Industrie 4.0 und Controlling. Inwieweit werden Controlling und Controller durch die I-4.0 verändert?


Seminararbeit, 2015
22 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Industrie 4.0 – Die Produktion der Zukunft
2.1 Definition
2.2 Zentrale Elemente der Industrie 4.0
2.2.1 Die intelligente Fabrik
2.2.2 Cyber-Physische Systeme
2.2.3 Das Internet der Dinge und Dienste
2.3 Ausgewählte Chancen und Herausforderungen

3 Controlling 4.0 als Resultat des industriellen Wandels
3.1 Auswirkungen auf die Controlling Hauptprozesse
3.2 Auswirkungen auf die Aufgaben
3.3 Perspektiven und Herausforderungen

4 Die Rolle des Controllers im Wandel
4.1 Veränderung des Rollenbildes
4.2 Auswirkungen auf die Kernkompetenzen des Controllers durch Industrie 4.0
4.3 Veränderung der Relevanz des Controllers?

5 Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Smart Factory und ihre einzelnen Komponenten als Element des Internets der Dinge und Dienste

Abbildung 2: Die Controlling-Hauptprozesse

Abbildung 3: Veränderung des Rollenbildes anhand des Unternehmens Hansgrohe AG

Abbildung 4: Anforderungen an die zentralen Kernkompetenzen des Controllers durch Industrie 4.0

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Bundesregierung hat im August 2006 erstmals die Hightech-Strategie mit dem primären Ziel, Deutschland als Innovationsführer weltweit voranzubringen, verabschiedet.[1] Die Industrie 4.0 (auch: I-4.0) ist in der aktuellen Fassung der Hightech-Strategie als eines von zehn Zukunftsprojekten enthalten. Die Aufnahme in die Hightech-Strategie sowie das nachfolgende Zitat der Bundeskanzlerin Angela Merkel verdeutlichen die Bedeutung dieser Thematik.[2]

„Das Wirtschaftswachstum in Deutschland kann im Grunde nur durch Innovationen sichergestellt werden, indem wir an den wesentlichen Trends der Weltwirtschaft teilhaben. Hier ist ganz besonders wichtig, dass wir die sogenannte Industrie 4.0-Entwicklung gestalten.“ [3]

I-4.0 wird in vielen Veröffentlichungen als eine Verschmelzung von IT und Maschinen basierend auf neuen Technologien definiert. Betriebswirtschaftliche Aspekte finden in der Regel überhaupt keine oder eine eher untergeordnete Rolle.[4] Sind betriebswirtschaftliche Aspekte tatsächlich wenig relevant für die I-4.0? Oder werden diese Aspekte übersehen oder einfach schlichtweg nicht beachtet?

In dieser Arbeit wird untersucht inwieweit das Controlling und auch der Controller durch die I-4.0 beeinflusst und verändert werden könnten. Zur strukturierten Problemerfassung wird im weiteren Verlauf zunächst auf die I-4.0 und ihre zentralen Elemente eingegangen. Im Anschluss daran werden die möglichen Auswirkungen der I-4.0 auf das Controlling dargestellt, ehe abschließend die Rolle des Controllers unter Einfluss der I-4.0 untersucht wird.

2 Industrie 4.0 – Die Produktion der Zukunft

2.1 Definition

Industrie 4.0 – unter diesem Begriff diskutieren Experten über die Verschmelzung der realen und virtuellen Welt in der Produktion.[5]

Heutzutage existieren über 100 verschiedene Definitionen von verschiedensten Autoren und Institutionen über I-4.0. Eine einheitliche Betrachtungsweise existiert derzeit noch nicht. In dieser Arbeit wird überwiegend auf die Definition der Plattform Industrie 4.0 sowie des Autors Ulrich Sendler eingegangen.[6]

Die I-4.0 geht von zunehmend individualisierten Kundenbedürfnissen aus und bildet die gesamte Wertschöpfungskette - ausgehend von den Wünschen des Kunden bis zur Auslieferung sowie das Recycling - ab. Hierfür ist die Vernetzung von Maschinen, Lagersystemen, Betriebsmitteln, Produkten, Dienstleistungen, Menschen und allen sonstigen Beteiligten Instanzen mit der Umwelt horizontal sowie vertikal notwendig.[7] Die Vernetzung erfolgt über intelligente Systeme sowie über das Internet.[8] Als Resultat sollen dynamische, echtzeitgesteuerte, eigenständig organisierte Wertschöpfungsnetzwerke über die Unternehmensgrenzen hinweg entstehen.[9]

Ein Zukunftsgedanke der I-4.0 ist die vollkommen selbständige Abwicklung von Kundenaufträgen über automatisierte Maschinenbelegungen mit allen benötigten Materialdispositionen und vollständiger Organisation sowie Durchführung des Versandes an die Kunden mit allen dazugehörigen Prozessschritten.[10]

Im folgenden Abschnitt werden die zentralen Elemente der I-4.0 näher beleuchtet.

2.2 Zentrale Elemente der Industrie 4.0

2.2.1 Die intelligente Fabrik

Die intelligente Fabrik oder in der Literatur auch häufig als „Smart Factory“ bezeichnet ist ein zentrales Element der I-4.0. In der Smart Factory kommunizieren und interagieren die Elemente Maschine, Mensch und Ressourcen optimal miteinander, so dass eine Effizienzsteigerung in der Produktion ermöglicht wird.

Intelligente Produkte, sogenannte „Smart Products“ verfügen über vollständiges Wissen über die Herstellungsprozesse bis hin zur Person, an die sie geliefert werden. Die anderen Elemente wie Smart Mobility, Smart Logistics, Smart Grids und Smart Buildings dienen als Schnittstellen und werden die ursprünglichen Wertschöpfungsketten ebenfalls verändern.[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Smart Factory und ihre einzelnen Komponenten als Element des Internets der Dinge und Dienste.[12]

Abbildung 1 illustriert die Smart Factory als Element der I-4.0 und zeigt auf, dass diese nicht isoliert zu betrachten ist. Vielmehr muss die Implementierung von I-4.0 übergreifend auf verschiedenste Bereiche erfolgen und über das Internet der Dinge und Dienste vernetzt werden.[13]

2.2.2 Cyber-Physische Systeme

Unter dem Begriff Cyber-Physische Systeme werden reale Produktionsprozesse mit virtuellen Informations- und Kommunikationsprozessen vereint.[14] Die intelligenten Produktionssysteme sind selbststeuernd und über das Internet der Dinge und Dienste untereinander und mit den ebenfalls intelligenten Materialien vernetzt. Die Kapazitätsbestimmung erfolgt mittels Kommunikation zwischen CPS und Material automatisch. Dadurch kann sich das Material selbstständig den Weg durch die Fertigung bahnen und der Materialfluss wird optimiert. Die CPS optimieren sich nach Möglichkeit selbstständig und automatisch. So werden bspw. im Falle eines leicht abgenutzten Werkzeuges einer Maschine nur noch Materialien, für die der Zustand noch ausreicht, zugeordnet. Das ganze erfolgt vollautomatisch und ohne menschliches Einwirken.[15]

2.2.3 Das Internet der Dinge und Dienste

Das Internet der Dinge und Dienste als ein zentrales Element der I-4.0 gilt als weitere Entwicklungsstufe des Internets nach dem Web 2.0.[16] Neben Menschen können auch alle Objekte wie bspw. Maschinen, Produkte oder Materialien über das World Wide Web kommunizieren.[17] So könnte bspw. jederzeit problemlos der Produktionsstatus über das Internet abgerufen werden. Das Potenzial der neuen Vernetzungsmöglichkeiten ist noch nicht näher definiert. Bis dato fehlt es noch an der Vorstellungskraft für alle ungeahnten funktionellen Erweiterungen.[18]

2.3 Ausgewählte Chancen und Herausforderungen

Die I-4.0 zeigt uns schon heute wesentliche Vorteile aber auch zu bewältigende Herausforderungen oder Risiken auf.

Bedingt durch die Digitalisierung der Wertschöpfungskette wird für die deutsche Volkswirtschaft eine Produktivitätssteigerung erwartet. Als Treiber werden die aus der Digitalisierung und aus dem Internet der Dinge und Dienste resultierenden Optimierungen der Prozesse und neuen Produkten sowie Dienstleistungen definiert.

Ebenso resultieren aus neuen Produkten, Dienstleistungen und Prozessoptimierungen entsprechende Wachstumsmöglichkeiten für eine Volkswirtschaft.[19] Allerdings sind wie im vorherigen Abschnitt erwähnt bis dato noch nicht alle funktionalen Erweiterungsmöglichkeiten bekannt, so dass durchaus weitere positive Impulse, an die wir zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht denken, entstehen können.[20]

Von den technischen Herausforderungen für den flächendeckenden Datenaustausch abgesehen, sind die Themen Spionage durch Cyberatacken sowie Datenschutz und Datensicherheit in den Griff zu bekommen, sicherlich notwendige Voraussetzungen für den erfolgreichen digitalen Wandel. Herausfordernd ist hierbei insbesondere, die zahlreich entstehenden Schnittstellen zu schützen.[21]

Neben den technischen Herausforderungen könnte es ebenso essentiell sein, betriebswirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen. So gibt es bis heute keinerlei Angaben über die exakten Nutzenpotentiale.[22] Sogar die funktionellen Erweiterungsmöglichkeiten sind bis heute noch nicht vollständig bekannt.[23] Laut einer Studie von PwC rechnen deutsche Unternehmen trotzdem durchschnittlich mit einer Effizienzsteigerung von 3,3% jährlich.[24]

Im Gegensatz dazu erfordert die I-4.0 aber enorme Investitionen in Technik, Forschung, Entwicklung und zuletzt auch in dem Bereich Aus- und Weiterbildung.[25] Nach der PwC Studie rechnen deutsche Industrieunternehmen bis zum Jahr 2020 in Summe mit Investitionen für I-4.0 von mehr als 40 Millionen Euro jährlich.[26]

Die I-4.0 und die damit verbundene Digitalisierung werden die Anforderungen an die Mitarbeiter in nahezu allen Bereichen verändern. Immer dynamischere Prozesse und größere Datenmengen werden neue Fähigkeiten und Qualifikationen der Mitarbeiter verlangen.[27]

[...]


[1] Vgl. BMBF (2014), S. 3 sowie ICV (2015), S. 1

[2] Vgl. BMBF (2014), S. 50

[3] Bundeskanzlerin Angela Merkel, in: ICV (2015), S. 1

[4] Vgl. Mertens, Peter (2015), S. 452

[5] Vgl. Post, Peter (2014), S. 12

[6] Vgl. BITKOM; Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO (2014), S. 18

[7] Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in: ICV (2015), S. 4 sowie Sendler, Ulrich (2013), S. 6 f.

[8] Vgl. Spath, Dieter et al. (2013), S. 22

[9] Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in: ICV (2015), S. 4

[10] Vgl. Spath, Dieter et al. (2013), S. 22

[11] Vgl. Acatech (2013), S. 23

[12] Eigene Darstellung in Anlehnung an Acatech (2013), S. 23

[13] Vgl. Acatech (2013), S. 23

[14] Vgl. Post, Peter (2014), S. 12 sowie ICV (2015), S. 10

[15] Vgl. Scheer, August-Wilhelm (2015), S. 444

[16] Vgl. Spath, Dieter et al. (2013), S. 56 sowie Sendler, Ulrich (2013), S. 10

[17] Vgl. Scheer, August-Wilhelm (2015), S. 443

[18] Vgl. Spath, Dieter et al. (2013), S. 56

[19] Vgl. Bauer, Wilhelm; Horváth, Péter (2015), S. 515 f.

[20] Vgl. Spath, Dieter et al. (2013), S. 56

[21] Vgl. ICV (2015), S. 18 sowie Bauer, Wilhelm; Horváth, Péter (2015), S. 517

[22] Vgl. ICV (2015), S. 19 sowie Mertens, Peter (2015), S. 452

[23] Vgl. Spath, Dieter et al. (2013), S. 56

[24] Vgl. Koch, Volkmar et al. (2014), S. 7

[25] Vgl. ICV (2015), S. 19

[26] Vgl. Koch, Volkmar et al. (2014), S. 7

[27] Vgl. Koch, Volkmar et al. (2014), S. 37

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Industrie 4.0 und Controlling. Inwieweit werden Controlling und Controller durch die I-4.0 verändert?
Hochschule
Hochschule Aschaffenburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V323950
ISBN (eBook)
9783668231931
ISBN (Buch)
9783668231948
Dateigröße
827 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Industrie 4.0, Die Rolle des Controllers im Wandel, Controller der Zukunft, Controlling 4.0
Arbeit zitieren
Michael Belle (Autor), 2015, Industrie 4.0 und Controlling. Inwieweit werden Controlling und Controller durch die I-4.0 verändert?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323950

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