In den letzten Jahrzehnten kehrten Millionen Menschen nach Deutschland zurück, die größte Gruppe derer, die zurückkamen, war die der sogenannten Russlanddeutschen. Insgesamt waren davon geschätzte 2,6 Millionen Menschen deutschen Ursprungs aus den ehemaligen Sowjetrepubliken. Mit den mitgenommenen Verwandten lässt sich diese Zahl auf 4 Millionen erhöhen.
In dieser Hausarbeit habe ich mich mit den Integrationsprozessen der Russlanddeutschen befasst. Da heutzutage nur eine äußert geringe Anzahl von Russlanddeutschen noch nach Deutschland kommen, habe ich mich ausschließlich auf die 1990er konzentriert. Aufgrund meiner Herkunft aus Kasachstan und der Tatsache dass meine Vorfahren auch Russlanddeutsche sind, beruht diese Ausarbeitung auf recherchierten Berichten von der Bundesregierung Deutschland sowie vielen persönlichen Erfahrung. Im Alter von fünf Jahren bin ich mit meinen Eltern nach Deutschland gekommen und habe die meisten in Folge geschilderte Prozesse entweder selbst durchlaufen oder bei meinen Eltern miterlebt.
In der vorliegenden Arbeit soll zuerst geklärt werden wie sich der Begriff Russlanddeutsche definiert und woher er seinen Ursprung hat. Um die verschiedenen Integrationsprozesse zu verstehen ist es hierbei auch die Geschichte der Russlanddeutschen zu kennen. Anschließend werden die einzelnen Schritte und die dazu gehörende Personengruppe aufgegriffen. Zum Schluss definiere ich die einzelnen Probleme die während dieser Integrierung aufgekommen sind.
In dieser Hausarbeit wird die Bevölkerung der Russlanddeutschen als eine heterogene Gruppe gesehen und vor Pauschalisierung einiger verallgemeinernder Aussagen gewarnt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff Russlanddeutsche
3. Wie aus Deutschen Russlanddeutsche wurden
4. Erste Schritte in der fremden Heimat
5. Integration als vordringliche Aufgabe
6. Integrationsprozesse
6.1. Eingliederungshilfe
6.2. Sprachförderung
6.3. Berufliche Eingliederung
6.4. Integration von Kindern
6.5. Integration von Jugendlichen
6.6. Integration durch Sport
7. Probleme beim Integrationsprozess
8. Unterschiede der Integrationsprozesse gegenüber anderen Migrationsgruppen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Integrationsprozesse von Russlanddeutschen, die in den 1990er Jahren in die Bundesrepublik Deutschland einwanderten. Ziel ist es, die spezifischen Herausforderungen dieser Bevölkerungsgruppe sowie die administrativen und sozialen Eingliederungsmaßnahmen zu analysieren und dabei auf die Heterogenität der Gruppe hinzuweisen.
- Definition und historischer Hintergrund der Russlanddeutschen
- Analyse der staatlichen Integrationsmaßnahmen und Eingliederungshilfen
- Herausforderungen in den Bereichen Sprache, Arbeitsmarkt und soziale Orientierung
- Vergleich der Integrationsverläufe mit anderen Migrationsgruppen
Auszug aus dem Buch
6.5. Integration von Jugendlichen
Im Vergleich zur Altersgruppe der sechs bis zwölfjährigen erwies sich die Integration der jungen Heranwachsenden als etwas schwieriger. Für jugendliche Russlanddeutsche war es nicht nur wichtig die Sprache zu erlernen. Sie sollten in die Schule eingegliedert werden und einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bekommen. Ebenso so wichtig war es für die Jugendlichen die Akzeptanz von Einheimischen zu erlangen.
Durch die unterschiedliche schulische Bildung und die geringen Sprachkenntnisse verlief die schulische Integration oft schwierig und so kam es öfters vor, dass Schüler ein bis zwei Klassen zurück gestuft wurden. Vor allem in sprachlichen Fächern (Englisch oder Französisch) oder sozialwissenschaftlichen Fächern hatten die Jugendlichen meist nicht das nötige schulische Wissen wie ihre Altersgenossen. Allerdings gab es Fächer, wie Beispielsweise Mathematik, in denen Russlanddeutsche Jugendliche den Einheimischen weit voraus waren. Zur Unterstützung bei der Eingliederung wurden in vielen Grund- und Hauptschulen spezielle sprachliche und schulische Förderprogramme angeboten. Diese Förderprogramme waren als essenzielle Integrationsmaßnahmen zu bewerten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Arbeit befasst sich mit den Integrationsprozessen der Russlanddeutschen, insbesondere der in den 1990er Jahren zugewanderten Personen.
2. Der Begriff Russlanddeutsche: Es wird definiert, wer als Russlanddeutscher gilt, und die historische Herkunft sowie die soziale Heterogenität dieser Gruppe erläutert.
3. Wie aus Deutschen Russlanddeutsche wurden: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von der Ansiedlung deutscher Kolonisten in Russland bis zur Deportation und späteren Ausreise nach Deutschland nach.
4. Erste Schritte in der fremden Heimat: Die anfängliche Situation nach der Ankunft in Deutschland, inklusive rechtlicher Grundlagen und erster Hürden, wird beschrieben.
5. Integration als vordringliche Aufgabe: Die politische Priorisierung der Integration in der Aussiedlerpolitik der Bundesregierung um das Jahr 2000 ist das zentrale Thema.
6. Integrationsprozesse: Ein umfassender Überblick über verschiedene Teilbereiche der Eingliederung, von Sprachförderung über den Arbeitsmarkt bis hin zur sportlichen und schulischen Integration.
7. Probleme beim Integrationsprozess: Identifikation und Analyse der Hindernisse wie fehlende Sprachkenntnisse, Arbeitsmarktprobleme und Gewalterfahrungen, die den Prozess erschweren.
8. Unterschiede der Integrationsprozesse gegenüber anderen Migrationsgruppen: Abschließender Vergleich, der aufzeigt, warum die Integration von Russlanddeutschen spezifische Merkmale aufweist und oft erfolgreicher verlief.
Schlüsselwörter
Russlanddeutsche, Aussiedler, Spätaussiedler, Integration, Integrationsprozess, Eingliederungshilfe, Sprachförderung, Berufliche Eingliederung, Migration, Sozialisation, Kulturaustausch, Bundesvertriebenengesetz, Arbeitsmarkt, Identität, Soziale Integration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Integrationsprozesse von Russlanddeutschen, die in den 1990er Jahren in die Bundesrepublik Deutschland eingewandert sind, und beleuchtet die damit verbundenen Herausforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der Russlanddeutschen, die staatliche Aussiedlerpolitik, spezifische Integrationsmaßnahmen sowie soziale Probleme und Vergleichsanalysen zu anderen Migrationsgruppen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die komplexen Schritte der Eingliederung in das soziale, kulturelle und berufliche Leben der Bundesrepublik Deutschland nachzuvollziehen und dabei die Heterogenität der betroffenen Personengruppe aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Ausarbeitung basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, ergänzt durch offizielle Berichte der Bundesregierung sowie persönliche Erfahrungen des Autors.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Im Hauptteil werden detailliert die verschiedenen Integrationsprozesse, wie z.B. Sprachkurse, Arbeitsmarktintegration sowie die speziellen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen, untersucht.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Russlanddeutsche, Aussiedler, Integration, Eingliederungshilfe und Migration.
Warum stellt die Integration von Jugendlichen eine besondere Herausforderung dar?
Jugendliche stehen im Integrationsprozess vor der doppelten Herausforderung, einerseits die deutsche Sprache und schulische Anforderungen zu meistern und andererseits ihre Identität zwischen der Kultur der Herkunft und der neuen Heimat zu finden.
Welchen Einfluss hat das Geschlecht auf die berufliche Integration?
Die Arbeit zeigt auf, dass insbesondere Frauen aus den ehemaligen Sowjetstaaten häufiger von Dequalifizierung auf dem Arbeitsmarkt betroffen sind, da sie oft unfreiwillig in die Rolle der Hausfrau gedrängt werden oder ihre Qualifikationen nicht anerkannt werden.
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- Kristina Kraft (Author), 2016, Russlanddeutsche. Besonderheiten des Integrationsprozesses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323213