Die vorliegende Arbeit ist im Rahmen eines Seminares zur Filmanalyse entstanden. Anhand des TV-Spots "Diese Zeit gehört Dir" der Deutschen Bahn aus dem Jahr 2016 werden die semantischen Charakteristika, die das Video vermittelt, untersucht. Dazu werden in Form einer Hausarbeit die zentralen Paradigmen, ihre Bedeutung und die Besonderheiten der Darstellungsweise aufgezeigt. Veranschaulicht werden diese durch Bildausschnitte aus dem TV-Spot sowie zeitliche Angaben zu den einzelnen Video-Sequenzen.
Zusätzlich wurde ein Filmprotokoll angefertigt, welches die Kamerahandlung, die Einstellungsgröße, den Bildinhalt, den gesprochenen Text sowie Musik und Geräusche ausführlich beschreibt. Es werden also sowohl der Inhalt samt Interpretation als auch die technischen und darstellerischen Aspekte der Analyse eines Videos behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung: Beeinflussung durch Werbevideos
2. Der Faktor Zeit als zentrales Paradigma
3. Der Kontrast zwischen Stillstand und Bewegung
3.1. Der semantische Raum des Autos
3.2. Der semantische Raum des Zuges
4. Schluss: Sinnvolle Zeitnutzung als Werbebotschaft
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert den TV-Spot „Diese Zeit gehört Dir“ der Deutschen Bahn mittels filmsemiotischer Methoden, um aufzudecken, wie der Faktor Zeit sowie der Gegensatz zwischen Stillstand und Bewegung zur Vermittlung einer werblichen Botschaft konstruiert werden.
- Filmsemiotische Analyse audiovisueller Zeichen
- Konstruktion des Zeitbegriffs in der Werbekommunikation
- Kontrastierung semantischer Räume (Auto vs. Zug)
- Untersuchung von Mise-en-scène und Lichtgestaltung
- Wirkungsanalyse von Text-Bild-Relationen
Auszug aus dem Buch
3. Der Kontrast zwischen Stillstand und Bewegung
In diesem Spot sind zwei semantische Räume zu finden: Zum einen der Raum des Autos, der hier metaphorisch für den Stillstand steht, und zum anderen der des Zuges, der als Symbol für Bewegung beziehungsweise Mobilität gesehen werden kann. Folglich müssen sich diese Räume unterscheiden. Ein Kontrast muss hergestellt werden, was hier anhand verschiedener filmsemiotischer Bereiche aufgezeigt wird.
Zunächst werden den Räumen jeweils Attribute zugeschrieben. Der Raum des Autos soll Unbehagen hervorrufen, der des Zuges jedoch einladend und wohlfühlend gestaltet sein. Es ist sinnvoll, diese beiden Räume semantisch getrennt zu betrachten, um die Unterschiede sehen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Beeinflussung durch Werbevideos: Es wird die ökonomische Funktion von Werbefilmen erläutert und die methodische Herangehensweise zur Analyse des untersuchten TV-Spots mittels filmsemiotischer Ansätze eingeführt.
2. Der Faktor Zeit als zentrales Paradigma: Das Kapitel untersucht, wie Zeit durch auditive und visuelle Symbole zum Leitmotiv des Spots erhoben wird und welche Bedeutung diese für die Wahrnehmung von Wartezeit im Straßenverkehr hat.
3. Der Kontrast zwischen Stillstand und Bewegung: Hier findet die detaillierte Analyse der zwei semantischen Räume statt, wobei der Fokus auf den filmischen Mitteln liegt, die Autostaus als negativ und Zugfahrten als positiv konnotieren.
3.1. Der semantische Raum des Autos: Untersuchung der Mittel, die Unbehagen, Langeweile und Frustration erzeugen, wie etwa dunkle Farbgestaltung, statische Kamerahaltung und ironische Text-Bild-Bezüge.
3.2. Der semantische Raum des Zuges: Analyse der Kontrastmittel im Zugabteil, wobei Authentizität durch Handkamera, helle Farbgebung und eine positive Interaktion der Protagonisten im Vordergrund stehen.
4. Schluss: Sinnvolle Zeitnutzung als Werbebotschaft: Abschließende Synthese der Ergebnisse, die darlegt, dass die Deutsche Bahn über die reine Kundenakquise hinaus eine gesellschaftlich relevante Botschaft zur bewussten Zeitnutzung vermittelt.
Schlüsselwörter
Filmsemiotik, Zeit, Mobilität, Werbeanalyse, Deutsche Bahn, TV-Spot, Semantische Räume, Stillstand, Bewegung, Kommunikation, Mise-en-scène, Zeitnutzung, Werbebotschaft, audiovisuelle Formate, Medienanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der filmsemiotischen Untersuchung des Werbespots „Diese Zeit gehört Dir“ der Deutschen Bahn unter besonderer Berücksichtigung der Darstellung von Zeit und Mobilität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Gegenüberstellung von Stillstand (Auto) und Bewegung (Zug) sowie die Analyse filmischer Gestaltungsmittel wie Kamera, Licht, Musik und Text-Bild-Relationen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die verborgenen Semantiken und Werbebotschaften des Spots aufzudecken, die über die reine ökonomische Zielsetzung hinausgehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Methoden der Filmsemiotik, um Zeichen und Zeichensysteme im Werbespot zu identifizieren und interpretativ auszuwerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der semantischen Räume des Autos und des Zuges hinsichtlich Emotionen, Farbgebung, Musik und zwischenmenschlicher Beziehungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Filmsemiotik, Zeit, Mobilität, semantische Räume, Werbebotschaft, Mise-en-scène und Medienanalyse.
Welche Rolle spielt die Ironie im Vergleich der beiden Räume?
Die Ironie wird im Bereich des Autos gezielt eingesetzt, indem die entspannte Botschaft des Sprechers durch die gezeigten, gestressten oder frustrierten Autofahrer kontrastiert wird.
Wie trägt die Kameraführung zur Authentizität im Zug bei?
Durch den Einsatz der Handkamera im Zug wird eine größere Nähe zum Geschehen und damit eine authentische, lebendige Atmosphäre erzeugt, die der statischen, distanzierten Kamera im Auto entgegensteht.
- Citar trabajo
- Anna Maucher (Autor), 2016, Die Darstellung von Zeit und Mobilität in dem TV-Spot „Diese Zeit gehört Dir“ der Deutschen Bahn, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323357