Anglizismengebrauch in Frauenzeitschriften

Eine komparative Analyse der deutschen und spanischen Cosmopolitan


Bachelorarbeit, 2010
60 Seiten, Note: 2,0
Corinna Klaus (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bedeutung des Englischen und sein Einfluss auf andere Sprachen
2.1 Englischer Einfluss auf die deutsche Sprache
2.2 Englischer Einfluss auf das Spanische

3. Anglizismen
3.1 Zum Forschungsstand
3.2 Anglizismusbegriff

4. Entlehnungen
4.1 Ursachen und Gründe für Entlehnungen aus dem Englischen
4.2 Entlehungstypen
4.2.1 Evidentes Lehngut

5. Textkorpus
5.1 Hintergrundinformationen zum verwendeten Textkorpus
5.2. Auswahl und Begründung des Textkorpus
5.3 Vorgehen

6. Quantitative Analyse
6.1 Die Anglizismen im Textkorpus
6.2 Die häufigsten Anglizismen

7. Qualitative Analyse – Integration der Anglizismen
7.1 Qualitative Analyse des deutschen Textkorpus
7.1.1 Grammatische Integration
7.1.1.1 Genusintegration
7.1.1.2 Numerusintegration
7.1.1.3 Morphosyntaktische Integration – Kasus
7.1.1.4. Wortbildung
7.1.1.4.1 Komposition
7.1.1.4.2 Derivation
7.1.2 Orthografische und phonetische Integration
7.1.3 Typografische Integration
7.1.4 Scheinanglizismen
7.2. Qualitative Analyse des spanischen Textkorpus
7.2.1 Grammatische Integration
7.2.1.1 Genusintegration
7.2.1.2 Numerusintegration
7.2.1.3 Wortbildung
7.2.1.3.1 Komposition
7.2.1.3.2 Derivation
7.2.2 Orthografische Integration
7.2.3 Typografische Integration
7.2.4 Scheinanglizismen

8. Zusammenfassung der Ergebnisse

9. Schlussbetrachtung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Glossar

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Lehntypen

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Die häufigsten Anglizismen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Ich verfluche allen negativen Purismus, dass man ein Wort nicht brauchen soll, in welchem eine andre Sprache Vieles oder Zarteres gefasst hat.

Johann Wolfgang von Goethe1

Eine Sprache ist lebendig, verändert sich, entwickelt sich weiter. Sprachkontakt und der damit einhergehende Sprachwandel sind natürliche Prozesse, denen die wechselseitige Beeinflussung zweier oder mehrerer Sprachgemeinschaften und ihrer Kultur voransteht. Durch den Kontakt zweier Sprachen gelangen neue Bezeichnungen in den Sprachraum, die den Wortschatz erweitern, ihn jedoch ebenfalls verdrängen können.

In der vorliegenden Arbeit soll ein Phänomen untersucht werden, das sich u. a. im Sprachkontakt begründen lässt: Die Übernahme englischer Lexeme in andere Sprachen, was unter dem Begriff „Anglizismus“ zusammengefasst werden kann. Genauer wird sich die Arbeit mit dem Anglizismengebrauch im Deutschen und Spanischen anhand einer vergleichenden Analyse auseinandersetzen.

Grundlage für die Analyse bilden jeweils zwei Ausgaben der deutschen und spanischen Frauenzeitschrift Cosmopolitan, die auf Vorkommen und Häufigkeit von Anglizismen analysiert und beschrieben werden. Um auf die Anglizismenthematik hinzuarbeiten, wird zunächst auf die Bedeutung des Englischen und seinen Einfluss auf den jeweiligen Sprachraum eingegangen. Nach einem kurzen Überblick über die Anglizismenforschung werden diverse Definitionsansätze zum Anglizismusbegriff aufgegriffen. Darauf aufbauend wird eine Arbeitsdefinition für den weiteren Verlauf der Untersuchung erarbeitet. Es folgt die sprachwissenschaftliche Einbettung des Begriffs in die Entlehnungsthematik. Dazu werden zunächst die Gründe für die Übernahme fremdsprachlicher Elemente in die Nehmersprache (NS) dargestellt und untersucht, worauf eine Klassifikation der Entlehnungstypen folgt. Dieser theoretische Teil greift hauptsächlich auf die Erkenntnisse der deutschen Forschung zurück.

Basierend auf dieser Grundlage wird der Anglizismengebrauch anhand des gewählten Textkorpus (TK) vergleichend analysiert, wobei das TK zunächst vorgestellt und seine Auswahl begründet wird. Die Korpusanalyse erfolgt daraufhin unter folgenden Gesichtspunkten: Formale Charakteristika wie Vorkommen und Frequenz der ermittelten Anglizismen werden in einer quantitativen Analyse aufgezeigt. Anschließend wird der Anglizismengebrauch im TK in einer qualitativen Analyse beleuchtet und die Integration unter morphologischen, orthografischen und typografischen Kriterien untersucht und mit Beispielen aus dem TK belegt. Ein Glossar im Anhang der Arbeit bietet einen Überblick über die ermittelten Anglizismen und soll gleichzeitig als Dokumentationsgrundlage dienen.

Zusammenfassend werden die ermittelten Ergebnisse aufgegriffen und hinsichtlich quantitativer und qualitativer Merkmale gegenübergestellt. Mittels dieses Vergleichs ist es möglich Aussagen über den jeweiligen Integrationsgrades des fremden Wortgutes zu treffen und Rückschlüsse über die Sprachloyalität zum jeweiligen Sprachsystem zu ziehen. Ferner wird versucht etwaige Tendenzen für den Umgang mit Anglizismen zu ermitteln.

Ansatzpunkt und Ziel der Arbeit können diesbezüglich wie folgt beschrieben werden:

Mit dem Frauenmagazin Cosmopolitan wird ganz bewusst auf ein TK zurückgegriffen, das sich einer speziellen Zielgruppe widmet: Frauen mit Interesse an aktuellen Themen, die u. a. Schönheit, Mode und Freizeit umfassen. Dieser Bereich ist heutzutage stark von englischen Einflüssen geprägt. Der deutschen Sprache wird im Allgemeinen eine große Offenheit gegenüber fremdsprachigen, besonders englischen Einflüssen zugesagt. In vorliegender Arbeit soll untersucht werden, inwiefern sich diese Offenheit im gewählten TK wiederspielgelt und der Vergleich angestellt werden, wie stark sich der englische Einfluss auf diesem Gebiet auf die spanische Sprache auswirkt.

An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass die vorliegende Arbeit keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit und Vollständigkeit erhebt. Sie dient vielmehr der deskriptiven Erfassung der Anglizismen und Darlegung des Integrationsgrades anhand eines bestimmten TK, das aufgrund seines begrenzten Umfangs nicht als repräsentativ angesehen werden kann.

2. Die Bedeutung des Englischen und sein Einfluss auf andere Sprachen

Englisch ist heute die einflussreichste Sprache der Welt. Sie hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg als Verkehrs- und Handelssprache, als lingua franca durchgesetzt (vgl. Muhr 2002:10). Nicht nur machtpolitische und wirtschaftliche Aspekte sind Gründe für die Dominanz des angelsächsischen Raumes und besonders der Vereinigten Staaten. Die amerikanische Kultur, der sogenannte a merican way of life besitzt trotz zunehmender Kritik2 ein hohes Maß an Prestige und internationalem Vorbildstatus, beeinflusst daher andere Sprachen, mit denen sie in Kontakt tritt (Ebd.). So schreibt Lilienkamp:

Es ist eine Tatsache, dass mit dem Intrernationalisierungsprozess ein verstärkter Einfluss der angloamerikanischen Sprache und Kultur auf alle europäischen Länder einhergeht. (Lilienkamp 2001:2).

2.1 Englischer Einfluss auf die deutsche Sprache

Das Deutsche gehört als westgermanische Sprache der gleichen Sprachenfamilie an wie das Englische. Diese Sprachverwandtschaft spiegelt sich in strukturellen, wie auch lexikalischen Gemeinsamkeiten wieder. Allerdings haben sich viele verwandte Lexeme derart verändert, dass Muttersprachler sie nicht mehr als verwandt erkennen (vgl. Glahn 2000:16). Dennoch begünstigen diese Ähnlichkeiten die Aufnahme englischer Elemente in das deutsche Sprachsystem.

Ein verstärkt englischer Einfluss vor allem auf die deutsche Sprache, aber auch auf andere europäische Sprachen, war besonders gegen Ende des 19. Jhd. zu spüren (vgl. Lilienkamp 2001:365). Die Industrielle Revolution, die hauptsächlich von Großbritannien ausging, zog einen wachsenden Bedarf an neuen Bezeichnungen für Erfindungen und Technologien nach sich. England galt außerdem als Vorbild in den Bereichen Industrie, Handel, Verkehrs- und Pressewesen oder auch der Politik. In dieser Zeit fanden viele dieser Ausdrücke Einzug in die deutsche Sprache. Von Polenz führt dazu Bespiele wie Kartell, Partner, Lokomotive, Essay, Reporter, Streik an (vgl. v. Polenz 1999:401). Lehnert stellt fest, daß mit der imperialistischen Machtstruktur des britischen Weltreiches auch seine britisch-englische Sprachform bis zum Ersten Weltkrieg international vorherrschte. (Lehnert 1990:11).

Nach dem Ersten Weltkrieg, besonders in den 1920er Jahren war ein verstärkter Trend hin zum amerikanischen Englisch zu verzeichnen, auch England war zunehmend amerikanischen Strömungen ausgesetzt (vgl. von Polenz 1999:401). So erhielten eine Vielzahl von englischen Bezeichnungen für Kraftfahrzeuge, Tänze (Foxtrott) und Musikstile (Jazz) Einzug in die deutsche Sprache (Beispiele: Lilienkamp 2001:365). Hinzuzufügen ist, dass während das Englische nach 1945 immer mehr an Prestige gewann, bei der deutschen Sprache eine gegenteilige Tendenz einsetzte. Dieser Prestigeverlust liegt vor allem in den Folgen der beiden Weltkriege und des Naziregimes begründet (vgl. Muhr 2002:11). Nach 1945 nahm der englische Lehneinfluss weiter zu und öffnete sich nach und nach anderen Bereichen des Lebens, nicht zuletzt durch die amerikanische Besatzung nach 1949 in Westdeutschland und der damit einhergehenden amerikanischen Bündnispolitik (vgl. Kupper 2003:37). Selbst in Ostdeutschland, was unter sowjetischem Einfluss stand, war die Beeinflussung durch die amerikanische Kultur nicht zu verhindern. Zwar wehrte sich die kommunistische Führung gegen den Einfluss der als „dekadent“ verurteilten Kultur, komplett unterbinden konnte sie ihn nicht (vgl. Lilienkamp 2001:371). Nach der Wiedervereinigung Deutschlands und in den Folgejahren war der amerikanische Einfluss nicht mehr aufzuhalten, vor allem vorangetrieben durch neue Technologien wie dem Internet und der Telekommunikation, aber auch in den Bereichen der Wirtschaft, der Politik und des Hochschulwesens. Eine Fachhochschule für Wirtschaft und Technik wird bspw. in University of Applied Sciences 3 umbenannt und International Business Schools (IBS) werden gegründet. Weitere aktuelle Beispiele lassen sich in den Bereichen Politik und Wirtschaft finden. Dies wiederum zeigt die hohe Aufnahmebereitschaft der deutschen Bevölkerung hinsichtlich der Verwendung und Übernahme englischen Wortguts.

Ein derartiger Anglizismen-Boom hat wiederum kritische Reaktionen zur Folge. Der wohl bekannteste deutsche Verfechter des übermäßigen Anglizismengebrauchs ist der Verein deutscher Sprache (VdS), der sich mit der Erhaltung, Pflege und Entwicklung der deutschen Sprache befasst. Dies soll an dieser Stelle deutlich machen, dass es in Deutschland trotz der großen Toleranz gegenüber Anglizismen durchaus Institutionen gibt, die sich mehr oder weniger stark gegen ihre Verwendung richten bzw. sich für eine moderate Verwendung einsetzen.

2.2 Englischer Einfluss auf das Spanische

Wie jede andere Sprache ist das Spanische durch den Kontakt verschiedener Sprachen, Kulturen und Sprachgemeinschaften beeinflusst worden. Tendenziell kann der englische Einfluss auf das Spanische mit den Entwicklungen in Deutschland verglichen werden. Doch während der englische Einfluss in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg besonders in Westdeutschland immer präsenter wurde, setzte diese Entwicklung in Spanien erst drei Jahrzehnte später mit dem Ende der Franco-Diktatur (1939 – 1975) ein. Der Kontakt Spaniens mit der englischen Sprache vollzog sich eher indirekt über das Französische (vgl. Braselmann 2002:244). Innenpolitische Spannungen führten jedoch schon während des Franco-Regimes zur teilweise wirtschaftlichen Öffnung und Annäherung an die USA (vgl. Lilienkamp 2001:458). Die bis dato geringen Englischkenntnisse der Spanier führten dazu, dass Anglizismen zunächst phonologisch wie auch morphologisch stark an das spanische Sprachsystem angepasst wurden (vgl. Braselmann 2002:224). Braselmann führt dazu u. a. folgende Beispiele an: span. mítin – engl. meeting; span. jol – engl. hall; span. colcrím - engl. cold cream (Ebd.). Dies veränderte sich mit den steigenden Englischkenntnissen, die Folge des starken Einflusses der englischen Sprache und des gewachsenen Interesses an der angloamerikanischen Kultur sind. Obwohl das Spanische den romanischen Sprachen zugeordnet wird, bestehen zwischen englischen und spanischen Lexemen formale Übereinstimmungen. Ein französischer Einfluss, der auf das Lateinische zurückgeführt werden kann, ist in beiden Sprachen manifestiert, so dass Lexeme der Gebersprache (GS) Englisch im Spanischen praktisch schon existieren und nicht entlehnt werden müssen.

Generell kann von einem größeren Stolz und einer höheren Loyalität der Spanier gegenüber ihrer Sprache ausgegangen werden, was sich u. a. mit der hohen Sprecherzahl begründen lässt (vgl. Lilienkamp 2001:463). Das hat zur Folge, dass dem wachsenden englischen Einfluss ebenfalls in Spanien Bewegungen gegenüber stehen, die die Eindämmung bzw. Verhinderung des übermäßigen Gebrauchs von englischem Wortgut fordern. Öffentliche puristische Ansätze wie sie vor allem in Frankreich4 und teilweise in Deutschland durch den VdS vertreten werden, sind in Spanien eher weniger präsent. Vielmehr ist man an der internationalen Verbreitung und Erstarkung der spanischen Sprache interessiert (vgl. Lilienkamp 2001:254).

3. Anglizismen

3.1 Zum Forschungsstand

Die Auseinandersetzung mit fremdsprachlichem Einfluss und der Wunsch nach der Erhaltung der Sprache standen schon relativ früh im Fokus der Forschung. Beeinflusst wurde die deutsche Sprache bis ins 18. Jhd. vor allem durch das Lateinische, Französische und Italienische (vgl. Plümer 2000:28). Der englische Einfluss auf andere Sprachen und seine Erforschung kann im Gegensatz dazu als relativ junge Untersuchungsdisziplin beschrieben werden. Mit Beginn der wachsenden Macht von zunächst Großbritannien und später vor allem den Vereinigten Staaten im 20. Jhd. (vgl. 2.1 Englischer Einfluss auf die deutsche Sprache) war ein vermehrtes Interesse an der Erforschung des englischen Einflusses auf andere Sprachen zu verzeichnen. Besonders in Deutschland, worauf sich hier im Wesentlichen konzentriert werden soll, wurde diesbezüglich nach der Zeit des Zweiten Weltkriegs intensiv geforscht (vgl. Yang 1990:5). An dieser Stelle seien Zindlers Dissertation „Anglizismen in der deutschen Presse nach 1945“ (1959) und Carstensens „Englische Einflüsse auf die deutsche Sprache nach 1945“ (1965) genannt, die als Grundlage und Ausgangspunkt für weitere Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet gelten (Ebd.)5. Auffällig sind die zahlreichen Untersuchungen zum Anglizismengebrauch in der Pressesprache6. Eine beliebte Untersuchungsgrundlage bildet außerdem die Werbesprache7. Der Großteil der Arbeiten beschäftigt sich mit dem Einfluss auf lexikalischer Ebene, seltener wurde auf Phonologie und Syntax eingegangen. Viereck beschäftigte sich neben dem Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache mit „English in contact with other languages“ (1986) außerdem mit dem Kontakt des Englischen zu anderen Sprachen. Neben weiteren Arbeiten zu Bereichen wie Essen und Trinken (Fischer 1980), Umgangssprache (Sörensen 1995) oder Wirtschaft (Effertz/Vieth 1996), die sich auf die innersprachliche Untersuchung beschränken, wurden interlinguale Vergleichsstudien zum Anglizismusgebrauch veröffentlicht. Darunter sind Jabłońskis Untersuchung zur „Regularität und Variabilität in der Rezeption englischer Internationalismen im modernen Deutsch, Französisch und Polnisch“ (1990), Plümers vergleichende Studie der deutschen und französischen Mediensprache (2000), Kuppers „Anglizismen in deutschen und französischen Werbeanzeigen“ (2003) und Hollands Analyse zur Pressesprache im Deutschen und Russischen (2007) zu erwähnen. In den letzten Jahren stand u. a. vor allem die Untersuchung der Anglizismen im Internet im Fokus der Forschung.

Es ist davon auszugehen, dass die Anglizismenthematik aufgrund ihrer Aktualität Gegenstand weiterer Untersuchungen, vor allem auf dem Gebiet der neuen Medien, sein wird.

3.2 Anglizismusbegriff

Der Einfluss der englischen Sprache ist omnipräsent, was sich nicht zuletzt anhand der Fülle der Arbeiten und des anhaltenden Interesses an der Anglizismenthematik feststellen lässt. In der Literatur finden sich verschiedene Ansätze zur Definition und Abgrenzung des Begriffes. So definiert Zindler:

Ein Anglizismus ist ein Wort aus dem britischen oder amerikanischen Englisch im Deutschen oder eine nicht übliche Wortkomposition, jede Art der Veränderung einer deutschen Wortbedeutung oder Wortverwendung (Lehnbedeutung, Lehnübersetzung, Lehnübertragung, Lehnschöpfung, Frequenzsteigerung, Wiederbelebung) nach britischem oder amerikanischem Vorbild. (Zindler 1959:2 zitiert nach Schulz/Basler/Strauss 1995:539).

Er weist darauf hin, dass sich die Übernahme fremdsprachlicher Elemente nicht zwangsläufig auf die äußere Form beschränkt, sondern auch teilweise oder vollständig mit Elementen der Nehmersprache wiedergegeben werden kann. Er verallgemeinert den Begriff „Anglizismus insofern, dass darunter Übernahmen aus dem britischen und dem amerikanischen Englisch verstanden werden, lässt andere englische Varietäten wie sie bspw. in Australien, Kanada und Südafrika auftreten, jedoch außen vor (vgl. Yang 1990:7). Pratt macht keine direkten Angaben über die Sprachherkunft und definiert den Begriff für das Spanische noch allgemeiner:

Un anglicismo es un elemento lingüístico, o grupo de los mismos, que se emplea en el castellano peninsular contemporáneo y que tiene como étimo inmediato un modelo inglés. (Pratt 1980:115).

Pfitzner verwendet ebenfalls den Oberbegriff „englisch“, geht aber wie Zindler davon aus, dass sich die Bedeutung bei der Übernahme nicht ändert. Er beschreibt einen Anglizismus als ein sprachliches Zeichen, dessen äußere Form aus englischen Morphemen bzw. einer Kombination englischer und deutscher Morpheme besteht, dessen Inhalt stets die Übernahme einer im englischen Sprachgebrauch üblichen Bedeutung voraussetzt. (Pfitzner 1978:13).

Für die vorliegende Arbeit müssen diese Definitionen noch konkretisiert bzw. eingegrenzt werden, da sich die Untersuchung lediglich auf das evidente Lehngut beschränkt. Darunter fallen direkte Entlehnungen, Mischkomposita und Scheinentlehnungen (vgl. 4.2 Evidentes Lehngut). Werden Erweiterungen zur etymologischen Klassifizierung und Bedeutungsverschiebungen einbezogen, latente Einflüsse hingegen ausgeschlossen, kann folgende Definition erarbeitet werden:

Ein Anglizismus ist ein sprachliches Zeichen aus dem britischen oder amerikanischen Englisch oder einer anderen Varietät des Englischen, das ganz aus englischen Morphemen bzw. einer Kombination englischer, deutscher und anderer fremdsprachlicher Morpheme bestehen kann, unabhängig davon, ob es bei Übernahme eine Bedeutungsveränderung erfährt oder nicht.

Anglizismen können von bilingualen und monolingualen Sprechern verwendet werden (vgl. Pelzer 2006:122). Sie gelangen auf verschiedene Wege in das Nehmersprachsystem. Der Entlehnungsprozess vollzieht sich dabei am häufigsten auf lexikalischer Ebene. Entlehnungen phonologischer, morphologisch-syntaktischer oder semantischer Art sind hingegen selten Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Die Ursache dafür lässt sich in den, im Gegensatz zur Lexik, fest verankerten grammatischen und phonetischen Strukturen einer Sprache finden.

4. Entlehnungen

4.1 Ursachen und Gründe für Entlehnungen aus dem Englischen

Wie bereits erwähnt, sind Sprachen von kontinuierlicher Entwicklung geprägt. Das kommt zum Ausdruck, wenn man bspw. das Mittelhochdeutsche mit dem gegenwärtigen Deutsch vergleicht oder auch das Spanisch der Neuzeit mit dem Spanisch der letzten Jahrhunderte. Eine Sprache ist nicht als ein in sich geschlossenes System zu betrachten, sondern ist äußeren sowie inneren Einflüssen permanent ausgesetzt. Folglich finden sich die Ursachen für Entlehnungen nicht nur auf linguistischer Ebene, eine Reihe außersprachlicher Faktoren können den Entlehnungsprozess beeinflussen, begünstigen oder erschweren.

Wilss sieht die Ursachen für die Vielzahl englischer Entlehnungen, u. a. in „politischen, wirtschaftlichen, technischen, militärischen, kulturgeschichtlichen, soziologischen und sprach-psychologischen Umständen“ begründet (Wilss 2003:24).

Die sich ständig verändernde Umwelt des Menschen hat eine ununterbrochene Erweiterung des Wortschatzes zufolge. Neue Technologien und Konzepte gelangen heute schneller denn je in andere Sprachkulturen, wobei die Vereinigten Staaten eine der wichtigsten Quellen für neue Produkte aus Wissenschaft und Technik sowie für neue Konzepte aus verschiedenen Gebieten des täglichen Lebens, wie Gesundheit, Mode und Ernährung darstellen (vgl. Braselmann 2002:299). Eine derart starke Beeinflussung schlägt sich außerdem in der Sprache nieder, die solche sogenannten Benennungslücken füllen muss, wobei viele Anglizismen Einzug in das nehmersprachliche System finden. Der fortschreitende Internationalisierungsgrad führt dazu, dass das Englische nicht nur als Entlehnungsquelle genutzt wird, sondern als Kommunikationssprache dient (Ebd.). Besonders in den Bereichen der Wissenschaft dominiert die englische Sprache, die das Deutsche als Wissenschaftssprache abgelöst hat (vgl. 2.1 Englischer Einfluss auf die deutsche Sprache).

Aufgrund seiner Struktur und phonologischen Einfachheit eignet sich das Englische als GS besonders für Entlehnungen. Es zeichnet sich im Gegensatz zu den untersuchen Nehmersprachen (NS) durch Kürze und Prägnanz aus, was wiederum eine wichtige Voraussetzung in Bezug auf den Wunsch nach Sprachökonomie darstellt. Die englische Sprache begünstigt durch ihre kurzen, oft einsilbigen Lexeme und ihrer relativen Unmarkiertheit hinsichtlich Genus- und Kasusanhänge den Entlehnungsprozess, was u. a. ihren Erfolg in der Welt begründet (Ebd.).

Stilistische, expressive Gründe können als ein weiteres Entlehnungsmotiv betrachtet werden und spielen vor allem in der Werbesprache oder im vorliegenden TK eine wichtige Rolle. Anglizismen dienen der Ausdrucksvariation, der Differenzierung und der Präzisierung, z. B. in Fällen wo Gegenstände oder Sachverhalte in der NS paraphrasiert werden müssten. Andererseits wird die Vieldeutigkeit entlehnter Elemente genutzt, um sich nicht genau festlegen zu müssen oder eine unangenehme Tatsache dennoch schön oder weniger hart zu verpacken. Die englische Sprache genießt sehr hohes Prestige, ist Zeichen des Fortschritts, der Modernität und der Jugend. Der Verwender nutzt englische Ausdrücke nicht allein zur Kommunikation, er will damit imponieren. Psychologische und subjektive Faktoren tragen also ebenfalls zur Bereicherung der NS durch Anglizismen bei.

4.2 Entlehungstypen

Entlehnungen beschreiben einen bestimmten Integrationsgrad der aus einer Nehmersprache übernommen Einheiten – zeigen folglich, wie stark diese fremdsprachlichen Einheiten bereits in ein Sprachsystem verankert sind. Aufgrund der kontinuierlichen Veränderung der Sprache und dadurch Änderung des Integrationsgrades, ist die Entlehnung eher als ein Prozess denn ein Zustand zu verstehen (vgl. Kupper 2003:11).

In der Literatur gibt es verschiedene Ansätze zur Gliederung des sprachlichen Lehnmaterials. Das Modell von Betz (1949) gilt als allgemein anerkannt (vgl. Lilienkamp 2001:48). Er unterscheidet zunächst die zwei Hauptkategorien Lehnwort und Lehnprägung. Das Lehnwort wird weiter in Fremdwort und assimiliertes Lehnwort differenziert, die Lehnprägung in Lehnbedeutungen und Lehnbildungen. Als Lehnbildung versteht er Lehnschöpfungen sowie Lehnformungen, die er nochmals in Lehnübersetzung und Lehnübertragung untergliedert (vgl. Betz 1959: 128). Carstensen geht ebenfalls von zwei Hauptkategorien aus, die er in evidentes (äußeres) Lehngut und latentes (inneres) Lehngut unterscheidet (vgl. Yang 1990:10). Beide Modelle sind Grundlage für die Klassifikation der Lehnbeziehungen, die in vorliegender Arbeit anlehnend an Glahn (2000) verwendet wird (siehe Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung. 1: Lehnbeziehungen

Wie bereits erwähnt, beschränkt sich die Analyse des TK auf die Untersuchung des evidenten Lehngutes, was an dieser Stelle näher erläutert wird. Auf das latente Lehngut wird nicht eingegangen, da es kein Gegenstand der Untersuchung und für vorliegende Arbeit nicht relevant ist.

4.2.1 Evidentes Lehngut

Unter evidentem, für den Benutzer leicht erkennbarem Lehngut werden lexikalische Einheiten verstanden, die fremdes Morphemmaterial enthalten. Direkte Übernahmen aus Fremd- und Lehnwort sind die am häufigsten vorkommenden Entlehnungstypen (vgl. Carstensen 1965:90). Ein Fremdwort wird definiert als lexikalisches Element, das unverändert8 in die Nehmersprache übernommen wird und als fremdes Wort zu identifizieren ist, z. B. City, Coach, Cowboy (vgl. Glahn 2000:36). Ein Lehnwort hingegen weist orthografische (vgl. klicken, chequear) und/oder morphologische (vgl. shoppen, flirtear) und/oder phonologische (vgl. Tipp, míster) Anpassungen an die Zielsprache auf. Die Unterscheidung zwischen Fremd- und Lehnwort erscheint zuweilen als problematisch, da die Grenzen zwischen beiden sehr fließend verlaufen und sich das Sprachverständnis weiterentwickelt und somit verändert.

Mischkomposita und Scheinentlehnungen werden dem evidenten Lehngut als indirekte Entlehnungen zugeordnet. Da auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich ist, wann es sich um ein Mischkompositum und wann um eine Scheinentlehnung handelt, werden die Begriffe im Folgenden voneinander abgegrenzt.

Mischkomposita sind hybride Bildungen aus englischen, deutschen bzw. spanischen oder anderen teils älteren fremdsprachlichen Lexemen. Sie werden entweder nach englischem Vorbild (vgl. dt. Haarspray nach engl. hair spray) oder ohne direkte englische Vorlage gebildet (vgl. Online-Prinz), was häufiger der Fall ist (vgl. Yang 1990:14).

Scheinentlehnungen müssen von den üblichen Wortbildungsverfahren unterschieden werden. Sie werden definiert als Lexeme in der NS, die englische (gebersprachliche) Elemente enthalten, im Englischen so jedoch nicht existieren. Scheinentlehnungen lassen sich in drei Gruppen unterteilen. Diejenigen Lexeme, die bei der Übernahme eine morphologische Veränderung aufweisen, werden als Lehnveränderungen bezeichnet (vgl. Yang 1990:14). Carstensen klassifiziert die Lehnveränderungen in weitere Kategorien: (1) Kürzungen von einzelnen Lexemen, wobei ein Anglizismus erst in der NS eine Wortkürzung erfährt; (2) Kompositionskürzungen; (3) Kürzungen von Einheiten aus mehr als einem Wort und (4) Formen, die morphologisch geändert werden (Ebd.). Weiterhin wird zwischen lexikalischen und semantischen Scheinentlehnungen unterschieden. Erstere stellen Lexeme dar, die aus fremdsprachlichen Morphemen gebildet werden, dadurch den Eindruck erwecken, sie seien dem Englischen direkt entnommen, obwohl diese in der GS unbekannt sind (Ebd.). Beispiele dafür sind Twen oder Callboy. Semantische Scheinentlehnungen hingegen werden in der äußeren Form übernommen, erfahren in der NS jedoch diverse Bedeutungsveränderungen, so z. B. Slip, was im Englischen als panty / briefs bezeichnet wird (vgl. Viereck 1996:18).

5. Textkorpus

5.1 Hintergrundinformationen zum verwendeten Textkorpus

Die Cosmopolitan ist ein so genanntes Lifestyle-Magazin für Frauen. Gegründet wurde die US-amerikanische Zeitschrift 1886, damals noch als Familienmagazin. In den folgenden Jahren änderte sich mit wechselnden Verlegern ihr Konzept, so waren bspw. Buchkritiken und Kurzgeschichten enthalten. Seit den frühen 1970er wird die Cosmopolitan in ihrer heutigen Gestalt als reine Frauenzeitschrift veröffentlicht, zunächst nur in den Vereinigten Staaten. Seit 1980 erscheint die Cosmopolitan auch im deutschen Format. In Spanien wird sie seit 1990 publiziert.

Inhaltlich stehen Mode, Schönheit, Gesundheit, Partnerschaft und Sexualität, Berufsleben und Karriere im Mittelpunkt. Die Cosmopolitan ist mit 59 Ausgaben, die in 36 Sprachen gedruckt und in 100 Ländern veröffentlicht werden und einem Leserkreis von etwa 75 Millionen, das international erfolgreichste Frauenmagazin9.

Mit der Maxime stark. smart. sexy. (deutsche Cosmopolitan [DC]) bzw. fun, fearless, female (spanische Cosmopolitan [SC]) wirbt die Cosmopolitan um ihre vornehmlich weibliche Zielgruppe, die auf der Internetseite der MVG Medien Verlagsgesellschaft10 wie folgt beschrieben werden:

Die attraktiven COSMOPOLITAN-Frauen sind Traumfrauen der Extraklasse: Sie sind intelligent, erfolgreich im Job, finanziell unabhängig, zwischen 20 und 49 Jahre alt und stehen mit beiden Beinen fest im Leben.

Die Medienpräsenz des Magazins beschränkt sich nicht nur auf den Printbereich. Die Cosmopolitan ist im Internet mit eigenem Onlineportal und in Spanien außerdem mit dem Sender Cosmopolitan TV vertreten. In der vorliegenden Analyse wird sich allerdings lediglich auf das Printmedium bezogen.

5.2. Auswahl und Begründung des Textkorpus

Für eine vergleichende Untersuchung von Anglizismen sollte ein TK gewählt werden, das bestimmte Voraussetzungen erfüllt: Vergleichbarkeit, Bekanntheit, Aktualitätsbezug und Offenheit gegenüber Anglizismen. Mit der Cosmopolitan wurde ein Untersuchungsobjekt he-rausgesucht, das diesen Kriterien gerecht wird.

Vergleichbarkeit setzt eine gemeinsame Vergleichsbasis voraus. Dieses Kriterium wird insofern erfüllt, als dass die Zeitschrift in beiden Sprachräumen veröffentlicht wird und inhaltlich sehr ähnliche Themen behandelt. Ziel der Arbeit soll jedoch nicht sein, die Untersuchungsobjekte inhaltlich zu analysieren, sondern die ermittelten Anglizismen auf lexikalischer Ebene hinsichtlich Vorkommen und Häufigkeit zu beschreiben. Untersucht werden jeweils die Aus-gaben 03/2010 und 04/2010 der deutschen (DC) und spanischen Cosmopolitan (SC). Diese Zeitschrift bot sich für die Untersuchung an, da davon auszugehen ist, dass das Magazin hinsichtlich seines Bekanntheitsgrades auf dem Markt etabliert ist und dadurch von einem einheitlichen Sprachstil bestimmt ist. Als Unterhaltungs- und Informationsmedium muss eine monatlich erscheinende Zeitschrift wie die Cosmopolitan auf dem neuesten Stand u. a. in Sachen Mode, Schönheit, Lifestyle, Karriere und Gesundheit sein, nicht zuletzt um für ihre Leser attraktiv zu bleiben. Die Funktion der Aktualität ist folglich in jeden Fall gegeben und lässt damit auch eine gewisse Offenheit gegenüber Anglizismen vermuten.

5.3 Vorgehen

Für die systematische Analyse werden die vier Ausgaben zunächst sorgfältig gelesen und auf Anglizismenvorkommen untersucht. Die gefundenen Anglizismen werden nach Sprachraum und Ausgabe geordnet und jeweils in einer Tabelle erfasst. Mehrfach aufgetretene Anglizismen und deren Erscheinungsformen (Komposita etc.) werden für eine übersichtlichere Klassifikation ausgezählt und einer Grundform zugeordnet. Paraphrasen und Wortgruppen wie

Think big stellen einen separaten Eintrag dar und sind durch Anführungszeichen gekennzeichnet. In einem letzten Schritt werden die Tabellen alphabetisch geordnet und zu einer zusammenführt.

Das so entstandene Glossar, was die Dokumentationsgrundlage der vorliegenden Analyse bildet, besteht aus einer Tabelle mit sechs Spalten. In der ersten Spalte sind alle im TK gefundenen Anglizismen erfasst. Dabei handelt es sich, wie erwähnt, um die Grundformen, die für das deutsche Textkorpus (DTK) in der zweiten und für das spanische Textkorpus (STK) in der fünften Spalte in ihren jeweiligen Verwendungsformen aufgeführt sind. Bei Komposita aus zwei oder mehreren englischen Lexemen ist das Determinatum für die Zuordnung zum Grundwort ausschlaggebend. So ist z. B. das Kompositum Security-Check dem Grundwort Check zugeordnet. In der dritten und vierten Spalte ist jeweils die Gesamtanzahl der ermittelten deutschen (AD) und spanischen (SD) Okkurrenzen aufgelistet.

Die Analyse beschränkt sich auf solche Texte, die von der Redaktion selbst verfasst wurden. Nicht berücksichtigt werden Eigennamen und Werbeanzeigen, da sie speziellen Merkmalen unterliegen11. Zeitschriftencover und Inhaltsverzeichnis werden ebenfalls nicht in die Analyse einbezogen. Sie lassen zwar einen hohen Anglizismenanteil vermuten, sind insofern nicht repräsentativ, als dass die dort erscheinenden Anglizismen eine Dopplung darstellen. Dopplungen, die auf das jeweilige Themengebiet, z. B. Cosmo Talk, Beauty oder Job, hinweisen, sind ebenfalls auszuschließen.

Grundlage für die Analyse ist lediglich das äußere (evidente) Lehngut. Begründen lässt sich dieses Vorgehen u. a. damit, dass Anglizismen meist in Form von Fremd- und Lehnwortbildungen auftreten (vgl. 4.2.2 Evidentes Lehngut) und bei dem gewählten TK von einer großen Anzahl solcher Anglizismen ausgegangen werden kann. Letztendlich schließt der zeitlich begrenzte Rahmen weiterführende Untersuchungen auf den Bereich des inneren (latenten) Lehnguts aus.

Als Nachschlagewerk zur Überprüfung und Zuordnung der Anglizismen wird für die deutsche Analyse das Anglizismen-Wörterbuch von de Gruyter (AW) (2001), das Duden Fremdwörterbuch (2007) und das und das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jhd. herangezogen. Das Online-Wörterbuch der Real Academia Española und das Libro de Estilo El País (2002) wird für das STK verwendet.

6. Quantitative Analyse

6.1 Die Anglizismen im Textkorpus

Bei einem Gesamtumfang von 852 Seiten können insgesamt 2140 Anglizismen ermittelt werden. Dabei entfallen 1251 Erscheinungen auf die deutschen Ausgaben und 889 auf die spanischen Ausgaben. Da Cover, Inhaltsverzeichnis und Werbeanzeigen nicht mit in die Analyse einbezogen werden, wird von einer Gesamtseitenanzahl von 53312 ausgegangen, wobei 210 Seiten auf das DTK und 353 auf das STK entfallen. Für die deutschen Ausgaben entspricht das bei 1251 Anglizismen circa 6 (5,96) Anglizismen pro Seite, für die spanischen Ausgaben kann bei 889 Erscheinungen ein Wert von rund 2,5 (2,52) Anglizismen pro Seite ermittelt werden. Es lässt sich feststellen, dass das DTK mehr als doppelt so viele Anglizismen enthält wie das STK. Das Kriterium Anglizismen pro Seite soll der Veranschaulichung und der Vergleichsgrundlage dienen, repräsentiert jedoch nicht die tatsächliche Anglizismenanzahl pro Seite, da diese oft themengebietsabhängig schwankt. Besonders häufig können Anglizismen in den Rubriken Mode, Schönheit und Freizeit ermittelt werden. Im DTK sind außerdem viele Anglizismen in den Bereichen Liebe, Partnerschaft und Karriere zu finden. Das STK enthält in diesem Bereich weitaus weniger englische Lexeme. Das niedrigste Vorkommen ist in den Bereichen Literatur, Ernährung und Gesundheit zu verzeichnen. Besonders das STK scheint in diesen Gebieten im Umgang mit Anglizismen verschlossen. Handelt es sich in diesem Gebieten allerdings um neu vorgestellte Technologien bzw. Erkenntnisse, erscheinen diese als meist englisches Fremdwort, welches außerdem in der jeweiligen NS paraphrasiert wird.

[...]


1 Siehe dazu: http://www.welt.de/vermischtes/article1123619/Von_guten_und_von_boesen_Fremdwoertern.html

2 In der Kritik stehen u. a. der verschwenderische Lebensstil und die damit einhergehende kapitalistische Grundhaltung, Oberflächlichkeit, Einstellung zu Krieg und Klimaschutz, der geringer Bildungsstand etc. Diese Aussage bedarf allerdings tiefgreifenderer Ausführungen, die nicht Gegenstand der Arbeit sind.

3 Aufgrund „gewachsener Internationalität“ wurde die Hochschule für Technik und Wirtschaft Mittweida (FH) 1998 in Hochschule Mittweida (FH) University of Applied Sciences umbenannt. Begründet wurde dies u.a. mit der Generalisierung dieser Bezeichnung, da das Lehrangebot der Hochschule nicht mehr nur auf die Bereiche Technik und Wirtschaft begrenzt ist. Siehe dazu: http://www.htwm.de/index.php?id=1092

4 In Frankreich ist die Thematik zum Schutz der Muttersprache von großer Bedeutung und bspw. durch das Loi Toubon auf staatlicher Ebene geregelt. Dieses Gesetz verbreitet u. a. das Verbot Anglizismen im offiziellen Kontext zu verwenden.

5 Für das Spanische gilt das Werk von Chris Pratt „El anglicismo en el español peninsular contemporáneo“ (1980) als eine der wichtigsten Untersuchungen zum Thema Anglizismen in der spanischen Sprache. Wie aus dem Titel hervorgeht, befasst er sich in dieser Arbeit mit dem englischen Einfluss auf das europäische Spanisch, ohne auf Merkmale aus Lateinamerika oder den USA einzugehen.

6 Z. B. Zindler (1959), Carstensen (1965), Engels (1976), Pfitzner (1987), Yang (1990), Götzeler (2008).

7 Z. B. Schütte (1996), Fink (1997).

8 Einzige Veränderung ist bei der Schreibung der substantivisch verwendeten Fremdwörter zu verzeichnen, da sie nach der deutschen Rechtschreibung eine Großschreibung erfahren.

9 Siehe dazu: http://www.hearst.com/magazines/cosmopolitan.php. Die spanische Quelle belegt die Angaben mit 58 Ausgaben in 34 Sprachen (http://www.grupogyj.es/index.php) und die deutsche Quelle gibt 60 Ausgaben an (http://www.mvg.de/cosmopolitan.html).

10 Die MVG Medien Verlagsgesellschaft mbH & Co veröffentlicht im deutschsprachigem Raum u. a. das Magazin Cosmopolitan. Siehe dazu: http://www.mvg.de/cosmopolitan/print/leser.html.

11 Werbeanzeigen als Textsorte nehmen aufgrund ihrer persuasiven Funktion eine spezielle Rolle hinsichtlich der Anglizismenverwendung ein und können daher als eigenständiger Untersuchungsgegenstand angesehen werden. Deutlich wird das durch den relativ hohen prozentualen Anteil: Bei dem Gesamtumfang von 852 Seiten entfallen 319 Seiten, also rund 37 % auf Werbeanzeigen.

12 Auffällig ist der enorm hohe Anteil der Werbeanzeigen im DTK.

Ende der Leseprobe aus 60 Seiten

Details

Titel
Anglizismengebrauch in Frauenzeitschriften
Untertitel
Eine komparative Analyse der deutschen und spanischen Cosmopolitan
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie)
Veranstaltung
Spanisch - Anglizismen im Deutschen und Spanischen
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
60
Katalognummer
V323364
ISBN (eBook)
9783668228931
ISBN (Buch)
9783668228948
Dateigröße
713 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
anglizismengebrauch, frauenzeitschriften, eine, analyse, cosmopolitan
Arbeit zitieren
Corinna Klaus (Autor), 2010, Anglizismengebrauch in Frauenzeitschriften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323364

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