Die folgende Studie beschäftigt sich mit der Fragestellung, ob Extraversion und Vertrauen in den Mitarbeiter als Kommunikationspartner positiv miteinander korrelieren. Als Stichprobe wurden Führungskräfte aus unterschiedlichen Unternehmen ausgewählt. Die Daten wurden mittels eines Online-Fragebogens erhoben. Insgesamt nahmen 61 Probanden im Alter von 27 bis 77 Jahren, davon 21 männlich und 40 weiblich, teil. Als Ergebnis ließ sich feststellen, dass Extraversion und Vertrauen in den Mitarbeiter als Kommunikationspartner nicht signifikant miteinander korrelieren (rs = .20, p > .05). Doch weiterführend konnte darauf geschlossen werden, dass ein nicht-linearer, umgekehrt U-förmiger Zusammenhang vorliegt.
Aus den Ergebnissen lässt sich schließen, dass ein gewisses Maß an Extraversion für Vertrauen essentiell zu sein scheint, sich zu viel Extraversion jedoch negativ auf das Vertrauen in den Mitarbeiter als Kommunikationspartner auswirken kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vertrauen
3. Extraversion
4. Aktueller Forschungsstand
5. Hypothesen und Fragestellungen
6. Methode
6.1 Beschreibung der Stichprobe
6.2 Erhebungsdesign
6.3 Untersuchungsdurchführung
6.4 Operationalisierung
6.5 Auswertungsmethode
7. Ergebnisse
7.1 Deskriptive Ergebnisse
7.2 Interferenzstatistik
8. Zusammenfassung
8.1 Inhaltliche Einordnung
8.2 Bewertung der Methode
9. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Projektarbeit untersucht, inwiefern ein Zusammenhang zwischen der Ausprägung des Persönlichkeitsmerkmals Extraversion bei Führungskräften und ihrem Vertrauen in Mitarbeiter als Kommunikationspartner besteht.
- Analyse des Einflusses von Extraversion auf das Führungsverhalten.
- Erforschung der Bedeutung von Vertrauen in der Kommunikation zwischen Führungskraft und Mitarbeiter.
- Untersuchung der Forschungsfrage mittels quantitativer Korrelationsanalyse.
- Vergleich der Ergebnisse mit bestehendem wissenschaftlichem Forschungsstand.
- Kritische Reflexion der gewählten Erhebungsmethodik und statistischen Auswertung.
Auszug aus dem Buch
Extraversion
Das erste Mal wurde der Begriff Extraversion als Persönlichkeitsmerkmal bzw. Persönlichkeitstyp von Carl Gustav Jung im Jahre 1921 benutzt. Nach Jung „richtet der Extravertierte seine seelisch-geistigen Interessen aufgeschlossen auf die Realität“.
Inzwischen existieren zahlreiche weitere Definitionen des Begriffs. So umfasst Extraversion nach Tewes & Wildgrube (1992) sowohl Offenheit, Geselligkeit, Zugewandtheit zur Umwelt, Dominanz, Abenteuerlust als auch Impulsivität.
Gerade bei Führungskräften scheint Extraversion eine wichtige Persönlichkeitseigenschaft zu sein. Nach Bass & Bass (2008) ist Extraversion ein zwischenmenschliches Merkmal, das die soziale Interaktion von Führungskräften beeinflusst.
Auch stellten Judge, Bono, Illies & Gerhardt (2002) in einer Metaanalyse, in der die Big Five Persönlichkeitseigenschaften im Bezug auf beruflichen Erfolg miteinander verglichen wurden, fest, dass eine extravertierte Führungsperson als effektiver, aktiver und präsenter angesehen wird. Des Weiteren korrelierten Extraversion und Führungseffizienz positiv miteinander (r = .24, p ≤ 0.05), folglich ist Führungserfolg am besten durch das Persönlichkeitsmerkmal Extraversion vorherzusagen (Judge et al., 2002).
Außerdem neigen extravertierte Führungskräfte dazu, sich um mehr Vorschläge und Beiträge ihrer Angestellten zu bemühen und können daher ihre Mitarbeiter besser in Projekte integrieren. Auch können sie besser Visionen und Ideen ihrer Mitarbeiter beeinflussen und in eine Richtung lenken (DeRue, Nahrgang, Wellman, Ross, Humphrey, 2011).
Daher lässt sich annehmen, dass sowohl die Außenwirkung einer Führungskraft, als auch ihre Kompetenz und ihr Erfolg durch Extraversion beeinflusst wird. So scheint Extraversion ein wichtiger Prädiktor für Führungserfolg und den Umgang von Führungskräften mit ihren Mitarbeitern zu sein.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die zentrale Bedeutung von Führungskräften im Unternehmensalltag und stellt die Relevanz der Kommunikation sowie des Vertrauensverhältnisses zu Mitarbeitern heraus.
Vertrauen: Hier wird Vertrauen als unverzichtbare Grundlage für Kooperation und Erfolg im Unternehmen definiert und in Selbstvertrauen sowie Fremdvertrauen differenziert.
Extraversion: Dieser Abschnitt beschreibt das Persönlichkeitsmerkmal Extraversion und dessen Bedeutung für soziale Interaktionen, Führungseffizienz und den beruflichen Erfolg.
Aktueller Forschungsstand: Hier werden bestehende Studien zusammengeführt, um die Hypothese eines positiven Zusammenhangs zwischen Extraversion und Vertrauen theoretisch zu begründen.
Hypothesen und Fragestellungen: In diesem Kapitel wird die zentrale Hypothese formuliert, dass eine höhere Extraversion einer Führungsperson mit größerem Vertrauen in den Mitarbeiter korreliert.
Methode: Dieses Kapitel beschreibt das Vorgehen bei der Datenerhebung, die Charakteristika der Stichprobe (N=61) sowie die Operationalisierung durch standardisierte Fragebögen (NEO-FFI und KOMMINO).
Ergebnisse: Hier werden die deskriptiven Daten sowie die statistischen Korrelationsanalysen präsentiert, inklusive der Anpassung bei nicht-linearen Verläufen.
Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und ordnet sie in den wissenschaftlichen Kontext ein.
Ausblick: Hier werden Anregungen für die zukünftige Forschung sowie praktische Implikationen für die Auswahl von Führungskräften gegeben.
Schlüsselwörter
Extraversion, Vertrauen, Führungskräfte, Kommunikation, Persönlichkeitsmerkmale, Organisationspsychologie, Kooperation, Führungserfolg, Mitarbeiterbeziehung, Korrelationsanalyse, NEO-FFI, KOMMINO, Unternehmenskultur, Authentizität, Teamleistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel von Extraversion als Persönlichkeitsmerkmal und dem Vertrauen, das Führungskräfte in ihre Mitarbeiter als Kommunikationspartner entgegenbringen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Themenfelder umfassen Führungspsychologie, Kommunikation in Organisationen, Persönlichkeitsforschung anhand der "Big Five" und das Konstrukt des zwischenmenschlichen Vertrauens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu analysieren, ob ein positiver Zusammenhang zwischen dem Ausmaß an Extraversion bei einer Führungskraft und ihrem Vertrauen in Mitarbeiter besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Studie nutzt ein quantitatives Querschnittsdesign mit einer Online-Befragung (N=61) und wertet die Daten mittels Spearman-Rang-Korrelation aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung von Extraversion und Vertrauen, der detaillierten methodischen Vorgehensweise sowie der statistischen Auswertung und Interpretation der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Extraversion, Vertrauen, Führungskompetenz, Kommunikation und Organisationspsychologie charakterisiert.
Warum konnte kein linearer Zusammenhang nachgewiesen werden?
Es zeigte sich ein nicht-linearer, umgekehrt U-förmiger Zusammenhang, bei dem moderat extravertierte Führungskräfte ein höheres Vertrauen zeigten als extrem extravertierte Personen.
Welche praktische Empfehlung gibt die Arbeit für Unternehmen?
Die Autoren empfehlen, bei der Auswahl von Führungskräften neben der fachlichen Qualifikation verstärkt auf die Authentizität und die Fähigkeit zu vertrauensvoller Kommunikation zu achten.
- Citar trabajo
- Lara Maile (Autor), Thomas Roth (Autor), Marcel von der Heide (Autor), 2016, Extraversion und Vertrauen in den Mitarbeiter als Kommunikationspartner. Zu Persönlichkeitsmerkmalen von Führungskräften, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323797