Die Arbeit widmet sich der Frage, wie politische Einstellungen verändert werden können und ob sich daraus entsprechendes Wahlverhalten voraussagen lässt.
In der Politik wird häufig versucht, Personen für sich zu gewinnen. Durch Auftritte in Shows, Wahlversprechen und Darstellungen auf Plakaten wollen Politiker die Einstellung von Wählern dahingehend verändern, dass sie und ihre Partei gewählt werden. Wie aber gelingt es ihnen, das Verhalten bei der Wahl zu beeinflussen? Kann es überhaupt gelingen?
Zunächst wird betrachtet, was Einstellungen überhaupt sind. Anschließend folgt ein Kapitel mit dem Fokus auf den Zusammenhang zwischen Einstellung und Verhalten. Dahingehend wird untersucht, was die Vorhersagekraft von Einstellung auf Verhalten verbessert und ob sich eine generelle Korrelation zwischen den beiden Variablen im Bereich der politischen Wahl erkennen lässt. In Kapitel Drei geht es dann darum, mithilfe der Theorie der persuasiven Kommunikation Strategien für Einstellungsveränderungen herauszuarbeiten. Diese werden anhand es Modells der Elaborationswahrscheinlichkeit auf dem zentralen und dem peripheren Weg dargestellt. Abschließend folgt das Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einstellungen
2.1 Definition
2.2 Einstellungsmodell
3. Einstellungs-Verhaltens-Zusammenhang
3.1 Geschichte der Einstellungs-Verhaltens-Forschung
3.2 Moderator-Variablen
3.2.1 Methodische Faktoren
3.2.2 Situationelle/ Interpersonelle Faktoren
3.3 Einstellungs-Verhaltens-Korrelation bei Wahlen
4. Einstellungsänderung durch Persuasion
4.1 Die zentrale Route
4.2 Die periphere Route
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit politische Einstellungen das Wahlverhalten beeinflussen und wie Politiker durch persuasive Kommunikation gezielt auf diese Einstellungen einwirken können. Im Zentrum steht die Analyse des Zusammenhangs zwischen Einstellung und Verhalten sowie die Anwendung psychologischer Modelle der Einstellungsänderung im politischen Kontext.
- Grundlagen und Definitionen von Einstellungen
- Analyse des Einstellungs-Verhaltens-Zusammenhangs
- Einfluss von Moderator-Variablen auf das Wahlverhalten
- Die Rolle der persuasiven Kommunikation in der Politik
- Anwendung des Modells der Elaborationswahrscheinlichkeit
Auszug aus dem Buch
4.1 Die zentrale Route
In der Geschichte der Persuasionsforschung wurde zuerst untersucht, wie Personen über die zentrale Route beeinflusst werden (vgl. ebd.: 228). William McGuire (1985) postulierte in seinem Informationsverarbeitungsmodell der Persuasion fünf Stufen, die einen nützlichen theoretischen Rahmen bilden und erklären, was erfüllt sein muss, damit Persuasion über die zentrale Route gelingt und das gewünschte Verhalten ausgeführt wird (vgl. McGuire nach Stroebe 2007: 228): (1) Aufmerksamkeit, (2) Verstehen, (3) Akzeptieren, (4) Beibehalten, (5) Verhalten. Wenn wir davon ausgehen, dass ein Politiker die Einstellungen von Fernsehzuschauern verändern will, dann kann er nur Erfolg haben, wenn sie das Fernsehprogramm anschauen, in dem der Politiker zu sehen ist (1), die Botschaften des Politikers verständlich sind (2) und diese akzeptiert werden können (3). Ebenso darf die Einstellung bis zum Tag der Wahl nicht wieder geändert werden (4) und der Wähler muss zur Wahl gehen können (5).
Bedingung für diese fünf Schritte sind dabei, dass die Motivation und Kapazität für die Verarbeitung ausreichend groß sind (vgl. ebd.: 235). Die wichtigste Determinante der Motivation ist hierbei die persönliche Relevanz der Kommunikation (vgl. ebd.: 237). Damit es nun zu einer Veränderung der Einstellung kommen kann, muss laut des ELM die persuasive Nachricht starke Argumente enthalten, die beim Rezipienten vorwiegend positive Gedanken hervorrufen. Schwache Argumente rufen keine Einstellungsveränderung hervor. Aber was macht ein Argument stark? Laut Bernd Rex (2008) versteht sich darunter einerseits die logische Argumentation und andererseits die Wichtigkeit des Arguments für die Zielgruppe (vgl. Rex 2008: 148f). Demnach wäre z.B. die Abschaffung der Studiengebühren ein stärkeres Argument für Studenten und Studieninteressierte als für Personen, die kein Studium anstreben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Einstellungsforschung für die Politik ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Beeinflussbarkeit von Wählern.
2. Einstellungen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Einstellung anhand des Standardwerks von Eagly und Chaiken und erläutert das Dreikomponentenmodell der Einstellung.
3. Einstellungs-Verhaltens-Zusammenhang: Hier wird die historische Entwicklung der Forschung sowie die Rolle von Moderator-Variablen und die Korrelation in Wahlsituationen kritisch beleuchtet.
4. Einstellungsänderung durch Persuasion: Dieses Kapitel widmet sich den Strategien der persuasiven Kommunikation und erläutert anhand des ELM die zentrale sowie die periphere Route der Informationsverarbeitung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und diskutiert die praktische Anwendung sowie die ethischen Gefahren von Persuasionstechniken im politischen Wahlkampf.
Schlüsselwörter
Einstellungen, Einstellungsänderung, Wahlverhalten, Persuasion, Elaborationswahrscheinlichkeit, zentrale Route, periphere Route, Moderator-Variablen, politische Kommunikation, Einstellungs-Verhaltens-Zusammenhang, soziale Erwünschtheit, Wahlplakate, persuasive Botschaften, psychologische Tendenzen, Entscheidungsverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Einstellungen von Wählern funktionieren, ob diese das Wahlverhalten vorhersagen können und wie Politiker durch persuasive Strategien versuchen, diese Einstellungen zu verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Einstellungspsychologie, die Analyse des Zusammenhangs zwischen Einstellung und tatsächlichem Verhalten sowie die Theorie der persuasiven Kommunikation im politischen Kontext.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit geht der Frage nach, wie politische Einstellungen verändert werden können und ob sich aus diesen Einstellungen verlässlich auf das Wahlverhalten schließen lässt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bestehender sozialpsychologischer Studien und Modelle sowie der Interpretation empirischer Daten aus der Deutschen Wahlstudie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen von Einstellungen erarbeitet, anschließend die Einstellungs-Verhaltens-Korrelation analysiert und schließlich Strategien der Einstellungsänderung durch das Modell der Elaborationswahrscheinlichkeit erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Einstellungen, Persuasion, Elaborationswahrscheinlichkeit, zentrale Route, periphere Route und das Wahlverhalten.
Warum ist das Prinzip der Kompatibilität für die Wahl relevant?
Das Prinzip besagt, dass die Vorhersage von Verhalten dann am besten gelingt, wenn Einstellung und Verhalten auf einem ähnlichen Abstraktions- und Spezifizitätsniveau gemessen werden, was für die Auswertung von Wahlstudien entscheidend ist.
Welche Gefahr birgt die periphere Route der Überzeugung?
Die Gefahr besteht darin, dass Wähler über diesen Weg nicht aufgrund rationaler Argumente, sondern aufgrund oberflächlicher Heuristiken wie Sympathie oder Attraktivität überzeugt werden, was die demokratische Entscheidungsfindung schwächen kann.
- Citar trabajo
- Lucas Stark (Autor), 2016, Einstellung und Verhalten in der Wahlsituation. Ist das Wahlverhalten durch Einstellungsänderungsversuche beeinflussbar?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323677