerwerb, Bildungsbiografie, Motivation, Schulentwicklung, soziale Ungleichheit, Handlungsorientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie durch moderne Ansätze, insbesondere das selbstgesteuerte Lernen, Bildungsbenachteiligungen bei Jugendlichen ausgeglichen werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Analyse von Benachteiligungsursachen, die konstruktivistische Lerntheorie und die Umgestaltung der schulischen Lernkultur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Potenzial des selbstgesteuerten Unterrichts zu bewerten und die Grenzen dieses Ansatzes im Hinblick auf strukturelle Benachteiligungsfaktoren aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse unter Einbeziehung von erziehungswissenschaftlichen und psychologischen Forschungsansätzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst das Phänomen Benachteiligung aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, gefolgt von einer detaillierten Erläuterung, wie selbstgesteuertes Lernen im Unterricht konkret umgesetzt werden kann.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Bildungsbenachteiligung, Konstruktivismus, neue Unterrichtskultur und Lernbegleitung.

Kann selbstgesteuertes Lernen alle sozialen Nachteile ausgleichen?

Nein, die Arbeit zeigt auf, dass Faktoren wie die soziale Herkunft oder ökonomische Lebensbedingungen außerhalb des unmittelbaren Einflussbereichs von Unterrichtsmethoden liegen.

Welche Rolle nimmt die Lehrkraft im beschriebenen Modell ein?

Die Lehrkraft wandelt ihre Rolle vom reinen Wissensvermittler hin zum begleitenden Berater, der Lernumgebungen schafft und den Schülern mehr Gestaltungsspielraum einräumt.

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Details

Title
Ausgleich von Benachteiligung durch selbstgesteuertes Lernen in einer neuen Unterrichtskultur
College
Technical University of Berlin  (Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre)
Course
Spezielle Probleme benachteiligter Jugendlicher in Arbeit und Beruf
Grade
1,3
Author
Nancy Land (Author)
Publication Year
2013
Pages
13
Catalog Number
V322907
ISBN (eBook)
9783668220355
ISBN (Book)
9783668220362
Language
German
Tags
Lernen Chancengleichheit Leistung Bildung sozial selbstgesteuert Unterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nancy Land (Author), 2013, Ausgleich von Benachteiligung durch selbstgesteuertes Lernen in einer neuen Unterrichtskultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322907
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