In Deutschland geht ein alarmierender Geburtenrückgang durch die Medien und der demographische Wandel wirft seine überalternden Schatten voraus; und das obwohl Kinder in Deutschland immer noch als Inbegriff von Familienglück und Freude gelten. Es kann also nicht davon gesprochen werden, dass die Deutschen grundsätzlich keine Kinder mehr bekommen möchten.
Um die Fragen rund um den Kinderwunsch beantworten zu können, soll anhand der vorliegenden Studie exploriert werden, wie groß der Einfluss bestimmter, ausgewählter Elemente auf die Bereitschaft zur Elternschaft ist. Den theoretischen Rahmen dazu bilden sowohl ökonomische, als auch sozialpsychologische Ansätze, die, aufbauend auf einer historischen Bestimmung der Bedeutung von Kindern und Familien für die Gesellschaft, auf ihre inhaltliche Passung hin untersucht werden (Kapitel 2.2) und als theoretisches Fundament der Analyse dienen (Kapitel 2.3).
Die auf diese Weise strukturierten Daten werden anschließend statistisch aufbereitet (Kapitel 3) und die Ergebnisse dargestellt (Kapitel 4). Anschließend werden die getroffenen Annahmen basierend auf den empirisch gewonnen Daten diskutiert und ihre Relevanz für das Forschungsvorhaben herausgestellt. Die Arbeit schließt mit einem Fazit und einem Ausblick auf relevante weitere Untersuchungsgegenstände.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Aktueller Forschungsstand
2.2 Begriffliche und theoretische Grundlagen
2.2.1 Kinderwunsch aus einer historischen Perspektive
2.2.2 Ökonomischer Ansatz
2.2.3 Value of Children-Ansatz
2.3 Theoretische Annahmen über die Einflussfaktoren
2.3.1 Zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie
2.3.2 Zum Frauenbild
2.3.3 Zur Familientypologie
3. Methode
3.1 Datensatzbeschreibung
3.2 Operationalisierung der Kinderorientierung
3.3 Operationalisierung der Indikatoren
3.3.1 Vereinbarkeit Familie und Beruf
3.3.2 Frauenbild
3.3.3 Familientypologie
3.4 Statistische Verfahren
4. Ergebnisse
5. Diskussion
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die den Kinderwunsch in Deutschland beeinflussen, und geht der Frage nach, ob unterschiedliche Lebensläufe, Werte oder Ideale die Bereitschaft zur Elternschaft bestimmen. Dabei wird analysiert, wie moderne Lebensentwürfe und strukturelle Rahmenbedingungen mit der individuellen Kinderorientierung interagieren.
- Analyse des Einflusses von Geschlechterrollen auf den Kinderwunsch.
- Untersuchung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie als zentraler Prädiktor.
- Evaluation soziokultureller Einflussfaktoren mittels des Value of Children-Ansatzes.
- Empirische Auswertung von Daten der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS).
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die Frage, ob Männer und Frauen Eltern werden wollen, ist eine Frage, „die sich in dieser Form historisch noch gar nicht so lange stellt“ (Kahlert 2007, S. 356). Mittlerweile ist es jedoch eine Selbstverständlichkeit, dass zu einer Familie auch dann Kinder gehören, wenn man ihre Arbeitskraft nicht zwingend benötigt. Sie dienen zu einem gewissen Grad auch immer noch der Absicherung, sei es genetisch, finanziell oder auf den eigenen Stammbaum bezogen - immerhin ist das Fortbestehen der Menschheit auf Kinder angewiesen und keiner unserer direkten Vorfahren ist jemals kinderlos geblieben.
Dennoch, in Deutschland geht ein alarmierender Geburtenrückgang durch die Medien und der demographische Wandel wirft seine überalternden Schatten voraus; und das obwohl Kinder in Deutschland immer noch als Inbegriff von Familienglück und Freude gelten. Es kann also nicht davon gesprochen werden, dass die Deutschen grundsätzlich keine Kinder mehr bekommen möchten. Hier setzt diese Arbeit an und versucht Faktoren zu bestimmen, die Rückschlüsse auf die generelle Bereitschaft, Kinder zu bekommen, erlauben. Wo liegen die Unterschiede zwischen Menschen, die Kinder bekommen und denen, die kinderlos bleiben? Handelt es sich dabei um bewusste Entscheidungen? Haben Lebensläufe, Werte oder Ideale einen Einfluss darauf, wie sehr wir uns Kinder wünschen und wie intensiv wir dieses Ziel verfolgen?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demographischen Wandel und die Ambivalenz des Kinderwunsches in Deutschland, um daraus die Forschungsfrage zur Bestimmung der Einflussfaktoren auf die Elternschaft abzuleiten.
2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erarbeitet den theoretischen Unterbau, indem es ökonomische Ansätze, den Value of Children-Ansatz sowie soziologische Konzepte zu Geschlechterrollen und Familientypologien zusammenführt.
3. Methode: Hier werden der verwendete ALLBUS-Datensatz, die Operationalisierung der Variablen sowie die angewandten statistischen Verfahren wie Korrelations- und Regressionsanalysen beschrieben.
4. Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass der Kinderwunsch hoch ist, jedoch die Hypothesen über den direkten Zusammenhang mit Rollenbildern und Vereinbarkeit nur teilweise oder gar nicht bestätigt werden konnten.
5. Diskussion: Die Diskussion reflektiert die methodischen Einschränkungen der Studie und interpretiert die Diskrepanz zwischen theoretischen Erwartungen und den empirischen Befunden im gesellschaftlichen Kontext.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass keine Kultur der Kinderlosigkeit in Deutschland herrscht, und weist auf die Notwendigkeit weiterer Forschung hin, insbesondere hinsichtlich der sich wandelnden Geschlechterrollen.
Schlüsselwörter
Kinderwunsch, Kinderorientierung, Familiensoziologie, Fertilität, Demographischer Wandel, Geschlechterrollen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Value of Children-Ansatz, Opportunitätskosten, Lebenslauf, ALLBUS, Sozialforschung, Elternschaft, Deutschland, Familientypologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Faktoren, die den Kinderwunsch in Deutschland bestimmen, und untersucht, wie individuelle Einstellungen zu Familie, Beruf und Geschlechterrollen die Bereitschaft zur Elternschaft beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Analyse des generativen Verhaltens, der Wandel von Geschlechterrollen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie soziologische Familientheorien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Determinanten zu identifizieren, die eine generelle Bereitschaft zur Familiengründung ermöglichen, und zu explorieren, welchen Einfluss ausgewählte Elemente darauf haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt einen quantitativen Forschungsansatz basierend auf Daten des ALLBUS 2012, unter anderem mittels Korrelations- und multipler Regressionsanalysen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der theoretische Rahmen, die Operationalisierung von Indikatoren wie Kinderorientierung und Frauenbild sowie die empirische Auswertung und Diskussion der Ergebnisse dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Kinderorientierung, Fertilität, Geschlechterrollen und Vereinbarkeit von Beruf und Familie charakterisieren.
Warum konnte die Hypothese zum Frauenbild nicht bestätigt werden?
Die Ergebnisse zeigten entgegen der Erwartung, dass ein modernes Frauenbild eher mit einer hohen Kinderorientierung korreliert, was darauf hindeutet, dass moderne Rollenbilder nicht zwangsläufig gegen Kinder sprechen.
Welche Rolle spielt das Geschlecht bei den Ergebnissen?
Es zeigen sich Unterschiede: Insbesondere bei Männern korreliert ein modernes Frauenbild signifikant mit einer höheren Kinderorientierung, während bei Frauen in dieser Studie kein signifikanter Zusammenhang zu den untersuchten Variablen festgestellt werden konnte.
Welches Fazit zieht die Autorin zur Kinderlosigkeit?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es in Deutschland keine generelle Kultur der Kinderlosigkeit gibt, sondern eher einen Diskurs des Zweifelns und der Abwägung innerhalb komplexer Lebensverläufe.
- Quote paper
- Laura Röhrs (Author), 2014, Warum wünschen wir uns Kinder? Eine empirische Studie zu einer nicht-trivialen Frage, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323172