Theoretische Aspekte des Mobile Learning und deren Potenzial für die Gestaltung beruflicher Lernprozesse


Hausarbeit, 2016

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Aspekte von Mobile Learning
2.1 Begriffe zum Lernen mit digitalen Medien und Definition von Mobile Learning
2.2 Merkmale von Mobile Learning
2.3 Einordnung von Mobile Learning zum informellen und formellen Lernen
2.4 Konstruktivistische Ansätze zur Gestaltung von Mobile Learning

3. Potenzial von Mobile Learning für berufliche Lernprozesse
3.1 Vorstellung des Projektbeispiels Smart Mobile zum Einsatz von Mobile Learning in der beruflichen Aus- und Weiterbildung
3.1.1 Arbeitsbeispiele im Projekt Smart Mobile
3.2 Diskussion und Reflexion über das Potenzial von Mobile Learning für berufliche Lernprozesse

4. Zusammenfassung und Ausblick

Bibliografie

1. Einleitung

Mit dem zunehmenden technischen Fortschritt entstanden in den letzten Jahrzehnten vielseitige Nutzungsmöglichkeiten digitaler Medien. Während die ersten Medien zunächst vor allem der Unterhaltung dienten, werden elektronische Medien heutzutage in der Aus- und Weiterbildung als vielversprechende Lernwerkzeuge angesehen (Cruz, 2007, S. 313). Letzteres bietet zahlreiche Vorteile; unter anderem aufgrund der permanenten Verfügbarkeit der elektronischen Ressourcen, die letztendlich von dem Trend der digitalen Mobilität profitieren. Mittlerweile werden verschiedene, auf digitalen Medien basierende, Kursformen angeboten. Der Terminus E-Learning beinhaltet nach Ehlers (2012, S. 16) „alle Formen des Lernens mit Hilfe elektronischer Medien". Dazu gehören beispielsweise das Onlinelernen, das Telelearning oder auch das Distance Learning. Charakteristisch für alle Lernformen ist, dass sich die Lehrpersonen und die Lernenden an verschiedenen „voneinander getrennten Orten befinden" (Ehlers, 2012, S. 16). De Witt (2013, S. 15) beschreibt das Mobile Learning (dt. mobiles Lernen) als eine Erweiterung des E-Learning -Bereichs. Hierbei handelt es sich um „Lernprozesse mit mobilen, meist drahtlos operierenden Geräten" (de Witt, 2013, S. 14). Dazu zählen jegliche Art von mobilen Endgeräten wie zum Beispiel Tablets oder Smartphones, mit denen multimediale Inhalte transportiert werden können. Relevant ist die Möglichkeit der Einbindung des Internets. Durch eine Online-Zugänglichkeit lassen sich Informationen besonders schnell verbreiten. Infolge der Nutzung mobiler Endgeräte ist es dementsprechend möglich, verschiedene Arten von Lernprozessen an „dezentralen Lernorten mit organisiertem Lernen" zu verbinden (de Witt, 2013, S. 21). Die Integration von Mobile Learning ist in verschiedenen Bildungskontexten vorstellbar. Didaktische Ziele können mit neuen Technologien verbunden werden und diese Form des Lernens nicht nur in Hochschulen, sondern auch in der beruflichen Aus- und Weiterbildung etabliert werden. Mithilfe dieser Form des Lernens sollen Arbeit und Lernen unmittelbar verknüpft werden. Bislang gibt es wenige wissenschaftliche Artikel, die sich anschließend an theoretische Aspekte des mobilen Lernens mit dem Potenzial dieser Lernform für berufliche Lernprozesse befassen.

Daher fokussiert die Hausarbeit die folgenden Forschungsfragen: Welche theoretischen Aspekte umfasst das Mobile Learning? Welches Potenzial bietet Mobile Learning für die Gestaltung beruflicher Lernprozesse?

Nach einer Einleitung werden im zweiten Kapitel theoretische Aspekte von Mobile Learning dargestellt. Verständnisgrundlage hierfür bildet zunächst das Teilkapitel 2.1 mit Begriffen zum Lernen mit digitalen Medien und einer möglichen Definitionen von Mobile Learning. Im Abschnitt 2.2 werden Merkmale von Mobile Learning erläutert. An diesen Abschnitt schließt sich das Kapitel 2.3 an, in dem der Bezug vom mobilen zum informellen und formellen Lernen hergestellt wird. Konstruktivistische Ansätze zur Gestaltung von mobilen Lernangeboten werden im Teilkapitel 2.4 resümiert. Das dritte Kapitel greift das Potenzial des mobilen Lernens für berufliche Lernprozesse auf. Der Abschnitt 3.1 stellt anhand eines Projektbeispiels den Einsatz von Mobile Learning in einem beruflichen Kontext dar. Im Anschluss erfolgt unter Berücksichtigung der theoretischen Inhalte sowie des Projektbeispiels eine Diskussion über das Potenzial von Mobile Learning für die Gestaltung beruflicher Lernprozesse. Im vierten Kapitel werden die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst und ein Ausblick auf weitere Untersuchungsmöglichkeiten gegeben.

2. Theoretische Aspekte von Mobile Learning

2.1 Begriffe zum Lernen mit digitalen Medien und Definition von Mobile Learning

Im Zuge des Aufkommens neuer Informationstechnologien unterliegt die Gesellschaft einem Wandel, der in nahezu allen Lebensbereichen Einzug erhält. Die Nutzung von digitalen Medien etabliert sich nach und nach in privaten und in beruflichen Bereichen (de Witt, 2013). In Bezug auf das Lernen mit digitalen Medien gibt es unterschiedliche Präfixe, die vor dem Terminus Lernen stehen können. So werden das ambient und das immersive Learning beschrieben, um das Lernen mit digitalen Medien zu charakterisieren. Ambient Learning stellt eine „Erweiterung des online -basierten Lernens durch die Umgebung beziehungsweise den Kontext sowie Multimodalität“ dar und das immersive Lernen lässt „Interaktionen mit der virtuellen Umgebung“ zu (de Witt, 2013, S. 15). Beide Merkmale sind im Mobile Learning verankert. De Witt (2013, S. 15) beschreibt das Mobile Learning (dt. mobiles Lernen) generell als eine Erweiterung des E-Learning -Bereichs. Hierbei handelt es sich um „Lernprozesse mit mobilen, meist drahtlos operierenden Geräten“ (de Witt, 2013, S. 14). Dazu zählen jegliche Art von mobilen Endgeräten wie zum Beispiel Tablets oder Smartphones, mit denen multimediale Inhalte transportiert werden können.

Mobile Learning ist in unterschiedlichen Bildungskontexten eingeführt worden. Oftmals wird bei der Konzeption und Durchführung von Mobile Learning-Angeboten bei den bestehenden Erfahrungen mit E-Learning-Inhalten angesetzt. Gemeinsamkeiten beider Lernformen sind die digitale Unterstützung der Lernprozesse sowie die orts- und zeitunabhängigen Lernmöglichkeiten. Ziel des mobilen Lernens ist es nicht, bereits konzipierte E-Learning-Angebote für das Mobile Learning anzugleichen, sondern ein Konzept zu entwickeln, so dass letztendlich „mobiles Lernen im Prozess der Arbeit oder im Kontext eines Studiums die Stärken ausspielt und so ein umfassendes, den jeweiligen Lernbedingungen angepasstes Angebot entsteht“ (de Witt, 2013, S. 15). Die Integration von Mobile Learning ist generell in verschiedenen Bildungskontexten vorstellbar. Didaktische Ziele können mit neuen Technologien verknüpft werden und diese Form des Lernens nicht nur in Hochschulen, sondern auch in der beruflichen Aus- und Weiterbildung etabliert werden. Lernen und Arbeiten sollen mithilfe didaktischer Lernszenarien in einem unmittelbaren Kontext stehen. Relevant ist die Möglichkeit der Einbindung des Internets. Eine Online-Zugänglichkeit unterstützt die schnelle Verbreitung von Informationen (de Witt, 2013).

Welche Merkmale dem Mobile Learning zu Grunde liegen können, wird im folgenden Teilkapitel erklärt.

2.2 Merkmale von Mobile Learning

Viele Vorteile resultieren aus der Nutzung von Mobile Learning-Angeboten, die im Vergleich zu anderen Lehr- und Lernmethoden aus der mit den mobilen Endgeräten verbundenen Mobilität entspringen. Sharples, Taylor und Vavoula (2005, S. 2) sprechen von einer Art des Lernens, das überall und zu jeder Zeit stattfinden kann, mit dem die Begriffe anytime und anywhere verknüpft sind (Rohs, 2013, S. 78). Schneider (2013, S. 240) beschreibt, dass die Lernenden selbst entscheiden können, was, wann, wo und mit wem gelernt wird. Schon jetzt ist das Smartphone ein ständiger Begleiter, über den allein rund die Hälfte der amerikanischen Nutzerinnen und Nutzer Wissensbausteine sowie weitere Informationen im Rahmen eines informellen mobilen Lernens konsumiert. Die Hinwendung zum Smartphone oder auch zum Tablet-PC kann klassische Lehr-Lern-Szenarien in einer mobilen Gesellschaft erweitern und erleichtern (de Witt, 2013). Da die Arbeitswelt durch eine zunehmende Mobilität charakterisiert ist, die wechselnde Lern- und Arbeitsorte impliziert, steht mit dem Mobile Learning flexibel und unabhängig von ortsgebundenen Lernangeboten das Angebot bereit, dieses Wissen aufzunehmen, anzuwenden und durch selbständiges Handeln zu erweitern (de Witt, 2013). Generell steigt der Anteil des Lernens im Prozess der Arbeit an, weshalb es sinnvoll ist, unternehmensspezifische Anwendungen smartphone- beziehungsweise tabletfähig zu konzipieren. Im Kontext der Arbeit und des Lernens kann dementsprechend ein dem jeweiligen Bedarf angepasstes Informationsangebot entstehen. Smartphones können so ihren Beitrag zum individuellen und zum selbstgesteuerten Lernen leisten. Dadurch wird es möglich, orts- und zeitunabhängig zu lernen. Das ist insbesondere für Manager oder andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter attraktiv, wenn sie während Geschäftsreisen Fortbildungen absolvieren oder Menschen in Vollzeitbeschäftigung, wenn sie neben ihrem Beruf ein Studium zur beruflichen Qualifikation durchlaufen (Pimmer & Pachler, 2014, S. 193-195).

Generell ist das Ziel des Einsatzes mobilen Lernens, wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Wissen wird durch Forschung und Entwicklung vorangetrieben und unterliegt einem ständigen Wandel. Menschen werden mit dem Fortschrittsdenken konfrontiert und es wird eine hohe Flexibilität von ihnen abverlangt. Das Konzept des lebenslangen Lernens findet in diesem Zusammenhang seinen Einzug. Es geht stets darum, stets Wissen zu erwerben, zu generieren, weiterzugeben, zu speichern und anzuwenden. Da sich Wissen weiterentwickelt, müssen auch die Menschen, die dahinterstehen, über dieses Wissen verfügen, um am Arbeitsplatz Schritt zu halten. Engert (2013, S. 206) sagt dazu: „Je besser wir qualifizieren und je schneller wir lernen, desto wettbewerbsfähiger sind wir.“ Im Zuge der steigenden beruflichen Anforderungen kann jeder Einzelne mithilfe des mobilen Lernens bei seiner (beruflichen) Qualifizierung unterstützt werden. Diesbezüglich äußert sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (2007, S. 14): „Dieses selbstständige, selbstgesteuerte Lernen in ganzheitlichen, vollständigen Arbeitshandlungen fördert aktuelles Fach- und Arbeitsprozesswissen sowie die nötigen Handlungskompetenzen.“ Aufgrund des Wandels von beruflichen Anforderungen kann mithilfe der resümierten Wissensbausteine ein schneller Zugriff auf entsprechende Informationen erfolgen und die einzelnen Personen arbeitsprozessorientiert mithalten (de Witt, 2013). Engert (2013, S. 206) begreift das mobile Lernen als „moderne Formen der betrieblichen Weiterbildung. Ein ganzheitliches, arbeitsplatznahes Qualifizierungssystem zur Vermittlung beruflicher Handlungskompetenz". Mit der zunehmenden technischen Entwicklung und der daraus resultierenden Verfügbarkeit mobiler Endgeräte, wurde es möglich, diese Form des Lernens zu initiieren.

Dementsprechend ergibt sich hier ebenfalls eine Kontextualisierung des Lernens. Über die mobilen Endgeräte können (je nach Bedarf) kontextrelevante Informationen bereitgestellt und der Reflexionsprozess der Lernenden gefördert werden (Rohs, 2013, S. 84). Die zur Verfügung stehenden Lernressourcen sind letztendlich dem jeweiligen beruflichen Kontext und dem Bedarf der Lernenden angepasst (Specht, Kalz & Börner, 2013, S. 69). Dementsprechend ergibt sich auch ein bedarfsorientiertes Lernen, bei dem die Lernenden selbst entscheiden, welche Informationen sie zur Fortsetzung ihrer Arbeitsprozesse konsumieren möchten und welche Aspekte für die eventuelle Lösung eines Problems notwendig erscheinen. Dadurch kann ein Zusammenhang von den Lerninhalten und der aktuellen Arbeitssituation hergestellt werden. Die konsumierten Inhalte können direkt in der Praxis angewendet und das Gelernte durch selbständiges Handeln erweitert werden (Rensing & Tittel, 2013, S. 121). So sind Informationen und Wissen sofort abrufbar, was beispielsweise in Situationen, in welchen dies unmittelbar erforderlich ist, vorteilhaft ist. Lernen und Arbeitskontext stehen infolgedessen in einem unmittelbaren Zusammenhang (de Witt, 2013).

Zudem spricht man hier vom selbstgesteuerten Lernen, weil der Lernprozess durch den Lernenden selber ausgelöst und gesteuert wird. Die Anpassung geschieht an den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzern, die sowohl einen selbstgesteuerten Lernprozess konstruieren als auch über eine kontextsensitive Bereitstellung von Informationen verfügen können. Letztendlich wird mit dem mobilen Lernen eine Form des personalisierten Lernens zur Verfügung gestellt (de Witt, 2013).

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Theoretische Aspekte des Mobile Learning und deren Potenzial für die Gestaltung beruflicher Lernprozesse
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
22
Katalognummer
V323149
ISBN (eBook)
9783668222861
ISBN (Buch)
9783668222878
Dateigröße
687 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mobile Learning, berufliche Lernprozesse, E-Learning
Arbeit zitieren
Nora Schrader (Autor), 2016, Theoretische Aspekte des Mobile Learning und deren Potenzial für die Gestaltung beruflicher Lernprozesse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323149

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