Das Werk beschäftigt sich mit den einzelnen Stationen der Deutschlandpolitik der SED. Anhand von einigen Ereignissen, Dokumenten und Reden sollen sowohl Wandel wie auch die Positionen der SED zur Wiedervereinigung bzw. Eigenstaatlichkeit und zur Nationalen Frage dargestellt und begründet werden.
Dabei wird zunächst die Deutschlandpolitik der SED von 1945 bis 1955 beleuchtet, wo sie eine gesamtdeutsche Politik betrieb.
Der nächste Abschnitt betrachtet die Zwei-Staaten-Theorie, die die SED zwischen 1955 und 1961 vertrat.
Nach dem Mauerbau 1961 wandelte sich das Bild der SED über die deutsche Nation, denn nun ging sie von deren Spaltung aus.
Durch die Einleitung einer neuen Deutschland- und Ostpolitik durch die sozial-liberale Koalition änderte die SED erneut ihre Haltung und ging nun von zwei Nationen (einer sozialistischen und einer kapitalistischen) aus.
Die unterschiedlichen Stationen der Deutschlandpolitik der SED wird mit zahlreichen Reden und Dokumenten belegt.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Die gesamtdeutsche Politik der SED (1945 bis 1955)
III. Zwei Staaten - eine Nation
Deutschlandpolitik der SED von 1955 bis 1961
IV. Die SED und die Spaltung der Nation (1962 bis 1969)
V. Die Deutschlandpolitik der SED seit der sozial-liberalen Koalition in Bonn (seit 1969)
VI. Welchem Wandel ist der Staats- und Nationsbegriff der SED unterworfen?
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Deutschlandpolitik der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und untersucht, wie die Partei ihre Position zur nationalen Einheit Deutschlands im Kontext der Teilung und der Existenz zweier deutscher Staaten über die Jahrzehnte hinweg wandelte.
- Entwicklung der gesamtdeutschen Ambitionen der SED nach 1945
- Wandel des Nationsbegriffs und der Zwei-Staaten-Theorie
- Reaktion der SED auf die Ostpolitik der sozial-liberalen Koalition
- Abgrenzungspolitik der DDR gegenüber der Bundesrepublik
Auszug aus dem Buch
Die gesamtdeutsche Politik der SED (1945 bis 1955)
Mit dem Londoner Protokoll von 1944 einigten sich die drei Kriegsalliierten USA, Großbritannien und Sowjetunion auf die Aufteilung Deutschlands nach dessen Besatzung. Auf der Konferenz in Jalta im Februar 1945 wurde, insbesondere auf Drängen Stalins, die "völlige Entwaffnung, Entmilitarisierung und Zerstückelung Deutschlands' beschlossen. Allerdings gab es in diesem Protokoll keinen Beschluß über die staatliche Zukunft Deutschlands. Dies sollte von dem "Ausschuß für die deutsche Teilungsfrage" in London weiterberaten werden, jedoch zeigte sich die Sowjetunion an diesen Beratungen weitgehend uninteressiert. Erst die Reparationsfrage und die Befürchtungen, von den in den Westzonen gelegenen Industriezentren (Ruhrgebiet) abgeschnitten zu werden, brachte die Sowjetunion dazu, ihre Pläne über eine Zerstückelung Deutschlands zu verwerfen. In seiner Rundfunkansprache anläßlich der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 9. Mai 1945 machte Stalin dies deutlich. Darin sagte er:
"Die Sowjetunion feiert den Sieg, wenn sie sich auch nicht anschickt, Deutschland zu zerstückeln oder zu vernichten".
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einführung erläutert das Ziel des Aufsatzes, anhand ausgewählter Dokumente und Reden die Stationen und den Wandel der SED-Deutschlandpolitik darzustellen.
II. Die gesamtdeutsche Politik der SED (1945 bis 1955): Dieses Kapitel beleuchtet das Festhalten der SED an der Einheit der Nation in der frühen Nachkriegszeit sowie die Bedeutung der Gründung der DDR für die gesamtdeutsche Zielsetzung.
III. Zwei Staaten - eine Nation: Das Kapitel beschreibt den Übergang zur Zwei-Staaten-Theorie unter Beibehaltung der nationalen Identität sowie die Voraussetzungen der SED für eine mögliche Wiedervereinigung.
IV. Die SED und die Spaltung der Nation (1962 bis 1969): Hier wird die Verschärfung des Kurses nach dem Mauerbau und die zunehmende Propagierung einer eigenen DDR-Identität und Staatsbürgerschaft behandelt.
V. Die Deutschlandpolitik der SED seit der sozial-liberalen Koalition in Bonn (seit 1969): Das Kapitel analysiert die Reaktion der DDR auf die neue Ostpolitik der Bundesregierung und den Versuch, sich durch eine radikale Abgrenzungspolitik und das Konzept zweier Nationen zu distanzieren.
VI. Welchem Wandel ist der Staats- und Nationsbegriff der SED unterworfen?: Dies ist eine zusammenfassende Analyse des historischen Wandels der SED-Positionen zur Nationalen Frage vom Ziel der Einheit bis hin zur Abgrenzung.
Schlüsselwörter
SED, Deutschlandpolitik, DDR, Bundesrepublik Deutschland, Nationale Frage, Wiedervereinigung, Zwei-Staaten-Theorie, Sozialismus, Abgrenzungspolitik, Nation, Nationalität, Grundlagenvertrag, Souveränität, Geschichte, Honecker
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wandel der Deutschlandpolitik der SED von 1945 bis zum Ende der 1980er Jahre.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die nationale Frage, das Verhältnis zwischen DDR und Bundesrepublik, die Wiedervereinigungspolitik sowie der ideologische Wandel der SED hinsichtlich des Staats- und Nationsbegriffs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die SED ihre Positionen zur deutschen Nation in Abhängigkeit von internen und externen politischen Faktoren sowie unter dem Druck der Teilung anpasste.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse offizieller Parteidokumente, Verfassungen und Reden maßgeblicher SED-Funktionäre.
Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von der unmittelbaren Nachkriegszeit über die Gründung der DDR und den Mauerbau bis zur Ära der Ostverträge und der Verschärfung der Abgrenzungspolitik.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind SED-Deutschlandpolitik, Nationale Frage, Zwei-Staaten-Theorie, sozialistische Nation und Abgrenzung.
Warum lehnte die SED nach 1969 zunehmend die Idee einer einheitlichen Nation ab?
Die SED sah in der Ostpolitik Brandts und der daraus resultierenden Anerkennung der DDR eine Bedrohung für ihr politisches System und versuchte durch die Konzeption zweier Nationen jede Grundlage für gesamtdeutsche Vereinbarungen zu entziehen.
Welche Rolle spielte der Begriff "Nationalität" in der Argumentation der SED?
Die SED unterschied ab den 1970er Jahren zwischen "Nation" als ökonomisch-politischem System und "Nationalität" als rein ethnischem Merkmal, um die politische Distanz zur Bundesrepublik ideologisch zu untermauern.
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- Ingo Wupperfeld (Author), 1989, Deutschlandpolitik der SED, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32294